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Auch Visionäre kommen in die Jahre – niemand hat das in den vergangenen Monaten eindrücklicher demonstriert als Jaron Lanier. In den 80ern gehörte er zu den Cool Kids der Netzszene, schraubte an Ideen für „virtuelle Ideen“, begann, an diversen US-Eliteunis Computerwissenschaften zu unterrichten. Gut zwanzig Jahre später hat er sich vor allem aufs Ablehnen verlegt. Kollektive Projekte im Internet? Digitaler Maoismus, sagt der heute 50-jährige Dreadlockträger. Projekte wie Wikipedia oder Linux sind in seinen Augen antidemokratisch, weil sie der Idee anhängen, dass das Kollektiv über eine allwissende Weisheit verfüge, die man zentral bündeln und lenken müsse. An die Stelle eines kreativen Individuums würde ein digitaler Mob treten – doch historisch, so meint er, seien es stets Individuen gewesen, die den Fortschritt befeuert hätten.
Leander Wattig über die Chancen des digitalen Publizierens from Ulrike Langer on Vimeo.
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Vor einem Vierteljahr hat der FAZ-Autor Jauer begonnen, einen Artikel über lächerliche deutsche Blogger zu schreiben. Rechtzeitig zur re:publica10 Mitte April war er dann in Print und online zu lesen. Dass es dort mit der Wahrheit oder der Würde der dargestellten Personen nicht so klappte, mag viele Gründe haben. Vielleicht war es einfach nur Gehorsam gegenüber dem Ressortchef und Herausgeber, dessen aktuelles Buch mysteriöse Verschwörungstheorien über die Auswirkungen von Algorithmen und Computerprognosen verbreitet, über die besagte Blogger öffentlich herzogen. Aber wahrscheinlich sitzt der Stachel sehr viel tiefer.
"Wie wäre es, wenn wir alle gleichzeitig unsere angesparten Bonusmeilen spenden und zum Beispiel 700 Milliarden Dollar in Afrika investieren würden?" Wer Thomas Herrmanns' Buch über die Irrungen und Wirrungen im alltäglichen Flugverkehr liest, wird nicht selten wissend schmunzeln, zuweilen laut auflachen oder - bei zarten Gemütern - auch mal eine Kloß im Hals schlucken müssen. Denn die Beobachtung der professionellen Flieger, der Passagiere und der Zustände drumherum ist nicht nur brüllend komisch - sondern sehr realistisch. Insofern könnte auch mal der eine oder andere Kundenbeauftragte reinschauen und sehen, was man noch verbessern könnte.
Digitale und gedruckte Information - inhaltlich ein zwingender Widerspruch des Mediums? Ich würde gerne mal wieder morgens nicht am Computer, sondern bei einem Kaffee mit einer Zeitung sitzen. Allerdings finde ich in der momentanen Zeitungslandschaft kein Produkt, das meinen Ansprüchen und Gewohnheiten entgegenkommen könnte. Meine Informationsstrategie hat sich in den letzten Jahren durch die Entwicklungen im Internet entscheidend geändert.
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In einem lesenswerten Beitrag zur Reihe der Süddeutschen Zeitung Wozu noch Journalismus hat Jakob Augstein von der freitag Stellung genommen. Er hat eine Abhandlung über Gay Talese geschrieben, den amerikanischen Journalisten, der durch solche Sätze polarisiert:
"Wir Journalisten sollten eine Religion der Ungläubigkeit predigen! Ein Heiliger Orden der Ungläubigen, das sollten wir sein. Wir sollten unseren Dienst in Klöstern der Wahrheit tun, über die Schriften gebeugt. Und diese Klöster sollten weit, weit weg sein von den Palästen."[MEHR]