Centrestage (Dr. M. Göhring) und Prof. Joachim Niemeier haben eine lesenswerte und vor allem praxisnahe Studie zum Thema Einführung von Enterprise 2.0 in Unternehmen online gestellt. Sie wurde bereits bei bwlzweinull.de besprochen und bewertet. Sie umfasst 72 Beispiele und ist damit aus meiner Sicht den vielen Büchern zum Thema in einer Hinsicht voraus: Sie überschreitet den üblichen Rahmen aus mehr oder weniger klugen Vorstellungen von social software im Firmenumfeld um die praktische Perspektive. Die letzten Seiten der Studie beinhalten konsequenterweise einen abstrahierten Projektablaufplan, der als individualisierbares Muster für ein eigenes Vorgehensmodell dienen kann. Sehr lobenswert. Wie so oft im Leben überschreitet diese kostenlose Studie den Nutzwert von einigen teuren E20-Fachbüchern deutlich.
Enterprise 2.0 Studie 2010 - centrestage GmbH [MEHR]
Die Initiative D21 und tns infratest geben ja bekanntlich den (N)Onliner-Atlas heraus, in dem minutiös das Web-Nutzungsverhalten der deutschen Bevölkerung abgebildet sein soll. Die Wahrheit erblickt das Licht der Welt über den Umweg von telefonisch abgefragten Daten bei rund 1000 Menschen.
Aktuell handelt es sich in diesem Rahmen um eine Studie über eine Typologisierung der Webnutzer anhand einiger Kriterien des Umgang mit dem Web. Man unterscheidet dabei das sogenannte "digitale Potenzial", das auf Infrastruktur, Kompetenz und Wissen lädt sowie der "Einstellung und Nutzung", welches auf Nutzungsinstensität und -vielfalt sowie auf Einstellung lädt. Wie seinerzeit die Sinusmilieus ist hier wieder ein Schubladendenken am Werk, das dem exceltrunkenen Budgetverantwortlichen Argumente für oder gegen eine (Werbe)Aktion an die Hand geben soll. Oder präziser: Wer im Internet Millionen machen will, möge doch bitte erstmal die reine, empirische Wahrheit der Segmentierung der Webnutzer goutieren. Es treten auf:
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Kaum hat jemand erfolgreich das Thema Banken und Finanzkrise aus der Öffentlichkeit entfernt, springen auch schon die ersten virtuosen Faselmeister in die offen stehende Bresche. Es dauert für den Steuerzahler mindestens 20 Jahre, um die Schäden der Bankenkrise abzuzahlen. Schon heute verdienen die meisten Banken wieder fast soviel wie vor der Krise. Und sie haben jetzt ein bombensicheres Risikomanagement. Den Staat. Und nun treten die großen Namen auf den Plan und beginnen das große Einpeitschen wie seinerzeit als das libertäre Mantra des staatlichen Rückzugs auf allen Kanälen erklang. Der Erste, der sich aus den Büschen traut, ist der allseits beliebte Fredmund Malik, Gründer und Leiter des Malik Management-Beratungsunternehmens in St. Gallen. Auf die Frage im Interview auf buchreport.de, ob die aktuellen Bedingungen den Rahmen für Managemententscheidungen ändern, antwortet er mit einem dreifachen "Komplexität". [MEHR]
Die berühmte Dozentin für Tierwissenschaften Temple Grandin (sie humanisierte in den USA den Umgang mit Schlachttieren) erklärt als Autistin, wie ihre Welt funktioniert und was wir davon lernen können. (Achtung Südstaatler!)


Ergänzend dazu ist dieser Vortrag vom Neurowissenschaftler Pawan Sinha (Indien) besonders spannend. Da er im Rahmen eines Blindenprojekts tiefe Einsichten in die Funktionen des Gehirns ermöglicht.
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Mehr als 6000 Forscher hatte Vannevar Bush in den 40er Jahren koordiniert, um einen wissenschaftlichen Beitrag zur modernen Kriegs- und Militärführung zu liefern. Nach dem 2. Weltkrieg forderte er sie 1945 in der Zeitung The Atlantic Monthly unter dem Titel "as we may think" auf, auch zu Friedenszeiten weiterhin zusammenzuarbeiten. Das Ziel sollte ein allgemeines Zugänglichmachen des gesamten Wissens und der Forschung sein:
Es gibt einen wachsenden Berg von Forschungen. Aber gleichzeitig wird zunehmend klar, daß wir uns in einer immer stärkeren Spezialisierung festfahren. Der Forschende ist überwältigt durch die Ergebnisse und Schlußfolgerungen tausender anderer Arbeitender - Schlußfolgerungen, die aufzufassen er keine Zeit findet, geschweige denn sie zu erinnern, wie sie erscheinen. Dennoch wird die Spezialisierung zunehmend wichtig für den Fortschritt, und die Bemühung zwischen den Disziplinen Brücken zu schlagen, ist entsprechend oberflächlich. Im professionellen Bereich sind unsere Methoden der Übermittlung und Durchsicht von Forschungsergebnissen Generationen alt und den gegenwärtigen Aufgaben in keiner Weise angemessen...
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Der andauernden Löschdiskussion zwischen Inkludisten und Exkludisten fügt die Informationsarchitektin Regine Heidorn die Perspektive der Wissenschaft hinzu. In computergestützt arbeitenden Forschungsprojekten gestalten sich Relevanzkriterien ihrer Erfahrung nach anders: Dort zählt weniger die Qualität einzelner Artikel als die Gesamtheit der zur Verfügung stehenden Daten.
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