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	<title>Netzpiloten.de - das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0 &#187; Netzkultur</title>
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	<description>Netzpiloten surfen oberhalb der Wolkendecke. Seit 1998 entdecken wir mit Euch, dass das Web mehr zu bieten hat als bedruckte Seiten hinter Glas.</description>
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		<title>Google und FB: Hört auf mit Eurer Friss-oder-stirb-Geschäftspolitik</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 08:45:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gunnar Sohn</dc:creator>
		
	<dc:subject>Netzkultur</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Ich bin ja kein Freund der Kindermädchen-Ideologie unserer staatlichen Datenschützer, die mich ohne meine Zustimmung vor dem Datenausverkauf retten wollen und sich heldenhaft gegen Google, Facebook und Co. positionieren. Das ist die eine Seite der Medaille. Was ich aber vorgestern schon über die Vorteile eines sanften Paternalismus geschrieben habe, sollten sich auch die amerikanischen Internet-Größen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ja kein Freund der Kindermädchen-Ideologie unserer staatlichen Datenschützer, die mich ohne meine Zustimmung vor dem Datenausverkauf retten wollen und sich heldenhaft gegen Google, Facebook und Co. positionieren. Das ist die eine Seite der Medaille. Was ich aber vorgestern schon über die <a href="http://ichsagmal.com/2012/01/23/sanfter-paternalismus-und-die-illusion-rationalen-verhaltens-oend/" target="_blank" class="liexternal">Vorteile eines sanften Paternalismus</a> geschrieben habe, sollten sich auch die amerikanischen Internet-Größen an die Nase kleben. Es muss zumindest eine Opt out-Funktion geben. Wenn ich einer Sache widerspreche, muss das vom Anbieter respektiert werden und nicht mit Löschung oder Ignoranz bestraft werden. Friss oder stirb – so kann man mit den Nutzern nicht umgehen. Diese Mentalität spielt den Datenschützern in die Karten, mit härteren Interventionen zu reagieren. Besser wäre es, Abweichungen vom Standardprogramm einzuräumen. Das gilt beispielsweise für die neue Datenschutz-Erklärung von Google:</p>
<p><em>&#8220;Die neue Erklärung tritt am 1. März in Kraft. Ohne ihr zuzustimmen, wird man anmeldepflichtige Google-Dienste nicht mehr nutzen können. Die einzige Alternative ist, sie abzulehnen und sein Google-Konto zu löschen. Tritt ein oder geh, mehr Möglichkeiten gibt es nicht. Google legt damit seine gut 60 derzeitigen Datenschutzerklärungen zusammen und macht eine daraus. Lediglich der Browser Chrome, das Betriebssystem Chrome OS, Google Wallet und Google Books sind nicht davon betroffen. Google lobt die Vorteile des Ganzen, Kritiker monieren, Google sei böse geworden, jetzt ganz offiziell&#8221;</em>, <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2012/01/25/googles-neue-datenschutzerklarung-ist-bose-richtig-richtig-richtig-bose/" target="_blank" class="liexternal">berichtet Basic Thinking</a>.</p>
<p><span id="more-31312"></span></p>
<p>Genauso idiotisch ist das Vorgehen von Facebook bei der Zwangseinführung von Timeline:</p>
<p><em>&#8220;In den kommenden Wochen wird die umstrittene Profilfunktion Timeline weltweit für alle Facebook-Nutzer bereitgestellt. Darauf weist Facebook nun in einem unauffälligen Update im Firmen-Blog hin. Danach bleiben den Betroffenen sieben Tage um zu verhindern, dass ungewollt alte Inhalte wieder ans Tageslicht gezerrt werden&#8221;</em>, <a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/it-internet/facebook-timeline-zwang-fuer-alle/6106734.html" target="_blank" class="liexternal">schreibt das Handelsblatt</a>.</p>
<p><em>&#8220;Bei der Vorstellung des Services in 2011 hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bereits angedeutet, dass es einen Zwang zu Timeline geben werde: &#8216;Irgendwann wird es einen Zeitpunkt geben, an dem es sich nicht mehr lohnt, zwei verschiedene Profilseiten weiterzuentwickeln&#8217;, erklärte er auf der Entwicklerkonferenz f8 in San Francisco. Der frühe Zeitpunkt überrascht allerdings&#8221;</em>, führt das Handelsblatt weiter aus.</p>
<p>So gebärden sich eben nur Monopolisten, die auf ihre Kunden schei…! Jetzt werde ich wieder Reaktionen ernten, dass es ja sowieso klar sei, dass Facebook und Google mich nicht wie einen Kunden behandeln, da wir ja nur das willige und dumme Beiwerk für die Werbemaschinerie sind. Und in der Tat kann dieser Eindruck entstehen, obwohl ich mich nicht den Datenschutz-Alarmisten anschließen möchte. Aber Freunde der amerikanischen Internet-Imperien, Eure Ignoranz wird sich irgendwann rächen, wenn die Nutzer mit den Füßen abstimmen und Konkurrenten auf den Markt kommen, die diesen Mist nicht praktizieren und vielleicht sogar leistungsfähiger sind. Es sind schon einige Kometen am digitalen Himmel verglüht. Nichts ist für die Ewigkeit. Vor ein paar Monaten schrieb ich:</p>
<p><em>&#8220;Wir fluchen in der normalen Geschäftswelt über Servicebürokratie, über das Wanninger-Syndrom von Hotlines, über unkulantes Verhalten von Dienstleistern, nervige Werbeanrufe, unseriöse Vertriebspraktiken, ignorantes Verhalten von Konzernen und bejubeln die Ökonomie der Beteiligung, die neue Macht der Kunden in der Social Media-Welt und lassen uns aber von den Internet-Giganten wie Leibeigene behandeln. Da sollten wir dann mit gleicher Elle messen. Auch die Services von Google, Facebook und Co. sollten kritisch beleuchtet werden&#8221;</em>.</p>
<p>Siehe auch meine Kolumne: <a href="http://www.theeuropean.de/gunnar-sohn/7487-google-und-die-digitale-existez" target="_blank" class="liexternal">Internet-Konzerne dürfen nicht Staat spielen</a></p>
<p>Crosspost von <a href="http://ichsagmal.com/2012/01/25/google-und-facebook-hort-auf-mit-eurer-friss-oder-stirb-geschaftspolitik/" target="_blank" class="liexternal">Gunnar Sohn</a></p>
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		<title>Facebook und der Vorwurf der Zensur</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 08:45:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Weck</dc:creator>
		
	<dc:subject>Netzkultur</dc:subject>
	<dc:subject>Social Media</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Dass soziale Netzwerke im Zuge der arabischen Revolution als wertvolles Instrument der Demokratie gelobt wurden, ist bekannt und gerechtfertigt. Blogger und Aktivisten haben über Facebook und Twitter die Massen organisiert und so eine beispiellose Revolution losgetreten, die dem schlechten Image &#8211; gerade vom Zuckerberg-Imperium &#8211; lange Zeit einen Heiligenschein aus fremden Federn gesichert hatte. Neuerdings [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2012/01/censored.gif" alt="" title="censored" width="650" height="297" class="alignleft size-full wp-image-31273" />Dass soziale Netzwerke im Zuge der arabischen Revolution als wertvolles Instrument der Demokratie gelobt wurden, ist bekannt und gerechtfertigt. Blogger und Aktivisten haben über Facebook und Twitter die Massen organisiert und so eine beispiellose Revolution losgetreten, die dem schlechten Image &#8211; gerade vom Zuckerberg-Imperium &#8211; lange Zeit einen Heiligenschein aus fremden Federn gesichert hatte. Neuerdings zeichnet sich aber ein anderes Bild ab: Über Facebook wurden einige Stimmen in den letzten Wochen immer lauter, die erklärten, dass bestimmte politische Inhalte zensiert werden. Facebook jedoch dementiert das: „Facebook hat kein Interesse daran, die Veröffentlichungen bestimmter Inhalte zu kontrollieren“, entgegnet Facebooks deutsche PR-Stimme Tina Kulow auf kritische Stimmen&#8230;<span id="more-31269"></span></p>
