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	<title>Netzpiloten.de - das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0 &#187; Gastautoren</title>
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	<description>Netzpiloten surfen oberhalb der Wolkendecke. Seit 1998 entdecken wir mit Euch, dass das Web mehr zu bieten hat als bedruckte Seiten hinter Glas.</description>
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		<title>Fluch der Karibik: Schwarzes Gold</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 10:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Khafif</dc:creator>
		
	<dc:subject>Gastautoren</dc:subject>
	<dc:subject>Gesellschaft</dc:subject>
	<dc:subject>Menschen</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Zum besonderen Engagement der US Navy auf Haïti nach dem Beben und den möglichen wirtschaftlichen und politischen Beweggründen. Von Gastblogger Daniel Khafif. Die Üblichen Verdächtigen schrieben es bereits einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben auf Haïti in ihre Blogs und glichen krächzenden Krähen auf den Totenbergen von Port au-Prince: Wieso das massive Engagement der US [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/wp-content/uploads/2010/02/karibik-gold.jpg" alt="Öl-Raffinerie" /><br />
<em>Zum besonderen Engagement der US Navy auf Haïti nach dem Beben und den möglichen wirtschaftlichen und politischen Beweggründen. Von Gastblogger <a href="http://www.8-9-10.net" target="_blank" class="liexternal">Daniel Khafif</a>.</em><br />
<br/><br />
Die Üblichen Verdächtigen schrieben es bereits einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben auf Haïti in ihre Blogs und glichen krächzenden Krähen auf den Totenbergen von Port au-Prince: Wieso das massive Engagement der US Navy im Armenhaus der Karibik und vor allem – warum so schnell?<br />
<br/><span id="more-10319"></span><br/><br />
<em><strong>Oh, Katrina!</strong></em><br />
<br/><br />
Erinnern wir uns: Es war der 28. August 2005, als „Katrina“ mit der Kategorie Stufe 5 seine höchste Intensität erreichte und die Golfküste der USA, insbesondere die Küsten von Louisiana, Mississippi, Alabama und vor allem den Großraum New Orleans unter Wasser setzte, verwüstete und über 1.800 Menschen das Leben kostete. Etwa 1 Million Menschen wurden obdachlos, viele können in ihre zerstörten Häuser bis jetzt noch nicht zurück und leben in Trailerparks rund um Houston, Texas.<br />
<br/><br />
Der finanzielle Schaden durch „Katrina“ betrug nach offiziellen Schätzungen 81,2 Milliarden US-$. Teile des historischen French Quarter und weitere Stadtbezirke von New Orleans wurden bis heute nicht wieder aufgebaut. Insofern wundert es schon, daß die aktuelle Regierung  unter Präsident Obama, trotz enormen Haushaltsdefizits, sowohl finanziell, logistisch wie militärisch so intensiv im verwüsteten Haïti operiert, während gleichzeitig viele Bürger New Orleans’ noch immer auf ein ebensolches Engagement warten.<br />
<br/><br />
Und nun zu den Krähen: Die schrecklichen Bilder aus Haïti, die wir diesseits des Atlantiks nach dem Beben empfangen, reichen sicherlich kaum an das tatsächliche Grauen vor Ort heran und haben eine große Schar Anteilnehmender  und sogar die Charity-Muffel zu spontanen Spenden bewogen – diese Mal vor allem über Buchungsservices via Mobil – Account, Facebook- und Twitterlinks. Auch ich habe wiederholt per Mobiltelefon hoffentlich helfende Euros in mehr oder weniger nachvollziehbar seriöse Fonds gespendet. Obwohl ein flaues Gefühl im Magen bleibt: Kommt die Hilfe an oder bläht sich erstmal die Rentenrücklage von Vodafone oder Telekom auf? Die Krähen riefen aufgeplustert: „Nicht spenden! Ihr finanziert die US-Falken!“ Ignoriert. Das Ami-Bashing ist doch old school. Gehörte zum guten Ton unter Bush. Aber nicht doch bei Obama! Und Krähen tragen doch immer schwarzes Gefieder, egal zu welchem Wetter.<br />
<br/><br />
<em><strong>Akkreditierte Helfer</strong></em><br />
<br/><br />
Kurz nach dem omnipräsenten  Eintreffen der Marines kamen immer mehr kritische Töne von den internationalen Hilfsorganisationen vor Ort: Nachbarschaftshilfe aus Kuba: Verweigert. Ärzteteams aus Jamaica:  Während ihres Dienstes im Bebengebiet zurückgewiesen. Venezuela: Bloß die nicht! Brasilien? Wollen die jetzt noch dicker werden? Einzig die ehemalige Hegemonialmacht Frankreich ließ sich nicht so schnell in die Schranken weisen, die in der Karibik fern jeder EU-Verordnungen schneller intervenieren konnte, als im heute weniger kooperativen Maghreb, dem eigentlichen Hinterhof Galliens. Generell haben es die Europäer, liegt ja nahe, etwas einfacher mit der Soforthilfe, als die trotz eigener Sorgen hilfsbereiten Nachbarstaaten. Es scheint ein wenig wie bei einem Filmfestival, wo die Wahrscheinlichkeit, eine begehrte Akkreditierung zu bekommen, mit der jeweiligen Entfernung des Wohnortes zum Festivalort zunimmt.<br />
<br/><br />
<em><strong>Wo’s raucht, gibt’s Brennstoff&#8230;</strong></em><br />
<br/><br />
Nun stolpert der aufmerksame Leser immer mehr über Berichte, welche die vermutlich großen Ölvorkommen vor der haitianischen Küste als auch in den Tiefen der Karibikinsel selbst beschreiben: Demnach, so berichten bereits am 28. Januar 2008 auf der haitianischen Website von „<a href="www.metropolehaiti.com" title="Link zu www.metropolehaiti.com" target="_blank" class="liinternal">Radio Metropole</a>“ gäbe es <span style="color: #16181a;">unter</span> Haïti<span style="color: #16181a;">’s Oberfläche grosse Erdölvorkommen, sowie strategisch</span> <span style="color: #16181a;">wichtige Erze, unter anderem Uran 235 und Uran 238 (!) sowie Zirconium im </span><span style="color: #16181a;"><em>Jacmel</em></span><span style="color: #16181a;">-Gebiet. Beide äußerst seltenen Elemente werden bekanntermaßen sowohl für den Bau von Atombomben als auch Brennstäben verwendet.</span><br />
<br/><br />
<span style="color: #16181a;">&#8220;Ferner“, so Daniel Mathurin, „haben wir 20 Stellen auf </span>Haïti<span style="color: #16181a;"> mit Ölvorkommen identifiziert&#8221; und meint weiter, „dass 5 davon von Experten der Petroindustrie und Politikern als sehr wichtig angesehen werden: Das Zentralplateau, einschließlich der Region </span><span style="color: #16181a;"><em>Thomond</em></span><span style="color: #16181a;">, -der Ebene </span><span style="color: #16181a;"><em>Cul-de-sac</em></span><span style="color: #16181a;"> und die Bucht von </span><span style="color: #16181a;"><em>Port-au-Prince</em></span><span style="color: #16181a;">, sind voll von Erdöl“, sagt Mathurin und fügte hinzu, „dass die Ölreserven von </span>Haïti<span style="color: #16181a;"> grösser seien als die von Venezuela, einem der weltgrößten Ölförderländer &#8211; &#8220;</span> Haïti<span style="color: #16181a;"> habe zum Vergleich so viel mehr Erdöl als Venezuela, wie ein Glas Wasser und ein olympisches Schwimmbecken.&#8221; </span><br />
<br/><br />
Die Ölblasen im Sediment der Windwardpassage zwischen den Inseln Kuba und Hispaniola seien so groß, daß damit auch die Regierung von La Habana auf einen Schlag unabhängig vom Devisenbetteln wäre. Huch!?<br />
<br/><br />
<em><strong>Umzingelt von Neureichen?</strong></em><br />
<br/><br />
Im Klartext: Wenn diese Ausführungen stimmen sollten, hätten die USA auf einen Schlag keine armen, nostalgisch-sozialistischen Republiken mehr vor der Nase, die von den gesetzten Medienbeobachtern  und Investoren (außer China!) bestenfalls belächelt würden, sondern unabhängige, reiche Nachbarn, die sich nicht so leicht gängeln ließen.<br />
<br/><br />
Sogar Jamaica, das seiner Beziehung mit </span>Haïti<span style="color: #16181a;"> meist nicht gerade freundschaftlich verbunden war, würde von den Ölvorkommen profitieren. Da alle Inselstaaten im Gegensatz zu Mexiko, Brasilien oder Venezuela eine relativ kleine Bevölkerungszahl besitzen, würde sich der Wohlstand durch das generierte Ölgeschäft  &#8211; idealerweise &#8211; auch breiter in der Gesellschaft verteilen.<br />
