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	<title>Netzpiloten.de - das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0 &#187; Interview</title>
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	<description>Netzpiloten surfen oberhalb der Wolkendecke. Seit 1998 entdecken wir mit Euch, dass das Web mehr zu bieten hat als bedruckte Seiten hinter Glas.</description>
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		<title>Martin Weigert: &#8220;Kontinuität ist eine wichtige Voraussetzung&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 09:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Weck</dc:creator>
		
	<dc:subject>Interview</dc:subject>
	<dc:subject>Social Media</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Einer meiner Lieblingsblogs, die ich regelmäßig verfolge, ist netzwertig.com. Nicht zuletzt durch die sehr guten Artikel, die aus Martin Weigerts Feder stammen. Aus persönlichem Interesse an der Person und für euch, liebe Leser, habe ich Martin nun einmal für ein Interview gewinnen können und ihn mal ein wenig über seine Arbeit und seine Person befragt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2012/02/martin.png" alt="Martin Weigert" title="Martin Weigert" width="119" height="170" class="left" />Einer meiner Lieblingsblogs, die ich regelmäßig verfolge, ist netzwertig.com. Nicht zuletzt durch die sehr guten Artikel, die aus Martin Weigerts Feder stammen. Aus persönlichem Interesse an der Person und für euch, liebe Leser, habe ich Martin nun einmal für ein Interview gewinnen können und ihn mal ein wenig über seine Arbeit und seine Person befragt.</p>
<p>Dabei habe ich ein paar interessante Einblicke gewonnen. Warum z.B. Sascha Lobo sein Wunschkandidat wäre als Autor für netzwertig.com und was er jungen Bloggern so mit auf den Weg gibt, um erfolgreich zu bloggen, erfahrt Ihr in dieser kleinen Gesprächsaufzeichnung.</p>
<p><span id="more-31857"></span></p>
<p><strong>Lieber Martin, danke dir für deine Zeit und dass du mir so kurzfristig ein paar Fragen über dich und deine Arbeit beantwortest.</strong></p>
<p>Gerne.</p>
<p><strong>Bei meinen Recherchen zu deiner Person ist mir aufgefallen, dass du bis jetzt einen beeindruckend geraden Weg in Bezug auf deinen Beruf hingelegt hast. Angefangen mit einem Studium im Bereich Business Communication Managment in Berlin über verschiedenste Teilzeitjobs, während deines Studiums, wie z.B. bei dem Hoster STRATO. 2008 dann die Gründung von zweinull.cc mit dem ziemlich schnell eintreffenden Erfolg und der Zusammenlegung zu netzwertig.com. Kann man sagen, dass du schon immer wusstest wo du hingehörst? Dass du dich schon immer in der Welt des Digital Business wohl gefühlt hast? </strong></p>
<p>Ja, so kann man das wohl sehen. Mein Faible für das Digitale habe ich frühzeitig erkannt, und als Kind wollte ich auch mal Journalist werden. Letztlich hab ich nun beides miteinander kombiniert &#8211; wenn auch ohne Journalismusstudium. Andererseits war ich nach meinem Studium hauptberuflich dreieinhalb Jahre als Projektmanager bei einem Employer-Branding-Unternehmen tätig und in diesem Kontext für bestimmte Printprodukte verantwortlich. Aber ich habe das immer als Übergangsphase gesehen. </p>
<p><strong>Drei Jahre klingt aber schon lange für eine Übergangsphase. Den Job hast du in Schweden ausgeübt richtig? Deine jetzige Wahlheimat. Wie kam es zu der Entscheidung in Stockholm zu leben? Ist Berlin nicht näher dran an der Start-up-Szene und wäre in diesem Sinne als Ausgangspunkt für deine Arbeit eigentlich interessanter?</strong></p>
<p>Ja, ich bin im Sommer 2006 nach meinem Bachelorabschluss aus Berlin nach Stockholm gezogen. Ich hatte schon immer eine Faszination für Schweden, mir auch schon die Sprache beigebracht und in einem Auslandssemester dann erkannt, dass es sich im hohen Norden gut lebt. Damals gab es noch keinen Berlin-Hype. Heute ist das anders. Aber die Flüge nach Berlin sind meist günstiger als innerdeutsche Zugverbindungen. Und manchmal ist es auch ganz gut, nicht zu tief drin zuhängen.</p>
<p><strong>Inwiefern? Glaubst du dadurch einen neutraleren Blick auf die Branche zu haben? </strong></p>
<p>Ja schon. Sicherlich &#8211; das ein oder andere Hinterhofgerücht entgeht mir, wenn ich nicht viermal die Woche irgendwelche Szene-Events besuche. Doch zum einen stehen bei uns Gerüchte oder die Kunde von der nächsten einfallslosen Copycat ohnehin nicht im Vordergrund und zum anderen zeigt mir die Erfahrung, dass ich die wichtigen Dinge zumeist trotzdem sehr früh erfahre. Gerade Gründer von innovativen, neuartigen Startups wissen mittlerweile ganz einfach, dass es sinnvoll ist, im deutschsprachigen netzwertig.com zuerst zu benachrichtigen (lacht). Gleichzeitig blicke ich objektiver auf die Berliner Szene und vermeide durch zu enge Bindungen &#8211; die sich automatisch ergeben, wenn man bestimmte Leute in unterschiedlichen Zusammenhängen regelmäßig trifft &#8211; Konflikte in meinen Artikeln.</p>
<p><strong>Eine wichtiger journalistischer Grundsatz, der auf jeden Fall mehr beherzigt werden sollte, bei der Berichterstattung anderer. Wie sieht denn dein Arbeitsalltag grundsätzlich aus? Du sagst Gründer kommen zu dir und spielen dir die Informationen zu. Das klingt im Grunde bequem. Begibst du dich noch selber auf Spurensuche und fahndest nach dem nächsten großen Ding?</strong></p>
<p>Ja das mache ich natürlich. Manche Stories oder Neuigkeiten rund um interessante Startups oder Trends fliegen einem quasi zu, für andere muss man entweder ein bisschen graben oder mit offenen Augen die verschiedenen Streams und möglichst viele andere nationale und internationale Blogs rund um Tech-Themen verfolgen. Insofern besteht mein Arbeitsalltag sicher zu 50 Prozent aus Informationskonsum. In der verbleibenden Zeit schreibe ich Artikel, redigiere Artikel und interagiere mit Lesern.</p>
<p><strong>Wie viele Blogs und Magazine verfolgst du denn so? Ich kann mich an ein Interview erinnern, dass der Tagesspiegel mal mit René Walter von Nerdcore angefertigt hat. Der entgegnet auf die gleiche Frage, er würde ca. 500 Blogs im Auge behalten, um an seine Informationen zukommen. Nun ist Nerdcore zwar ein anderes Genre, aber die Zahl blieb mir dennoch im Kopf und hat mich schon irgendwo beeindruckt.</strong></p>
<p>Ich habe 275 Blogs und Websites im Google Reader abonniert. Zusätzlich schicke ich via ifttt Links zu Artikelempfehlungen aus meiner Twitter-Timeline, die aus rund 800 Personen besteht, zu Instapaper, wo ich mehrmals täglich per iPad-App reinschaue. Seit neuestem versuche ich, auch noch Quote.fm als Informationsquelle in meinen Newsflow einzubeziehen &#8211; primär, um die jüngst weggefallenen Shared Items im Google Reader zu ersetzen. Das ist aber erst einmal ein Experiment mit offenem Ausgang.</p>
<p><strong>Ja solch Experimente kann ich gut nachvollziehen. Ich versuche derzeit auch meinen Newsflow zu optimieren und möchte mein Augenmerk dabei stärker auf Kuratoren legen. Da gibt es ja verschiedene gangbare Wege. Quote.fm wäre sicherlich auch mal ein Versuch wert, wobei ich das Prinzip von Quote.fm, Kuratoren nur auf Einladung zuzulassen, nicht gut finde. Das hat so einen Genlemens-Club-Charakter aus dem vorherigen Jahrhundert, wenn du mich fragst. Was mich übrigens auch beeindruckt, als Blogger, ist, dass du durchweg in hohen Intervallen Artikel veröffentlichst und trotzdem gute Qualität ablieferst. Davor zieh meinen Hut!</strong></p>
<p>Danke. Es ist nicht immer leicht. Es gibt gute Wochen, da muss ich ziemlich viel priorisieren und eigentliche interessante Themen erst einmal liegenlassen, und dann gibt es Wochen, da ist es eine wirkliche Herausforderung, geeigneten Stoff zu finden.</p>
<p><strong>Ich habe gelesen, dass Leander Wattig euch zukünftig auch mit ein paar Artikeln zur Seite stehen wird. Plant Ihr denn langfristig mehr Autoren auch fest einzustellen?</strong></p>
<p>Ziel für 2012 ist es ganz klar, mehr Autoren und Stimmen bei netzwertig.com reinzubringen. Gleichzeitig wollen wir aber vermeiden, die Artikelfrequenz zu rasant ansteigen zu lassen.</p>
<p><strong>Wer wäre denn dein Wunsch-Autor? Wen würdest du sofort, von der Stelle weg engagieren, wenn du könntest?</strong></p>
<p>Sascha Lobo.</p>
<p><strong>Warum gerade Herrn Lobo?</strong></p>
<p>Die Art, wie er Sachverhalte rund um die digitale Welt analysiert und in Worte verpackt, ist einfach richtig gut. Ich bin immer wieder über seine Reflexionen erstaunt &#8211; im positiven Sinne.</p>
<p><strong>Seine Reflexionen werden nicht immer positiv aufgefasst. Das polarisiert natürlich auch und verschafft Augenmerk. Von einer so stark in der Öffentlichkeit stehenden Person, würde man sicher auch, neben seiner Expertise zum Digitalen, profitieren können.</strong></p>
<p>Sicherlich. Ich beziehe mich aber auf sein handwerkliches Können als Autor und Kolumnist rund um Internet-Themen.</p>
<p><strong>Ferner habt Ihr übrigens gemeinsam, dass Ihr ähnliches studiert habt. Sascha Lobo hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der UdK Berlin studiert. Es gibt also Parallelen. Womöglich wirst du ihn als Experte noch ablösen in den nächsten Jahren.</strong></p>
<p>Sofern das auch ohne Iro möglich ist&#8230; </p>
<p><strong>Die Entscheidung triffst du dann selber&#8230;  Ich danke dir bis hier hin für deine Zeit und wünsche dir und netzwertig.com weiterhin alles Gute. Hast du abschließend noch einen Tipp, für all die jungen Blogger &#8211; mich inbegriffen &#8211; die einmal ähnlich erfolgreich sein wollen.</strong></p>
