Destination Check: Year Of The Rooster 2017

Die Year of the X Reihe ging dieses Jahr in die dritte Runde: Nach dem Jahr der Ziege und des Affen stand 2017 alles im Zeichen des Hahns. Das Team um Gründer Markus von der Luehe lässt sich jedes Jahr von den chinesischen Sternzeichen inspirieren, um die Digitalkonferenz immer wieder neu zu inszenieren. So wandelte sich das Backstage in München dieses Jahr mit Liebe zum Detail in eine Farm, die Besucher trugen Cowboy-Hüte und Latzhosen und wurden mit dem Weckruf des Hahns begrüßt.

Organisator: Markus von der Luehe, CEO und Gründer von Year of the X

Image by Markus von der Luehe
Image by Gesine Märten

Wie ist Dein Gesamteindruck?

Alles in allem gut, abgesehen von den Minidramen, die im Hintergrund ablaufen. Ich bin sehr begeistert von der Energie, die entstanden ist. Das Programm war mit Themen von Mindfulness und Tech Talks über Prototyping Workshops bis hin zu Massagen mit sehr vielen Inhalten vollgepackt. Diese Diversität von Inhalten und Leuten ist super spannend.

Haben die Speaker und Teilnehmer Deine Erwartungen erfüllt?

Bei den Speakern gibt es immer diejenigen, die positiv herausstechen und einige, die weniger überzeugen. Ich glaube, das ist normal. Was wir dieses Mal gut gemacht haben – das habe ich auch als Feedback bekommen – sind die Workshops, die sehr interaktiv und dynamisch waren. Dagegen sind die 15-Minuten-Talks oft eindimensional. Deswegen haben wir uns diesmal entschieden, drei Streams mit Workshops und nur einen mit Talks zu füllen.

Was ist Dein persönliches Highlight?

Mein persönliches Highlight war das Team. Sie waren unglaublich engagiert. Darunter waren Leute, die kurzfristig dazugekommen sind, ausgeholfen haben und trotzdem sehr energetisch waren. Die internationalen Speaker und die Atmosphäre haben dazu beigetragen, dass der Festival Spirit spürbar war.

Wem würdest Du Year of the X empfehlen?

Wir richten uns an Early Adopter, die offen sind für neue Ideen, die verstanden haben, dass sich unsere Gesellschaft nachhaltig verändern wird und die bereit sind, ihr eigenes Mindset zu hinterfragen. Das ist leider im Moment aus meiner Sicht noch eine relativ kleine Gruppe.

Was ist Deine persönliche Motivation, das Event auf die Beine zu stellen?

In meinem Talk am Vormittag ging es darum, dass sich unser Bildungssystem grundlegend verändern muss. Erste Ansätze dafür gibt es schon. In Tutzing hat beispielsweise eine Australierin eine neue Form der Schule aufgebaut, die Create Schools. Dort geht es nicht mehr um Frontalbeschallung und Auswendiglernen. Gearbeitet wird stattdessen in Projektgruppen, die Schüler starten gemeinsame Initiativen und lernen emotionale Intelligenz, indem sie Strategien verhandeln müssen. Das ist das Bildungsmodell der Zukunft, das die neue Form der Arbeit braucht. Viele Organisationen agieren meist noch nach dem Modell der alten Schule, auch das muss sich ändern. Teil dieser Bewegung zu sein, neue Menschen zu finden, die diese Veränderung mitgestalten wollen, das ist es, was mich antreibt.

Was können wir im kommenden Jahr des Hundes erwarten?

Erst hatte ich Zweifel, ob der Hund spannend sein kann. Doch dann habe ich über meinen eigenen Hund, einen belgischen Schäferhund, nachgedacht. Cool an ihm ist, dass er immer das Rudel zusammenhalten will. Wenn meine Freundin und ich mit dem Rad unterwegs sind und in verschiedenen Richtungen fahren, stresst ihn das sehr, weil er immer versucht, uns zusammenzubringen. Ich glaube, das kommende wird das Jahr der Community, in dem es um Themen wie Loyalty und Netzwerke geht.

Besucherin: Maria Justus, digitale Künstlerin

Image by Maria Justus
Image by Gesine Märten

Maria Justus nutzt digitale Medien und Werkzeuge, um ihre Kunstwerke zu kreieren. Außerdem ist sie Mitorganisatorin des Hackers & Founders Meetups in München.

Wie ist Dein Gesamteindruck?

Sehr positiv! Das war das erste Event in diesem Format, das ich besucht habe. Mir hat das Thema und Motto „Country“ mit Verkleidung sehr gut gefallen, genauso die entspannte Atmosphäre mit vielseitigem Publikum und dass es sehr viel Input von vielen verschiedenen Seiten gab.

Welche Themen haben dich heute am meisten interessiert?

Mich beschäftigt das Thema persönliche Entwicklung. Dazu habe ich den Workshop „Zen Leadership Way“ von Hinnerk Polenski besucht. Großartig war der Workshop von Suzannah Scully „How to create a clear vision”. Sie hat das Publikum begeistern können.

Haben die Redner und Teilnehmer Deine Erwartungen erfüllt?

Übertroffen. Mir hat die Vielfalt gefallen. Die Leute sind entspannt, es macht Spaß, man fühlt sich wohl, die Veranstaltungen sind alle gut besucht.

Was ist Dein persönliches Highlight?