<br/><br />
Weniger Korruption. Weniger Zwischenstopps von Kurieren und Geldwäschetransfers über die Drogenkartelle Mexicos und Kolumbiens? Das wäre ja ein Traum für die drei sprachlich unterschiedlichen, doch in ihrer traditionellen Armut sehr ähnlichen Großen Antillen. Ein Traum, der dem American Dream ein jähes Aufwachen bereiten würde. Könnte dieses wahrscheinlich große Vorkommen von Rohstoffen und Bodenschätzen das wirkliche Motiv für die &#8220;Besetzung&#8221; von Port au-Prince und Übernahme der Kontrolle durch 10.000 US-Soldaten sein?  Muß es wieder so enden? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Also gehen wir etwas in die Tiefe und schauen, ob weitere Quellen von Ölquellen veröffentlicht wurden:<br />
<br/><br />
<em><strong>Viele Stimmen, eine Vorahnung</strong></em><br />
<br/><br />
Hier ist es u. a. die jamaikanische Zeitung „The Jamaican Observer“, die in punkto Seriösität und Sprachstil ein Vorbild nicht nur in der karibischen Medienlandschaft darstellt:  Der langjährige Redakteur + Kolumnist Bill Maxwell fragte bereits 2004 in dieser Zeitung: &#8220;<a href="http://www.haitiaction.net/News/JM/jm8_1_4.html" title="Link zu haitiaction" target="_blank" class="liexternal">Is there Oil in Haïti?</a> Und drückt hier gleich die Ängste karibischer Bewohner aus, demnach das Aufspüren neuer Bodenschätze den Antillen eben nicht helfen, sondern wieder in eine Ära des Quasi-Kolonialismus zurückwerfen würde.<br/><br/><br />
Autor Dr. George Michel aus Haïti geht in seinem Beitrag im Forum „<a href="http://kiskeyanconnection.com/modules.php?name=News&amp;file=article&amp;sid=58" title="Link Kiskeyan Connections" target="_blank" class="liexternal">Kiskeyan Connections</a>“<span style="color: #0000ff;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://kiskeyanconnection.com/modules.php?name=News&amp;file=article&amp;sid=58" target="_blank" class="liexternal"></a></span></span> bereits weiter und fordert die lokale  Unterstützung zur Ausbeutung haitianischer Ölquellen und bilaterale Handelsabkommen mit Kuba, Jamaica, Venezuela und der Dominikanischen Republik.<br />
<br/><br />
Die in Port Au-Prince geborene amerikanische Lyrikerin, Schriftstellerin und Rechtsanwältin <strong>Marguerite Laurent aka Ezili Dantò</strong> schreibt bereits am 13. Oktober 2009 über das Engagement von USA und UN auf Haiti aufgrund der <a href="http://open.salon.com/blog/ezili_danto/2009/10/13/oil_in_haiti_-_economic_reasons_for_the_unus_occupation" title="Link zu salon.com" target="_blank" class="liexternal">reichen Ölvorkommen</a>.<br />
<br/><br />
Ezili Dantò, ebenso Vorsitzende der haitianischen Rechtanwaltsvereinigung <em>Haitian Lawyers Leadership Network</em></span><span style="color: #262626;"> (HLLN) &#8211; die  auch den abgesetzten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide als Anwältin vertreten hat &#8211; erinnert daran, daß Aristide zum Ende seiner Amtszeit Pläne für die Entwicklung Haitis verfasst und in Buchform veröffentlicht hat: Darin seien die Rohstoffvorkommen Haitis zum ersten Mal amtlich und detailliert aufgeführt gewesen. 2004 wurde Aristide dann, je nach Lesart mit Wohlwollen und/oder Unterstützung der Bush – Administration aus</span><span style="color: #262626;"> seinem Land vertrieben. <br/><br />
Wem all diese älter datierten Autorenbeiträge (und davon gibt es zahlreiche) zu einseitig erscheinen: Am Dienstag, den 02. Februar 2010, also NACH dem Beben,  berichtete sogar der eher konservativ orientierte US-Nachrichtendienst Bloomberg von den großen Erdölvorkommen auf und um Haïti, „die hier“, so Geologe Stephen Pierce, „durch das jüngste Erdbeben aufgebrochen und freigelegt wurden“. Ach! Schon wetzen die Petrofirmen ihre Bohrer: Pierce ist Exploration Manager, der in Dallas, Texas ansässigen Zion Oil &amp; Gas Inc.  und fährt fort: „Eine Entdeckung solcher Ölvorkommen könnte die Wirtschaft des Landes nachhaltig stimulieren und regt weitere Bohrungen und Ölsuche an!“<br/><br/></p>
<p><em><strong>Mit den großen Hunden pinkeln?</strong></em><br />
<br/><br />
Die Wirtschaft welchen Landes profitiert hier? Jedenfalls war Haïti s PM Jean-Max Bellerive am Montag, 01. Februar in Montreal und wurde sowohl von Kanadas Außenminister Lawrence Cannon als auch der US – Secretary-of-State Hillary Clinton empfangen. Da geht ein Kleiner mit den großen Hunden pinkeln? <a href="http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601072&amp;sid=aUqFB_GbhRYM" title="Link zu bloomberg" target="_blank" class="liexternal">Stephen Pierce abschließend</a>: „ Haïti ist vom Standpunkt der öl- und Gasindustrie weit weniger entwickelt als beispielsweise sein Nachbar, die Dominikanische Republik. Man könnte hier weit mehr erarbeiten!“.<br />
<br/><br />
<em><strong>Inflationäres Öl – ohne Ende</strong></em><br />
<br/><br />
Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer: Nun schleicht uns leise die Frage an, weshalb die Regierungen von Haïti, die offenbar schon länger wissen, auf was für einem prallen Ölfass sie schlummern, nicht schon längst die Entwicklung zu einem Förderstaat statt einem Petroimporteur vollzogen hatten? Die Antwort könnte sein: Weil dann der Markt weiter mit billigem Öl überschwemmt würde!<br />
<br/><br />
Der Schleier lüftet sich und schärft den Blick: Schon Mexico, Brasilien und Venezuela lassen so ihre Muskeln spielen und der Dollar geriete weiter unter Druck. Noch lebt die amerikanische Petroindustrie – und damit ihr Konglomerat aus Zulieferern, Banken und Regierungsaufträgen – vom Verkauf des relativ teuren Öls aus eigener Kontrolle.<br />
<br/>Je dünner die Tinte aus teurem Öl, umso schwärzer die Blaupause, umso mehr Petrodollars. Chemisch und physikalisch Unsinn. Aus Bankensicht (und damit nicht zwangsweise sinnvoller) aber nachvollziehbar, denn wertvoll ist, was rar und exklusiv ist. Und so soll es nach ihrem unilateralen Mantra auch weiter bleiben! Brasilien, der Sudan, Mexico, Venezuela, Afghanistan, Irak, Nordafrika könnten den Weltmarkt mit Tsunami von billigem Öl überschwemmen und tun dies zum Teil auch schon. Wenn nun noch vor der eigenen Golfküste ein Petrodumping entsteht, kann die texanische Ölindustrie langsam das Licht ausknipsen – oder ihren Beschäftigten ein Lohnniveau auf Augenhöhe von Caracas, Khartoum oder La Habana anbieten. Könnte aber möglicherweise Ertrag, Wählerstimmen und Machtposition gefährden.<br />
<br/><br />
<em><strong>Puzzle, Risiko oder Monopoly?</strong></em><br />
<br/><br />
Abschließend ein Blick von oben: Wie so oft, erkennt man die einzelnen Puzzleteile erst, nachdem das Bild schon fertig ist;<br />
Der umstrittene und unter zweifelhaften Umständen gewählte Präsident </span>Haïti<span style="color: #262626;">s, René Préval, unterstützt die vom IWF geforderten Privatisierungen.<br />
<br/><br />
Angeblich unterhält Préval Beziehungen zu den „Chimeres“, den haitianischen Oligarchen, die 2004 die Vertreibung von Aristide unterstützt haben. Aristide forderte nur kurz zuvor in einer Rundfunkrede, die Entwicklung der (damals schon erwähnten) haitianischen Öl- und Goldvorkommen sowie andere wertvolle Rohstoffe nicht nur zum Wohle der Oligarchen, sondern in den Dienst der gesamten haitianischen Wirtschaft und der Bevölkerung des Landes zu stellen. Bis heute verbietet das US-Außenministerium Aristide die Rückkehr aus seinem südafrikanischen Exil. Der Mohr hat schließlich seine Schuldigkeit getan. Haiti besitzt also bereits seit 2004 quasi eine Marionettenregierung.<br/><br/><br />
Nach dem furchtbaren Erdbeben vom 12. Januar hat nun das US-Militär mit insgesamt ca. 20.000 Soldaten im Land die Kontrolle über die vier Flughäfen Haitis übernommen. Verschiedene Reporter und internationale Hilfsorganisationen haben der Navy-Administration vorgeworfen, sie kümmerten sich mehr um die Errichtung militärischer Kontrolle – das Militär spricht von »Sicherheit« –, als um den Transport von Wasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten von den Flughäfen zu den Menschen, die dringend darauf angewiesen sind.</span><br />