<p>Kontinuität, ist meines Erachtens nach eine wichtige Voraussetzung, um sich als Blogger eine treue Leserschaft zu erarbeiten. Womöglich gibt es auch Abkürzungen, aber wer kontinuierlich über viele Jahre und mit Leidenschaft über bestimmte Themen schreibt und dabei extern verlinkt, dem ist eine wachsende Reichweite im Prinzip gewiss.</p>
<p><strong>Danke auch dafür!<br />
</strong></p>
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		<title>Startup-Interview: Henrik Berggren von Readmill</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2011/12/22/startup-interview-henrik-berggren-readmill/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 08:45:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer Collins</dc:creator>
		
	<dc:subject>Interview</dc:subject>
	<dc:subject>Social Media</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Readmill ist zunächst ein Reader für ebooks, aber auch eine Art soziales Netzwerk rund um das Thema eBook, das nicht auf Empfehlungen sondern dem tatsächlichen Gebrauch, also dem realen Lesevorgang basiert. Das Thema Quantified Self lässt grüßen, hier geht es aber eben nicht um das Einchecken in Kneipen und Büros sondern um das Einchecken in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/12/readmill.jpg" class="liimagelink"><img class="left" title="readmill" src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/12/readmill.jpg" alt="" width="240" height="180" /></a></p>
<p>Readmill ist zunächst ein Reader für ebooks, aber auch eine Art soziales Netzwerk rund um das Thema eBook, das nicht auf Empfehlungen sondern dem tatsächlichen Gebrauch, also dem realen Lesevorgang basiert. Das Thema Quantified Self lässt grüßen, hier geht es aber eben nicht um das Einchecken in Kneipen und Büros sondern um das Einchecken in eBooks&#8230;</p>
<p>Jennifer: <em>Ich spreche heute mit Henrik Berggren, einem der Gründer der Social reading Plattform Readmill, die vor zwei Wochen gestartet ist. Henrik, danke, dass Du Zeit für uns gefunden hast.</em></p>
<p>Henrik: Kein Problem, mach&#8217; ich doch gern.</p>
<p>J: <em>Erzähl uns doch bitte etwas über Dich und den anderen Gründer von Readmill. Ihr habt vorher für das bekannte Berliner Startup SoundCloud gearbeitet? </em></p>
<p>H: Ja, das ist richtig, Ich habe Readmill zusammen mit einem meiner besten  Freunde gegründet, David [David Kjelkerud]. Wir sind übrigens auch aus Schweden und gingen zur selben Schule wie Eric und Alex, die Gründer von SoundCloud. Daher kennen wir sie schon lange und kamen im Jahr 2008 zu einem sehr frühen Zeitpunkt zu ihrem Projekt. Ich arbeitete dort für fast ein Jahr als Plattform- und Partner-Entwickler. Ich habe Engineering and Entrepreneurship am Royal Institute of Technology in Stockholm studiert und war schon lange mit Computern per Du. Meinen ersten Rechner bekam ich mit 11 Jahren und habe seither weiter gemacht. Ich habe mich dann auch für Computer-Kultur und solche Sachen interessiert, für das Web erst recht. Ich bin wirklich leidenschaftlich, was das Web angeht.</p>
<p><span id="more-30391"></span></p>
<p>J: <em>Woher kam die Idee für Readmill und wie hat sie sich entwickelt? </em></p>
<p>H: Ich wollte schon lange eine Buch-Website machen und nachdem ich bei SoundCloud aufgehört hatte und meinen Abschluß an der Uni in Schweden machte, war ich viel unterwegs um in mich zu gehen und vor allem, um das nächste große Ding zu drehen. David und ich stolperten über iBooks (App für das iPad) als wir etwas für Kunden erledigten. Das iPad war gerade draußen und eBooks waren in einer frühen Phase, gerade in Schweden. Das Ganze wurde für uns sehr schnell sehr interessant, aber als wir iBooks selbst ausprobierten, waren wir enttäuscht, weil es einfach schlecht war. So als ob einer das an sich fantastische reale Buchregal aus der Wohnung genommen hatte und daraus eine wirklich schlechte digitale Kopie angefertigt hatte und die auf den Monitor knallte. Es gab dort keine Verbindung zu den Erfahrungen aus dem Web. Yeah, da waren so viel Sachen, die einfach fehlten. So fingen wir an Ideen zu sammeln und auszuprobieren, wie man die Erfahrungen im Umgang mit Büchern mit dem Web verbinden könnte und wie das Ganze sich im Design auf einem Monitor spiegeln würde. Dann sprachen wir mit einem alten Freund von mir, Jyri Engeström, der Jaiku entwickelt hatte, einen Wettbewerber von Twitter, was er später an Google verkauft hatte. Er sagte mir, dass wir nach San Francisco komme müssten. Wir müssten mit unserer Idee dort herumlaufen und einige Leute treffen, er würde uns dort einführen. Eine der Personen, denen er uns vorstellte, war Caterina Fake [flickr]. Und ich denke, das im Moment jeder der irgendwie an Readmill interessiert ist, das Bild mit Caterinas Ulysses-Ausgabe kennen, die voller Notizen und Markierungen und Marginalien ist, so nennen wir diese persönlichen Zusatzinfos. Das war irgendwie der Startpunkt für Readmill. Wir hatten verstanden, dass man so etwas digitalisieren müsste und zwar als social software, sodass man diese Notizen mit anderen teilen kann. Das ist es, was Readmill im Kern darstellt.</p>
<p>J: <em>Wann war das? </em></p>
<p>H: Letztes Jahr im Dezember.</p>
<p>J: <em>Von da an ging es dann alles ziemlich schnell? </em></p>
<p>H: Ja, eigentlich zeigt ich auf der LeWeb Konferenz in Paris das Foto Travis [Kalanick], dem Gründer von Uber – und er sagte: “Henrik, Du weißt was das ist? Es ist eine Geldmaschine.” Und er konnte kaum richtiger liegen, denn wegen dieses Fotos haben wir unsere Investoren bekommen  [lacht].</p>
<p>J: <em>Du sagtest Readmill wäre ein Werkzeug, um Lesen als gemeinsames Erlebnis zu realisieren. Was sind also die Hauptfunktionen? Wie funktioniert es? </em></p>
<p>H: Es ist sehr einfach. Wenn Du ein Buch liest kannst Du einfach Stellen, die Dir gefallen markieren per Highlighting. Mit dem Highlight-Button kannst Du diese Stelle aber auch mit anderen teilen. Auch Kommentare sind natürlich möglich und dann kann man das Ganze via Twitter, Facebook oder Tumblr versenden, sodass es an Follower und Freunde verbreitet wird. Natürlich können auch sie wiederum ihre Meinung dazu kommentieren. Wir speichern alle Daten rund um das Lesen automatisiert, dann kannst Du sehen wie weit Du bist mit dem Buch, wie lange Du schon dran gelesen hast – und sowas eben. Jetzt erst, letzte Woche haben wir etwas ziemlich Cooles hinzugefügt, man kann nun in einer Art Sidepanel neben dem eigentlichen Buchtext durch die eigenen markierten Abschnitte browsen – auch die Abschnitte von anderen kann man so durchstöbern. Dann sieht man welche Stellen im Buch ihnen gefallen haben und welche sie mit andern geteilt haben und kommt schnell an diese Stellen im Buch.<br />
 .<br />
 J: <em>Was denkst Du sind die echten Vorteile für die Nutzer und wie unterscheidet sich Euer Tool von Goodreads und anderen Mitbewerbern?</em></p>
<p>H: Ich denke im Fall von Goodreads, dass sie es wirklich gut machen, aber es geht dort primär darum, die gesamte Lesehistorie einer Person abzubilden. Das ist es nicht, was Readmill ausmacht. Readmill fokussiert eher auf die Gewohnheit und den aktuellen Lesevorgang sowie das Teilen von Inhalten und Daten und mehr noch. Wir bauen daraus ein wirkliches soziales Objekt rund um die Erfahrung eines Buchs mit Daten, Markierungen und diesen Sachen. Sinn macht es dann, wenn man daran teilhat, was die Freunde und Bekannten lesen – und das eben besonders leicht zugänglich. Wir sind ja auch fokussiert auf eBooks. Wir sind eben nicht darauf aus, dass Leute Sachen manuell machen. Wir sind eher ein digitaler Service für ein digitales Produkt, der uns besser fokussiert und nicht so viele Dinge umfasst wie andere sie tun. Aber es gibt viele andere interessante Wettbewerber mit denen wir uns noch auseinandersetzen müssen.</p>
<p>J: <em>Du hast erwähnt, dass Readmill benutzt werden könnte als ein Marketing-Tool für Verleger. Kannst Du uns dazu mehr sagen? </em></p>
<p>H: Klar! Zunächst nutzen heutzutage bereits alle Autoren der großen Verleger nutzen es um den eigenen Büchern Notizen hinzuzufügen. Das bedeutet, dass sie Kommentare hinzufügen, wie ein Regisseur das tut bei einer DVD-Produktion. Als Leser oder Interessent eines Buches kann es nun lesen mit einer Hintergrund-Story des Autors. Wir haben einen Autor namens Aaron Gustafsson auf der Website, der Kommentare zu seinem Buch “Adaptive Web Design”hinzugefügt hat. Es ist sehr cool die Hintergründe zu einigen Bereichen seines Buches zu erfahren. Er erzählt also eine Geschichte zwischen den Zeilen seines eigenen Buches. So kann man Mehrwert hinzufügen zu einem bereits erschienen Buch, das können die Verleger nun mit ihren Autoren gemeinsam realisieren.<br />
 Oder sie können andere Leute bitten ihre Meinungen abzugeben, zum Beispiel Kritiker. Wir machen oft Witze darüber, dass Stephenie Meyer Eward einige Kommentare abgeben lassen könnte zu einem der Twilight-Bücher. Das würde einige Leute wahrscheinlich irre machen [lacht]. Aber aus analytischer Perspektive gesehen, was Du wahrscheinlich meinst, kann man so erkennen, wie Leute heutzutage Bücher konsumieren, speziell elektronische Bücher. Denn da ist eine ganze Menge interessanter Daten, die Verlegern helfen kann, herauszufinden, wo man die Marketingausgaben hin tut. Vielleicht kann man ja in Zukunft bei einem interessanten Debutroman den frühen Entdeckern dieses Autors einen besonderen Rabatt geben, einen exklusiven Vorabdruck oder ähnliches. Wir wissen wer diese Leser sind und können diesen Kanal öffnen. Das sind nur zwei Beispiele.</p>
<p>J: <em>Und was gibt es demnächst Neues bei Readmill? Ihr habt eine iPad-App und was ist mit Android?</em></p>