<p><strong>Facebook vs. Occupy?</strong></p>
<p>Facebook ist und bleibt also in aller Munde und wird mal wieder kräftig unter Beschuss genommen. Neben der langatmigen und kaum noch nachvollziehbaren Diskussion, um das Privatsphäre- und Datenschutz-Dilemma und dem Für und Wider des Frictionless Sharing, kommt nun auch noch der Vorwurf der Zensur. Die Unterstellung, dass Grafiken, die einem Post zusätzliche Aufmerksamkeit sichern sollen, nicht ausgegeben werden, gilt hier noch als Bagatelle. Viel extremer ist es in den Augen einiger Nutzer, dass Facebook, das Teilen bestimmter Inhalte unterbindet und sogar ganze Pages löscht. Ein heftiger Vorwurf, der durchaus gerechtfertigt ist, jedoch einen Beweis schuldig bleibt, ob es sich dabei wirklich um Zensur handelt oder ob es vielmehr nur technischen Problemen oder gar den Ambitionen bestimmter Nutzer geschuldet ist &#8211; oder eben den Terms Of Use.</p>
<p>Das entgegnet nämlich Tina Kulow, die Pressesprecherin von Facebook Deutschland, den Kritikern. Ihrer Meinung nach liegen die Gründe für die augenscheinliche Zensur darin, dass anstößige Inhalte, die von anderen Nutzern gemeldet werden, von Facebook im Zweifel gelöscht werden dürfen. Entsprechend den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Jedoch, sagt sie auch, dass vorher immer der Einzelfall von einem Team geprüft werde. Ebenfalls gebe es einen automatischen Spam-Mechanismus, der den Administrator der Page benachrichtigt, sobald das System einen Post als Spam identifiziert hat. Die Löschung obliegt dann aber dem Admin selber.</p>
<p>Nun ist das alles schön und gut. Doch erklären tut das die im Raum stehenden Vorwürfe nicht gänzlich. Zumindest nicht die folgenden Beispiele, die alle einen Occupy-Hintergrund gemeinsam haben. Stefan Urbach vom Hackernetzwerk Telecomix zum Beispiel stellt fest, dass private Nachrichten von Occupy-Aktivisten oft nicht zugestellt werden. Auch der Betreiber einer Occupy-Eventseite, Carlo von Loesch, bemängelt, dass von ihm eingestellte Events, wie die große Occupy-Demo vor dem Bundestag, nach einigen Monaten kommentarlos gelöscht wurde, während alte Partys, die von Loesch besucht hat, noch drei Jahre später zu sehen sind. Was hat es auf sich mit diesen merkwürdigen Fehltritten?</p>
<p>Die Aussagen von Tina Kulow und die der Kritiker widersprechen sich jedenfalls. Administratoren werden scheinbar weder benachrichtigt, noch kann man von Spambenachrichtigungen durch Nutzer sprechen. Oder gibt es einen Weg, als Dritter in die persönlichen Nachrichten anderer reinzuschauen und dort einen Spam-Button zu betätigen? Mir ist solch eine Möglichkeit nicht bekannt. </p>
<p><strong>Der Vorwurf ist nicht neu…</strong></p>
<p>Dass Facebook sich gerne mal in politisches Terrain begibt und mit angeblich technischen Problemen, Kampagnen und Aktivisten blockiert, ist ein alter Hut. Schon im Oktober 2010 berichtete die TAZ darüber, dass Castor-Gegner dem sozialen Netzwerk ebenfalls Zensur vorwarfen. Laut einem Administrator der Facebook-Page „Castor Schottern“ hat Facebook damals die Passwörter der Administratoren für zwei Tage gesperrt und ferner auf der Page dafür gesorgt, dass einige Beiträge gelöscht wurden. Auch wieder ohne Benachrichtigung der Verantwortlichen und scheinbar völlig grundlos.</p>
<p>Auf Anfrage der TAZ zur damaligen Zeit, reagierte Facebook aber zunächst nicht. Vielmehr erschien der Eindruck, dass durch den daraus entstanden öffentlichen Blick auf die Causa, Facebook die „Fehler“ behob und sich im Nachhinein, genauso wie momentan, mit anscheinenden technischen Problemen aus der Affäre gestohlen habe.</p>
<p>Technische Probleme kann man natürlich nie ausschließen. Heute klappt alles wunderbar und morgen fliegt einem eine Codezeile um die Ohren oder ein Update zerschießt eine Funktion, die eigentlich gar nicht mehr im Visier der Programmierer lag. Tatsächlich aber kann man die Art und Weise der Aufklärung beanstanden. Denn, um welche technischen Probleme es sich bei „Castor-Schottern“ oder auch bei den aktuellen Occupy-Anlässen handle, wurde bisher nicht wirklich geklärt, was natürlich für jede Menge Spekulationen sorgt. Zu Recht fragt man sich, warum es keine offenen Protokolle gibt? Warum lässt die Transparenz hier auf sich warten? Vertrauen wird so jedenfalls abgebaut.</p>
<p><strong>Facebook zensiert nicht, auch wenn es angebracht wäre…</strong></p>
<p>Dass die mediale Berichterstattung um das Thema derzeit, bei vielen eher für große Fragezeichen sorgt, ist verständlich. Setzt sich Facebook momentan doch mit großer Leidenschaft gegen die Zensur ein. Zum einen geht der Internet-Riese massiv gegen den, in den USA eingebrachten Gesetzesentwurf SOPA (Stop Online Piracy Act) vor und zum anderen stellt er sich in Indien auch gegen die Folgen eines Gesetzes, das Webseitenbetreiber in die Pflicht nimmt, anstößige Inhalte vorab zu filtern und per se zu blockieren. </p>
<p>Schaut man sich die Schlagzeilen dieser Tage an, fragt man sich ebenfalls zu Recht, wo genau denn nun Facebooks Grundsatz liegt? Inhalte blockieren oder getreu der freien Meinungsäußerung Informationen offen transportieren? In den öffentlich zugänglichen Facebook-Grundsätzen wird jedenfalls von Offenheit und Transparenz geschwärmt, die das Portal, für die Community festlegt. In den AGBs schränkt man diese Grundsätze berechtigter Weise ein Stück weit ein und führt einige grobe Verstöße auf, die man sich als Nutzer verbieten sollte. So distanziert sich Facebook u.a. von pornografischen oder gewaltverherrlichenden Beiträgen sowie von Hassbotschaften.</p>
<p>Ein mögliches Fehlverhalten beim Erstellen von Inhalten, die einer politischen Ansicht entsprechen, findet sich hier allerdings nicht. Facebook macht deutlich, dass sich alles teilen lässt, solange es mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen und den AGBs im Einklang ist. So ist zum Beispiel eine Fanseite, der NPD auf dem sozialen Netzwerk, den Verantwortlichen kein Dorn im Auge. Auch wenn die hier geteilten Inhalte, wie z.B. ein Musikvideo der „patriotischen Rapperin“ Dee Ex (der man deutliche Avancen in extremistische Kreise nachsagt) demokratisch mehr als zweifelhaft gelten dürften. Die Stichworte „Volkshetze“ (gesetzlicher Verstoß) und „Hassbotschaften“ (AGBs) scheinen diesbezüglich für Facebook dehnbar zu sein. Tatsächlich wäre hier Zensur angebracht. Schon aus eigenem Rechtsempfinden heraus.</p>
<p><strong>Verstehen Sie Spaß? Nicht wirklich…</strong></p>
<p>Bei einer Aktion, die innerhalb der freien Meinungsäußerung schlichtweg möglich sein sollte, verstand Facebook im November 2010 allerdings keinen Spaß. Vielen wird noch die Satire-Seite Lamebook bekannt sein. Hier hatte sich Facebook ziemlich deutlich zur Zensur bekannt. </p>