<br/><br />
<em><strong>Wieder Flott, die Vierte:</strong></em><br />
<br/><br />
Die aktuell vor und auf Haïti operierende 4. US –Flotte, welche die See-, Luft- und Landversorgung Haïtis mittels Helikoptern, Marines und Begleitschiffen koordiniert, wurde erst zum 01. Juli 2008 reaktiviert. Ihr Kommandeur hält zusätzlich den strategisch wichtigen und ranghohen Posten der US Naval Forces Southern Command (NAVSO) inne, dem Navy <em>Combatant Command</em> des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Southern_Command" target="_blank" rel="nofollow" class="liwikipedia"><span style="color: #462a86;"><em>US Southern Command</em></span></a> (SOUTHCOM), welches seit 25. Juni 2009 vom Dreisterne-General Douglas M. Fraser geführt wird.  <span style="color: #262626;">Während des 2. Weltkrieges hatte die US-Navy im März 1943 schon einmal eine 4. US-Flotte mit Zuständigkeitsbereich Südatlantik aufgestellt. 1950 war diese 4. US-Flotte in die in Norfolk/Virginia beheimatete 2. US-Flotte integriert und das Kommando aufgelöst worden.</span><br />
<br/><br />
Mitten im Wahlkampf, der sich im Juli 2008 schon zu Gunsten des neuen Präsidenten Barack Obamas abzeichnete, erklärte Floridas Senator Bill Nelson (Demokraten) vier Gründe zur Bildung der Flotte: 1. Die wachsende ökonomische Stärke Brasiliens (bekanntermaßen kein „evil state“), 2. die „aggressiv feindliche Haltung Venezuelas“ (Nun gut), 3. Den zunehmenden Handelsverkehr (Hä?) durch den Panamakanal und 4. das Alter Fidel Castros. (Um ihn mit Medikamenten zu versorgen?). Der Pariser Figaro (Natürlich) kommentierte die Bildung der 4. US-Naval Fleet deutlicher: „Um mit militärischer Präsenz den politisch wie wirtschaftlich stärker werdenden Linksregierungen Lateinamerikas entgegen zu treten!“ (Aha!).<br />
<br/><br />
Kurz nachdem die 4. US – Flotte offiziell in den Dienst verabschiedet wurde, hielt diese bald Flottenmanöver in der Karibik ab. Venezuelas Präsident Hugo Chavez fühlte sich etwas provoziert und lud kurz darauf ein paar russische Kriegsschiffe ein, vor seinen Gewässern ebenfalls ein paar Seemanöver abzuhalten. Etwas entfernt von der baltischen See, um auch mal die tropische Sonne zu erleben, versteht sich. Das Säbelrasseln in der Karibik hat also längst begonnen. Da die Finanzierung einer gesamten Navy-Flotte doch etwas Kleingeld fordert, die Ersparnisse aus Washington aber langsam knapp werden, versteht sich nun auch der angekündigte Kurswechsel in der ohnehin nicht zu gewinnenden Afghanistan – Politik, womit ein paar Außenstände des Pentagons eingespart und eher für die Sicherung des karibischen Vorgartens verwendet werden könnten. Das lässt sich der zunehmend kriegsmüden amerikanischen Öffentlichkeit sicherlich auch besser verkaufen.<br />
<br/><br />
<em><strong>Status Quo: divide et impera</strong></em><br />
<br/><br />
Unabhängig davon, welchen der Leser der mittlerweile mannigfaltig kursierenden Beiträge zum Thema „Öl, Haiti, Beben“ mehr Glauben schenkt, so bleibt schon jetzt ein bitterer Beigeschmack ob des ungewöhnlich hohen US-Engagements auf Haiti. Es bleibt zu wünschen, daß die notleidende und von der Geschichte vollkommen unverwöhnte Bevölkerung Haïtis, ihre Überlebenden und ihre Opfer, dennoch in den Genuß eines wie auch immer gearteten Wirtschaftsaufbaus kommen. Oder bleibt der größte Reichtum Haitis weiterhin seine Armut? Der große amerikanische Schriftsteller und Pulitzer- Preisträger James A. Mitchener beschrieb es 1989 in seinem Werk „Karibik“ so.</p>
<blockquote><p>Die Karibik war, ist und bleibt ein Spielplatz der Großmächte, wo sie, wie einst die Piraten und ihre europäischen Auftraggeber, ihre Freunde und Feinde, ihre Spielregeln und Flaggen jederzeit neu definieren können. Ihr Reichtum war seit ihrer Entdeckung durch Columbus stets ein Fluch für ihre Bewohner und ein Segen für ihre Eroberer&#8230;</p></blockquote>
<p><br/><br/><br />
Bildnachweis: <a href="http://www.morguefile.com/creative/Grafixar" target="_blank" class="liexternal">Grafixar</a><br />
<br/></p>
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		<title>Blind im Web: Ein Hürdenlauf</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jul 2009 06:55:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastpilot</dc:creator>
		
	<dc:subject>Gastautoren</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Relaunch ist ein beliebtes Wort im Web. Kündigt ein Onlineshop, ein Nachrichtenportal oder ein soziales Netzwerk einen Relaunch an, hält sich meine Begeisterung meist in Grenzen. Stattdessen frage ich mich, ob ich die Seite zukünftig noch werde nutzen können. Für blinde und sehbehinderte Menschen ist das Bewegen im Netz nicht Surfen, sondern ein Hürdenlauf. Denn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="/wp-content/uploads/2009/07/huerdenlauf.jpg" alt="hürdenläufer in akton" title="hürdenläufer in aktion" width="500" height="320" class="alignright size-full wp-image-5849" /></p>
<p>Relaunch ist ein beliebtes Wort im Web. Kündigt ein Onlineshop, ein Nachrichtenportal oder ein soziales Netzwerk einen Relaunch an, hält sich meine Begeisterung meist in Grenzen. Stattdessen frage ich mich, ob ich die Seite zukünftig noch werde nutzen können. Für blinde und sehbehinderte Menschen ist das Bewegen im Netz nicht Surfen, sondern ein Hürdenlauf. Denn schließlich muss der Screenreader die Website so umsetzen, dass sie mit Vergrößerungssoftware, Braillezeile oder Sprachausgabe gelesen werden kann. <span id="more-5848"></span></p>
<p>Wenn die Standards der Barrierefreiheit &#8211; englisch: Accessibility &#8211; nicht eingehalten sind, kommt nur noch Kauderwelsch aus den Lautsprechern. Während sich Behörden-Websites aufgrund rechtlicher Vorgaben zunehmend an die Standards halten, sind es oft ambitionierte Flash-Seiten, interaktive Angebote, aber auch viele Blogger, die keine strukturierenden Überschriften oder aussagekräftigen Alternativtexte bei Bildern verwenden. Ein Beispiel: ein sehender Surfer sieht den neusten Fotoschnappschuss. Ich höre meine Sprachausgabe sagen: </p>
<p><strong>„flickr-photo { border: none; } .flickr-yourcomment { } .flickr-frame { text-align: center; padding: 3px; } .flickr-caption { font-size: 0.8em; margin-top: 0px; }&#8221;. </strong></p>
<p>Ein kurzer ergänzender Satz wie &#8220;Gunnar isst Schnitzel&#8221; oder &#8220;Karla tanzt Tango&#8221; würde schon reichen, um Surfern mit einer Sehbehinderung den Weballtag zu erleichtern und Seiten für sie übersichtlicher zu gestalten. </p>
<p>Gerade im Beruf ist Accessibility gefragt. Karsten Warnke ist Koordinator im Projekt „barrierefrei informieren und kommunizieren“ (<a href="http://bik-online.info/" target="_blank" class="liexternal">BIK</a>). „In jedem Beruf, in dem Internetrecherche erforderlich ist, erhöhen sich die Beschäftigungs-Chancen für Blinde und Sehbehinderte“, sagt Warnke, „Oftmals gibt es dann allerdings wieder Einschränkungen bei nicht webbasierten Anwendungen.“ Die größten Webhürden sieht Warnke Überall da, wo statt Text Grafik benutzt wird und wo auf Internetseiten dynamische Informationen erzeugt werden, ohne Screenreader zu unterstützen. BIK bietet Arbeitgebern Beratung und Unterstützung an, um Intranet und Webanwendungen barrierefrei zu gestalten. Warnke: „Basis der Angebote ist der <a href="http://www.bitvtest.de/" target="_blank" class="liexternal">BITV-Test</a>. Er wird prozessbegleitend für die Qualitätssicherung eingesetzt. Es sollen etwa 15 Partner-Unternehmen bzw. öffentliche Verwaltungen als &#8220;Leuchttürme&#8221; gewonnen werden.“ Hoffentlich strahlen die Leuchttürme weit.</p>
<p>BIldnachweis: User <a href="http://www.flickr.com/photos/heraklit/2537011788/" target="_blank" class="liexternal">heraklit</a> auf Flickr.com</p>
