Die Gesternbranchen blasen zur letzten Jagd auf die, die sie Raubkopierer nennen. Dabei überspielt der ganze Trubel doch nur, dass sich die Manager im kollektiven Dornröschenschlaf befunden haben. Profitieren werden nun andere, insbesondere Apple.

Kampf um das Copyright - Bestraft uns

Der liebwerteste Zeit-Gichtling Adam Soboczynski ist ein heldenhafter Kämpfer für die Rechte von geknechteten, gebeutelten und verarmten Künstlern, die in den Fängen von freibeuterischen Piraten bald ein Dasein am Hungertuch fristen müssen. Die Wochenblatt-Edelfeder macht sich wenig Gedanken, wie das Vollzugsdefizit des Urheberrechtes beseitigt werden kann und schreibt in unnachahmlicher Klarheit, dass sich die Künstler mit ihrer Protestnote „Wir sind die Urheber“ bemerkenswert kompromisslos in Szene setzen. Achtung, ich verdinge mich jetzt als Kopist und zitiere Sobo in Auszügen, bitte nicht abmahnen:

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Das Urheberrecht ist derzeit mal wieder Thema Nummer Eins. Es streiten sich Urheber, Verwerter und Nutzer zugleich. Dabei reden viele auch einfach aneinander vorbei und für einige ist es derzeit nur noch schwer nachvollziehbar, wer eigentlich welche Positionen vertritt. Ich habe unter all den vielen Künstlern, die Buchautorin des Romans „Suna“, Pia Ziefle, einmal für ein Interview begeistern können und wollte nunmehr Ihre Sicht der Dinge zu der aktuellen Debatte erfahren sowie einen Einblick ihrer persönlichen Erfahrungen bekommen. Heraus kam ein sehr interessantes Gespräch.


Hallo Pia, schön dass du heute Zeit für mich gefunden hast.

Hi Andreas, sehr gerne!

Die Debatte um das Urheberrecht unterliegt derzeit einer ziemlich heftigen Diskussion, die weit über das Handeln von Politikern und Rechtsexperten hinausgeht. Der Spiegel zählte jüngst mehr als 1.500 prominente Autoren, Künstler und Schauspieler, die vor der Abschaffung des Urheberrechts warnen. Müssen sich Kreative tatsächlich vor dem Ende des Urheberrechts fürchten? Oder glaubst du da werden mehr Ängste geschürt, als tatsächlich notwendig sind? Welchen Standpunkt vertrittst du selber, als Buchautorin, in dieser Debatte?

Pia ZiefleEs wird kein Ende des Urheberrechtes geben - am Ende des Tages werden alle ums Lagerfeuer sitzen und sich einig geworden sein. Es schwirren viele Kampfbegriffe herum, und noch mehr Halbwissen aus einem einfachen Grund: Das Urheberrecht in seiner bestehenden Form gibt einen Handlungsrahmen vor, innerhalb dessen Urheber, Verwerter und Nutzer agieren können. Dieser Rahmen ist sehr weit gesteckt und lässt sehr sehr viel Spielraum für individuelle vertragliche Regelungen. Das hat unter anderem zur Folge, dass wir unglaublich viele Gruppen von Urhebern haben, die unter dem Dach des Urheberrechtes vereint, die ganze Zeit aneinander vorbei reden. Die einen sind Sachbuchautoren, die zweiten Musiker, die dritten Wissenschaftler, Fotografen etc. Dazu kommt, dass alle Urheber ihre Werke in verschiedenen Arbeitssituationen schaffen: die einen sind angestellt, die anderen frei, sie schaffen im Auftrag, oder sie schaffen ein Werk und verkaufen es dann. Jede dieser Situationen benötigt andere vertragliche Regelungen, um Sicherheit zu schaffen für Auftraggeber, Nutzer und Urheber.

Mein Standpunkt ist der des autonomen Urhebers, der seinen Markt und dessen Gesetze kennt, für den die Verträge die er unterschreibt keine Bücher mit sieben Siegeln sind, und der mit den Verwertern seiner Werke auf Augenhöhe agieren kann.