<p>Lamebook ist ein Blog, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, lustige Statusmeldungen und Bilder, die innerhalb des sozialen Netzwerkes geteilt werden, herauszupicken und auf der eigenen Domain anonymisiert zu veröffentlichen. Ganz zum Spaß, der Besucher. Die Betreiber hatten unter anderem auch eine Page auf Facebook betrieben, die hohe Wellen schlug. Von der Resonanz, um die Parodie Facebooks getrieben, reichte das Unternehmen damals eine Klage wegen Markenrechtsverletzung ein und –  in diesem Kontext viel wichtiger – löschte die Page von Lamebook. Außerdem wurde der Begriff „Lamebook“ innerhalb des Habitats gesperrt und konnte weder in Statusmeldungen, noch Nachrichten benutzt werden. Selbst das Verlinken zum Blog wurde unterbunden. Ferner hat sich Facebook sogar in die Kommentarfunktion von Usern eingemischt und sie vor der Verwendung des Begriffs gewarnt.</p>
<p>Diese Handlungen wurden nicht gerne gesehen. Einerseits sorgten sie für weitere Witzeleien gegen das Netzwerk („Klopf, klopf!“ &#8230; „Wer ist da?“ &#8230; „LAME…“ … „LAME Wer?“ ) und anderseits bekam Facebook es auch mit ganz schlechter PR zu tun. Das Eingreifen in die Kommunikation und die unangebrachte Löschung dieser Elemente nahmen sich die Medien gerne vor und zerrissen Facebook dafür förmlich in der Luft. Der Druck wurde dann sogar so groß, dass Facebook einknickte,  jegliche Blockaden revidierte und sich schlussendlich öffentlich für die Aktion entschuldigte. Immerhin. </p>
<p><strong>Facebook als Meinungsmedium…</strong></p>
<p>Dass diese Zensuren, woran auch immer sie liegen mögen, zu einem Problem werden können, liegt auf der Hand. 800 Millionen User weltweit konzentrieren sich bei Ihrem täglichen Streifzug durch das Netz und der damit verbundenen Suche nach Informationen, wesentlich auf den Information-Flow der sozialen Netzwerke. Man kann sagen, sie verlassen sich auf die Nachrichten und Inhalte, die dort erscheinen. Wer liest denn schon noch regelmäßig Zeitungen? Unter der Generation, der „Digital Natives“ jedenfalls kaum einer. Die Pages der Qualitätsmedien und Meinungsmacher transportieren Nachrichten genauso gut. Doch neben diesen, auch die Pages der Blogs, Satire-Seiten, Diskussionsgruppen oder eben auch der Aktivisten. </p>
<p>Facebook ist somit ebenfalls schon lange zum Meinungsmedium geworden und bündelt übergeordnet die Macht der Content-Lieferer. Es ist essentiell wichtig, dass die kritischen und konstruktiven Meinungen weiterhin eine unvoreingenommene Plattform vorfinden. Ist dem nicht mehr so, wird das „Über-den-Tellerrand-blicken“ schwierig werden. Die Konsequenz daraus ist entweder eine schöngefärbte Realität oder ein Rückzug aus dem Portal. Beides sollte nicht im Interesse Facebooks liegen.</p>
<p>Der Vorwurf der Zensur wiegt schwer. Auch wenn er sich bisher noch nicht zugespitzt hat. Dass sich so etwas schnell ändern kann, beweisen Shitstorms und laute Blogger weltweit, sobald das Interesse einmal geweckt ist. Davon können nicht nur Politiker wie Wulfferine ein Liedchen singen, sondern auch gestandene Unternehmen, Staaten und Institutionen. Insofern sollte Facebook die Vorwürfe ernst nehmen und alles tun, um die Flammen nicht entfachen zu lassen. Einerseits durch die Distanzierung von Aktionen, wie die Lamebook-Causa und anderseits, durch die Offenlegung der Fehlerprotokolle. Authentizität und Transparenz sind die Motoren des Vertrauens. Leider haben beide Merkmale auf Facebook zu oft Kratzer abbekommen.</p>
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		<title>Der Gralshüter-Kongress und warum er so wichtig ist</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 12:38:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Weck</dc:creator>
		
	<dc:subject>Netzkultur</dc:subject>
	<dc:subject>event</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Derzeit läuft der 28. Chaos Communication Congress in Berlin. Der Hackerkongress, des Chaos Computer Clubs, der sich in gewohnter Tradition mit gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen rundum die Hackerszene auseinandersetzt. Das diesjährige Motto „Behind Enemy Lines“ klingt martialisch und ist ein Stück weit sicher auch so gemeint. Denn, die Anspielung ist, laut der Pressesprecherin Constanze Kurz, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[</p>
<p><img src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/12/ccc.gif" alt="28. Chaos Communication Congress" title="28. Chaos Communication Congress - Anne Roth" width="650" height="303" class="alignleft size-full wp-image-30575" /></a>Derzeit läuft der <a href="http://events.ccc.de/congress/2011/wiki/Main_Page" target="_blank" class="liexternal"><u>28. Chaos Communication Congress</u></a> in Berlin. Der Hackerkongress, des Chaos Computer Clubs, der sich in gewohnter Tradition mit gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen rundum die Hackerszene auseinandersetzt. Das diesjährige Motto „Behind Enemy Lines“ klingt martialisch und ist ein Stück weit sicher auch so gemeint. Denn, die Anspielung ist, laut der Pressesprecherin Constanze Kurz, angelehnt an das Thema Cyberwar. Das Thema, welches wir vermehrt im Jahr 2011 gelesen, gehört und manch einer vielleicht sogar gespürt hat.  Ebenso notwendig schien in diesem Jahr der Umgang mit Sicherheits- und Überwachungstechnik zu sein, nicht zuletzt auch durch die hitzige Debatte um den Staatstrojaner, der uns dieses Jahr begleitet hat. Gleich mehrere Redner haben sich mit thematischen Präsentationen in den Kongress eingebracht, wie z.B. Anne Roth mit Ihrem Vortrag: „Sachsen dreht frei: On-und Offlineüberwachung: Weil sie es können“  und Evgeny Morozov mit dem passenden Titel: „Marriage from Hell: On the Secret Love Affair Between Dictators and Western Technology Companies“.</p>
<p><span id="more-30559"></span></p>
<p>Die Wichtigkeit dieses Kongresses und der Handlungsfähigkeit seiner Teilnehmer scheint inzwischen unbestritten. So hat auch der ZEIT-Redakteur Kai Biermann in seinem Artikel „<a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-12/ccc-hacker" target="_blank" class="liexternal"><u>Das neue Selbstbewusstsein der Hackerszene</u></a>“, deutlich gemacht, dass es ohne sie eigentlich gar nicht mehr geht und dass sie wortwörtlich „wichtig für unsere Gesellschaft sind“. Das war allerdings nicht immer so. Schaut man sich die Berichterstattungen in den vergangenen Jahren an, so hat der Kongress richtig erst 2009 seinen Weg in die Qualitätsmedien gefunden, als der Kryptographie-Experte Karsten Nohl auf den mangelhaften Abhörschutz, des bis dahin standardisierten GSM-Telefonsystems, auf den Kongress hingewiesen hat. Geändert hat sich seitdem so einiges. Ganz klar. Denn der Fortschritt hat in den vergangenen Jahren einen immensen Schub in unserer Gesellschaft bekommen. So zitierte Biermann in seinem Artikel den kanadischen Autor Cory Doctrow mit den Worten: &#8220;Es gibt keine Flugzeuge, nur Computer, die fliegen. Es gibt keine Autos, es gibt nur rollende Computer. Es gibt keine Hörgeräte, keine Radios, keine Telefone mehr&#8221;. Wahre Worte, die inzwischen soweit jeder kapiert haben sollte. Selbst die, die sich nicht in den Tiefen der Codezeilen von Computerprogrammen bewegen.</p>
