Steve Becket, Chef des Warp-Labels und Wegbegleiter Autechres seit ihrer ersten LP, antwortete in einem älteren Interview auf die Frage, welchem seiner Künstler er es am ehesten gönnen würde, in einem Space-Shuttle abzuheben: "Ganz bestimmt Autechre. So etwas würden sie sich bestimmt nicht entgehen lassen und ihre Musik passt auch sehr gut in den Weltraum!" In fast jeder Autechre-Kritik ist die Rede von "Geräuschen, die ausserirdischer nicht mehr sein könnten", vom "Sound, um eines Tages in einer anderen Welt aufzuwachen." Während man den Kollegen Squarepusher eher mit schwitzenden Jazzimprovisationen assoziiert, Aphex Twin mit Horrorsoundtracks und exzentrischem Humor, waren Autechre immer die weltfremden Raumschiff-Helden aus der Zukunft...

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Ich bin ja mit DAF, KFC und Fehlfarbens Monarchie und Alltag sozialisiert worden. Insofern war Ideal, Nina Hagen oder gar Nena für uns eher eine Strafe. Ideal hatte mit Effjott noch viel Glück. Als dann deutsche Texte über die Fantastischen Vier wieder salonfähig wurde, ahnte ich Schreckliches. Bands wie Juli, Wir sind Helden oder Silbermond hatten das Schreckliche vollständig erfüllt. Aber es gab ja noch die Sterne und Tocotronic zum Ausgleich.

Aber Rettung naht. Zwei Songs im Radio reichten, um mich zu amazon zu treiben und heute ist das Ding in meinem CD-Player. Sommermusik pur. Manchmal überschreitet es fahrlässig diese und jene Grenze des guten Geschmacks. Immer wenn es nicht bemüht ist, hat es Stil. Am Ende hat man wunderschönen Songs gelauscht, atmosphärischen Krach gehört und dem wilden 70er und 80er Jahre Exzess der Effektgeräte eine Seite abgerungen, die schon tot schien. Man experimentiert wieder - ohne Samples. Endlich. Die bis in den letzten Click hinein perfektionierten Arrangements der amerikanischen Studios hat man sich als Negativbeispiel genommen und einfach Musik produziert und nicht Produkte auf einen Markt hin optimiert. Ort, Farbe Stimme etc., Glitzer und in müden haben das Zeug zu großer Berühmtheit. Genau genommen noch mindestens drei weitere Stücke. Prädikat: Sehr empfehlenswert. Diese Band ist offenbar ein besonderer Wein, der langsam reift und dann zum Jahrhunderttropfen wird. Man wünscht den Jungs aber doch, dass jemand beim finalen Mastern einfach alles mit viel Fingerspitzengefühl durch eine der schönen Kisten von Universal Audio schickt. Aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau, das in Deutschland lange Jahre nicht im Ansatz erreicht wurde. Allererste Sahne. Meine persönliche CD das Jahres schon jetzt!
NUFA nehmen DAF, Durutti Column, Fehlfarben, Wishbone Ash, Sterne und Einstürzende Neubauten an die Hand und führen sie zurück auf das Wesentliche: Unsichtbare Kraft. Absichtslose Leidenschaft. Der Hang zu Nebengleisen.
Kaufen das Ding, wer immer auf ein Crossover zwischen Rock, Indie, Krach und sentimentalen Texten steht. Ach ja, manche Songs sind zeitweise übrigens süß wie Sirup, das passt und ist weit entfernt von Krach. Macht nichts. Die Texte reißen es eh raus. [MEHR]
Gerade war das Seoul Philharmonic Orchestra im Rahmen einer Europa-Tournee in Deutschland unterwegs. Dabei kam auch La Valse von Maurice Ravel zur Aufführung.