<p>H: Ja, es gibt nächstes Jahr vieles Neues. Es werden aufregende Monate Anfang des Jahres. Wir werden uns zunächst auf unsere Partner konzentrieren, mit denen wir Neues launchen werden, das Leuten unsere Funktionen ermöglicht, die andere Apps zum Lesen benutzen wie txtr beispielsweise  (aber auch anderen Apps).  Innerhalb dieser Apps gibt es uns dann auch, sodass man die Raedmill App nicht unbedingt nutzen muss, denn man kann sich dort kann man sich mit dem eigenen Readmill-Account anmelden. Das wird cool. Außerdem werden wir eine iPhone-App mit unserem Reader an Start haben, worauf ich sehr gespannt bin. Es ist schon eine Designherausforderung, um einen guten social reader zu bauen auf diesem kleinen Bildschirm, aber alles ist möglich. Und dann werden wir uns später auch um Android kümmern. Es wird also viel für uns zu tun geben, aber ich freu mich drauf.</p>
<p>J: <em>Wieviele Leute arbeiten denn bei Readmill? </em></p>
<p>H: Wenn man jeden zählt – wir haben einige, die nicht ganztags arbeiten – werden wir neun Leute sein im neuen Jahr. Wir werden größer. Es macht echt Spaß.</p>
<p>J: <em>Warum seid ihr eigentlich in Berlin? </em></p>
<p>H: Weisst Du ich lebte ja schon hier als ich für SoundCloud arbeitete. David und ich waren ja auch hier schon gemeinsam unterwegs. Wir sind große Techno-Fans und lieben die Kultur und das Drumrum hier. Ja und wie bereits gesagt, zwei unserre besten Freunde sind mit Eric und Alex bereits hier und machen tolle Sachen mit SoundCloud. Wir entschieden, dass wir ein Abenteuer beginnen würden und eine globale Firma von Beginn an im Auge hatten. Der beste Weg das zu tun ist es aus der Bequemlichkeit auszubrechen und das Ganze zu erleben indem man aus dem eigenen Land auszieht, wo man die eigene Sprache spricht und wo es auch noch echt kalt ist – also gingen wir südwärts. Bis jetzt ist es toll hier. Wenn mich weiner fragt wie man so viel Presse bekommt im eigenen Land, dann sage ich geh einfach ins Ausland und bau da was auf [lacht]. Das ist der beste Weg im eigenen Land bekannt zu werden.</p>
<p>(Übersetzung: Jörg Wittkewitz)</p>
<a class='wpaudio wpaudio_readid3' href='http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/12/henrik_readmill.mp3'>henrik_readmill.mp3</a>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Das Interview als WMA-Audio-Datei&#8230;</p>
<p><a href="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/12/henrik_readmill.wma" class="liinternal">Interview: Henrik Berggren von Readmill</a></p>
<p>Und dasselbe als mp3&#8230;</p>
<p><a href="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/12/henrik_readmill.mp3" class="liinternal">Interview: Henrik Berggren von Readmill</a></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Foto: Readmill</p>
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		<title>Interview mit Nico Lumma zum Verein D64</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2011/12/08/interview-mit-nico-lumma-zum-verein-d64/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 08:45:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Weck</dc:creator>
		
	<dc:subject>Interview</dc:subject>
	<dc:subject>Netzpolitik</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Anfang des Monats am 3. Dezember 2011 wurde das „D64 &#8211; Zentrum für Digitalen Fortschritt“ in Berlin präsentiert, welches sich Gedanken um die digitale Zukunft unserer Gesellschaft machen will. Als „Think Tank“ soll u.a. an Lösungen für mehr Transparenz und Teilhabe am netzpolitischen Geschehen gearbeitet werden. Das Gründungsmitglied und Vorstand des Vereins, Nico Lumma, hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/12/nico-lumma.gif" alt="nico lumma" title="nico lumma" width="185" height="280" class="left" />Anfang des Monats am 3. Dezember 2011 wurde das „D64 &#8211; Zentrum für Digitalen Fortschritt“ in Berlin präsentiert, welches sich Gedanken um die digitale Zukunft unserer Gesellschaft machen will. Als „Think Tank“ soll u.a. an Lösungen für mehr Transparenz und Teilhabe am netzpolitischen Geschehen gearbeitet werden.  Das Gründungsmitglied und Vorstand des Vereins, Nico Lumma, hat sich spontan bereit erklärt einige Fragen der Redaktion, gerade auch zur aktuellen medialen Berichterstattung rundum den Verein, zu beantworten.</p>
</p>
<p><strong>Du bist als Gründungsmitglied des sogenannten Vereins „D64- Zentrum für digitalen Fortschritt“ von Anfang an dabei gewesen und hast den nun fast anderthalb Jahre andauernden Entstehungsprozess  miterlebt. Welche Hürden gab es im Vorfeld zu bewältigen?</strong></p>
<p>Die eigentliche Hürde war, selber herauszufinden, was man eigentlich erreichen will und wie man dies am besten anstellt. Uns war schnell klar, dass wir mehr benötigen als eine lose Gesprächsrunde, aber dass wir ein Institut mit etlichen Mitarbeitern leider auch nicht mal eben ins Leben rufen können. Da wir alle nebenbei auch noch mitten im Berufsleben stehen, dauert es leider manchmal etwas länger, bis man alle Puzzleteilchen beisammen hat.</p>
<p><span id="more-30051"></span></p>
<p><strong>Der Verein D64 ist, laut ZEIT-Online, als sozialdemokratischer Netzkreis ins Leben gerufen worden, der  es sich zur Aufgabe machen will, Veränderungen der inhaltlichen Positionierung zur  Netzpolitik, der Digitalisierung politischer Strukturen sowie der Nachvollziehbarkeit  der politischen Prozesse in Bezug auf Open-Gouvernement voran zu treiben. Wie soll  dieser Veränderungsauftrag in der Praxis umgesetzt werden? Kann D64 Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen oder sieht die Initiative sich „nur“ als Ratgeber für Politiker?</strong></p>
<p>Nein, der Verein D64 ist kein sozialdemokratischer Netzkreis. D64 ist ein Zusammenschluss von Leuten, die eine progressive Politik formulieren wollen und einen sehr starken Fokus auf das Thema Digital haben. Der Verein ist entstanden, als Lars Klingbeil, Steffen Meyer und ich für ein paar Tage in Washington, D.C. waren und aus erster Hand erfahren konnten, wie dort progressive Politik organisiert und vermittelt wird. Da wurde uns klar, dass in Deutschland etwas fehlt. Wir sind aber eindeutig kein SPD-Verein, sondern wir sind SPD-nah, was aufgrund der handelnden Personen auch schwer zu leugnen wäre. Wir verstehen uns also mehr als ein Verein, der interessante Personen außerhalb der SPD zusammenbringt und gemeinsam dann politische Positionen definiert.</p>
<p><strong>Und wie werden diese definierten Positionen, dann in den Politik-Alltag transferiert? Welche Mechanismen wollt Ihr dafür nutzen?</strong></p>
<p>Bislang nutzen wir <a href="http://d-64.org" target="_blank" class="liexternal">d-64.org</a> für das Formulieren unserer Standpunkte, aber wir werden über Studien, Diskussionsrunden bis hin zu Konferenzen und Kampagnen sicherlich die unterschiedlichsten Formate nutzen, um uns Gehör zu verschaffen und den politischen Meinungsbildungsprozess zu beeinflussen.</p>
<p><strong>Die Grünen haben in Zusammenarbeit mit der Digiges sich als erste etablierte Partei  substanziell für positive Neuerungen netzpolitischer Gesetze ausgesprochen und in  deren Leitantrag viele gute Absichten festgehalten. Will die SPD mit dem D64-Verein einen ähnlichen Weg einschlagen? </strong></p>
<p>Was die SPD von D64 will, kann ich nicht sagen. Ehrlich gesagt ist dies auch eher unerheblich, viel wichtiger ist, was D64 von der SPD erwartet. Wir erwarten, dass die im Leitantrag &#8220;<a href="http://www.spd.de/aktuelles/Pressemitteilungen/21730/20111205_leitantrag_digitale_gesellschaft.html" target="_blank" class="liexternal">Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität in der digitalen Gesellschaft</a>&#8221; formulierten Grundsätze künftig auch mit Leben gefüllt werden und die SPD mehr netzpolitische Kompetenz aufbaut. Des Weiteren lehnt D64 die Vorratsdatenspeicherung ab und wir erwarten von der SPD einen Diskussionsprozess, der jetzt besser spät als nie einsetzen sollte. Am Ende dieses Diskussionsprozesses sollte die Ablehnung der anlasslosen Vorratsdatenspeicherung stehen.</p>
<p><strong>Wie steht es dabei um die netzpolitische Kompetenz anderer Parteien? Wollt Ihr diese Diskussionen beispielsweise auch mit der CDU führen?</strong></p>
<p>Wir werden Diskussionen um den digitalen Fortschritt mit allen Parteien und anderen NGOs führen, das ist doch klar. Uns geht es ja gerade darum, die Diskussionen zu verbreitern und mehr Menschen zu involvieren, als es bislang der Fall war.</p>
<p><strong>Warum sind der Pressesprecher von Google Stefan Keuchel und die Facebook-Lobbyistin Eva-Maria Kirschsieper bei so einem betont basisdemokratischen Verein dabei? Kommt es da nicht zu dem Eindruck, dass Politik und Wirtschaft jetzt dem gemeinen Volk etwas mitzuteilen haben und die bekannten Gesichter aus der Blog- und Online-Medienwelt dann nur noch schmückendes Beiwerk sind?</strong></p>
<p>Bei D64 hat jedes Mitglied eine Stimme. Wir freuen uns, dass wir bereits zur Gründung mehr als 20 Bürgerinnen und Bürger für uns gewinnen konnten, die in der Vergangenheit bereits gezeigt haben, dass sie verstehen, wie das Internet und das Digitale funktioniert und dass ihnen wichtig ist, dies für die Zukunft zu gestalten. Natürlich gehen diese Menschen auch einer Beschäftigung nach, aber dadurch wird D64 noch lange nicht zum Sprachrohr einer Firma, genauso wenig wie D64 Sprachrohr einer Partei wird. Interessenkonflikte gibt es immer, wir sind daher von Anfang an auf Transparenz bedacht, glauben aber auch, dass es ein Merkmal der digitalen Gesellschaft ist, dass Arbeit und Freizeit, also Berufliches und Privates, immer mehr miteinander verschmelzen.</p>
<p><strong>Das Verschmelzen bezieht sich ja gerade in Sachen Internet vor allem<br />