<p>Dass all diese alltäglichen Gegenstände und Objekte gehacked werden können, wurde auch in diesem Jahr oft genug unter Beweis gestellt. Viele dieser Hacks, wie zum Beispiel der <a href="http://www.golem.de/1105/83688.html" target="_blank" class="liexternal"><u>Datendiebstahl von Sony</u></a> dienten nur der Aufmerksamkeitsschaffung oder der Profilierungssucht einiger Hacker, doch gibt es auch Beispiele, die tieferen Beweggründen zugrunde liegen. Kreditkartenbetrug ist nur eines der Vergehen, mit dem Spezialisten oft hausieren gehen. Repressionen und der Handel mit Software, der autoritären Staaten zuspielt, ist ferner das Leib- und Herzthema des bereits oben erwähnten Sprechers Evgeny Morozov. Laut der <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/c-konferenz-in-berlin-hacker-dringen-auf-regeln-fuer-schnueffelsoftware-1.1244886" target="_blank" class="liexternal"><u>Süddeutschen Zeitung</u></a> vergleicht er Programme gerne mit Waffen und ist bekannt dafür, dass er das Potenzial des Internets für die Demokratie skeptisch sieht. Seine Keynote gibt einen Überblick über Firmen, die sich diesem Geschäft hingeben und Technologien, die heutzutage besonders im Nahen Osten und der ehemaligen Sowjetunion eingesetzt werden. Doch auch in Deutschland haben wir diese Probleme. Der Verdeutlichung des Einsatzes verschiedenster Schnüffelsoftware in Deutschland und die Aufdeckung dieser Skandale durch den Chaos Computer Club, ist einer der größten Erfolge, die der Verein zu verzeichnen hat. Die Offenlegung möglicher Sicherheitslücken in Programmen, aber auch die Aufdeckung von Skandalen durch den Missbrauch verschiedenster repressiver Programme ist eines der erklärten Hauptziele der Mitglieder des Chaos Computer Clubs, die einen wohlwollenden Ethos praktizieren.</p>
<p>Morgen ist der letzte Tag des Kongresses und der Erfolg gibt der Sache recht. Wir brauchen den Chaos Computer Club, den Ethos und den Kongress. Nie zuvor gab es einen so starken und mächtigen, verlängerten Arm der Demokratie in Deutschland. Während man damals mit Skepsis auf die Nerds und Geeks geschaut hat, gelten Sie heute als die Gralshüter der Internetbewegung. Chapeau!</p>
<p>Im Folgenden findet Ihr nun noch eine Liste einiger veröffentlichter Vorträge und Keynotes der bisherigen Sprecher des Chaos Communication Congresses, die Ihr auf keinen Fall verpassen solltet. Wenn euch ein weiterer Vortrag gefällt und ich diesen nicht aufgeführt habe, dann gebt mir bescheid. Alle konnte ich leider nicht sehen.</p>
<p>
<li>Anne Roth: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=5XRSSAZFPJ4" target="_blank" class="liexternal">Sachsen dreht frei: On- und Offline-Überwachung: Weil sie es können</a></li>
</p>
<li>Evgeny Morozov: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=slfkO4KN7_s" target="_blank" class="liexternal">Marriage from Hell: On the Secret Love Affair Between Dictators and Western Technology Companies</a></li>
<li>Andy Müller-Maguhn: <a href="" target="_blank">BuggedPlanet: Surveillance Industry &#038; Country’s Actings</a></li>
<li>Stefan Katzenbeisser: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=bMEejX4uANw" target="_blank" class="liexternal">Can trains be hacked?: Die Technik der Eisenbahnsicherungsanlagen</a></li>
<li>Lisa Thalheim, Uta Wagenmann: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ZO9plQC4AS0" target="_blank" class="liexternal">Almighty DNA?: Was die Tatort-Wahrheitsmaschine mit Überwachung zu tun hat</a></li>
<li>Kai Denker: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=y03McJiCZ0w" target="_blank" class="liexternal">Does Hacktivism Matter?: How the Btx hack changed computer law-making in Germany</a></li>
<li>Alexander Müller, Montserrat Graupenschläger: <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&#038;v=25lWyBJymZ4" target="_blank" class="liexternal">Politik hacken – Kleine Anleitung zur Nutzung von Sicherheitslücken gesellschaftlicher und politischer Kommunikation</a></li>
<li>Cory Doctorow: <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&#038;v=OyNmUmmQ0kI" target="_blank" class="liexternal">The coming war on general computation – The copyright war was just the beginning</a></li>
<li>Falk Lüke, Markus Beckedahl: <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&#038;v=OBTidHTEIOI" target="_blank" class="liexternal">Echtes Netz</a></li>
<li>Roger Dingledine, Jacob Applebaum: <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&#038;v=MsuJa1ri0z0" target="_blank" class="liexternal">How governments have tried to block Tor</a></li>
<li>Martin Haase: <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&#038;v=YCtpFKHrH_k" target="_blank" class="liexternal">Die Koalition setzt sich aber aktiv und ernsthaft dafür ein</a></li>
<div id="facebook_like"><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.netzpiloten.de%2F2011%2F12%2F29%2Fder-gralshuter-kongress-und-warum-er-so-wichtig-ist%2F&amp;layout=standard&amp;show-faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;font=arial&amp;colorscheme=light" scrolling="no" frameborder="0" allowTransparency="true" style="border:none; overflow:hidden; width:450px; height:auto;"></iframe></div>

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		<title>Animation: Transformer 3.1</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2011/12/09/animation-transformer-3-1/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 13:39:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
		
	<dc:subject>Netzkultur</dc:subject>
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		<description><![CDATA[In Indonesion entstand dieses Kleinod der Animationskunst. Hoffentlich wird/werden der/die Macher, es handelt sich offenbar um ein Mini-Studio im Hinterhof, jetzt berühmt und erfolgreich. Verdient hat er oder sie es. Denn das Animationsstudio hat bisher leider nur rund 250 Fans auf der Facebook-Page. Seht Euch unbedingt den vierminütigen Film an:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Indonesion entstand dieses Kleinod der Animationskunst. Hoffentlich wird/werden der/die Macher, es handelt sich offenbar um ein Mini-Studio im Hinterhof, jetzt berühmt und erfolgreich. Verdient hat er oder sie es. Denn das Animationsstudio hat bisher leider nur rund 250 Fans auf der<a href="http://www.facebook.com/pages/Lakon-Animasi/209083099142083?sk=wall" target="_blank" class="liexternal"> Facebook-Page</a>. Seht Euch unbedingt den vierminütigen Film an:<span id="more-30149"></span></p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/33383100?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" width="500" height="400" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
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		<title>Die Revolution der freien Informationen</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2011/11/30/die-revolution-der-freien-informationen/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 08:45:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Weck</dc:creator>
		