Schwarze Wolken ziehen am Himmel entlang. Ein dunkler Bläserklang erhebt sich knurrend aus der Tiefe, Flöten trillern leise um Hilfe. Eine unheimliche Atmosphäre lässt erahnen: wo diese Musik her kommt, wächst kein Gras mehr. Schnitt. Liebliche Harfenklänge umspielen verzauberte Streicherglissandi. Die Melodie eines Wiener Walzers erklingt – fragil, phantastisch – und wird schon nach ein paar Takten wieder von dem Unheil in die Tiefe gerissen.
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Wer etwas älter als die digital natives ist, der kennt noch Everything But The Girl, deren Sängering Tracey Thorn hat eine neue Platte 'Love And Its Opposite' gemacht. Einige werden ihre Stimme aus von Massive Attack oder Style Council CDs kennen. Ein Genuss, den uns NPR.org zur Verfügung stellt. [MEHR]
Die französischen Shootingstars der letzten Jahre sind unbestritten Phoenix um den deutsch-französischen Frontman Thomas Mars. Spätestens seit sie als Vorgruppe von Air unterwegs waren, sind sie einem großen Publikum bekannt. Im Rahmen der Streetgigs-Reihe können sie beim Konzert am 24. Juni live und kostenlos auf dem Parkdeck der Koelnmesse bewundert werden. Tickets und Infos dazu hier! [MEHR]
Jaron LanierAuch Visionäre kommen in die Jahre – niemand hat das in den vergangenen Monaten eindrücklicher demonstriert als Jaron Lanier. In den 80ern gehörte er zu den Cool Kids der Netzszene, schraubte an Ideen für „virtuelle Ideen“, begann, an diversen US-Eliteunis Computerwissenschaften zu unterrichten. Gut zwanzig Jahre später hat er sich vor allem aufs Ablehnen verlegt. Kollektive Projekte im Internet? Digitaler Maoismus, sagt der heute 50-jährige Dreadlockträger. Projekte wie Wikipedia oder Linux sind in seinen Augen antidemokratisch, weil sie der Idee anhängen, dass das Kollektiv über eine allwissende Weisheit verfüge, die man zentral bündeln und lenken müsse. An die Stelle eines kreativen Individuums würde ein digitaler Mob treten – doch historisch, so meint er, seien es stets Individuen gewesen, die den Fortschritt befeuert hätten.
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Gestern schrieb mir Klaus Frevert. Er macht bei einem Video-Contest für das beste Video zu einem Moby-Stück mit. Er möchte, dass Ihr es Euch anseht und eventuell dafür votet, wenn es Euch gefällt. Na dann...


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via @furukama [MEHR]
Bass Vom 19.-20.2.2010 fand an der Universität Köln eine Konferenz zur Medialität der Musikwahrnehmung und Aisthesis statt. Der Begriff Medialität - man könnte vielleicht auch von Vermitteltheit sprechen - weist dabei auf mehrere Aspekte hin.
Erstens auf den grundsätzlich McLuhan'schen Gedanken, dass ein Medium eine Umgebung darstellt, die spezifische Effekte produziert. Auch bei der Medialität geht es also immer um etwas speziell Vermittelndes. Wenn man das Medium austauscht, bekommt man andere Effekte, andere Environments. Dass es ohne Medium keine Botschaft gibt, ist die zweite, letztlich ebenso deutliche wie triviale Lesart von ›Mediality‹. Medien - technologische Verbreitungsmedien oder symbolische Kommunikationsmedien - sind essentiell für Konzepte wie Information, Bedeutung oder Intention im Zusammenhang der Musikwahrnehmung. Perzeption von Musik in diesem Sinne bedeutet immer schon Medialität - Understanding Media, mit oder ohne iPod (siehe auch Rolf Großmann, "Konstruktiv(istisch)e Gedanken zur 'Medienmusik'".
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Seit sie online sind, ist soundcloud das Lieblingskind der Musikblogger und -produzenten: Hübsch, einfach und richtig gut auf die Bedürfnisse von Leuten zugeschnitten, die gemeinsam an Musik arbeiten wollen. Wie Kollaboration, gute Musik und schicke Social-Web-Lösungen zusammengehen, dafür interessiert sich natürlich auch die Musikindustrie. Weshalb Soundcloud zur Cebit Sounds anreisen wird - der ersten Veranstaltung, auf der die Computermesse IT und Musiklabels zusammenbringen werden. Blogpiloten.de haben mit Alexander Ljung gesprochen - über seine Weigerung, bei den Musiklabels zu missionieren, die neue Kooperation mit Hypemachine und die Zukunft von mp3. [MEHR]
Grüne Lichtpunkte zeichnen schemenhaft eine Person nach, Elektrogepumpe, "Gravity is my enemy" - so meldet sich Elektro-Hiphopperin M.I.A. (bürgerlich Maya Arulpragasam) nach ihrer letzten Platte 2007 zurück. [MEHR]
Myspace ist Standard für die Präsentation einer Band im Netz. Aber wie und wo kann man gemeinsam mit bekannten und unbekannten Musikern Songs machen, remixen, überarbeiten? Bei www.tracksandfields.com können Musiker oder Bands einzelne tracks online stellen und remixen (lassen). Zum Start dürfen Remixer im Rahmen eines Contests sogar an Hand an Wolfmother legen! [MEHR]
Ende des Jahres - Zeit für Rückblicke der Musikblogger.
Christian Ihle, der übrigens auch das gesamte restliche Jahr lesens- und hörenswerte Posts auf Lager hat, krönt die besten zehn Alben und die zehn besten Popsongs des Jahres. Mit dabei: Pete Doherty, die Pet Shop Boys, La Roux und Dizzee Rascal. [MEHR]
4093850862_8cd090f19a Kein Bandmitglied ist über 20. The XX wurde 2005 im Süden Englands gegründet und haben sich dieses Jahr vom Geheimtip zur Kultband gemausert. [MEHR]