darauf, dass das Web einen fast unglaublichen kommerziellen Sog entwickelt. Dem steht ein ebenso starker Sog entgegen, der das Netz zu einer basisdemokratische Plattform werden lässt bzw. lassen könnte, wenn es um Politik und das Gestalten von Bewegungen geht, wie wir in Nordafrika erlebt haben. Es verwundert schon, dass nicht die Amateure bei D64 die Übermacht haben sondern Vertreter und Berater großer Firmen und Parteien, die schon oder zukünftig viel Geld im Web verdienen bzw. darüber zu den Wählern sprechen. Kommt da die Perspektive des normalen Menschen nicht zu kurz? Wer von euch kann sich glaubhaft in deren Lage versetzen?</strong></p>
<p>Wenn wir mal einen Blick auf die Gründungsmitglieder werfen, dann stellen wir fest, dass es sich ausnahmslos um engagierte Menschen handelt, die sich schon länger mit dem Internet auseinandersetzen. Einige tun dies in Führungspositionen, andere sind Freelancer oder Gründer. Ich glaube, dass wir alle in der Tat Profis sind, aber wir sind dann doch sehr heterogen in der Struktur der Gründungsmitglieder. Bereits jetzt haben wir weit über 100 Mitglieds-Anträge bekommen, so sich die Struktur noch weiter verbreitern wird. Alle Mitglieder vereint, dass sie fortschrittlich das Internet gestalten wollen. Was den kommerziellen Sog angeht, möchte ich gerne auf die Diskussion zum Thema <a href="http://d-64.org/social-media-plattformen-orte-offentlicher-debatte-oder-undurchsichtige-privatangelegenheit-der-internetkonzerne/" target="_blank" class="liexternal">Öffentlichkeit und Debatte</a> hinweisen, die genau diesen Punkt aufgreift.</p>
<p><strong>Wir hoffen, dass die Bemühungen des D64 Früchte tragen wird. Gerade weil wir Netzpiloten uns ebenfalls für eine offene Netzpolitik aussprechen und diese Positionierung selbstverständlich neben den Sozialdemokraten auch bei den anderen Parteien sehen möchten. Sicherlich spielen auch  viele mit den Gedanken eurer Initiative beizutreten. Wie kann man Mitglied werden  und welche Menschen wollt Ihr besonders mit eurem Verein ansprechen?</strong></p>
<p>Bei D64 kann man bereits für 10 € im Monat <a href="http://d-64.org/mitglied-werden/" target="_blank" class="liexternal">Mitglied werden</a>.  Es gibt zusätzlich Fördermitgliedschaften und auch Verbände und Firmen können Mitglied werden. Wir wollen insbesondere die Menschen ansprechen, die gemeinsam mit uns Ideen entwickeln wollen, wie man die digitale Gesellschaft besser gestalten kann. Dabei gilt es sicherlich erst einmal Themen zu finden, die sich abheben von den eher technokratischen netzpolitischen Diskussionen, die derzeit geführt werden.</p>
<p><strong>Viel Erfolg dabei und danke für das kurzfristige Interview!</strong></p>
<p>Sehr gerne.</p>
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		<title>Interview: Alexander Hüsing über deutsche Startups</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2011/10/14/interview-alexander-husing-uber-deutsche-startups/</link>
		<comments>http://www.netzpiloten.de/2011/10/14/interview-alexander-husing-uber-deutsche-startups/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 08:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
		
	<dc:subject>Interview</dc:subject>
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		<description><![CDATA[„Business Angels, Copycat, Venture Capital, Exit“ … die Startup-Landschaft hat eine sehr spezielle Logik. Hier treffen naive Gründerträume auf knallharte Verwertungs-Absichten, Gründer müssen Anträge stellen können und es schaffen, Investoren Dollar-Zeichen in die Augen zu projizieren. Alexander Hüsing beobachtet auf Deutsche-Startups.de seit Jahren die Szene, hat Hypes, Tops und Flops miterlebt. Er gibt Auskunft über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/10/Bild-Alexander_Huesing-privat.jpg" class="liimagelink"><img class="left" title="Bild Alexander_Huesing (privat)" src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/10/Bild-Alexander_Huesing-privat-293x300.jpg" alt="" width="234" height="240" /></a>„Business Angels, Copycat, Venture Capital, Exit“ … die Startup-Landschaft hat eine sehr spezielle Logik. Hier treffen naive Gründerträume auf knallharte Verwertungs-Absichten, Gründer müssen Anträge stellen können und es schaffen, Investoren Dollar-Zeichen in die Augen zu projizieren.<br />
Alexander Hüsing beobachtet auf <a href="http://www.deutsche-startups.de/" target="_blank" class="liexternal">Deutsche-Startups.de</a> seit Jahren die Szene, hat Hypes, Tops und Flops miterlebt. Er gibt Auskunft über Trends und Strukturen des deutschen Startup-Markts.<span id="more-27853"></span></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Als Gründer hat man lange Zeit davon geträumt, ins Silicon Valley zu gehen. Im Moment heißt es </strong><span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15428101,00.html" target="_blank" class="liexternal"><strong>immer</strong></a></span></span><strong> </strong><span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://blogs.wsj.com/tech-europe/2011/09/28/venture-capitalists-look-to-berlin/?mod=wsj_share_twitter" target="_blank" class="liexternal"><strong>wieder</strong></a></span></span><strong>, dass Berlin international im Kommen ist. Wie schätzt du das ein? </strong></p>
<p>Zumindest im europäischen Bereich ist Berlin mittlerweile als Startup-Metropole führend. Da kann selbst London nur noch von unten herauf schauen. Eine Firma wie Soundcloud wurde nicht dort gegründet, wo die Gründer herkamen, sondern in Berlin. Das sagt viel über den Ruf aus, den Berlin mittlerweile hat.</p>
<p><strong>Wie kommt das?</strong></p>
<p>Berlin bietet immer noch extrem gute Rahmenbedingungen. Es ist vergleichsweise günstig. Es sind viele kreative und internationale Leute in der Stadt. Ein Startup, das nicht nur auf den deutschen Markt ausgerichtet ist, findet in Berlin gut Mitarbeiter. Der Inkubator <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.rocket-internet.de/" target="_blank" class="liexternal">Rocket Internet</a></span></span> ist aus diesen Gründen in Berlin entstanden.</p>
<p><strong>Wie sieht die deutsche Startup-Szene im Vergleich mit anderen Ländern aus … ist sie größer, kleiner, innovativer, technischer? </strong></p>
<p>Innovativer wahrscheinlich nicht. Das ist ja der große Vorwurf an die deutsche Gründerszene. Vielleicht sind wir Deutschen technischer. Viele Ideen sind technisch anspruchsvoll, aber optisch nicht gut umgesetzt sind. Das können Amerikaner besser.</p>
<p><strong>Kannst du thematische Cluster bei deutschen Gründungen erkennen?</strong></p>
<p>Es gab in den letzten Jahren zwei große Themen: das erste ist Ecommerce, allen voran <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.zalando.de/" target="_blank" class="liexternal">Zalando</a></span></span>. Das zweite wichtige Thema sind Games. Browser-Games kommen aus Deutschland und wurden von <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://bigpoint.com/" target="_blank" class="liexternal">Bigpoint</a></span></span> und <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://gameforge.com/" target="_blank" class="liexternal">Gameforge</a></span></span> weltweit zum Erfolg geführt. Mittlerweile gibt es deren Spiele rund um den Globus. Mit <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.wooga.com/" target="_blank" class="liexternal">Wooga</a></span></span> ist in Deutschland in den letzten Jahren ein extrem erfolgreiches Social Game-Startup entstanden. Auch wenn nicht jedes Startup ein Erfolg wird, werden die beiden Branchen auch in den nächsten Jahren noch gigantische Wachstumsraten vorweisen.</p>
<p><strong>Es gibt den Vorwurf an die deutsche Gründerszene, dass oft einfach US-Konzepte kopiert werden. Was ist da dran?</strong></p>
<p>Das ist kein Vorurteil, das ist so. In Deutschland wird viel geklont.</p>
<p><strong>Wieso ist das Klonen so verbreitet? </strong></p>
<p>Deutsche Investoren finanzieren gerne Konzepte, die woanders schon funktionieren. Das ist ein Problem. Das Wort Risikokapital wird in Deutschland zu wenig beim Namen genommen. Es fällt leichter, etwas zu finanzieren, bei dem man absehen kann, wie es sich entwickeln wird. Es ist halt ein Risiko, in komplett neue Ideen zu investieren. Allerdings steckt immer eine Herausforderung dahinter, ein Copycat in den Markt zu drücken. Es gibt es Sachen, die funktionieren als US-Gründung, aber nicht als deutsche Kopie. Wo sind denn die zwölf Twitter-Klone aus Deutschland, die es mal gab? Die sind alle gescheitert.</p>
<p><strong>Fallen dir große deutsche Startups ein, die keine Klone waren?</strong></p>
<p>Man kann sich streiten: ist <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.xing.com/" target="_blank" class="liexternal">Xing</a></span></span> ein Klon von <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://linkedin.com/" target="_blank" class="liexternal">LinkedIn</a></span></span>, ist <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.wooga.com/" target="_blank" class="liexternal">Wooga</a></span></span> ein Klon von <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.zynga.com/" target="_blank" class="liexternal">Zynga</a></span></span>? Das sind alles keine 1:1-Kopien. Es gibt immer eine Grundidee, die gleich ist. Die Umsetzung ist dann entscheidend. Ansonsten wäre jedes Auto, das nach dem Benz produziert wurde, ein Copycat.</p>
<p><strong>Aber kennst du erfolgreiche Startups, die so eindeutig keine Kopien sind, dass man gar nicht erst eine Copycat-Definition bemühen muss?</strong></p>
<p><span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.erento.com/" target="_blank" class="liexternal">Erento</a></span></span> ist ein gutes Beispiel. Vorher gar es keinen Miet-Marktplatz, der auch nur ansatzweise so erfolgreich war. Und es gibt auch noch Dutzende anderer Beispiele. <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.mymuesli.com/" target="_blank" class="liexternal">Mymuesli</a></span></span> ist komplett in Deutschland entstanden und wurde mittlerweile auch in den USA kopiert. Es geht also auch anders herum.</p>