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		<title>BoinxTV &#8211; LIVE Videoproduktionsstudio</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Dec 2008 03:10:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>dotdean</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Gast-Review von Dotdean Um bewegte Medieninhalte zu produzieren, bedarf es keiner unbezahlbar teuren Hardware mehr. Mit einer günstigen DV-Kamera, einem halbwegs aktuellen Mobiltelefon oder einem Klappcomputer mit integrierter Webcam kann man bereits durchaus passable Zeitdokumente festhalten. Dass das Internet natürlich als Verbreitungskanal, allerdings auch schon als Produktionsumgebung dient, beweisen eindrucksvoll Services wie Mogulus, Ustream oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gast-Review von <a href="http://www.twitter.com/dotdean" target="_blank" class="liexternal">Dotdean</a><span id="more-2028"></span></p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2008/11/boinxtv-icon.jpg" alt="boinxtv-icon.jpg" align="right" />Um bewegte Medieninhalte zu produzieren, bedarf es keiner unbezahlbar teuren Hardware mehr. Mit einer günstigen DV-Kamera, einem halbwegs aktuellen Mobiltelefon oder einem Klappcomputer mit integrierter Webcam kann man bereits durchaus passable Zeitdokumente festhalten. Dass das Internet natürlich als Verbreitungskanal, allerdings auch schon als Produktionsumgebung dient, beweisen eindrucksvoll Services wie Mogulus, Ustream oder Qik. Die gesamte Konfiguration und Aufnahme geschieht im Browser. Den Schritt zurück auf den Rechner macht <a href="http://boinx.com/boinxtv/overview/" target="_blank" class="liexternal">BoinxTV</a> und vereint hier die Vorteile aus beiden Welten.</p>
<p><strong>Wie funktioniert BoinxTV?</strong></p>
<p>Nach der Installation auf dem Mac und dem ersten Start werden die mitgelieferten Templates gelistet, aber auch die Möglichkeit gegeben die komplette Konfiguration selbst vorzunehmen. Zur Auswahl stehen Beispiel-Presets wie &#8220;News Room&#8221;, &#8220;Astro Show&#8221; oder &#8220;BXSN &#8211; Sports&#8221;. Für den Anfang ist es empfehlenswert, einen Blick auf ein Template zu werfen, um ein Gefühl für den Workflow und die Konfigurationsmöglichkeiten von BoinxTV zu erlangen.<br />
<img src="/wp-content/uploads/2008/11/boinxstart.jpg" alt="boinxstart.jpg" /></p>
<p>Die mitgelieferten Layer können frei angeordnet und modifiziert werden. Eigene Videoclips oder Camera Quellen dienen als Basis. Bauchbinden, &#8220;Sender&#8221;-Logo, Übergangsanimationen oder verschiedene Layoutvariationen aus dem Layerpaket kann man sich als eigenes Template speichern. Das spart Zeit und Mehrfacharbeit für wiederkehrende Produktionen.<br />
<img src="/wp-content/uploads/2008/11/boinxlive.jpg" alt="boinxlive.jpg" /></p>
<p>Elementarer Bestandteil der eigentlichen Produktion sind die roten LIVE Knöpfe auf der rechten Seite. Während man also z. B. sein Hauptvideo abspielt, kann man die einzelnen Layer hinzuschalten und auch wieder ausstellen. Die eigentliche Aufnahme erfolgt in Echtzeit. Man hat so also die Möglichkeit z. B. einen Interviewpartner per Bauchbinde vorzustellen oder kann während einer längeren Erzählpassage einen Screenshot einer Website schick einfaden lassen. Es macht allein schon Spaß, das breite Angebot an Layers <a href="http://www.boinx.com/boinxtv/howtos/" target="_blank" class="liexternal">auszuprobieren</a> und mit den Effekten ein wenig zu spielen. Exportiert wird nach der Produktion in Quicktime (konfigurierbar). Optional wird die Übergabe an ein Apple Script oder der Upload an Podcast Producer angeboten.</p>
<p><strong>Für wen ist BoinxTV gedacht? </strong></p>
<p>Spätestens für Just-in-Time-Produktionen bietet sich BoinxTV an. Wer z. B. zeitnah Interviews mit Informationen und Effekten anreichern möchte, hat damit eine sehr schnelle und einfache Software an der Hand. Amateur- und semiprofessionelle Bewegtbildproduzenten werden die ansprechenden und modifizierbaren Möglichkeiten zu schätzen lernen.</p>
<p><strong>Blogpiloten-Urteil:</strong></p>
<p>Ob das Preismodell (499 € für die Vollversion bzw. 199 € für die <a href="http://www.boinx.com/boinxtv/sponsorededition/" target="_blank" class="liexternal">&#8220;Sponsored&#8221; Variante </a>mit 5 sekündigem BoinxTV Abspann) aufgeht, wird sich zeigen. Durch die Alpha Testphase und das schnell verarbeitete Feedback der fleißigen Tester, macht die 1.x Version schon einen sehr ausgereiften Eindruck. Ob zukünftig weitere Layer einfach so nachgereicht oder über kurz oder lang auch kostenpflichtige &#8220;Layer-Packs&#8221; angeboten werden, bleibt abzuwarten. Als interessierter Videofan mit Apple Hardware sollte man BoinxTV so oder so ausprobieren und ambitionierte Software aus Deutschland unterstützen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Biz Stone im Interview: &#8220;Wir entwickeln neue Features für die Demokratie&#8221; (Teil II)</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2008/09/23/biz-stone-im-interview-wir-entwickeln-neue-features-fur-die-demokratie-teil-ii/</link>
		<comments>http://www.netzpiloten.de/2008/09/23/biz-stone-im-interview-wir-entwickeln-neue-features-fur-die-demokratie-teil-ii/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2008 06:06:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Christoph Bieber</dc:creator>
		
	<dc:subject>Gastautoren</dc:subject>
	<dc:subject>Interview</dc:subject>
	<dc:subject>Menschen</dc:subject><dc:subject>biz stone</dc:subject><dc:subject>christoph bieber</dc:subject><dc:subject>election2008</dc:subject><dc:subject>mccain</dc:subject><dc:subject>obama</dc:subject><dc:subject>politik</dc:subject><dc:subject>politische kommunikation</dc:subject><dc:subject>twitter</dc:subject><dc:subject>wahlkampf</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Gast-Blogpilot Christoph Bieber hatte auf seiner aktuellen US-Reise die Gelegenheit mit Biz Stone von Twitter ein Gespräch zu führen. Im ersten Teil des Interviews ging es um die Rolle von Twitter als Kampagnentool und die Art, wie Twitter die (politische) Kommunikation und Kultur verändern kann. Im zweiten Teil spricht Christoph mit Biz über Signal and [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gast-Blogpilot <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/" target="_blank" class="liexternal">Christoph Bieber</a> hatte auf seiner aktuellen US-Reise die Gelegenheit mit Biz Stone von Twitter ein Gespräch zu führen. Im <a href="/2008/09/22/twittergrunder-biz-stone-im-interview/" class="liinternal">ersten Teil</a> des Interviews ging es um die Rolle von Twitter als Kampagnentool und die Art, wie Twitter die (politische) Kommunikation und Kultur verändern kann. Im zweiten Teil spricht Christoph mit Biz über Signal and Noise im Twitterverse, die Kooperation mit Current.TV und die Rückschlüsse, die sich aus der Auswertung des weltweiten Gezwitschers über den aktuellen Themenpuls ziehen lassen.<br />
<span id="more-1782"></span></p>
<p><img id="image1786" src="/wp-content/uploads/2008/09/politwitter.jpg" alt="politwitter.jpg" /></p>
<p><em><strong>Das ist eine typische Entwicklung für US-amerikanische Wahlkämpfe: sobald eine neue Technologie aufkommt, wird sie in den Wahlkampf eingegliedert. 2004 waren Weblogs das „must-have“, ist es dieses Jahr Twitter?</strong></em></p>
<p>Das könnte sehr gut sein, ja. Twitter hat ganz sicher die Möglichkeit sich hier im politischen Bereich zu platzieren.</p>
<p><em><strong>Aber kann es sich denn auch halten? Viele Trends verschwinden so schnell wieder wie sie gekommen sind – in Deutschland gab es 2005, kurz nach dem Launch der iTunes-Plattform, eine ganze Reihe von politischen Podcasts. Aber gleich nach der Wahl waren sie wieder verschwunden, ganz ähnlich war es in Deutschland auch mit Blogs von Politikern. Kann Twitter so etwas auch passieren?</strong></em></p>