	<dc:subject>Netzkultur</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Das Internet umfasst derzeit mehr als eine Billion Seiten. Sich hier zurecht zu finden, geht nur über Suchmaschinen. Sie sind unser Zugang zum Web und all seinen Informationen. Laut Alexa, dem Analyseanbieter für Fragen rund um Webseitenaufrufe, sind die Hälfte der meistbesuchten Seiten im Netz Suchmaschinen. Allen voran Google, Yahoo und der chinesische Suchmaschinen-Riese Baidu.com. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/bbeckmann/3912539304/" title="Nur eine Diktatur braucht Zensur by benjaminbeckmann, on Flickr" target="_blank" class="liimagelink"><img src="http://farm4.staticflickr.com/3493/3912539304_d85fcc7daa.jpg" width="500" height="375" alt="Nur eine Diktatur braucht Zensur"></a>Das Internet umfasst derzeit mehr als eine Billion Seiten. Sich hier zurecht zu finden, geht nur über Suchmaschinen. Sie sind unser Zugang zum Web und all seinen Informationen. Laut Alexa, dem Analyseanbieter für Fragen rund um Webseitenaufrufe, sind die <a href="http://www.alexa.com/topsites" target="_blank" class="liexternal"><u>Hälfte der meistbesuchten Seiten</u></a> im Netz Suchmaschinen. Allen voran Google, Yahoo und der chinesische Suchmaschinen-Riese Baidu.com. Diese Seiten leisten einen großen Anteil in Bezug auf Wissensvermittlung und auch der Meinungsbildung. Werden Wissenslücken doch zunehmend über Suchmaschinenanfragen geschlossen. Umso mehr stellen sich in dem Zusammenhang auch die Fragen: Wie viel Macht darf eine solche Suchmaschine im Netz eigentlich haben und ist es schlau, dass diese Macht zentral in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen gebündelt wird? Gerade auch im Bezug darauf, dass diese Unternehmen auch staatlicher Kontrolle unterliegen, sollten vorherrschende Strukturen überdacht und Alternativen geschaffen werden. Für die Antwort dieser Fragen gibt es Licht am Ende des Tunnels. Erstmalig&#8230;</p>
<p><span id="more-29792"></span></p>
<p><strong>Zensur ist Alltag, man glaubt es nur kaum</strong></p>
<p>Dass wohl schärfste Beispiel für den Missbrauch des Vertrauens in Suchmaschinen und der Zensur durch staatliche Instanzen ist wohl Baidu.com. Im Zuge des sogenannten <a href="http://www.spiegel.de/thema/zensur_im_internet/" target="_blank" class="liexternal"><u>Golden Shield Projects</u></a>, das die Mechanismen der Internetzensur, durch die chinesische Regierung beschreibt, ist Baidu.com zu einem oft kritisierten Suchmaschinen-Anbieter weltweit geworden. Baidu.com gehört zu den ca. 40 chinesischen Unternehmen aus der Internet- und Telekommunikationsbranche, die sich der Unterstützung des Golden Shield Projects verschrieben haben. Offenkundig geht es dabei um die Bekämpfung von Betrügereien, der Eindämmung von Falschinformationen und Gerüchten sowie dem, anscheinend nicht nur in Deutschland beliebten K.O.-Kriterium, der Internet-Pornografie. Alles in allem eigentlich eine sinnvolle und zum Wohle der Öffentlichkeit durchaus nachvollziehbare Richtlinie. Doch werden diese drei Gebote gelegentlich auch im Sinne der Kommunistischen Partei der Volksrepublik anders ausgelegt und für einige – auch in China verfassungswidrige –  Handlungen ausgehöhlt. Im mindesten Fall handelt es sich um die innere Zensur als vorauseilenden Gehorsam.</p>
<p>So haben nicht zuletzt <a href="http://www.redakteur.cc/rog-gegen-internetzensur/" target="_blank" class="liexternal"><u>die Reporter ohne Grenzen</u></a> massive Kritik an Baidu.com in den vergangenen Wochen geübt. Ein Beispiel findet sich anhand einer Demonstration in der chinesischen Stadt Zhili, wo im Oktober gegen die Erhöhung von Steuergeldern protestiert wurde. Schnell ist der Protest zu einer Revolte geworden. Durch Zusammenstöße der Demonstranten mit Polizisten ergaben sich Unruhen, die natürlich auch im Netz heftig diskutiert worden und in deren Debatten sich der Konsens gegen ein Fehlverhalten der Demonstranten gebildet hatte. Kurzerhand reagierte die KP und ließ sämtliche Seiten zu dem Thema sowie alle Suchanfragen zu den Schlüsselwörtern „Zhili“, „Steuern“ und „Protest“ sperren. Ein Vorgehen welches keinesfalls als Ausnahme zu handeln ist. Und ein Unding, wenn man außerdem bedenkt, dass die Anzahl der chinesischen Internetnutzer in etwa die 500-Millionen-Marke erreicht hat und sämtliche möglichen Anfragen auf Baidu.com zu dem Thema ins Leere geleitet werden. Als ob dieser Protest nie existiert hätte.</p>
<p>Wer nun aber glaubt, dass so etwas im offenen und toleranten Westen nicht passiert, der irrt gewaltig. Unterliegen doch auch Google und Yahoo solchen regionalen Zensur-Befehlen. Google macht daraus auch keinen Hehl mehr und veröffentlicht in Form seines – <a href="http://www.netzpiloten.de/2011/11/10/eine-kritik-an-googles-transparency-report/" target="_blank" class="liinternal"><u>nicht ganz kritikfreien</u></a> – Transparency Reports jährlich die Anzahl der Zensurmaßnahmen durch Staaten. Viele Anfragen müssen dennoch außen vorgelassen werden, da sie unter anderem aus sicherheitspolitischen Gründen gar nicht veröffentlicht werden dürfen. Angeblich. Privatwirtschaftliche Unternehmen unterliegen nun mal dem Gesetz der Staaten, die sich nebenbei gesagt, gerne aus ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stehlen, um ihre eigenen Interessen zu decken. Die Dunkelziffer solcher Zensurmaßnahmen ist also um ein vielfaches höher. Hinzu kommt das Unternehmen wie Google und Yahoo sich in der Vergangenheit oft haben kaufen lassen. Um z.B. den <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,413805,00.html" target="_blank" class="liexternal">Markt in China</a> zu erobern, haben sich die beiden Giganten dazu hinreißen lassen, ebenfalls den Richtlinien des Golden Shield Projects folge zuleisten. Zum einen erfuhren die Nutzer also konkrete Google- und Yahoo-Zensur in China, zum anderen gibt es aber auch ähnliche Fälle in Europa und den USA. </p>
<p>Das Vertrauen in die Suche zum Thema <a href="http://www.shortnews.de/id/915054/Kampf-gegen-Internet-Piraterie-Google-sieht-sich-auf-dem-richtigen-Weg" target="_blank" class="liexternal"><u>Internet-Piraterie</u></a> wird zum Beispiel hierzulande, in Deutschland, aktuell völlig fehlgeleitet. Einige Begriffe die in dem Zusammenhang stehen, wurden aus den Autocomplete- und Instantservices von Google bereits seit Januar 2011 ausgeschlossen. Momentan werden diese Suchbegriffe wieder erweitert. Betroffen sind vor allem Filesharing-Plattformen wie The Pirate Bay oder Torrentfreak, die aber gar nicht in Deutschland sitzen und somit auch nicht unter deutsches Recht fallen. Unter dem Deckmantel des Urheberrechts muss der Konzern agieren. Ob er will oder nicht. Doch dieses Verhalten ist dennoch grundsätzlich nicht zu tolerieren. Ist das Netz, und alles was sich darin befindet, doch im Grunde frei und gehört weder Deutschland, noch China, geschweige denn Google oder Yahoo. Es gehört den Nutzern. Freilich gibt es auch Thematiken im Netz, deren Zensur augenscheinlich Sinn macht. Das möchte ich gar nicht bestreiten, doch ist die Meinung darüber doch oftmals sehr subjektiv und völlig dehnbar.</p>
<p>Unter dem Schutze des <a href="http://dejure.org/gesetze/StGB/130.html" target="_blank" class="liexternal"><u>§ 130 Strafgesetzbuches</u></a> wird zum Beispiel Volksverhetzung geahndet. Was berechtigterweise zur Löschung von rechts- und linksradikalen Seiten führt. Doch wie steht es eigentlich um Themen, die die Politik für sich beansprucht und darum gerne im Netz veröffentlicht sehen will? Stefan Niggemeier beispielsweise hat in seinem Blogpost: &#8220;<a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/blomige-worte-uber-volksverhetzung/?utm_source=feedburner&#038;utm_medium=feed&#038;utm_campaign=Feed:+StefanNiggemeier+%28Stefan+Niggemeier%29" target="_blank" class="liexternal"><u>Blomige Worte über Volksverhetzung</u></a>&#8220;, die BILD und den Chefredakteur Nikolaus Blome aufgrund seiner hetzerischen Artikel gegen das griechische Volk kräftig unter Beschuss genommen. Und er hat Recht mit dem was er sagt. Der BILD und Herrn Blome könnte man eine Volksverhetzung gegen die Griechen vorwerfen, wenn man sich Niggemeiers Argumente anschaut. Wieso ist die BILD eigentlich noch online? Und warum sperrt man dahingehende Suchbegriffe nicht einfach aus?</p>