<p><strong>Wie sieht der idealtypische Lebenslauf eines deutschen Startups aus? </strong></p>
<p>Am Anfang steht oft das bekannte &#8220;Family, Friends and Fools&#8221;-Kapital. Viele Startups durchlaufen eines der verschiedenen Förderprogramme. Irgendwann kommen dann in den meisten Fällen Business Angels und Risiko-Kapitalgeber hinzu.</p>
<p><strong>Es gibt also eine bestimmte Startup-Verwertungskette … eigenes Kapital, eventuell Förderung, dann Finanzierung und irgendwann der große Verkauf. Gehen wir die Glieder dieser Kette durch: wie effektiv sind die verschiedenen Förderstrukturen? </strong></p>
<p>Es gibt reichlich Förderprogramme in Deutschland. Man kann als Gründer viel an staatlicher Unterstützung mitnehmen. Allerdings sind Förderstrukturen zweischneidig. Man muss viel Papier wälzen, viele Anträge ausfüllen, das bindet unglaublich viel Zeit. Wer aber das Kapital braucht, muss sich die Zeit einfach nehmen. Ein großes Problem sind die Rahmenbedingungen. Man muss das Startup so aufbauen, dass es die Bedingungen der verschiedenen Förderprogramme erfüllt. Bei einigen darf man die Firma noch nicht gegründet haben, bei anderen muss man sie schon gegründet haben.</p>
<p><strong>Wie wirkt sich </strong><span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.exist.de/" target="_blank" class="liexternal"><strong>Exist</strong></a></span></span><strong>, das bekannteste Förderprogramm, aus … entwickeln sich die geförderten Startups besser als andere?</strong></p>
<p>Ich glaube, keines der großen Startups aus Deutschland, das spektakulär verkauft worden ist, war Exist-gefördert. Das waren Firmen, die von Anfang an mit Risiko-Kapital aufgebaut wurden. In den meisten Fällen lassen die sich auf solche Sachen nicht ein. Es gibt eher den umgedrehten Fall: Exist-geförderte Startups durchlaufen alle Förderprogramme, beweisen, dass ihr Konzept funktioniert und nehmen danach noch Kapital auf.</p>
<p><strong>An zweiter Stelle der Kette stehen die Investoren: Business Angels und Venture-Capital-Geber (VCs). Welche Rolle spielen die? </strong></p>
<p>Business Angels und VCs sind in der Regel selbst Gründer gewesen, die erfolgreich Startups aufgebaut und verkauft haben. Sie bringen nicht nur Kapital ein, sondern im besten Fall auch Wissen. Business Angel-Geld ist das Startkapital für die ersten Wochen oder Monaten, in den meisten Fällen eine niedrige fünfstellige Summe. Venture-Capital-Geber investieren im Anschluss daran sehr viel mehr, oft sechs- oder siebenstellige Summen.</p>
<p><strong>Wie sieht das Geschäftsmodell der Investoren aus? Aus einem Großteil von deren Investements wird bekanntlich nichts &#8230;</strong></p>
<p>Ganz einfach: sie investieren Geld und wollen daraus mehr Geld machen. Und ja, ein Großteil geht pleite. Man kann in etwa sagen: von zehn Startups ist eines der Überflieger, sieben verschwinden, der Rest pendelt zwischen okay und ganz gut. Deswegen brauchen die Investoren immer ein Startup, das mindestens den zehnfachen Einsatz einbringt.</p>
<p><strong>Wie kommen Startups und Kapitalgeber miteinander in Kontakt? </strong></p>
<p>Meistens funktioniert das auf Zuruf. Wenn ich jemanden kenne, kann ich ihn fragen, ob er mein Startup spannend findet. Wenn er das Team und die Idee gut findet, investiert sie auch. Die wenigsten wollen endlose Präsentationen und einen 300-Seiten-Businessplan lesen. Es gibt genügend Beispiele, bei denen das alles innerhalb weniger Wochen funktioniert hat.</p>
<p><strong>Wie groß ist der deutsche Kapitalmarkt für Startups? </strong></p>
<p>Die Venture-Capital-Szene in Deutschland ist sehr überschaubar, und es wird weit weniger Kapital investiert als in den USA. Von dort liest man ständig, dass ein Startup 25 Millionen, 70 Millionen oder 100 Millionen bekommt. Hier sind schon Investitionen über 5 Millionen eine Riesennummer. Allerdings sind in den letzten Jahren viele neue Player hinzu gekommen, auch VC-Firmen aus Frankreich, Großbritannien oder der USA, die sich den deutschen Markt anschauen.</p>
<p><strong>Wieso ist die Szene so klein? Gibt es zu wenig Startups, die die Branche attraktiv machen, fehlt es an frei verfügbarem Kapital?</strong></p>
<p>Geld ist auch in Deutschland da. Es gibt genügend Fonds, die dreistellige Millionenbeträge verteilen könnten. Woran liegt es? Die Risikobereitschaft in den USA ist einfach größer.</p>
<p><strong>Wie wirkt sich auf Aufnahme von Kapital auf die Startups aus? </strong></p>
<p>Fremdes Kapital bedeutet auch immer Fremdbestimmung. Die entscheidende Frage als Gründer ist: will ich mich darauf einlassen? Dann muss ich das Spiel mitspielen. Der einen Finanzierungsrunde folgt dann die nächste. Gerade bei VC-Kapital ist klar, dass das Unternehmen auf Exit getrimmt wird, also auf Verkauf.</p>
<p><strong>Die Kapitalgeber zielen darauf hin, dass Startup irgendwann abzustoßen und das große Geschäft zu machen. Das ist die letzte Stufe der Startup-Verwertungskette. Wer kommt als Käufer infrage?</strong></p>
<p>Die Käufer deutscher Startups waren in den letzten Jahren oftmals Medienhäuser. Sie sind immer noch extrem wichtig. Aber auch die großen US-Unternehmen schauen mittlerweile verstärkt nach Deutschland. <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://dailydeal.de/" target="_blank" class="liexternal">DailyDeal</a></span></span> ist vor kurzem für 150 Millionen Dollar an Google verkauft worden, <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.brands4friends.de/" target="_blank" class="liexternal">Brands4friends</a></span></span> an Ebay. Die haben verstanden, dass es hier interessante Dinge gibt, die sie kaufen können.</p>
<p><strong>Es gibt also im Grunde genommen zwei Gruppen von Käufern: deutsche Medienkonzerne und große US-Online-Unternehmen &#8230;</strong></p>
<p>Manchmal verkauft man auch direkt an das Unternehmen, das man kopiert hat. So war es beim Verkauf von Citydeal an <span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.groupon.de/" target="_blank" class="liexternal">Groupon</a></span></span>,</p>
<p><strong>Reden wir über die Gruppe der deutschen Medienkonzerne. Es entsteht leicht der Eindruck, dass sie nicht sonderlich viel Geschick im Umgang mit Startups haben. Als Holtzbrinck den damaligen Überflieger StudiVZ gekauft hatte, ging dessen Erfolgsgeschichte schnell zu Ende. Was läuft da schief? </strong></p>
<p>Wenn man als Medienhaus oder Großkonzern einem Startup seine Kultur überstülpt, ist es wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt. Das kann nicht funktionieren.</p>
<p><strong>Was würde funktionieren?</strong></p>
<p>Man muss dem Startup seine Kultur und seine Identität lassen. Das müssen die Medienhäuer noch lernen. Am besten es es, die Gründer langfristig zu binden, nicht nur die üblichen drei Jahre. Vielleicht kauft man zu einem früheren Zeitpunkt und schaut, dass man dem Startup seine Freiheit lässt. Man kann den Medienhäusern in Deutschland immer wieder vorwerfen, dass sie nicht selbst erfolgreiche Startups gründen, aber Konzerne mit mehreren Unternehmen haben nicht mehr die Strukturen, wie ein Startup zu denken.</p>
<p><strong>Das Problem ist also weniger, dass es sich bei den Käufern um Medienkonzerne im speziellen handelt, die Konzernstruktur als solche ist verantwortlich … </strong></p>
<p>Ja. Konzerne können nicht wie ein Startup denken. Deswegen müssen sie kaufen. Auch etablierte Internet-Unternehmen sind nicht zwangsläufig erfolgreich. Da passen einfach die Strukturen nicht mehr. Web.de hat vor ein paar Jahren versucht, mit &#8220;Unddu&#8221; ein Social Network aufzubauen – und ist gescheitert.</p>
<p><strong>Was müsste sich insgesamt ändern, damit deutsche Startups bessere Rahmenbedingungen haben?</strong></p>
<p>Die deutsche Szene braucht mehr Gründer, die erfolgreich waren und dann selbst investieren. Das gilt für deren Geld genau so wie für das Wissens-Kapital, das sie weitergeben. Klar, der Xing-Gründer Lars Hinrich investiert mittlerweile. Es gibt auch andere erfolgreiche Gründer, die das machen. Aber von denen brauchen wir noch viel, viel mehr.</p>
<p><strong>Was würdest du neuen Startups mit auf den Weg geben? </strong></p>
<p>Ein Gründer sollte Leidenschaft mitbringen. Wenn das Bauchgefühl bei der Idee, beim Design oder der Umsetzung Nein sagt, sollte man es lieber nicht machen. Das gilt auch für den Umgang mit Business Angels und VCs. Ansonsten müssen wir in Deutschland lernen, nicht so lange über Ideen und Konzepte nachdenken, sondern einfach mal auszuprobieren. Oftmals ergeben sich daraus ganz andere Sachen, das haben uns amerikanische Gründer immer noch voraus. Flickr war am Anfang keine Foto-Tauschbörse. Die Gründer haben dann aber gemerkt, dass die Nutzer am liebsten Fotos darüber tauschen.</p>
<p><strong>Du meinst, die deutschen Gründer wollen erst ein perfektes Konzept basteln &#8230;</strong></p>
<p>Richtig. Darin sind wir gut: uns hinter verschlossenen Türen aufzuhalten und monatelang oder jahrelang am Konzept zu feilen. Ich kenne alle Bedenken, man will nicht mit anderen über die Idee reden, damit die keiner klaut. Aber wenn man nicht über seine Idee redet, schmort man im eigenen Saft. Man muss einfach raus. Das beste Feedback bekommt man vom Markt.</p>
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		<title>Interview: Cyberwar &#8211; Sandro Gaycken</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2011/05/17/interview-cyberwar-mit-sandro-gaycken/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 May 2011 08:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
		