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Eigentlich versuchen wir Netzpiloten uns unparteiisch zu geben. Keine direkte Werbung für irgendwelche Parteien. Keine Heroisierung irgendwelcher Polit-Meister und ihrer Adepten. Bestenfalls berichten wir und stellen so manche Sache auch mal in Frage. Das ist unser Anspruch.

Wir Urheber

Was die Haltung in der Urheberrechtsdebatte angeht, sind wir aber geprägt und haben eine klare Meinung, die wir auch nicht immer für uns behalten (wollen!). Seit dem das Handelsblatt und seit gestern auch die ZEIT mit propagandistischer Finesse dem geneigten Leser „die“ Urheber vorstellte, die gegen ein neues Urheberrecht sind, versucht auch der betroffene Bürger, sich in irgendeiner Weise eine Stimme zu verschaffen. Zumeist über Blogs bzw. über Meinungsträger im offenen Web.

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Im Streit um geistiges Eigentum geht es auch um den Erhalt von alten Verwertungsketten. Das Urheberrecht ist jedoch auch Profitbremse – wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt.

Die Lautsprecher der Gestern-Branchen

In Anlehnung an Hagen Rether wird jetzt gesungen: „Die Verwertungskette darf nicht unterbrochen werden.“ „Die Verwertungskette darf nicht unterbrochen werden.“ „Die Verwertungskette darf nicht unterbrochen werden.“ Oder vielleicht doch? Was passiert, wenn Urheber von Büchern, Musik, Kunst, Design, Software oder Produkten das Geschäft nicht mehr mit Maklern, Beratern, Agenten, Vertriebsorganisationen, Gebühreneintreibern oder Zwischenhändlern machen? Die Urheber werden nicht mehr mit mickrigen Tantiemen oder irgendwelchen Brosamen der Verwerter abgespeist, sondern können direkt am Verkauf ihrer Werke partizipieren – mit geringeren Overhead-Kosten und viel höherer Rendite. Das schmeckt natürlich den Machtmonopolisten in den alten Industrien überhaupt nicht. Nehmen wir die E-Books von Amazon, die mit einem Kampfpreis von 9,99 Dollar verkauft werden. Nach der Kostenlogik der Verlagskonzerne ist das Preisdumping. In Wahrheit spart man sich die Produktion von teuren Hardcover-Ausgaben und die Autoren werden sogar mit viel höheren Honoraren entlohnt und müssen sich nicht mehr mit den Knebelverträgen der Verleger herumschlagen. Die Verwertungskette ist eben sehr viel kürzer und die Zwischenverdiener machen keinen Reibach mehr – aber: „Die Verwertungskette darf nicht unterbrochen werden.“

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Die Berliner Gazette-Redakteurin Leonie Geiger hat zwei anonyme Künstler getroffen, die eine Reihe von spontanen Videointerviews mit dem Namen Systemfrage 2011+ gefertigt haben und zukünftig weiterführen werden. Es ist interessant und immer wieder erfrischend von solchen Projekten zu lesen und deshalb bekommt Ihr hier, liebe Leser, noch einmal einen gesonderten Lesetipp nachgeschoben. Um was es bei dem Projekt genau geht, lest Ihr im Folgenden.

videoatonaleDer Arabische Frühling, die Bewegung Occupy Wallstreet und die weltweiten Anti-AKW-Demonstrationen - 2011 war das Jahr des politischen Protests. Zwei Künstler haben ihn seit vergangenem Sommer begleitet. Bislang haben sie rund 80 Videoclips gemacht: Interviews mit Demonstranten, die die Geschehnisse in der Politik hinterfragen. Sie alle kommen zu Wort, ohne unterbrochen oder geschnitten zu werden. Berliner Gazette-Gastredakteurin Leonie Geiger hat die beiden Künstler getroffen, die anonym bleiben wollen, damit nicht sie, sondern das Projekt im Vordergrund steht. Ein Interview...