<p>Nein, das denke ich nicht. Wenn man Twitter mit Podcasting vergleicht, fallen doch die unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen auf: ich muss etwas aufnehmen, es sollte gut klingen, dann muss ich es schneiden. Dafür sind viele Kenntnisse und Fähigkeiten notwenig. Es ist eine große Herausfordernung und sehr aufwändig, guten Audio-Content bereitzustellen. Da kann ich mir gut vorstellen, dass man das nur für den begrenzten Zeitraum des Wahlkampfs macht. </p>
<p>In ähnlicher Weise, vielleicht mit nicht ganz so hohen Hürden, gilt das auch für das Bloggen – man muss in diese Technologien viel investieren, damit es gut wird. Mit Twitter dagegen ist die Einstiegshürde sehr viel niedriger, wir fragen nur nach ganz wenigen Dingen. Es kommt aber auch darauf an, ob es sich lohnt für den Anbieter oder nicht. Auch das ist bei Twitter ganz einfach: wenn sich Follower eintragen und sie auf deine tweets reagieren, dann entsteht ein gewisser Wert und die Anwendung lohnt sich. Und dann macht man weiter damit.</p>
<p><em><strong>Sehen so die Erfolgsgeschichten bei Twitter aus?</strong></em></p>
<p>Ich denke schon. Ein besonderes Beispiel ist der Twitter-Feed der Mars-Sonde Phoenix. Die NASA, sonst eher bekannt für eine besonders offizielle Kommunikation, hat einen Account eingerichtet, über den vor und während der Landung der Sonde berichtet werden sollte. Hintergrund war, dass die Landung am frühen morgen durchgeführt wurde, als viele Menschen in den USA noch auf dem Weg zur Arbeit waren. Durch die kurzen und schnellen Updates auf Twitter konnten aber viele Menschen doch live dabei sein. </p>
<p>Hinzu kam, dass die Meldungen aus der Perspektive des Roboters formuliert waren: „Ich beginne nun mit den Landevorbereitungen“ – „Jetzt fahre ich die Landeeinheit aus“ – „Oh, das war holprig, aber ich bin unten und nun fahre ich ein wenig in der Gegend herum“. Diese „Antropomorphisierung“ der Kommunikation war ein großer Erfolg: innerhalb eines Tages hatten sich etwa 40.000 Follower registriert. Daraufhin entschied die NASA, dieses Publikum auch weiterhin mit Informationen zu versorgen. Ich glaube, bei den Präsidentschaftskandidaten wird etwas ganz ähnliches passieren.</p>
<p><em><strong>Einfachheit spielt also eine Rolle für den Twitter-Erfolg – könnte das nicht auch eine Gefahr sein, wenn es um die Entwicklung eines neuen Werkzeugs für die Demokratie geht? Sind dann nicht Inhalte und Substanz gefährdet, bei einer solch „niederschwelligen“ Kommunikation?</strong></em></p>
<p>Natürlich wird auch beim politischen Twittern viel Rauschen dabei sein – aber man muss das eben im Gesamtzusammenhang sehen: wo sind die großen Ausschläge und Spitzen bei den Debatten oder während einer Ansprache? Da haben wir auch schon einige Erfahrungen bei großen Massenereignissen wie etwa dem SuperBowl oder bei der Oscar-Verleihung. Nach dem NFL-Finale in 2007 etwa haben wir eine Grafik gemacht und die Twitter-Nutzung an den Verlauf des Football-Spiels gekoppelt. </p>
<p>Dann konnten wir sagen, was genau zum Beispiel um 20.44 Uhr passiert ist, als es einen besonders hohen Wert von tweets pro Sekunde gab. Bei den TV-Debatten dürfte es ganz ähnlich sein – ich denke, wir sehen an manchen Stellen sehr deutliche Kommentare, die kein Blatt vor den Mund nehmen werden. Das wird genau bei den wichtigen Punkten, den großen Themen sein, um die es bei der Wahl geht – und das werden wir mit unseren Daten auch zeigen können.</p>
<p><em><strong>Aber das wäre nur eine quantitative Analyse. Gibt es auch die Möglichkeit für qualitative Untersuchungen?</strong></em></p>
<p>Für eine genauere Analyse haben wir auch schon einige Werkzeuge entwickelt, aber voraussichtlich werden wir sie in der Schlussphase des Wahlkampfs nicht einsetzen – die Fehlerrate ist noch ein wenig zu hoch, um seriöse Daten zu produzieren. Für die großen Ausschläge und Nutzungsspitzen arbeiten wir an einer <em>sentiment analysis</em>, also einer Auswertung, die uns sagt, welche Stimmungen in den gesammelten tweets vorherrschen. </p>
<p>Dann wüssten wir nicht nur, wann und an welchen Stellen die höchste Aktivität zu beobachten ist, sondern auch warum das so ist. Wir haben das in der Vergangenheit schon ein paar Mal gemacht, auch mit Marken und Produkten, und dabei bekommt man trotz der Fehlerquote schon eine ganz gute Idee davon, ob das Twitter-Feedback eher positiv oder negativ ist.</p>
<p><em><strong>Wohin führen solche Untersuchungen der Twitter-Nutzung?</strong></em></p>
<p>Das kann man noch gar nicht so genau sagen. Aber man gewinnt den Eindruck, als handelt es sich hier um das Publikum einer großen Live-Veranstaltung – etwas, was sonst bei einer Fernsehübertragung eben nicht vorhanden ist. Das ist dann eher wie im Kino oder im Theater – es gibt Applaus oder auch Buh-Rufe, je nachdem, ob die Akteure ihre Sache gut machen oder nicht.</p>
<p><em><strong>Aber eine direkte Verbindung zu den Inhalten der Debatte besteht dadurch nicht, eine Veränderung des Debattenverlaufs ist bei der aktuellen Dominanz der TV-Networks nicht möglich.</strong></em></p>
<p>Das stimmt. Es ist ein Experiment, und wir haben zumindest in der Zusammenarbeit mit current_TV die Chance, das Fernsehen etwas interaktiver zu gestalten als bisher – und das ist schon mal sehr interessant. Unsere Zeit kommt ganz sicher noch.</p>
<p><em><strong>Führen denn solche Überlegungen für künftige Projekte nicht auch dazu, die Ausrichtung von Twitter insgesamt zu verändern? Der Service ist angetreten, um die direkte, interpersonale Kommunikation zu verändern und nun bemerkt man schon eine Orientierung in Richtung interaktives Nachrichtenzentrum…</strong></em></p>
<p>Ich denke, wir sind nach wie vor ein Kommunikationsservice, der Werkzeuge zur Kontaktaufnahme und zum Austausch mit anderen bereit stellt. Es ging immer darum, das Senden von Mitteilungen einer Person zu einer oder mehreren anderen zu ermöglichen – damit meinten wir am Anfang wohl vor allem die Freunde und die Familie unserer Nutzer. Aber mit dem Anwachsen unserer Nutzerzahlen und dem Eintritt von Firmen und großen Organisationen hat sich der Charakter verändert: natürlich kann man auch weiterhin mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben, aber wenn man sich für neue Produkte interessiert oder verschiedenen Medienereignissen folgen möchte, dann kann man das eben auch tun. </p>
<p>Die unterschiedlichen Quellen, die den Twitter-Service mit Nachrichten versorgen, bringen immer auch neue Anwendungsformen mit sich. Durch diese Vielfalt der Angebote und deren Auswertung etwa durch die Twitter-Suche haben wir nun ganz andere Möglichkeiten, darüber Auskunft zu geben, was für die Nutzer überhaupt eine Rolle spielt. Deshalb glaube ich schon, dass wir immer noch das gleiche tun, wie zu Beginn: wir sagen den Menschen, was sie und andere gerade tun und was für sie wichtig ist – aber eben auf einer viel größeren Basis und mit viel mehr Auswahlmöglichkeiten. Und dann stellt sich auch die Frage, wer Twitter nutzt – professionelle Mediendienstleister wollen viel eher wissen, was global gerade eine Rolle spielt oder wo etwas passiert. Menschen wie du und ich interessiert dagegen nur, was in unserer Familie gerade los ist. Aber grundsätzlich ist die Motivation gar nicht so verschieden.</p>
<p><em><strong>Ist Twitter eine Social Network Site?</strong></em></p>
<p>Nein, das denke ich nicht. Es ist nur ein einfaches Kommunikationswerkzeug, die Verbindungen entstehen dabei auf eine andere Art und Weise als bei Facebook oder MySpace. Bei uns muss man keine Freunde anfragen oder einladen, um eine Verbindung herzustellen und ein Netzwerk aufzubauen, man benötigt auch nicht deren Einverständnis für einen Kontakt. Die Twitter-User entscheiden selbst, wem sie folgen wollen und wem nicht. Die Frage, ob jemand ein Freund ist oder nicht, stellt sich gar nicht – bei uns heißt es einfach „Willkommen bei Twitter, welche Quellen sind für dich wichtig, was interessiert dich?“ Das ist schon ein Unterschied und daher verwenden wir den Begriff des „Freundes“ auch gar nicht. Und trotzdem sind wir ein Netzwerk, und es gibt auch soziale Aspekte – aber deshalb sind wir noch keine Social Network Site.</p>