	<dc:subject>Interview</dc:subject>
	<dc:subject>SAE Institute</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Auf der re:publica11 haben die Netzpiloten zusammen mit dem SAE Institute ein Interview zum Thema Cyberwar geführt:]]></description>
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		<title>Interview: Sascha Pallenberg über bezahlte Links</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 08:15:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
		
	<dc:subject>Interview</dc:subject>
	<dc:subject>SAE Institute</dc:subject>
	<dc:subject>Social Media</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Netbooknews-Gründer Sascha Pallenberg nimmt auf der re:publica11 Stellung zu bezahlten Links und Bloggergate:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Netbooknews-Gründer Sascha Pallenberg nimmt auf der re:publica11 Stellung zu bezahlten Links und Bloggergate:</p>
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		<title>Stefan Schultz über Fragen der Energiewende</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2011/04/19/stefan-schultz-uber-fragen-der-energiewende/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 08:32:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
		
	<dc:subject>Interview</dc:subject>
	<dc:subject>SAE Institute</dc:subject>
	<dc:subject>Social Media</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Der Spiegel-Redakteur Stefan Schultz erklärte auf der re:publica11 seine Sicht auf die Energiewende, Smart Grids sowie Smart Metering (also das Verbinden von Web und Stromverbrauchsmessung): Transkription / Stefan Schultz: Wie funktioniert ein intelligentes Stromnetz? Technisch funktioniert es genauso wie im realen Internet. Es gibt Switches und Router, also Schnittstellen mit denen man einzelne Rechner oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Spiegel-Redakteur Stefan Schultz erklärte auf der re:publica11 seine Sicht auf die Energiewende, Smart Grids sowie Smart Metering (also das Verbinden von Web und Stromverbrauchsmessung):</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/22466589?byline=0&amp;portrait=0" width="500" height="281" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Transkription / Stefan Schultz:</p>
<p><strong>Wie funktioniert ein intelligentes Stromnetz?</strong></p>
<p>Technisch funktioniert es genauso wie im realen Internet. Es gibt Switches und Router, also Schnittstellen mit denen man einzelne Rechner oder Netzwerke vernetzt. Es gibt Geräte im Haushalt, sogenannte schlaue Stromzähler und schlaue Stecker, mit denen man jedes einzelne Haushaltsgerät ans Internet andocken kann. Dadurch ist dann alles mit allem vernetzt und die Geräte können ganz normal über das Internet kommunizieren. Es gibt auch schon Anwendungen, dass z.Bsp. ein Stromzähler mir einmal am Tag per Tweet mitteilt wie viel ich heute verbraucht habe, oder mein Verbrauch wird an Facebook geschickt damit so z.Bsp. in einer Community geguckt werden kann, wer der coolste Stromsparer ist.</p>
<p><strong>Kommt es nach Fukushima nun zu einer ökologischen Energiewende?</strong></p>
<p>Ich denke schon, dass die Katastrophe von Fukushima ein Umdenken in Deutschland ausgelöst hat. Was davon nachher politisch umgesetzt wird ist noch nicht ganz raus. Da wird ja im Moment eher wieder zurückgerudert. Aber ich denke schon, dass ziemlich hoher Druck da ist relativ rasch aus der Kernenergie und natürlich auch aus der Kohlekraft auszusteigen, damit wir das Klima schützen. Wenn man beides machen will braucht man diese schlauen Stromnetze von denen ich heute hier gesprochen habe, weil wenn keine Kohle- und keine Atomkraft mehr zur Verfügung stehen dann habe wir einen sehr hohen Anteil an erneuerbaren Energien in den Netzen. Diese sind sehr schwankend. Wenn gegebenenfalls viel Strom gebraucht wird, kann es passieren, dass die Sonne gerade nicht scheint. Über die schlauen Stromnetze wäre es möglich, wenn die Nachfrage  vom Strom am höchsten ist, gewisse Geräte dann nicht anspringen zu lassen, sondern diese beispielsweise morgens oder abends zu aktivieren. Man kann z.Bsp. ein Schwimmbad ein bisschen stärker heizen als vorgesehen, also die Temperatur erhöhen, wenn gerade viel Strom da ist, und wenn gerade eine Flaute zur Mittagszeit ist, kann man es abschalten. So spart man Energie ein und kann mit den erneuerbaren Energien besser auskommen.</p>
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		<title>Prof. M. Haase über Freies Wissen &amp; Wikipedia</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2011/04/18/prof-m-haase-uber-freies-wissen-wikipedia/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 08:15:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
		
	<dc:subject>Interview</dc:subject>
	<dc:subject>SAE Institute</dc:subject>
	<dc:subject>Social Media</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Auf der re:publica11 hat uns Prof. Martin Haase seine Ansichten zu Wikipedia und freiem Wissen im Netz erklärt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der re:publica11 hat uns Prof. Martin Haase seine Ansichten zu Wikipedia und freiem Wissen im Netz erklärt.<br />
<iframe src="http://player.vimeo.com/video/22468606?byline=0&amp;portrait=0" width="500" height="281" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Interview mit Jens Schröder (deutscheblogcharts.de)</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2010/11/10/interview-mit-jens-schroder-blogcharts-de/</link>
		<comments>http://www.netzpiloten.de/2010/11/10/interview-mit-jens-schroder-blogcharts-de/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Nov 2010 09:03:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
		
	<dc:subject>Interview</dc:subject>
	<dc:subject>Social Media</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Seit 2006 stellt Jens Schröder wöchentlich die Blogcharts auf. Er ordnet deutschsprachige Blogs nach der Zahl der Backlinks und bringt so etwas Übersichtlichkeit in den Weiten der Blogosphäre. Deswegen war er neben Frank Westphal von Rivva einer der zwei Experten zur Bedeutung von Links, die ich für meine Magisterarbeit zur Ökonomie von Blogs befragt habe. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><br class="spacer_" /></p>
<p><em>Seit 2006 stellt <a href="http://www.popkulturjunkie.de/" target="_blank" class="liexternal">Jens Schröder</a> wöchentlich die <a href="http://www.deutscheblogcharts.de/" target="_blank" class="liexternal">Blogcharts</a> auf. Er ordnet deutschsprachige Blogs nach der Zahl der Backlinks und bringt so etwas Übersichtlichkeit in den Weiten der  Blogosphäre. Deswegen war er neben <a href="http://www.frankwestphal.de/" target="_blank" class="liexternal">Frank Westphal</a> von <a href="http://rivva.de/" target="_blank" class="liexternal">Rivva</a> einer der zwei Experten zur Bedeutung von Links, die ich für meine <a href="http://stefanmey.wordpress.com/2010/11/08/2010/09/24/oekonomie-blogs-magisterarbeit-abgegeben/" target="_blank" class="liexternal">Magisterarbeit zur Ökonomie von Blogs</a> befragt habe. Die Experteninterviews habe ich sukzessive zu klassischen  journalistischen Interviews ausgearbeitet. Im ersten Teil des  Interviews spricht </em><em>Jens Schröder </em><em>über Strukturen und  Auffälligkeiten der Deutschen Blogcharts und über seine Definition eines  Blogs.</em></p>
<p><span id="more-16571"></span></p>
<p><em> </em><strong>Was sagen die Deutschen Blogcharts aus? </strong></p>
<p>Die deutschen Blogcharts zeigen, welche 100 deutschsprachigen Blogs  innerhalb der Blogszene am populärsten oder, wenn man so will,  einflussreichsten sind.</p>
<p><strong>Wie legst du fest, was ein Blog ist und was nicht? </strong></p>
<p>Das ist immer schwierig. Es muss irgendwie aussehen wie ein Blog, es  sollte eine normale Blogsoftware verwendet werden, es schadet nicht,  wenn man kommentieren kann, und auch die umgekehrt chronologische  Reihenfolge der Einträge ist ein wichtiger Punkt. Viele sagen, das  Bildblog ist kein Blog, weil man nicht kommentieren kann. Aber für mich  gibt es kein endgültiges Ausschluss-Kriterium, ich entscheide das von  Fall zu Fall.</p>
<blockquote><p><em>“Die meisten Blogs in den Top 100 sind Fachblogs oder  journalistische Blogs und eben nicht die kleinen Tagebuchblogs von  Leuten, die das hauptsächlich als ihr Privatvergnügen ansehen.”</em></p>
</blockquote>
<p><strong>Welche thematischen Gruppen erkennst du in den Top 100? </strong></p>
<p>Der mit Abstand größte Komplex besteht aus Blogs, die ich unter Web  und Technik zusammenfassen würde. Alles was mit dem Internet zu tun hat,  von Mac-Blogs über Gadgetblogs bis hin zu Blogs, die die neuesten Tools  im Internet vorstellen. Dahinter gibt es keinen richtig großen Trend.  Im letzten Jahr vor der Bundestagswahl waren etwas mehr Politikblogs als  vorher drin, doch die sind teilweise wieder aus den Charts  verschwunden. Ansonsten sind es hauptsächlich Einzelphänomene, Blogs zu  verschiedenen Themen, die besonders gelungen sind.</p>
<p><strong>Wie würdest du das Verhältnis der Blogcharts zur restlichen Blogosphäre beschreiben? </strong></p>
<p>Sie sind natürlich nicht repräsentativ. Die meisten Blogs in den Top  100 sind Fachblogs oder journalistische Blogs und eben nicht die kleinen  Tagebuchblogs von Leuten, die das hauptsächlich als ihr Privatvergnügen  ansehen.</p>
<p><strong>Du sprichst diesen starken Widerspruch zwischen Blogcharts  und Blogosphäre an: trotz starker Präsenz von Tagebuchblogs in der  Blogosphäre, sind sie in den Charts nur sehr schwach </strong><strong>(*) </strong><strong>vertreten. Wie erklärst du dir das? </strong></p>