Das ganze Interview weiterlesen auf berlinergazette.de

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acta ein überblickImage by zigazou76 (Some rights reserved)

Das Handelsabkommen ACTA (Anti Counterfeiting Trade Agreement) – seit 2007 verhandelt u.a. von der EU, den USA, Japan und Kanada – sorgt für Wirbel. Die Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern spitzen sich in Deutschland zu. Seit Januar 2012 wird ACTA von allen Medien vermehrt thematisiert und zieht die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit auf sich.

Das Anti-Piraterie-Abkommen ist für die Einen – insbesondere für die Verwertungsindustrie und Wirtschaftsverbände – eine Chance, die Produkt- und Markenpiraterie auf internationaler Ebene einzudämmen. Für die Anderen ist ACTA eine Gefahr für die Meinungsfreiheit und den Datenschutz im Internet.

Gestern und heute finden ACTA-Anhörungen von einigen Fraktionen im Europäischen Parlament statt. Die Diskussionen sind also noch nicht vorbei. Um sich eingehend über das umstrittene Handelsabkommen informieren und sich eine Meinung bilden zu können, werden hier ein paar Links zusammengeführt, die einen Überblick über ACTA geben sollen.

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Die Irrtümer der Verwertungsindustrie und ihrer Adepten – Aktive Fans statt Urheberrechtskontrolle

Verlage, Musikindustrie und Künstler wehren sich in einer Kampagne gegen die “Umsonstkultur” des Netzes, die es allerdings in der behaupteten Form gar nicht gibt. Die Adepten der Verwertungsindustrie laufen den falschen Ideen hinterher. Das hat der Kulturwissenschaftler und Mitherausgeber des Sammelbandes “Vergessene Zukunft – Radikale Netzkulturen in Europa” Felix Stadler im Interview mit tagesschau.de deutlich gemacht. Die alten Bezahlmodelle seien am Ende – die Zukunft der Kultur liege im Schwarm:

    “Bislang waren wir als Leser oder Zuhörer dazu verdammt, passiv zu konsumieren. Durch die neuen Medien verschwimmen die Rollen zwischen Autor und Publikum und Zuhörer aber immer mehr”, so Stadler.

Wichtiger Punkt, der bei dieser gesamten massenmedial ausgerichteten Sender-Empfänger-Propaganda schön unter den Tisch gekehrt wird.

Die Gesellschaft verkomme nicht, betont Stadler. Sie stelle sich nur die Frage: Was ist wertvoll?

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Ja, schon wieder einer dieser Artikel über das Urheberrecht. Lesern, Hörern und Zuschauern geht es so langsam ein wenig auf die Nerven. Urheberrecht hier, Umsonstkultur da und mitten drinnen äußern sich immer wieder Personen, deren Objektivität man nun wirklich nicht mehr einschätzen kann. Tatsächlich ist die Debatte um das Urheberrecht schon lange keine Debatte mehr, sondern verkommt allmählich immer mehr zur Schlammschlacht. „Das ist billige Propaganda“ erklärte uns Gunnar Sohn zum Beispiel vor einigen Tagen, als er sich zur Handelsblatt-Depesche „Mein Kopf gehört mir!“ geäußert hat, die sich gegen die sogenannte Umsonstkultur richten sollte. Kein Tag vergeht, an dem man nicht irgendeinen „Spezialisten“ dazu reden hört.

Angefangen mit Sven Regner, der sich fühlt als würde man ihm „ins Gesicht pinkeln“, über eine GEZ-geneigte Kolonne von Tatort-Autoren, die sich durch die „Lebenslügen“ im Internet bedroht fühlen, bis hin zu solch „Experten“ wie Hans-Peter Friedrich, Jette Joop und Philipp Rösler, die sich in der oben genannten Kampagne als „kreative Köpfe“ ihrer Interessen beraubt sehen. Der neueste Clou kam aber von DJ und Labelboss Paul van Dyk. Dieser äußerte sich im Tagesspiegel-Interview zu ACTA und der Piratenpartei kritisch:

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Hier mal noch ein gesonderter Linktipp zum Blog von Bruno Kramm. Herr Kramm hat sich tatsächlich mal die Mühe gemacht, jedem "Urheber" der 100 Köpfe aus der Handelsblatt-Depesche zu antworten. Außerdem gibt er einen Einblick in die Vorgeschichte dieser Kampagne.