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		<title>&#8220;Wir entwickeln neue Features für die Demokratie&#8221;</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2008/09/22/twittergrunder-biz-stone-im-interview/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Sep 2008 09:48:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Christoph Bieber</dc:creator>
		
	<dc:subject>Gastautoren</dc:subject>
	<dc:subject>Interview</dc:subject>
	<dc:subject>Menschen</dc:subject>
	<dc:subject>Social Media</dc:subject>
	<dc:subject>Twitter</dc:subject><dc:subject>biz stone</dc:subject><dc:subject>christoph bieber</dc:subject><dc:subject>election2008</dc:subject><dc:subject>mccain</dc:subject><dc:subject>obama</dc:subject><dc:subject>politik</dc:subject><dc:subject>politische kommunikation</dc:subject><dc:subject>twitter</dc:subject><dc:subject>wahlkampf</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Twittergründer Biz Stone im Interview Biz Stone sitzt in einem großen Loftbüro im Technologieviertel SoMa, der Gegend südlich der Market Street, einer zentralen Verkehrsachse in Downtown San Francisco. Hier scheint die Welt der New Economy noch in Ordnung, im Empfangsbereich parken Fahrräder, laden Sitzecken mit einer reichhaltigen Auswahl aktueller Zeitungen und Magazine zum Relaxen ein, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Twittergründer Biz Stone im Interview<br />
<span id="more-1781"></span> </p>
<p>Biz Stone sitzt in einem großen Loftbüro im Technologieviertel SoMa, der Gegend südlich der Market Street, einer zentralen Verkehrsachse in Downtown San Francisco. Hier scheint die Welt der New Economy noch in Ordnung, im Empfangsbereich parken Fahrräder, laden Sitzecken mit einer reichhaltigen Auswahl aktueller Zeitungen und Magazine zum Relaxen ein, und auch der Tischkicker fehlt nicht. </p>
<p>An den Wänden finden sich großflächig das Wolken-Layout und die Vogelmotive der Homepage – Twitter nimmt seinen Namen ernst, denn tatsächlich hat das „Gezwitschere“ seine Wurzeln in der unterhaltsamen, schnelllebigen Alltagskommunikation. Der Wahlkampf läuft inzwischen auf Hochtouren, Barack Obama und vor allem Sarah Palin dominieren die „trending topics“ der Twitter-Suche und die erste Präsidentschaftsdebatte am 26. September wirft ihre Schatten voraus – ein guter Zeitpunkt für ein Gespräch über Twitter und Politik, dachte sich Gast-Blogpilot <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/" target="_blank" class="liexternal">Christoph Bieber</a>.</p>
<p>In Teil I des Interviews spricht Biz Stone über die Rolle von Twitter im aktuellen Wahlkampf und gibt seine Eindrücke davon wieder, wie Twitter die Kommunikation (auch in der politischen Welt) verändert. In Teil II verrät Biz, wie sich Twitter weiter entwickeln könnte und welche Rolle die Kooperation mit Current.TV spielt.</p>
<p><u>Interview Teil I</u></p>
<p><img id="image1783" src="/wp-content/uploads/2008/09/bizstone2.jpg" alt="bizstone2.jpg" /><br />
<em>Biz Stone &#8211; Bildquelle: <a href="http://flickr.com/photos/joi/" target="_blank" class="liexternal">Joi auf Flickr</a><br />
</em></p>
<p><em><strong>In Deutschland hat Twitter im Zusammenhang mit Politik erst Aufmerksamkeit erhalten, als der SPD-Generalsekretär Hubertus Heil einen Account eröffnete und vom Parteitag der Demokraten aus Denver berichtete: über seine Eindrücke vom Parteitag, die Atmosphäre, aber auch sein Abendessen. Seit wann wird Twitter denn von US-amerikanischen Politikern genutzt? Hat der Wahlkampf den Durchbruch gebracht?</strong></em></p>
<p>Nein, es gab schon vorher „politische“ Nutzungen von Twitter. Natürlich führen beide Kampagnen Twitter-Accounts, doch es gibt auch 37 Kongressabgeordnete, die Twitter aktiv nutzen – sogar länger als die Präsidentschaftskandidaten. Aber es gibt auch viele Polit-Aktivisten, die Twitter nutzen, um ihre Aktionen und Proteste zu organisieren. Und natürlich sind da die „normalen“ Nutzer, die auf die Wahlkampfaktivitäten, Ansprachen, TV-Spots und ähnliches reagieren. </p>
<p>Daran sind sehr viele Menschen beteiligt, und ich glaube, daraus entsteht eine interessante Perspektive auf den gesamten Politikprozess. Es ist kein Zufall, dass die deutsche Politik über den Parteitag auf Twitter aufmerksam geworden ist, denn im Umfeld des Parteitages war Twitter wirklich eine große Sache. Wahrscheinlich ist es dem deutschen Politiker [Hubertus Heil] dort erst aufgefallen.</p>
<p><em><strong>Nein, ich glaube er hat das zuvor mit seinen Beratern abgestimmt.</strong></em></p>
<p>Ah, auch gut. Aber wir hören viele Geschichten, bei denen Menschen an Orten mit Twitter in Kontakt kommen, wo man es nicht erwartet. Ein gutes Beispiel ist die Story um <a href="/jameskarlbuck.com" class="liinternal">James Buck</a>,. Er ist ein Journalistik-Student hier in der Bay Area, an der University of California in Berkeley. Man sollte also denken, er hätte schon mal ´was von Twitter gehört. Hat er aber nicht – dann fliegt er nach Ägypten, um eine Fotoserie über politischen Aktivismus zu produzieren. </p>
<p>Dort angekommen, gelingt es ihm erstmal nicht, die Protestaktionen rechtzeitig zu besuchen: er ist immer für ein paar Stunden zu spät, die Versammlungen haben sich schon aufgelöst, wenn er an den Protest-Orten eintrifft. Dann fragt er seine Bekannten aus der Aktivisten-Szene, wie sie ihre Proteste denn organisieren, wie sie sich verabreden und ihre Kundgebungen organisieren. Sie sagen ihm „Oh, wir nutzen dafür dieses hervorragende Werkzeug, das funktioniert wie ein Nachrichtenticker, es nennt sich Twitter.“ So hat er davon erfahren, und dann war er auch mit dabei.</p>
<p><em><strong>Konnte er dann seine Fotos machen?</strong></em></p>
<p>Ja, schon, aber seine Geschichte geht noch weiter. Wir haben ihn neulich zum Lunch eingeladen und da hat er uns ausführlich berichtet. Besonders eindrucksvoll war folgendes: bei einem Shooting während einer Protestaktion wurde er gemeinsam mit seinem Übersetzer verhaftet. Zu der Zeit hatte er Twitter schon für eine Weile benutzt und es folgten ihm auch einige Menschen hier drüben in den Vereinigten Staaten. Für ihn war das ein ganz wichtiger Zusammenhang, denn bei der Verhaftung hatte er gerade noch Zeit, um eine Nachricht zu texten: <em>arrested</em>. </p>
<p>Aber das war schon genug, denn seine Leute zu Hause haben sofort gedacht „Oh, er ist verhaftet von der ägyptischen Polizei, wir müssen ihm da ´raus helfen.“ Und nur ein paar Stunden später hatten sich der Dekan seines Journalistenschule und ein Anwalt eingeschaltet und machten sich daran, ihn zu befreien. Es ist sehr interessant, welche Wirkung dieses Netzwerk entfalten kann. (vgl. dazu auch einen <a href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/04/18/AR2008041802803.html?hpid=sec-tech" target="_blank" class="liexternal">Bericht</a> in der Washington Post vom April 2008)</p>
<p><iframe width="500" height="350" src="http://www.dipity.com/user/SFChronicle/timeline/Campaign_2008_A_Look_Back_via_YouTube/embed_tl" style="border:1px solid #CCC;"></iframe></p>
<p><em><strong>Das war aber doch sicher eine große Ausnahme, ein Einzelfall?</strong></em></p>
<p>Durchaus, aber man sieht schon, dass es auf die Gesamtheit der Messages ankommt. Viele von Bucks anderen Updates waren vielleicht trivial – so, wie wenn der deutsche Generalsekretär über sein Abendessen berichtet – diese eine aber eben ganz und gar nicht. Das ist einer der Gründe, warum wir den Service „Twitter“ genannt haben. Nimmt man nur eine einzige Stimme heraus, dann ist sie höchstwahrscheinlich unbedeutend – im richtigen Kontext aber kann es überaus wichtig sein. Dabei spielt auch eine Rolle, dass Twitter immer verfügbar ist, wenn man es braucht. </p>