<p>Ich kann es mir nur so erklären, dass die Tagebuchblogger einen viel  kleineren potenziellen Leserkreis haben. Wenn jemand bloggt, was er so  erlebt oder was er im Fernsehen gesehen hat, interessiert das vielleicht  seine Freunde, Verwandten und ein paar Außenstehende, aber nicht so  viele wie beispielsweise bei einem Blog über das Iphone.</p>
<p><strong>Und wie erklärst du die <a href="http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B1_2008_Hesse.pdf" class="lipdf">ungleiche</a> (**) </strong><a href="http://www.schmidtmitdete.de/pdf/GeschlechterunterschiedeBlogosphaere2008preprint.pdf" class="lipdf"><strong> </strong></a><strong><a href="http://www.schmidtmitdete.de/pdf/GeschlechterunterschiedeBlogosphaere2008preprint.pdf" class="lipdf">Geschlechterverteilung</a>? </strong></p>
<p>Meine Hauptthese ist, dass Frauen bei journalistischen oder  halb-journalistischen Fachblogs sehr unterrepräsentiert sind, während  sie bei den subjektiveren Tagebuchblogs überrepräsentiert sind. Aber die  Fachblogs sind die, die am ehesten verlinken und verlinkt werden.</p>
<p><strong>Du meinst, Frauen betreiben einfach eine andere Art von Blogs. </strong></p>
<p>Ja. Ich halte nichts von Verschwörungstheorien, dass Männer nur Blogs von Männern verlinken würden.</p>
<p><strong>Wie entstehen die Deutschen Blogcharts? </strong></p>
<p>Sie basieren auf der Gesamtzahl der unterschiedlichen Verlinkungen in  Blogs innerhalb der letzten 26 Wochen. Die Zahlen errechne ich einmal  pro Woche mithilfe der Blog-Suchmaschine <a href="http://www.icerocket.com/" target="_blank" class="liexternal">Icerocket</a>.  Ich habe eine interne Liste von etwa 400 deutschsprachigen Blogs, die  alle eine bestimmte Anzahl an Verlinkungen überschreiten.</p>
<div><strong>Wie geht die Quelle Icerocket vor? </strong></div>
<p>Icerocket checkt Hunderttausende oder Millionen Blogs, die  veröffentlichen da keine genauen Zahlen. Soweit ich weiß geschieht das  über RSS-Feeds, die Blogs teilen der Suchmaschine automatisch mit, dass  es etwas Neues gibt.</p>
<p><strong>Gibt es Verzerrungen? </strong></p>
<p>Icerocket ist im Normalfall recht aktuell, aber es kann immer mal  passieren, dass es ein paar Stunden dauert, bis Inhalte ankommen.  Verzerrungen kann es bei verkürzten RSS-Feeds geben. Wenn dort nicht  alle Links auftauchen, sondern erst im kompletten Blogeintrag, kann es  sein, dass sie von der Suchmaschine nicht gefunden werden.</p>
<p><strong>Du hast lange Zeit die Suchmaschine <a href="http://technorati.com/" target="_blank" class="liexternal">Technorati</a> verwendet und bist dann mit der Aussage „<a href="http://www.deutscheblogcharts.de/blog/2009/08/technorati-ist-tot-die-blogcharts-leben.html" target="_blank" class="liexternal">Technorati ist tot</a>“ plötzlich auf Icerocket umgestiegen. Was war los? </strong></p>
<p>Die Macher von Technorati hatten immer Probleme, ihre Suchmaschine zu  monetarisieren. Irgendwann sind sie auf die Idee gekommen, dass sie  keine Suchmaschine mehr sein wollen, sondern lieber ein Vermarkter von  Blogs. Sie haben ihr System so verkrüppelt, dass das Ding gerade für  nicht-englischsprachige Blogs völlig unbrauchbar geworden ist. Deswegen  musste ich mich nach Alternativen umschauen, und Icerocket hat sich als  die beste Lösung herausgestellt. Allerdings ist die Arbeit dadurch  schwieriger geworden.</p>
<p><strong>Wieso? </strong></p>
<p>Technorati hat einen Authority-Wert für alle Blogs ausgespuckt, also  eine Toplist der Blogs nach der Zahl ihrer Links. Den gibt es bei  Icerocket nicht, ich muss die Blogs manuell zusammensuchen und ordnen.  Ich muss ständig schauen, dass mir keine Blogs durch die Lappen gehen.  Dementsprechend kann ich nicht garantieren, dass die Top 100 zu 100%  vollständig sind, aber dafür zu mindestens 98% oder 99%</p>
<p><strong>Seit Beginn der Blogcharts haben insgesamt drei Blogs an der Spitze gestanden. Wie erklärst du dir deren Erfolg? </strong></p>
<p>Es gab das <a href="http://www.bildblog.de/" target="_blank" class="liexternal">Bildblog</a>, dann <a href="http://www.basicthinking.de/blog/" target="_blank" class="liexternal">Basic Thinking</a> und dann <a href="http://www.netzpolitik.org/" target="_blank" class="liexternal">Netzpolitik</a>, <a href="http://www.spreeblick.com/" target="_blank" class="liexternal">Spreeblick</a> ist immer ganz knapp daran <a href="http://www.deutscheblogcharts.de/blog.php?id[]=2&amp;pos=1" target="_blank" class="liexternal">vorbeigeschrammt</a>.  Bildblog war lange Zeit dominierend und vielleicht das erste Blog  überhaupt, das über die Blogszene hinaus bekannt wurde, weil es ein sehr  brisantes Thema hatte. Da kommen ein paar Blogger und kritisieren die  Bild-Zeitung. Dann gab es den Basic-Thinking-Hype. Robert Basic wurde  die populäre Figur in der Blogszene und zu einem kleinen Medien-Darling.  Und bei Netzpolitik war es ganz klar die Entwicklung im letzten Jahr,  als durch die Zensursula-Debatte und die verschiedenen Petitionen  netzpolitische Themen extrem populär wurden und das Thema  dementsprechend logischerweise auf Platz Eins gekommen ist.</p>
<p><strong>Blogs sind nach vorherrschener Meinung schwer bis gar nicht  zu refinanzieren. Was ist dein Eindruck, wovon die Blogger in den  Blogcharts größtenteils leben? </strong></p>
<p>Ich würde sagen, Blogger, die ausschließlich davon leben können, gibt  es kaum, in den Blogcharts sind es vielleicht zwei, drei. Im Normalfall  sind es Leute, die einen Beruf haben, der nicht Blogger lautet. Es gibt  sicherlich eine beachtliche Zahl an Freiberuflern, die ihr Blog als  Eigen-Promotion-Plattform verstehen und damit Aufträge für ihren  eigentlichen Job heranziehen.</p>
<p><strong>Wie hoch ist dein eigener Aufwand für die Deutschen Blogcharts? </strong></p>
<p>Normalerweise sind es drei bis fünf Stunden pro Woche. Allerdings  habe ich ungefähr einmal pro Monat mehr Aufwand. Dann recherchiere ich  ausführlich, ob Blogs in meiner erweiterten Liste fehlen, die vielleicht  demnächst in die Top 100 einsteigen könnten. An solchen Tagen geht der  Aufwand durchaus auf zehn, zwölf Stunden hoch.</p>
<p><strong>Gibt es Versuche, auf dich Einfluss zu nehmen? Immerhin ist das, was du machst, für viele Blogger sehr wichtig … </strong></p>
<p>Du meinst Bestechungsversuche? Gab’s keinen einzigen bisher. Weder  von Unternehmen noch von Bloggern, die mir ein Bier ausgeben wollten.</p>
<p><a href="http://stefanmey.files.wordpress.com/2010/11/screenshot-deutsche-blogcharts2.jpg?w=500&amp;h=336" target="_blank" class="liimagelink"><img src="http://stefanmey.files.wordpress.com/2010/11/screenshot-deutsche-blogcharts2.jpg?w=500&amp;h=336" alt=" Screenshot Deutsche Blogcharts" width="500" height="336" /></a><strong> </strong><strong> </strong></p>
<p><strong>Screenshot Deutsche Blogcharts</strong></p>
<p><strong>Reden wir über Backlinks, das Kriterium der Deutschen Blogcharts. Wieso streben Blogs überhaupt nach Links, was ist deren Wert?</strong></p>
<p>Letztlich ist ein Link nichts anderes als eine Empfehlung. Aber es  ist ein extrem wichtiges Kriterium, um im Internet wahrgenommen zu  werden. Wenn jemand mein Blog empfiehlt, ziehe ich alleine durch diese  Empfehlung neue Leser und neue Besucher an. Und je mehr Backlinks ich  habe, desto besser werde ich bei Google und anderen Suchmaschinen  gerankt. Dementsprechend werden auch da nach und nach meine Zugriffe  steigen.</p>
<blockquote><p><em>“Ich will mich nicht zu sehr einmischen und sagen, das  ist ein guter Link, und das ist ein böser Link, den werte ich jetzt  nicht.”</em></p>
</blockquote>
<p><strong>Sanktionierst du manchmal Links? Laut deinem Blog hast du das zumindest in der Vergangenheit bei <a href="http://www.deutscheblogcharts.de/blog/2009/04/analyse-zur-dbc-ausgabe-162009.html" target="_blank" class="liexternal">einigen Vernetzungsaktionen</a> getan. </strong></p>
<p>Vor zwei Jahren waren Blogparaden große Mode, und da gab es welche,  bei denen es Zwang war, dass man in seinem Blogeintrag nicht nur das  Ursprungsblog, das den Aufruf enthielt, verlinkt, sondern auch alle  anderen teilnehmenden Blogs. Aber das war ein Ausnahmefall. In jüngerer  Zeit gibt es solche Sanktionen nicht mehr. Das einzige Kriterium ist  letztlich, ob die Verlinkung freiwillig geschieht oder nicht. Ich will  mich nicht zu sehr einmischen und sagen, das ist ein guter Link, und das  ist ein böser Link, den werte ich jetzt nicht.</p>
<p><strong>Seit 2007 ist die durchschnittliche Zahl der Verlinkungen  stark zurückgegangen. Das zeigt sich etwa an der Mindest-Zahl an  Backlinks, die für einen Einstieg in die Blogcharts <a href="http://www.deutscheblogcharts.de/position.php?pos%5b%5d=100" target="_blank" class="liexternal">erforderlich</a> sind, noch stärker ist der Effekt bei der <a href="http://www.deutscheblogcharts.de/position.php?pos[]=1" target="_blank" class="liexternal">Spitzenposition</a>. In einem <a href="http://www.popkulturjunkie.de/wp/?p=4221" target="_blank" class="liexternal">Blogeintrag</a> hast du vermutet, dass es vor allem an Twitter liegt. Was macht Twitter? </strong></p>
<p>Kleine Empfehlungen sind teilweise aus den Blogs in Richtung Twitter  oder auch Facebook abgewandert. Das ist eine viel schnellere und  direktere Möglichkeit, einen Blogeintrag, den man gelesen hat und gut  findet, zu empfehlen. Man muss nicht extra einen Blogeintrag schreiben,  sondern haut einfach seine 140 Zeichen raus: „Lesen! Super Blogeintrag“.</p>
<p><strong>Und andere Faktoren? </strong></p>
<p>Mein Gefühl sagt mir, dass es weniger Blogs gibt als noch vor ein  paar Jahren. Aber das lässt sich nicht mit Zahlen belegen, weil es  höchst kompliziert ist, die Zahl der deutschen Blogs zu erheben.</p>
