Es gibt viele Netze. Das Gasnetz, das Stromnetz und das Wasser/Abwasser-Netz. Das sind so die bekanntesten. Auch der gute alte Rohrpostbrief wurde via Netz aus Rohren verteilt. Allen Netzen gemeinsam ist Tatsache, dass in der Regel ein einziges Gut transportiert wird. In den Gasnetzen ist es Erdgas und nicht Argon oder Helium. In den Stromnetzen ist es ein Potential, das am anderen Ende zum Leuchten der Glühbirne führt und beim Wasser gibt es eben zwei Netze: Eines für Trinkwasser und eines für das Abwasser. Das Web verteilt Datenpakete also Nullen und Einsen.

Im Zeitalter des Internet möchte man uns nun erklären, dass es damit vorbei ist. Es gibt besondere Leute, die immer nur Baden und nicht Duschen; das verbraucht deutlich mehr Wasser und muss daher teurer bepreist werden, sagen die Verfechter so genannter managed services. Diesen Begriff gab es schon früher, Anbieter wie EDS (später HP) oder IBM haben unter diesem Label besondere Dienste an große Kunden verkauft. Ganze Rechenzentren wurden so aus der Veranwtortung der Banken und Versicherungen ausgelagert und die Anbieter verkauften den Kunden nicht die Server oder Software sondern alles als Paket - die Kunden mussten sich um nichts mehr kümmern sondern buchten einfach, was sie brauchten: Also Netzwerk, Rechenkapazität und Speicherplatz für eine Abteilung mit 200 Mitarbeitern. Befürworter der Netzneutralität pochen darauf, dass alles im Netz Datenpakete sind, alles müssen gleich schnell durchgeleitet werden. Die Firmen wollen bestimmte Pakete teurer machen als andere. Denn das mit den Bandbreiten weit oberhalb DSL 16.000 scheint nicht richtig zu klappen. Also macht man woanders eine neues Productizing.
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Es sind die zwei Bücher, die so ziemlich jeder gelesen haben wird, der irgendwann mal irgendwas mit Anglistik zu tun haben wird: „1984“ und „Brave New World“. Schöne Stücke, beide. Beides Dystopien, die von einer dunklen Zukunft ausgehen, in der Mensch Sein ungleich schwer geworden ist. Doch trotz dieser Gemeinsamkeiten sind es zwei Werke, die man kaum gegeneinander ausspielen kann. Wenn ihr Angst vorm großen Bruder habt… Genau das ist jedoch der Eindruck, den man bekommen kann, schaut man sich die politische Diskussion an. Die Überwachungskritiker warnen, dass „1984“ im Jahr 2010 viel näher ist als es 1984 war, wenn Online-Durchsuchung, SWIFT-Abkommen und die sich am Horizont aufbrauende Vorratsdatenspeicherung 2.0 den Bürger gläsern machen. Dem widersprechen die anderen, wie der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU), das wolle ja niemand. [MEHR]


Link: http://woorkup.com/ (in den Kommentaren dort sind noch fehlende Länder angesprochen wie bspw. Weissrussland.) via @geffkenmiyamoto

Quelle der Daten: ONI http://opennet.net/ [MEHR]
Im Streit mit China um die Zensur seines Suchdienstes hat Google nur scheinbar nachgegeben. Google will seine chinesische Geschäftslizenz erneuern, um seinen Suchdienst weiter in China anbieten zu dürfen – und gleichzeitig chinesischen Nutzern über einen Umweg auch unzensierte Suchergebnisse zeigen. Google hat den chinesischen Behörden einen Scheinkompromiss angeboten: Bislang wurden chinesische Nutzer der Website google.cn automatisch zu Googles Dienst in der chinesischen Enklave Hong Kong weitergeleitet, der ungefilterte Suchergebnisse anzeigt. Jetzt müssen die Nutzer lediglich auf einen zusätzlichen Link klicken, um auf den ungefilterten Dienst zu gelangen, der nun über die Website google.co.hk läuft. Grund ist die gesetzliche Vorgabe, dass Unternehmen Web-Server in China nutzen und dass sie damit einverstanden sein müssen, bestimmte Informationen zu zensieren. Bietet Google also eine Website namens google.cn mit einem einfachen Link an, ist an dieser Website formalrechtlich zunächst nichts auszusetzen – außer China blockiert den Zugriff auf die unzensierten Inhalte bzw. den Link zu google.co.hk... [MEHR]
Google reagiert auf die Kritik rund um Street View. Der Werberiese hat weltweit die Rundfahrten seiner Kameraautos vorerst gestoppt. Ein Google-Sprecher Kay Oberbeck räumte gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten" ein, man habe Fehler gemacht und wolle jetzt erstmal das Vertrauen der Nutzer zurückgewinnen. "Wir haben bereits in unserem Blog verkündet, die Street-View-Fahrten zu unterbrechen. Nicht nur in Bayern, sondern weltweit." Offenbar ist das Aufzeichnen von Sekundenbruchteilen aus Netzwerktraffic-Frames, um die WLAN Kenndaten zu analysieren der Grund für diesen Schritt gewesen. Denn nicht nur in Deutschland hat es deswegen irritierte Reaktionen gegeben. Eines hat Google unfreiwillig erreicht: Die Sensibiltät für die geobasierten Dienste, die auf diese WLAN-Daten zugreifen sollten, ist geweckt worden. Denn andere Dienstleister haben so ein sniffing nach WLAN schon länger praktiziert. Mal sehen, was die von Google eingesetzte Prüffirma ISEC Partners nun herausfindet. Es könnte schwer werden, einfach die Frames mitzuschneiden und die nötigen WLAN-Daten zu analysieren, ohne so einen Sekundenbruchteil eines Datenstreams abzuspeichern.