<p>Erst ist es nur „Ich gehe in ein Meeting“, „Nachher gibt es etwas zu essen“ und anderes Blabla, doch dann schreibt jemand auf einmal „Ich bin verhaftet“ – und plötzlich wird es hilfreich, bedeutsam, und ist vielleicht sogar eine Nachricht wert. Hätte James Buck nicht gewusst, dass er zu Hause Follower hat, wäre Twitter für ihn auch nicht so interessant gewesen – vermutlich ist genau das ein Anreiz für viele Nutzer: sie möchten ein Feedback haben auf das, was sie gerade machen. Deshalb funktioniert unsere einfache Frage „What are you doing?“ auch ziemlich gut.</p>
<p><em><strong>Ein US-amerikanischer Student ist in Ägypten auf Twitter aufmerksam geworden, ein deutscher Politiker fängt in den USA mit dem Twittern an – gibt es Daten über die globale Verteilung der Twitter-Nutzung?</strong></em></p>
<p>Nun, wir können dazu nur etwas über die Web-Statistiken sagen. Die Daten dazu veröffentlichen wir regelmäßig, zuletzt haben wir eine Auswertung aus dem Frühjahr publiziert (die Statistik gibt es <a href="http://blog.twitter.com/2008/02/twitter-web-traffic-around-world.html" target="_blank" class="liexternal">hier</a>). Davon werden aber nur fünf bis zehn Prozent der gesamten Twitter-Nutzung erfasst. Es gibt inzwischen so viel mehr Traffic durch die offene Programmierschnittstelle (API) und die zahlreichen externen Anwendungen (<em>third-party-applications</em>). Trotzdem untersuchen wir die Web-Nutzung, und davon finden derzeit gut 51% der Twitter-Kommunikationen in den USA statt. Dieser Anteil ist seit dem Frühjahr wieder etwas gestiegen.</p>
<p><em><strong>Möglicherweise spielt da gerade auch die wahlkampfbezogene Nutzung eine Rolle.</strong></em></p>
<p>Ja, das ist ein Grund, aber auch die Tatsache, dass viele Nachrichtenagenturen und klassische Medienanbieter jetzt stärker auf Twitter achten. Vielleicht nicht so sehr, um einfach nur ihre Artikel und Nachrichten zu vertreiben, sondern eher auch, um sich ein Bild zu machen, worüber gerade bei Twitter geredet wird. Der konstante Newsfeed ähnelt inzwischen beinahe dem Ticker einer Nachrichtenagentur. Natürlich ist es etwas anderes als ordentlich recherchierter und sorgfältig geschriebener Journalismus – aber der Twitter-Feed ist extrem schnell. Und er hat eine lokale Komponente, das ist nicht zu unterschätzen.</p>
<p><em><strong>Man könnte fast sagen, &#8220;everybodys´ newswire&#8221;, der Nachrichtenticker aus der Nachbarschaft. In einem Eintrag im Twitter-Blog heißt es, es ist nicht gut, wenn man als öffentliche Person in den Twitter-Trends erscheint – da gibt es eine große Wahrscheinlichkeit, dass man gerade gestorben ist. </strong></em></p>
<p>Allerdings, aber das gilt nur für ältere Stars und bekannte Persönlichkeiten. Das war beim Autor David Foster Wallace der Fall, und auch beim Pink-Floyd-Keyboarder Richard Wright. Heute morgen war es Seinfeld.</p>
<p><em><strong>Oh nein, er ist doch nicht tot?</strong></em></p>
<p>Nein, nein, aber Microsoft hat ihn aus den Werbespots heraus genommen. Die waren aber auch seltsam.</p>
<p><em><strong>Im Augenblick tauchen viele Politikernamen in den Twitter-Trends auf, hängt das auch mit den Parodien wie „FakeSarahPalin“ oder „TheRealMcCain“ zusammen? In Deutschland haben wir eine ähnliche Entwicklung, das ist gerade ein Fest für die Journalisten…</strong></em></p>
<p>Nun ja, so eine große Sache ist das auch wieder nicht. Meistens sind es ja eher harmlose Parodien, und die Nutzer outen sich ja von vornherein als Spaßmacher.</p>
<p><em><strong>Haben die Kampagnen-Teams schon mal darum gebeten, einen solchen Account abzuschalten?</strong></em></p>
<p>Da muss ich überlegen, nein, ich glaube nicht. Allenfalls vor einiger Zeit, als die Kampagnen ihren Account aufsetzen wollten und der Benutzername schon vergeben war – aber da gab es keine größeren Probleme. Ein anderer Fall wäre natürlich die absichtliche Verfälschung in betrügerischer Absicht (<em>impersonation</em>), da müssten wir einschreiten.</p>
<p><em><strong>Wie wird Twitter denn von den laufenden Wahlkampagnen genutzt, eignen sich die kurzen Texte besonders gut, um junge Wähler zu erreichen?</strong></em></p>
<p>Junge Wähler, hm. Gute Frage: sind die tweets eher so etwas wie ein Soundbite für ein Interview… Ich bin mir nicht sicher, ob es unbedingt die Sprache ist oder die Art und Weise, wie sich Politiker präsentieren. Eher spielt die Idee von Unmittelbarkeit und Zugänglichkeit eine Rolle. Wenn ein Politiker bei Twitter ist, geht es auch um die Einfachheit der Kommunikation – es ist so simpel, ein Account aufzusetzen und man kann seine Profilseite nicht besonders auffällig gestalten, um besser zu wirken als andere Nutzer.</p>
<p>Viel wichtiger wäre es für Politiker, gelegentlich mit den Nutzern zu interagieren, so dass die Leute sehen, dass jemand hinter einem Account steht. Und genau das macht eigentlich eine gute, erfolgreiche Twitter-Nutzung aus. Das sehe ich bei den beiden Kampagnen eher nicht – das haben einige Kongressabgeordnete schon besser gemacht.</p>
<p><em><strong>Also gibt es auch eine politische Twitternutzung außerhalb des Wahlkampfs?</strong></em></p>
<p>Ja, natürlich. Es begann mit zwei Kongressabgeordneten, die während einer Sitzung getwittert haben. Da gab es einiges Aufsehen, auch in den Medien, weil sich viele Menschen gefragt haben, ob das überhaupt erlaubt ist – denn es gibt strenge Regeln, welche Art von Technologie während einer solchen Sitzung benutzt werden darf. Schließlich wurde es aber zugelassen, genauso wie man SMS-Nachrichten versenden darf. Seitdem gab es viele Nachahmer, denn die Abgeordneten haben bemerkt, dass es hier offenbar ein Medieninteresse gibt und man direkt mit den Bürgern in Kontakt treten kann. Diese Politiker nutzen Twitter auch, um Antworten auf Fragen an ihre Follower zu versenden.</p>
<p><em><strong>Und wie twittern die Kampagnen-Teams von Barack Obama und John McCain?</strong></em></p>
<p>Leider nicht so gut. Sie gehen damit eher etwas stoisch und einfallslos um. Sie kündigen einfach nur ihre Veranstaltungen an und treten nicht oder nur ganz selten in Kontakt mit ihren Followern.</p>
<p><em><strong>Geht Twitter auch aktiv auf die Kampagnen-Teams zu und ermutigt die Kandidaten zur Nutzung?</strong></em></p>
<p>Eigentlich nicht, aber erst vor kurzem haben wir der McCain-Kampagne einen Hinweis gegeben, dass ihr Twitter-Feed nicht funktioniert hat. Es sieht ja schon etwas seltsam aus, Obama hat mehr als 80.000 Follower und bei McCain ist der Feed kaputt. Da haben wir ihnen das einfach mitgeteilt, und es wurde daraufhin auch schnell repariert.</p>
<p><em><strong>Wie organisiert Twitter denn überhaupt die Arbeit mit den Inhalten? Gibt es spezielle Redaktionen oder Zuständigkeiten für bestimmte Themen?</strong></em></p>
<p>Nein, ein eigenes Redaktionskonzept haben wir nicht. Aber wir nutzen natürlich die Suchfunktion unter search.twitter.com, das ist ein Echtzeit-Filter für alle eingehenden tweets. Wir durchsuchen die Daten nach Schwerpunktthemen, den <em>trending topics.</em> Gerade jetzt, in der Wahlkampfphase, sind beinahe jeden Tag Barack Obama, Sarah Palin und John McCain in dieser Liste der zehn am stärksten präsenten Themen. Außerdem findet man dort natürlich gerade viel zum Wallstreet-Desaster und den betroffenen Banken oder Versicherungen. </p>
<p>Das ändert sich jedoch häufig, Montags geht es oft um das Football-Spiel am Abend, und auch aktuelle Fernsehsendungen und Serien bilden Twitter-Trends. Aber diese Informationen behandeln wir nicht im Sinne redaktioneller Eingriffe. Allerdings – da wir nun so viele tweets zur Politik haben, werden wir wohl einiges aus dem Gesamtaufkommen „herausbrechen“ und auf einer Seite bündeln. Dann können wir innerhalb der politischen Messages wiederum fragen: wer oder was setzt hier den Trend? Das zeigen wir dann unseren Nutzern. Das ist für uns natürlich auch eine sehr gute Gelegenheit, die wir nutzen wollen, um Twitter einer ganz neuen Gruppe von Menschen vorzustellen.</p>
<p><em><strong>Gab es die Möglichkeit zum „Herausbrechen“ einzelner Themenbereiche aus dem Nachrichtenstrom auch schon in anderen Fällen?</strong></em></p>