Kommentar zu den 100 Köpfen

"Bevor man sich im Detail mit der propagandistischen Großinquisition des Handelsblattes „Kreative hört die Signale“ und „Mein Kopf gehört mir“ auseinander setzen kann, muss man die Vorgeschichte beleuchten, aus welcher die Initiative zu dieser und noch vielen folgenden Beiträgen hervorging und die Fehlinformationen bewusst in Kauf nehmend, einsetzt."

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#Umsonstkultur #Piraten #Verlegerinteressen #Lobby

Mein Kopf gehört mir...

Da haben sich die Verleger aber eine hübsche Kampagne ausgedacht, die jetzt in Etappen über die klassischen Massenmedien ausgegossen wird. Nach der Wutrede von Sveni Regner und dem offenen Brief der GEZ-beseelten Tatort-Autoren werden nun im Handelsblatt 100 “kreative” Schriftsteller, Sänger, Künstler, Werber, Softwareentwickler und Unternehmer in Szene gesetzt, um gegen die “Umsonstkultur” im Internet und deren politischen Protagonisten, die Piraten, zu protestieren. Das ist wohl ein bislang einmaliger Vorgang in der Untergangsgeschichte des medialen Establishments, dass sich Meinungsbildner nicht nur vor den Karren von Lobbyinteressen spannen lassen, sondern expliziert gegen eine politische Partei lamentieren, die in Deutschland noch nirgendwo in der politischen Verantwortung steht. Peinlich auch der verkrampfte 68er-Habitus der Handelsblatt-Titelseite: “Mein Kopf gehört mir!”

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Hier müsste eigentlich der Wochenrückblick stehen. Ob Google eine gute Strategie fährt mit seiner Neuausrichtung, ob sich die Sonstigen (früher bekannt unter dem Namen FDP) einen Gefallen getan haben mit dem Bashing der Piratenwähler, ob am Ende Facebook bald eine valide Alternative mit Good Privacy erhalten wird, sowas würde hier eigentlich stehen...

Über all dieses und noch viel mehr hätte ich gern weiter geschrieben. Aber heute ist mein letzter Tag als Redaktionsleiter bei netzpiloten.de (früher blogpiloten.de) und ich schaue wehmütig auf die letzten 30 Monate zurück. Es gibt Tage, da gehen mir die Nabelschauen der Internetexperten und ihrer Vasallen gehörig auf den Geist. Es gibt Tage, da erreicht die Relevanz des Internet für mich kaum die Höhe eines Flohsprungs. Aber im Grunde bin ich noch immer beeindruckt von der Wucht, die vom Web ausstrahlt.

In anderen Ländern, da ist aus dem Internet eine Medienmasse geworden. Ganze Volksgruppen oder gar Völker betrachten sich selbst in den 1000 Spiegeln, die die Unzahl an Webseiten darstellt. Ich habe das Netz vor einem Jahr bei telepolis als Massenvergewisserungswaffe bezeichnet. In vielen Ländern, deren Kultur auf arachischen Stammesstrukturen basiert, entdecken die Frauen das Web als Mittel der Befreiung...

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Die Geschichte des animierten GIF (Mini-Doku)Johnny Häusler hat es schon ganz richtig bemerkt: Das GIF ist eines der wichtigsten Netzkultur-Bausteine überhaupt. Unzählige Memes wurden mithilfe dieses Dateiformates im Web geboren und hielten nicht zuletzt via Mail-Clients Einzug in die Büros zur allgemeinen Freitagsbelustigung. PBS Arts hat dem Stück Kulturgut nun eine eigene Mini-Doku gewidmet. Zu sehen gibt es sie hier:

(Ein derzeit neues Meme auf Basis des animierten GIF, findet Ihr außerdem hinter diesem Link. Lustig!)