<p><strong>Yet another Cyberspace!</strong></p>
<p>Die Thematik ist also nicht so einfach. Oder ist sie einfacher als wir denken? Eine Suchmaschine, die staatlichen Paradigmen und dem Zutun privatwirtschaftlicher Interessen entgegensteht, muss her. Eine Suchmaschine, die die Meinungsvielfalt bejaht und die sich dabei höchstens den freiheitlichen Grundgesetzen unterwirft. Es wird Licht am Ende des Tunnels, denn einen Schritt in die richtige Richtung unternimmt jetzt das <a href="http://yacy.net/de/" target="_blank" class="liexternal"><u>YaCy-Projekt</u></a> mit deren Suchmaschinen-Software. YaCy steht für „Yet another Cyberspace“ und  kann sich jeder installieren, der sich selber ein Suchportal aufbauen will. Die besondere Fähigkeit des Projektes laut den Entwicklern ist aber, die Vernetzung in ein Peer-to-Peer Suchmaschinennetzwerk. YaCy besteht aus momentan 600 unabhängigen <a href="http://www.flickr.com/photos/9770184@N06/1893116956/" title="verteilte Suchmaschine YaCy by mary_medova, on Flickr" target="_blank" class="liimagelink"><img src="http://farm3.staticflickr.com/2106/1893116956_23f9215b2c.jpg" width="200" height="200" alt="verteilte Suchmaschine YaCy" class="left"></a>Knoten und verzichtet komplett auf einen zentralen Server. Die Benutzer sind Teil des Netzwerkes und transportieren die Suchergebnisse von Computer zu Computer weiter. Jeder Nutzer kann auf YaCy suchen, aber auch gleichzeitig den Index erweitern. Das geschieht durch einen sogenannten Webcrawler den man losschicken kann oder durch die Verwendung des YaCy-Proxis auf den besuchten Webseiten. Der Proxy arbeitet dabei wie jede andere Kommunikationsschnittstelle, die die Anfragen entgegennimmt und sie auf andere Seiten weiterleitet.</p>
<p>YaCy ist sehr sinnvoll, wenn man sich die oben beschriebenen Verhältnisse um den freiheitlichen Informationsfluss anschaut. Die Motivation für das Projekt geht aber noch tiefer. <em>&#8220;Suche ist eine Grundfunktion für das meiste von dem, was wir im Internet tun. Für eine derart grundlegende Funktion können wir uns nicht auf einige wenige große Firmen verlassen und dabei unsere Privatsphäre riskieren&#8221;</em>, sagt der Projektleiter Michael Christen. Privatsphäre ist nämlich das andere große Angstthema, welches dem Vertrauen der Nutzer, auf den Magen schlägt. Google und Co. sind bekannt für deren Datenhunger und der gleichzeitigen Vermarktung dieser Informationen zum Zwecke der Werbung. YaCy schlägt auch hier den herkömmlichen Anbietern ein Schnippchen. Suchanfragen werden verschlüsselt, bevor sie den Computer des Nutzers verlassen und werden somit für andere im Peer-to-Peer-Netzwerk unkenntlich gemacht. Laut <a href="http://www.golem.de/1111/88040.html" target="_blank" class="liexternal"><u>Golem.de</u></a> wird außerdem die Reihenfolge, in der die Suchergebnisse ausgegeben werden, vom Rechner des Nutzers selber erstellt. Somit gibt es keinen Sichtbarkeitskampf mehr unter den Webmastern. SEO-Maßnahmen betreibt der Nutzer selber, indem ihm mit der Zeit die Seiten angezeigt werden, die seinen Interessen und Bedürfnissen entsprechen. Somit haben wir ein freies Suchmaschinennetzwerk, welches sich dem Terror durch Cookies, der Profilbildung und der Kommerzialisierung der Suche völlig entzieht.</p>
<p>YaCy hat das Zeug dazu eine Revolution loszutreten, die so mancher Machtinstanz, sei sie staatlicher oder privatwirtschaftlicher Natur, das Damoklesschwert über den Köpfen kreisen lassen kann. Im Moment verfügt das Projekt über vergleichsweise weniger Inhalte als bei Google oder Yahoo, was an der geringen Anzahl der Peers, also der Nutzer liegt. Das ist das große Manko von YaCy. Doch wie so oft bei Revolutionen, beginnt der Protest im Kleinen, ja fast im Verborgenen und kann durch winzige Flügelschläge am anderen Ende der Welt zu massiven Stürmen führen, die schon so manche alte Eiche entwurzelt haben.</p>
<p></p>
<p><small>YaCy-Screenshot &#8211; zum Vergrößern klicken</small><a href="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/11/yacy.gif" class="liimagelink"><img src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/11/yacy.gif" alt="" title="yacy" width="500" height="401" class="alignleft size-full wp-image-29803" /></a></p>
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		<title>DOKU: ON THE BRINK</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2011/11/07/doku-on-the-brink/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 08:30:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Wittkewitz</dc:creator>
		
	<dc:subject>Netzkultur</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Diese 20minütige Dokumentation diskutiert Auswirkungen der vernetzten Gesellschaft auf eine spannende Weise: In On The Brink we discuss the past, present and future of connectivity with a mix of people including David Rowan, chief editor of Wired UK; Caterina Fake, founder of Flickr; and Eric Wahlforss, the co-founder of Soundcloud. Each of the interviewees discusses [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese 20minütige Dokumentation diskutiert Auswirkungen der vernetzten Gesellschaft auf eine spannende Weise:</p>
<p>In On The Brink we discuss the past, present and future of connectivity with a mix of people including David Rowan, chief editor of Wired UK; Caterina Fake, founder of Flickr; and Eric Wahlforss, the co-founder of Soundcloud. Each of the interviewees discusses the emerging opportunities being enabled by technology as we enter the Networked Society. Concepts such as borderless opportunities and creativity, new open business models, and today&#8217;s &#8216;dumb society&#8217; are brought up and discussed&#8230;</p>
<p><span id="more-28806"></span></p>
<p><iframe width="500" height="284" src="http://www.youtube.com/embed/R7cuatm_bqw" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Die Welt erklärt in drei Strichen</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2011/09/23/die-welt-erklart-in-drei-strichen/</link>
		<comments>http://www.netzpiloten.de/2011/09/23/die-welt-erklart-in-drei-strichen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 08:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raimar Oestreich</dc:creator>
		
	<dc:subject>Netzkultur</dc:subject>
		<guid isPermaLink="false">http://www.netzpiloten.de/?p=26556</guid>
		<description><![CDATA[&#8230;ist der Titel des Buches von Mikael Krogerus und Roman Tschäppeler, das am 29. September im Kein&#038;Aber Verlag seine Premiere feiert. Schon allein der Titel ließ mich über die Vereinfachung vielschichtiger Verhältnisse nachdenken. Das Internet wurde in den letzten Jahren von einfachen, meist bildlichen Darstellungen komplexer Sachverhalte geradezu überschwemmt. Meist sind es sogenannte &#8220;Infographics&#8221; die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;ist der Titel des Buches von Mikael Krogerus und Roman Tschäppeler, das am 29. September im <a href="http://keinundaber.ch" target=_blank class="liexternal">Kein&#038;Aber Verlag</a> seine Premiere feiert.