Dazu gehörte der Talk zur digitalen Zukunft der Arbeit von Claude Ritter. Wenn man zukunftsorientiert arbeitet, und das betrifft auch meine künstlerische Arbeit, ist es sehr wichtig, am Zeitgeist zu bleiben und nach vorne zu schauen. Für mich ist es wichtig zu wissen, was gerade in der Welt passiert und mich nicht nur mit Kunstthemen zu beschäftigen. Darum bin ich hier. Es gab viele Vorträge, die den Kopf öffnen und Horizont erweitern.

Würdest Du nächstes Jahr wiederkommen? Wem würdest Du die Veranstaltung empfehlen?

Ich werde gerne wiederkommen, wenn ich in München bin. Ich würde die Veranstaltung auf jeden Fall meinen Künstlerkollegen empfehlen und jedem, der mit interessierten und offenen Augen durch die Welt geht, offen für neue Dinge ist, frei denken kann. Auch für klassische Office-Mitarbeiter ist es gut, aus der Routine auszubrechen und über den Tellerrand zu schauen.

Speakerin: Suzannah Scully

Image by Suzannah Scully
Image by Gesine Märten

Suzannah Scully coacht Führungskräfte der Fortune 500 Unternehmen, ist TEDx Speakerin, und moderiert den Podcast „The Cosmos In You“. In ihrem Workshop bei Year of the Rooster hat sie die Teilnehmer inspiriert, ihre eigene Vision zu entwickeln und zu verfolgen. „Say ‚Hell yes‘ or say ’no'“ ist ihr Motto und hilft ihr dabei, die richtigen Prioritäten zu setzen.

Wie ist Dein Gesamteindruck?

Inspirierend. Innovativ. Vorausdenkend. Wegbereitend. Die rustikale Atmosphäre ist so viel inspirierender als typische Corporate-Events. Es ist eine freundliche und offene Umgebung und ich bin froh, hier zu sein.

Haben Redner und Teilnehmer Deine Erwartung erfüllt?

Absolut. Die Speaker sind gut vorbereitet und auf den Punkt. Das Event ist gut kuratiert, ich finde die Vielfalt der Themen faszinierend. Das einzige Problem, das ich habe ist, dass es so viele spannende Vorträge gibt, die ich alle gerne besuchen würde.

Würdest Du wiederkommen, und wem würdest Du Year of the X empfehlen?

Ich würde auf jeden Fall wiederkommen und das Event jedem empfehlen, der sich mit der digitalen Welt beschäftigt – also Vorausdenker, und jedem, der sich für Innovationen begeistert und wissen will, was als nächstes kommt.

Warum hast Du ‚Hell Yes‘ zu Year of the Rooster gesagt, zu was hast Du deshalb ‚No‘ gesagt?

Für mich war es ein ‚Hell Yes‘, weil ich die aufgeschlossene Art von Markus mochte und die Vision, die er mit dem Event verfolgt. Dafür hieß es ‚No‘ zu einem persönlichen Ausflug: Mein Mann und ich hatten den Plan, unseren Lieblings-DJ in Las Vegas zu hören.

Was war Dein persönliches Highlight?

Ich mochte den Moment, bevor es losging, diese Energie, die durch die Aufregung entsteht. Ich mag die prickelnden Momente der Vorfreude. Das ist wie Geschenkeöffnen zu Weihnachten.

Besucherin: Michaela Jausen, Strategy Brand & Communication Consultant

Image by Michaela Jausen
Image by Michaela Jausen

Michaela Jausen ist digitale Strategin in München mit Leidenschaft für Menschen und Marken.

Wie ist Dein Gesamteindruck?

Ich mag die Location, ich mag die Liebe zum Detail. Enttäuscht bin ich von einigen deutschen Speakern, deren Talks etwas verkäuferisch waren. Umso begeisterter bin ich von dem Workshop-Format, das ich bei Suzannah Scully erlebt habe. Interaktion mit einer so großen Gruppe ist schwierig, aber hier hat es funktioniert.

Haben Redner und Teilnehmer Deine Erwartungen erfüllt?

Ja, es sind viele Leute aus München da, die man kennt, aber durch den internationalen Aspekt sieht man auch viele neue Gesichter. Genau das ist der inspirierende Moment von außen, den ich super finde.

Was war Dein persönliches Hightlight?

Dazu gehörten definitiv der Vortrag von Gael de Talhouet über Robotic Marketing und der Workshop von Suzannah Scully über die Entwicklung einer eigenen Vision. Denn das sind Themen, die mich gerade beschäftigen.

Würdest Du wiederkommen, und wem würdest Du die Veranstaltung empfehlen?

Ich würde das Event eher jungen Leuten empfehlen, die in Themen einsteigen möchten, Dinge noch nicht gehört haben, die für Themen brennen. Ich bin schon relativ nüchtern, weil ich schon viele Events und Formate gesehen habe. Für Austausch und Netzwerken ist die Bandbreite an Unternehmen von Corporates bis hin zu Design- und Werbeagenturen spannend. Würde ich wiederkommen? Nein, was aber hauptsächlich daran liegt, dass ich den Ticketpreis nicht für eine deutsche Konferenz ausgeben würde. Ich würde stattdessen eine Veranstaltung in einem anderen Kulturkreis aussuchen.

Schlagwörter: , , , , , , , , ,
Gesine Märten

Gesine Märten

kommuniziert für Startups und Tech-Unternehmen, hat ein Faible für Krisenkommunikation, arbeitet eine 4-Tage-Woche bei Frische Fische und widmet sich freitags digitalen Projekten und der Menschenrechtsarbeit.

More Posts - Twitter