<p><strong>Blogs sind unterschiedlich erfolgreich, was das Aggregieren  von Links betrifft. Was sind deinem Gefühl nach die wichtigsten Faktoren  für Links? </strong></p>
<p>Zum einen muss die Thematik passen. Jemand, der über extrem nischige  Sachen wie die neuesten Entwicklungen in der Feuerwehrbranche schreibt,  hat deutlich geringere Chancen, in die Charts zu kommen, als jemand, der  sich mit Mainstreamthemen der Blogger beschäftigt. Deswegen sind so  viel Technik- und Gadgetsblogs in den Charts. Zum anderen ist es  wichtig, dass regelmäßige Inhalte da sind, dass nicht alle paar Wochen,  sondern möglichst täglich gebloggt wird, am besten noch mehrfach  täglich. Je mehr Blogeinträge da sind, desto höher ist die  Wahrscheinlichkeit, dass einer verlinkt wird.</p>
<p><strong>Die reine Quantität der Artikel spielt also eine große Rolle …</strong></p>
<p>Es muss nicht wichtig sein, aber es kann. Es gibt genügend Beispiele  dafür, dass auch Blogs mit wenigen Einträgen populär werden können. Die  Wahrscheinlichkeit, viel verlinkt zu werden, ist aber durchaus höher,  wenn man mehr veröffentlicht – vorausgesetzt, dass diese vielen  Blog-Beiträge nicht nur langweiliger, schlecht formulierter Schrott  sind.</p>
<p><strong>Mein Eindruck ist, dass das ursprüngliche  One-Man-One-Blog-Modell in den deutschen Blogcharts nicht mehr so  dominant ist, weil mehr Blogger mehr Artikel schreiben können und das  mehr oder weniger linear auch zu mehr Links führt. Welche Bedeutung hat  Kooperation innerhalb von Blogs? </strong></p>
<p>Früher waren die meisten oder fast alle Blogs Ein-Mann-Geschichten,  bei denen hinter jedem Blog genau ein Blogger stand. Wenn mehrere  Blogger beteiligt sind, bringt das aber große Vorteile. Will man als  Einzel-Person zehn Blogeinträge pro Tag produzieren, ist das viel mehr  Aufwand als wenn man zehn Leute hat, die jeweils einen schreiben.</p>
<p><strong>Wenn man die beruflichen Hintergründe der großen Blogger  betrachtet, finden sich überdurchschnittlich viele Journalisten. Da  könnte man zu der These kommen, dass ein professioneller  journalistischer Hintergrund auch ein guter Faktor für viele Links ist. </strong></p>
<p>Das ist durchaus ein Kriterium. Journalisten haben den Vorteil, dass  sie seit jeher gelernt haben, sich auszudrücken und dass sie Themen  haben, mit denen sie sich sehr gut auskennen. Wenn sie darüber bloggen,  ist das ein Vorteil gegenüber Leuten, die einen ganz anderen Job haben  und das nur rein in ihrer Freizeit als Hobby betreiben.</p>
<p><strong>Dann tauchen in den Blogcharts aber auch immer wieder private  Blogs auf, die mit geplanten oder ungeplanten Vernetzungsaktionen sehr  viele Links eisammeln, wie etwa das Foto-Projekt <a href="http://www.mondgras.de/sari02/index.php/projekt-52-allgemeine-informationen/" target="_blank" class="liexternal">52</a> von <a href="http://www.mondgras.de/" target="_blank" class="liexternal">Mondgras</a> oder die wöchentliche Umfrage <a href="http://scrap-impulse.typepad.com/scrapimpulse/2010/10/freitags-f%C3%BCller-79.html" target="_blank" class="liexternal">Freitags-Füller</a> von <a href="http://scrap-impulse.typepad.com/" target="_blank" class="liexternal">Scrapbooking Online</a>. </strong></p>
<p>Es gibt gerade in der Kreativ-Blog-Szene, bei Bastelblogs und so  weiter, enorm viele Blogs, die einmal pro Woche oder pro Monat eine  Aktion haben, bei der sie alle teilnehmenden Blogger aufrufen, kreativ  zu sein. Das Ergebnis wird dann in beiden Blogs präsentiert und  verlinkt. Dadurch gibt es einen hohen Verlinkungs- und Vernetzungsgrad  innerhalb dieser Kreativ-Blog-Szene.</p>
<p><strong>Gerade diese Vernetzungs-Aktionen und auch Verlosungsaktionen sind im Grunde genommen extrem effizient … </strong></p>
<p>Es ist eine einfachere Möglichkeit, populär zu werden als über Jahre  hinweg regelmäßig qualitativ hochwertige Inhalte zu liefern. Vor allem  für kleine Blogs erscheint das auf den ersten Blick sehr attraktiv.</p>
<p><strong>Wie erklärst du dir, dass gerade diese effizienteren Strategien nicht auch von den großen Blogs gewählt werden? </strong></p>
<p>Weil es einfach nicht passt. Ich würde eine Blogparade bei <a href="http://carta.info/" target="_blank" class="liexternal">Carta</a> oder eine Verlosung bei <a href="http://www.netzpolitik.org/" target="_blank" class="liexternal">Netzpolitik</a> sehr seltsam finden. Die Ausrichtung dieser Blogs ist eine ganz andere.  Außerdem kann es mit dieser Popularität schnell zu Ende gehen, wie man  zum Beispiel am <a href="http://blog.druckerei.de/" target="_blank" class="liexternal">Druckereiblog</a> (***) gesehen hat. Am Ende kommt es dann doch auf kontinuierlich gute Inhalte an.</p>
<p>(Crosspost von <a href="http://stefanmey.wordpress.com/2010/11/08/deutsche-blogcharts-interview-jens-schroeder/" target="_blank" class="liexternal">Stefan</a> <a href="http://stefanmey.wordpress.com/2010/11/08/interview-blogcharts-jens-schroeder_links/" target="_blank" class="liexternal">Mey</a>)</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><em>(*) Anhand einer Stichprobe ermittelte die Sozialwissenschaftlerin <a href="http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/Franka.Hesse/" target="_blank" class="liexternal">Franka Hesse</a> im Jahr 2006 für Tagebuchblogs einen Anteil von 63% an der Gesamt-Blogosphäre. (s Hesse, <a href="http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B1_2008_Hesse.pdf" class="lipdf">S. 7</a>) Eine noch stärkere Dominanz (71%) ermittelte <a href="http://www.slis.indiana.edu/faculty/herring" target="_blank" class="liexternal">Susan Herring</a> 2003 für US-Blogs. (s. Herring, <a href="http://blog.lib.umn.edu/blogosphere/women_and_children.html" target="_blank" class="liexternal">Abb. 3</a>)</em></p>
<p><em>(**) Im Sample des Kommunikationswissenschaftlers <a href="http://www.schmidtmitdete.de/" target="_blank" class="liexternal">Jan Schmidt</a> (2005) wurden 45% der Blogs von Frauen verfasst, bei Einzelblogs in den Blogcharts waren es nur 20% (s. Schmidt, <a href="http://www.schmidtmitdete.de/pdf/GeschlechterunterschiedeBlogosphaere2008preprint.pdf" class="lipdf">S. 79</a>)  In der Stichprobe von Hesse waren sogar 66% weiblich im Gegensatz zu  nur 30% in den Top 100 des Blogcharts-Vorgängers Blogstats. (s. Hesse, <a href="http://www.soz.uni-frankfurt.de/K.G/B1_2008_Hesse.pdf" class="lipdf">S. 6</a>)</em></p>
<p><em>(***) Das Druckereiblog ist ein Paradebeispiel für die Wirkung von gezielten Verlinkungs-Aktionen: Es hatte in einer „<a href="http://blog.druckerei.de/zwitschern-fuer-den-wandkalender-2010/" target="_blank" class="liexternal">Verlosung</a>“ jedem Teilnehmer für einen Backlink drei Wandkalender als Preis zugesichert, mehrere hundert Blogger haben sich daran <a href="http://blog.druckerei.de/twitter-wandkalender-2010-die-entscheidung/" target="_blank" class="liexternal">beteiligt</a>.   Das Blog, der insgesamt weniger als zehn Artikel veröffentlicht hat,   war von Dezember 2009 bis bis Juni 2010 in den Deutschen Blogcharts <a href="http://www.deutscheblogcharts.de/blog.php?id%5b%5d=361&amp;pos=1" target="_blank" class="liexternal">vertreten</a>. <a href="http://www.deutscheblogcharts.de/archiv/2010-21.html" target="_blank" class="liexternal">Teilweise</a> stand er auf Rang 13, also noch vor großen Blogs wie dem <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/default.aspx" target="_blank" class="liexternal">Netzökonomen</a> oder <a href="http://www.netbooknews.de/" target="_blank" class="liexternal">Netbooknews</a>. Doch als nach 26 Wochen die Links verfallen waren, verschwand der Blog innerhalb von zwei Wochen aus den Blogcharts.</em></p>
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		<title>Sokari Ekine über Afrika und Aktivismus im Netz</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 11:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anja Krieger</dc:creator>
		
	<dc:subject>Interview</dc:subject>
	<dc:subject>Medien</dc:subject>
	<dc:subject>Social Media</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Sokari Ekine im Netzpiloten-Interview. Sie beschäftigt sich mit mobilem Aktivismus, den Menschenrechten und Bloggen in und über Afrika. Sokari Ekine is interested in seeking out ways to encourage more Africans to blog and creating a community of grassroots African bloggers as a way/space for Africans to exchange ideas and strategies for effecting change in their [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.netzpiloten.de/2010/10/01/sokari-ekine-u…vismus-im-netz/" class="liimagelink"><img class="alignright size-full wp-image-15965" title="interview1" src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2010/10/interview1-e1286447035819.jpg" alt="Netzpiloten Interview" width="100" height="100" /></a>Sokari Ekine im Netzpiloten-Interview. Sie beschäftigt sich mit mobilem Aktivismus, den Menschenrechten und Bloggen in und über Afrika.<br />
 Sokari Ekine is interested in seeking out ways to encourage more Africans to blog and creating a community of grassroots African bloggers as a way/space for Africans to exchange ideas and strategies for effecting change in their communities, share experiences and tell their own stories in their own words.<br />
 <code><br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="290" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://content.bitsontherun.com/players/Wf1Mtsho-kePFJGyq.swf" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="290" src="http://content.bitsontherun.com/players/Wf1Mtsho-kePFJGyq.swf" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
</code></p>
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