<p>Schon allein der Titel ließ mich über die Vereinfachung vielschichtiger Verhältnisse nachdenken. Das Internet wurde in den letzten Jahren von einfachen, meist bildlichen Darstellungen komplexer Sachverhalte geradezu überschwemmt. Meist sind es sogenannte &#8220;Infographics&#8221; die Euphorie und Frust zugleich auslösen. Die informativen Bilder, die Text und Zeichnung vereinen, sind regelrecht zu Spam avanciert&#8230;<span id="more-26556"></span></p>
<p><a href="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/09/Die_Welt_erklaert_in_drei_Strichen.jpg" class="liimagelink"><img src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/09/Die_Welt_erklaert_in_drei_Strichen.jpg" alt="" title="Die_Welt_erklaert_in_drei_Strichen" width="300" height="350" /></a><br />
Fotoquelle (Ausschnitt): Krogerus&#038;Tschäppeler (2011): Die Welt erklärt in drei Strichen, Zürich: Kein&#038;Aber, S. 16f.<br />
© Kein&#038;Aber Verlag</p>
<p>In dem Buch von Krogerus und Tschäppeler visualisieren die Autoren 50 praktische Modelle &#8211; einfache Strichzeichnungen, die unsere Welt erklären. Zum Beispiel: Warum Justin Bieber der neue Michael Jackson ist? Der King of Pop ist wiederum durch einen Pfeil mit Jesus verknüpft. Man beachte: In der Mathematik symbolisiert der Pfeil kausale Zusammenhänge. Auf anschauliche Weise erklären sich die grundlegenden Umwälzungen der letzten Jahrzehnte in dem Buch.<br />
Um den Leser nicht zu langweilen und dem Zweifel vorzubeugen, dass die Welt nicht mit ein paar Pfeilen zu erklären ist, sind die kausalen Begriffsketten etwas unübersichtlich auf eine Seite gedrängt. Sie ergeben ein feinmaschiges Netz, das den Eindruck einer handfesten, aber komplexen Theorie erzeugt.<br />
Frage ich mich also: Wie einfach darf die Vereinfachung sein?</p>
<h2>Einfacher geht&#8217;s nicht</h2>
<p><a href="http://www.geniscarreras.com" target=_blank class="liexternal">Genis Carreras</a> aus London macht es sich extrem einfach. Mit ein paar prägnant reduzierten Symbolen veranschaulicht er die Bedeutung ganzer philosophischer Konzepte. Auf die Frage, die über Jahrtausende, seit dem Sündenfall in der Bibel, Menschen beschäftigt: &#8220;Was ist der Freie Wille?&#8221;, antwortet Carreras mit kleinen blauen und weißen Dreiecken.</p>
<p><a href="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/09/Freier_Wille.jpg" class="liimagelink"><img src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/09/Freier_Wille.jpg" alt="" title="philoposters" width="300" height="425" class="alignleft size-full wp-image-26558" /></a><br />
Bildquelle: http://www.geniscarreras.com/philosophy.html<br />
© Genis Carreras</p>
<p><a href="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/09/Relativismus.jpg" class="liimagelink"><img src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/09/Relativismus.jpg" alt="" title="philoposters" width="300" height="425" class="alignleft size-full wp-image-26559" /></a><br />
Bildquelle: http://www.geniscarreras.com/philosophy.html<br />
© Genis Carreras</p>
<p><a href="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/09/Autoritarismus.jpg" class="liimagelink"><img src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/09/Autoritarismus.jpg" alt="" title="philoposters" width="300" height="425" class="alignleft size-full wp-image-26560" /></a><br />
Bildquelle: http://www.geniscarreras.com/philosophy.html<br />
© Genis Carreras</p>
<p>Mir drängt sich die naive Kinderfrage auf, die meist nicht Dinge vereinfacht, sondern eine nicht enden wollende Lawine von weiteren Fragen auslöst: &#8220;Warum?&#8221;</p>
<h2>Die Ideologie der Reduktion</h2>
<p>&#8220;Just for fun&#8221;, würde vielleicht der junge Katalanische Grafiker sagen, der mit seinen geometrischen Figuren den Stock Taylor Benson Graphic Design Award 2011 gewann.<br />
Als im Klassenkampf noch kein Gedanke an eine Spaßgesellschaft verloren wurde, stellte <a href="http://www.gerdarntz.org/" target=_blank class="liexternal">Gerd Arntz</a> in seinem Holzdruck &#8220;Arbeitslose&#8221; schwarzweiss die Dekadenz des Großbürgertums wartenden Arbeitslosen gegenüber. Eine Reduzierung der Welt auf Proletarier und Großbürgerliche ganz im Sinne des sozialistischen Zeichners. Dass der damaligen Gesellschaft auch andere Bevölkerungsschichten angehörten, lässt sich nur vermuten.<br />
Die Reduktion der Wirklichkeit geht also Hand in Hand mit einem Zwecke oder einer Ideologie. Während bestimmte Dinge weggelassen werden, finden andere in den Zeichnungen besondere Aufmerksamkeit.</p>
<p>Dass geometrische Figuren uns die Welt erklären, ist so alt wie die Höhlenmalerei der Chauvet-Höhle in den französischen Alpen. Im Internetzeitalter scheinen sie aber eine neue Bedeutung zu bekommen. Infographics erleben einen Boom wie nie zuvor. Man beachte, dass auch auf <a href="http://www.netzpiloten.de/" target=_blank class="liinternal">netzpiloten.de</a> die interessantesten Infographics präsentiert werden. Ist das eine Antwort auf die wachsende Komplexität im Netz?</p>
<h2>Die Komplexität des Internets</h2>
<p>Die Komplexität unserer Realität hält Einzug ins Internet. Die Zeiten, in denen eine Suchmaschine eine Suchmaschine ist, sind vorbei. Google Plus, Facebook &#038; Co. integrieren jede erdenkliche Funktionalität, um die Nutzer zu binden. Sie bilden Systeme, um einen Begriff von Niklas Luhmann zu verwenden, in denen ich mich wie im Alltag routiniert zurecht finden kann. Sie reduzieren das Wirrwarr im Internet auf ein Maß, mit dem ich zurecht komme.<br />
Ich habe gelernt, Nachrichten zu verschicken, Kommentare zu schreiben und zu zeigen, dass mir etwas gefällt. Schon vor Jahren zeigten Online Studien, dass die Internet-Nutzung in hohem Maße habitualisiert ist. Es werden gezielt einzelne Adressen aufgerufen. Um die Komplexität des Internets zu reduzieren, legen sich Nutzer ihr individuelles &#8220;Koordinatensystem&#8221; für das Netz zurecht. Dennoch finde ich, die Politik mal ausgenommen, nirgendwo so viele Vereinfachungen für komplizierte Sachverhalte wie im Internet. </p>
<h2>Google-Fetisch</h2>
<p><a href="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/09/Michael_Jackson.jpg" class="liimagelink"><img src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/09/Michael_Jackson.jpg" alt="" title="Michael_Jackson" width="300" height="424" class="alignleft size-full wp-image-26561" /></a><br />
Bildquelle: http://firstfloorunder.com/2011/02/typodesign_strips-michael-jackson/<br />
© <a href="http://www.h-57.com/" target=_blank class="liexternal">H-57</a></p>
<p>Ob ebooks über das schnelle Geld oder Infografics, die mit wenigen Strichen die Biographie berühmter Persönlichkeiten nachzeichnen, im Internet hat sich ein weiterer, einzigartiger Nutzen der Komplexitätsreduzierung entwickelt.<br />
Sogenannter Spam sammelt sich in virtuellen Bergen an. Der Internetmüll hat nur einen Zweck: Backlinks, die bei Google zu einer lukrativen Positionierung führen. Durch das Teilen und Verteilen von Infographics im Web wird mit jeder Grafik ein Link gesetzt.<br />
Wie bei einem Fetisch im Sinne von Karl Marx verlieren Infographics ihren eigentlich Sinn. Ihr Zweck, komplexe Themen überzeugend zu visualisieren, wird allein auf den Tauschwert reduziert, der mit der &#8220;Google-Währung&#8221; Backlinks gemessen wird. Die Frage, wer profitiert von einer Komplexitätsreduktion bezieht sich also nicht mehr auf den Inhalt, sondern auf die Infographic als Objekt an sich.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Es bleibt, der Mensch versucht, sich zurecht zu finden. In der Realität wie im Internet verringern Systeme Komplexität. Wichtig bleibt die Frage: Wer zieht daraus den größten Nutzen?<br />
Vereinfachte Darstellungen komplexer Sachverhalte sind schön und gut, doch zu fragen bleibt, zu welchem Zweck sie erstellt worden sind &#8211; sowie, was die Bilder weglassen und was sie betonen.</p>
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		<title>Mini-Doku: Visual Culture Online</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 07:30:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Weck</dc:creator>
		