Es bleibt spannend rund um das Thema Datenschutz. Neulich hat Google zum ersten Mal seinen Anteil an AdSense veröffentlicht und damit eine wichtige Forderung nach mehr Transparenz im Online-Werbemarkt erfüllt. Und Facebook will heute auf den extremen Druck reagieren und sein Modell der Datenfreigabe und des Schutzes privater Daten vereinfachen. [MEHR]
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will die Registrierung von Adressen im Internet unter staatliche Obhut stellen. Diese Bombe ließ er nach Informationen von Spiegel-Online nach Gesprächen in Washington platzen. Er begründete dies mit dem Umstand, dass die derzeitigen privaten Institutionen keine Zukunftssicherheit böten. In Deutschland ist eine eingetragene Genossenschaft, die DENIC zuständig, deren Mitglieder sich aus diversen Firmen zusammensetzt und nach dem Prinzip "first come, first serve" verfährt, was nicht besonders verdächtig erscheint. Aber angesichts der seltsamen Vergaben der zweistelligen Domainnamen im letzten Jahr immerhin für Verstimmung gesorgt hatte, da nicht jeder die Chance hatte, Erster zu sein. Aber ob das den inneren Frieden stören könnte? Was also könnte der tiefere Sinn sein? Würde die Domainvergabe in staatliche Hände kommen, hätten die Behörden leichtes Spiel, Domains und IP-Adressen schnell abzuschalten oder besondere Bedingungen an Vergabe und Verlängerung zu knüpfen. Aber was hat das mit der Reise nach Washington zu tun?

Nach Informationen der Deutschen Welle setzte er sich dort ein für ein umfassendes transatlantisches Datenschutzabkommen mit den USA. Primäres Ziel der Reise war jedoch, dass das äußerst umstrittene Abkommen SWIFT zügig realisiert wird. Beide Länder würden sich rasch aufeinander zu bewegen, fasste de Maizière nach seinen Gesprächen in Washington den Status zusammen. Er traf dort mit US-Finanzminister Timothy Geithner, Heimatschutzministerin Janet Napolitano und Justizminister Eric Holder zusammen, dabei ging es auch um den Kampf gegen Kinderpornografie im Internet. De Maizière kündigte eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Bundeskriminalamt und der US-Bundespolizei FBI an. [MEHR]
Laut dpa Meldung wird Street View zunächst auf Eis gelegt, bis die Einsprüche der deutschen Bürger gegen den Dienst (Darstellung von Personen und Häusern) umgesetzt wurden. Der Internetriese und Verbraucherministerin Ilse Aigner hatten heute bei einem Treffen in Berlin diese Einigung erzielt. Google Street View wird erst in Deutschland starten, wenn alle Widersprüche vollständig umgesetzt seien, hieß es. Die betreffenden Wohnungen, Häuser und Gärten werden vorher unkenntlich gemacht. Google wird folgerichtig auch die Sammelwidersprüche einiger Städte und Gemeinden (mit Unterschriftenlisten) akzeptieren. "Privates muss privat bleiben", wird Ministerin Aigner zitiert. Wer möchte, kann sich hier beim Verbraucherschutzministerium eine Mustervorlage für den Widerspruch runterladen.
UDPATE: Aktuell melden sich immer wieder neunmalkluge Schlaumeier, die behaupten, dass dieser Artikel falsch sei bzw. die Überschrift mißverständlich. Ich empfehle dazu folgenden Text, den Google verschickt, wenn man dort einen Widerspruch eingereicht hat. Er löst nicht unbedingt den Gedanken aus, dass Google mit Street View in Deutschland im Zeitplan wäre:
Wir entwickeln derzeit Mittel, welche es Ihnen vor der Veröffentlichung von StreetView-Bildern aus Deutschland ermöglichen werden, Google noch genauer über den Gegenstand Ihres Widerspruchs zu unterrichten. Dies betrifft insbesondere Mittel, mit denen Sie uns helfen können, das Gebäude oder Grundstück, auf welches sich Ihr Widerspruch bezieht, verlässlicher zu identifizieren. Wir werden uns diesbezüglich so bald wie möglich erneut mit Ihnen in Verbindung setzen. Bis dahin bedanken wir uns herzlich für Ihre Geduld.
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Google hat ein sogenanntes "Collaboratory" ins Leben gerufen, in dem sich eine größere Expertengruppe zu Internet & Gesellschaft austauscht. Als ersten Schritt hat das Collaboratory eine Umfrage entworfen, um dieser Frage auf den Grund zu gehen:
"Welcher Grundlagen bedarf eine Innovationskultur der Informations- und Wissensgesellschaft, die den technischen Eigenheiten und wirtschaftlichen Chancen des Internets sowie den Grundwerten unseres Gemeinwesens gleichermaßen Rechnung trägt?"
Da ich ebenfalls Teil der Gruppe war möchte ich euch einladen, an der Umfrage teilzunehmen. Die Ergebnisse werden noch im Mai mit Politikern diskutiert. Eure Meinung ist also gefragt! Hier geht's zur Umfrage. [MEHR]
Lucie Morillon von Reporters Without Borders hält einen Vortrag über Internetzensur und die Auswirkungen des Konflikts zwischen Web 2.0 und Kontrolle 2.0 in authoritär geführten Ländern. [MEHR]
strike - Alexander Lehmann hat für den AK Zensur alle Neune abgeräumt. [MEHR]
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