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fata morganaImage by Mila Zinkova (Some rights reserved)

Die vielbeschworene Netzgemeinde wird zum Carnifex (Scharfrichter) und sieht sich gerne in dieser Rolle. Als fünfte Instanz will sie gesehen werden und gilt dabei oft als homogene Masse, die sich zuweilen explosionsartig hervorhebt und das Beil auf diejenigen niederlässt, die es wagen, sich anders zu positionieren. Das ist das Bild der sogenannten Netzgemeinde - von oftmals konservativen 60iger-Jahre-Gestalten. Für sie gilt die Netzgemeinde als sagenumwobenes Gebilde aus Einsen und Nullen menschlichen Ursprungs. Sie tritt ein für ihre Belange. Vorratsdaten nein! Netzneutralität ja! Revolution durch Facebook, aber hallo! Sie ist sich einig von Martha Müller bis Manfred Mustermann. Doch die Netzgemeinde ist eine Fata-Morgana. Es gibt sie eigentlich nicht. Vielleicht gab es sie mal. Doch das ist lange her...

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Ich bin ja kein Freund der Kindermädchen-Ideologie unserer staatlichen Datenschützer, die mich ohne meine Zustimmung vor dem Datenausverkauf retten wollen und sich heldenhaft gegen Google, Facebook und Co. positionieren. Das ist die eine Seite der Medaille. Was ich aber vorgestern schon über die Vorteile eines sanften Paternalismus geschrieben habe, sollten sich auch die amerikanischen Internet-Größen an die Nase kleben. Es muss zumindest eine Opt out-Funktion geben. Wenn ich einer Sache widerspreche, muss das vom Anbieter respektiert werden und nicht mit Löschung oder Ignoranz bestraft werden. Friss oder stirb – so kann man mit den Nutzern nicht umgehen. Diese Mentalität spielt den Datenschützern in die Karten, mit härteren Interventionen zu reagieren. Besser wäre es, Abweichungen vom Standardprogramm einzuräumen. Das gilt beispielsweise für die neue Datenschutz-Erklärung von Google:

"Die neue Erklärung tritt am 1. März in Kraft. Ohne ihr zuzustimmen, wird man anmeldepflichtige Google-Dienste nicht mehr nutzen können. Die einzige Alternative ist, sie abzulehnen und sein Google-Konto zu löschen. Tritt ein oder geh, mehr Möglichkeiten gibt es nicht. Google legt damit seine gut 60 derzeitigen Datenschutzerklärungen zusammen und macht eine daraus. Lediglich der Browser Chrome, das Betriebssystem Chrome OS, Google Wallet und Google Books sind nicht davon betroffen. Google lobt die Vorteile des Ganzen, Kritiker monieren, Google sei böse geworden, jetzt ganz offiziell", berichtet Basic Thinking.

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Dass soziale Netzwerke im Zuge der arabischen Revolution als wertvolles Instrument der Demokratie gelobt wurden, ist bekannt und gerechtfertigt. Blogger und Aktivisten haben über Facebook und Twitter die Massen organisiert und so eine beispiellose Revolution losgetreten, die dem schlechten Image - gerade vom Zuckerberg-Imperium - lange Zeit einen Heiligenschein aus fremden Federn gesichert hatte. Neuerdings zeichnet sich aber ein anderes Bild ab: Über Facebook wurden einige Stimmen in den letzten Wochen immer lauter, die erklärten, dass bestimmte politische Inhalte zensiert werden. Facebook jedoch dementiert das: „Facebook hat kein Interesse daran, die Veröffentlichungen bestimmter Inhalte zu kontrollieren“, entgegnet Facebooks deutsche PR-Stimme Tina Kulow auf kritische Stimmen...

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