	<dc:subject>Netzkultur</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Hier seht Ihr eine Mini-Doku zum Thema Internet-Meme vom US-Sender PBS. Der Non-Profit Sender schreibt dazu: &#8220;For decades now, people have joined together online to communicate and collaborate around interesting imagery. In recent years, the pace and intensity of this activity has reached a fever pitch. With countless communities engaging in a constant exchange, building [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/09/PBS-Logo.png" alt="PBS Logo" title="PBS Logo" width="180" height="96" class="left" /></a>Hier seht Ihr eine Mini-Doku zum Thema Internet-Meme vom US-Sender PBS. Der Non-Profit Sender schreibt dazu:</p>
<p> <em>&#8220;For decades now, people have joined together online to communicate and collaborate around interesting imagery. In recent years, the pace and intensity of this activity has reached a fever pitch. With countless communities engaging in a constant exchange, building on each others&#8217; work, and producing a prodigious flow of material, we may be experiencing the early stages of a new type of artistic and cultural collaboration. In this episode of Off Book, we&#8217;ll speak with a number of Internet experts and artists who&#8217;ll give us an introductory look into this intriguing new world.&#8221;</em></p>
<p><span id="more-25575"></span></p>
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		<title>Open Learn: Studieren für jedermann</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2011/08/23/open-learn-studieren-fur-jedermann/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Aug 2011 07:45:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volker Agüeras Gäng</dc:creator>
		
	<dc:subject>Netzkultur</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Die Open University &#8211; 2005 von britischen Studenten auf Platz 1 im Universitätsranking gehievt &#8211; bietet seit Oktober 2006 auf &#8220;OpenLearn&#8221; freien Zugang zu über 570 Kursen für Jedermann egal ob mit oder ohne Abitur. Damit ist &#8220;OpenLearn&#8221; ein sinnvoller Einstieg auf dem Weg zum Studium. Angefixt von der hohen Qualität der Kurse, können dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www3.open.ac.uk/study/" target="_blank" class="liexternal">Open University</a> &#8211; 2005 von britischen Studenten auf Platz 1 im Universitätsranking gehievt &#8211; bietet  seit Oktober 2006 auf &#8220;<a href="http://www.open.ac.uk/openlearn/about-openlearn/study" target="_blank" class="liexternal">OpenLearn</a>&#8221; freien Zugang zu über 570 Kursen für Jedermann egal ob mit oder ohne Abitur. Damit ist &#8220;OpenLearn&#8221; ein sinnvoller Einstieg auf dem Weg zum Studium. Angefixt von der hohen Qualität der Kurse, können dann an der &#8220;Open University&#8221; die meisten Kurse auch ohne jegliche vorherige Qualifikation einschließlich Gratifikation durchlaufen werden. Ein weiteres spannendes Projekt innerhalb &#8220;OpenLearn&#8221; ist der &#8220;<a href="http://labspace.open.ac.uk/course/category.php?id=15" target="_blank" class="liexternal">LabSpace</a>&#8221; . Höher gratifizierte Studenten können hier nach einer Anmeldeprozedur Lehrmaterialien herunterladen, diese modifizieren und wieder hochladen, um sie im Ausstausch mit anderen Studenten stetig zu verbessern und an die Bedürfnisse der Studierenden anzupassen. Auf &#8220;LabSpace&#8221; finden sich auch noch weitere Instrumente wie &#8220;<a href="http://labspace.open.ac.uk/course/view.php?id=2236" target="_blank" class="liexternal">FlashVlog</a>&#8220;, eine Anwendung , die es erlaubt nahezu live Video-Tagebücher anzulegen oder das &#8220;<a href="http://labspace.open.ac.uk/course/view.php?id=2923" target="_blank" class="liexternal">Knowledge Mapping</a>&#8221; , ein Softwaretool für die visuelle Aufbereitung von Wissen. Bleibt nur noch die Frage, wann darf mit einer copycat in deutscher Sprache gerechnet werden?</p>
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		<title>Jugendschutz: JusProg soll Kinder im Web schützen!</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2011/08/18/jugendschutz-jusprog-soll-kinder-im-web-schutzen/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 07:45:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Weck</dc:creator>
		
	<dc:subject>Netzkultur</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Erstmalig hat die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) ein Jugendschutzprogramm als „positiv“ bewertet. Die Rede ist von der Software JusProg, die grundsätzlich den Anforderungen des § 11 Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) entspricht. Laut dem KJM Vorsitzenden Prof. Ring ist damit ein wichtiger Schritt getan, um den altersdifferenzierten Zugang zum Internet zu verbessern und Eltern bei der Medienerziehung zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.netzpiloten.de/wp-content/uploads/2011/08/Stop.gif" alt="Stopschild" title="Stop" width="158" height="151" class="left" /></a>Erstmalig hat die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) ein Jugendschutzprogramm als „positiv“ bewertet. Die Rede ist von der Software <a href="http://www.jugendschutzprogramm.de/software.php" target="_blank" class="liexternal"><u>JusProg</u></a>, die grundsätzlich den Anforderungen des § 11 Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) entspricht. Laut dem KJM Vorsitzenden Prof. Ring ist damit ein wichtiger Schritt getan, um den altersdifferenzierten Zugang zum Internet zu verbessern und Eltern bei der Medienerziehung zu unterstützen. Kritik gibt es allerdings dennoch von Seiten einiger Netzaktivisten, die der Meinung sind, dass der Jugendschutz im Internet eine falsche Richtung nimmt.</p>
<p><span id="more-24418"></span></p>
<p>Das Programm vom JusProg e.V. soll Kinder von unpassenden Inhalten abschirmen. Das Programm schaltet sich demnach zwischen dem Browser und den Webservern und sperrt Inhalte, die nicht dem Alter gerecht sind. Welches Alter der User besitzt, wird vorher eingestellt. Das Programm arbeitet dabei mit einer Filterliste, die sich aus rund einer Millionen Domains zusammensetzt und in bestimmte Inhalts- und Altersraster einstuft. Sobald der User auf eine Domain geht, wird die Liste entsprechend abgesucht und anhand des voreingestellten Alters entweder ausgegeben oder zensiert. Die Listen wiederum werden von Crawlern erstellt, die anhand einiger Schlüsselwörter (Keywords) Seiten als bedenklich einstufen. Laut JusProg e.V. wird aber jede Seite dann noch einmal einer menschlichen Prüfung unterzogen, um eine ungerechte Zensierung zu vermeiden.</p>
<p>Die Zuordnung ist im besten Fall subjektiv (oder fast zufällig?) und kann natürlich somit auch willkürlich vollzogen werden. So wird z.B. laut dem ZDF Blog <a href="http://blog.zdf.de/hyperland/" target="_blank" class="liexternal"><u>Hyperland</u></a> auch Wikipedia als ungeeignet gehandelt und für Kinder unter 12 Jahren geblockt. Dabei kann man wohl kaum von einer erotischen oder gewaltverherrlichenden Seite sprechen. Auf die Frage hin, wie es zu einem Ranking solcher Seiten wie Wikipedia kommt, gibt JusProg e.V. zu, dass die Kriterien nach der die Webseiten erfasst werden umfangreich und noch in der Erprobung sind und weitergehend auch noch Diskussionsstoff bieten. Man möchte aber klarstellen, dass man sich bei dem Ranking ausschließlich auf die Inhalte und der Jugendschutzrelevanz bezieht und dass auf Geschmäcker oder Meinungen keine Rücksicht genommen wird. Im Fall Wikipedia sicherlich kritisch zusehen, dient die Seite doch eigentlich eher der Aufklärung. Und genau da kommt es meiner Meinung nach nämlich wieder zum Eklat.</p>
<p>Anstatt Kindern das Internet zu zensieren, sollte man wohl eher Kindern das Internet erklären und ihnen von klein auf eine entsprechende Kompetenz mit dem Medium beibringen. Sicherlich haben pornografische und gewaltverherrlichende Seiten keinerlei bildenden Charakter, aber deshalb kann man die Existenz der beiden Themen im Leben und auch auf Wikipedia doch nicht leugnen und sie in die Zensur packen. Das Kriterium „bildender Charakter“ ist jedenfalls kein schwaches Kriterium und sollte auch im Filterprozess einfließen. Ansonsten wird der Jugendschutz nämlich zur Jugendabschottung und bringt auch keinerlei gesellschaftlichen Nutzen!</p>
<p>Wer das anders sieht und die Software gerne nutzen möchte, dem will ich sie allerdings nicht vorenthalten. Ihr könnt sie auf <a href="http://www.jugendschutzprogramm.de/download.php" target="_blank" class="liexternal"><u>www.jugendschutzprogramm.de</u></a> runterladen. Viel zu sehen gibt&#8217;s dann aber nicht mehr im Netz. Soviel kann ich versprechen.</p>
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