<p>Das war bisher nur ganz selten der Fall. Wir haben gemerkt, dass immer wenn Steve Jobs ankündigte, eine Pressekonferenz zu halten, viele Leute dazu getwittert haben. Da haben wir dann gesagt: „Seid ihr auf der Suche nach Informationen und Updates zu neuen Apple-Produkten? Da geht´s lang.“ Das lässt sich technisch ganz gut regeln und damit können wir ein wenig die Aufmerksamkeit der Nutzer lenken. Dadurch läuft unser System dann insgesamt auch besser.</p>
<p><em><strong>Nochmal zurück zum Wahlkampf: schon während der Vorwahlen hat es Versuche gegeben, das Format der TV-Debatten mit Internet-Nutzungen zu kombinieren. Gibt es hier auch Chancen für Twitter, in den Bereich der politischen Kommunikation einzusteigen?</strong></em></p>
<p>Ja, auch hier helfen uns wieder die Trends – wir können damit offenlegen, was die Einstellungen der Nutzer zu den Wahlkampftehmen sind. Wenn die Menschen zusammenkommen und gemeinsam einen großen Event verfolgen, dann zeigen sie oft auch ihre Einstellung dazu. Genau darum geht es doch vor der Wahl. Wenn wir nun bei Twitter die Trends zusammenstellen und zeigen, dann teilen wir mit, was andere Menschen davon halten. Das funktioniert ganz besonders gut während der TV-Übertragung der Debatten. Da werden wir auf Twitter auch die Möglichkeit bereit halten, die Debatte zu verfolgen, aber gleichzeitig wollen wir zeigen, was die Leute zur Debatte sagen, wie ihre Meinungen dazu sind.</p>
<p><em><strong>Außerdem gibt es noch eine Kooperation mit dem Nachrichten-Netzwerk current_TV. Worum geht es dabei?</strong></em></p>
<p>Genau. Bei dieser Kooperation geht es um die Erweiterung der Debattenübertragung, des Fernsehbildes selbst. current_TV arbeitet an der Intergration von Twitter-Nachrichten direkt in den TV-Livestream, das wird sicher ziemlich cool. Morgen schauen wir uns die <a href="http://current.com/items/89320460_twitter_visits_current_hq?xid=COMMtwitblog" target="_blank" class="liexternal">Demoversion</a> an. Das könnte ein neues Feature für die Demokratie werden – jetzt ist es noch ein Experiment, aber das wird sich weiterentwickeln, ganz sicher.</p>
<p><a href="/2008/09/23/biz-stone-im-interview-wir-entwickeln-neue-features-fur-die-demokratie-teil-ii/" class="liinternal">Zum 2. Teil des Interviews </a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wisdom&#8230; Lebensweisheit, Lebenserfahrung &#8211; unsere Ressourcen!</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2008/05/15/wisdom-lebensweisheit-lebenserfahrung-unsere-ressourcen/</link>
		<comments>http://www.netzpiloten.de/2008/05/15/wisdom-lebensweisheit-lebenserfahrung-unsere-ressourcen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 May 2008 06:03:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Büffel</dc:creator>
		
	<dc:subject>Gastautoren</dc:subject>
	<dc:subject>Social Media</dc:subject><dc:subject>neuron</dc:subject><dc:subject>social collaboration</dc:subject><dc:subject>vernetzung</dc:subject><dc:subject>wisdom of crowds</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Gastbeitrag von von Jana Hochberg und Alexander Rausch aus dem Neuron-Netzwerk. Alte Menschen gelten von jeher als Weise. Ihre Lebenserfahrung wird immer dann gezielt &#8220;aufgesucht&#8221;, wenn neue, noch nicht bekannte Handlungsmöglichkeiten erfragt werden. In Form von Ratschlägen teilen sie mit uns ihr Wissen. Sie haben viel Erfahrung und können den jungen Menschen weise (Lebens) Handlungsmöglichkeiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Gastbeitrag von von Jana Hochberg und Alexander Rausch aus dem <a href="http://neuron.mixxt.de" target="_blank" class="liexternal">Neuron-Netzwerk</a>.</em></p>
<p>Alte Menschen gelten von jeher als Weise. Ihre Lebenserfahrung wird immer dann gezielt &#8220;aufgesucht&#8221;, wenn neue, noch nicht bekannte Handlungsmöglichkeiten erfragt werden. In Form von Ratschlägen teilen sie mit uns ihr Wissen. Sie haben viel Erfahrung und können den jungen Menschen weise (Lebens) Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Manchmal kann uns der Rat eines älteren Menschen jedoch nicht erreichen, weil ihnen der Bezug zu neuen Entwicklungen fehlt und den damit einhergehenden neuen Anforderungen an das Leben, oder aus anderen Gründen. Selbst die Auswahl an älteren Menschen im eigenen Handlungsumfeld ist beschränkt. Seit den Zeiten des Internets und den damit einhergehenden Social Networks erhält das Begriff <strong>Wisdom</strong> eine ganz neue Bedeutung bzw. kann aus anderer Perspektive gesehen werden: Mit dem Web 2.0 haben &#8220;wir&#8221; ein Werkzeug geschaffen, dass den Zugriff auf soviel Lebensweisheit und -erfahrung offen legt, dass wir uns nicht mehr mit einer sehr eingeschränkten Auswahl begnügen müssen!</p>
<p><span id="more-1393"></span></p>
<p>Durch Social Networking, einhergehend mit den vielen Tools im Web 2.0, ist es nun möglich durch virtuelle Kommunikation und die Teilnahme und Teilhabe an den Prozessen anderer, Weisheit aus einem größeren Umfeld zu akquirieren. Die umfassende Lebenserfahrung älterer Menschen, die nur sie in ihrer Form haben können, kann beispielsweise mit den vereinzelten Lebenserfahrungen junger Menschen an heutige Anforderungen geknüpft werden. </p>
<p><strong>Vernetzte Erfahrungen</strong></p>
<p>Zudem ist eine Vernetzung der Erfahrungen junger Menschen mit Altersweisheit annähernd in ihrem Umfang vergleichbar. Wissen verändert sich ständig und das in zunehmender Geschwindigkeit! Das Wissen gestaltet sich immer flexibler! Von daher ist der Austausch am aktuellen Geschehen, in allen Bereichen unserer Gesellschaft, über die Tools im Web 2.0 zeitgemäß und notwendig. Kooperative Kommunikation trägt zur gesamtem Weisheit unserer Gesellschaft bei!</p>
<p>Unsere persönlichen Erfahrungen der <a href="http://neuron.mixxt.de " target="_blank" class="liexternal">NEURON!-Networkers</a> im Web 2.0 sind seit einem halben Jahr unglaublich intensiv. Wir sind dabei die Erfahrung zu machen, dass die Kommunikation, das Lernen und die Wissensgenerierung auf Social Networking Plattformen, durch interaktive Kompetenzen der Teilnehmer, von Nachhaltigkeit, Intensivität und Wissensbildung gestaltet werden.</p>
<p><strong>Network of Networks</strong></p>
<p>Durch ein Netzwerk entstehen wieder weitere Netzwerke, Blogs usw., so dass eine Vielzahl von Handlungsschemata erfragt und erfahren werden, und diese auf schnellem und direktem Weg, weit hinaus ins world wide web getragen werden können. Durch den permanenten Austausch von social-networkern und deren Ergebnisse, die in die „Welt getragen werden“, entsteht  „The wisdom of crowds“, die wir so noch nicht kennen.</p>
<p><strong>Wertschätzung &#8211; Wertschöpfung</strong></p>
<p>Die Erfahrung von kooperativer Zusammenarbeit und das jeder Mensch über Wissen verfügt, das anderen in ihrem Lebensumfeld weiterhelfen kann, erhöht die Sensibilität und das Verständnis für andere Formen der Lebensgestaltung.  Die daran anschließende Kommunikation, um deren speziellen Erfahrungen mit in das eigene Umfeld zu integrieren, bedarf einer wertschätzenden Einstellung für den Austausch dieser Ressourcen. Wird Kommunikation auf diese Art und Weise gestaltet, dann kann sie dazu beitragen, die Welt in einem positiv geprägten Austausch zu verändern; die Welt zu verbessern.</p>
<p>These: Die Wissensbildung innerhalb des Web 2.0 geschieht in ähnlicher Weise, wie wir Wissen im Gehirn bilden! Die Neuronen! (&#8230;) mehr dazu unter <a href="http://neuron.mixxt.de" target="_blank" class="liexternal">http://neuron.mixxt.de </a></p>
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		<item>
		<title>Netzsensibilität: Wie man Mitstreiter findet und bindet! 7 Tipps!</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2008/05/08/netzsensibilitat-wie-man-mitstreiter-findet-und-bindet-7-tipps/</link>
		<comments>http://www.netzpiloten.de/2008/05/08/netzsensibilitat-wie-man-mitstreiter-findet-und-bindet-7-tipps/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 May 2008 06:31:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Büffel</dc:creator>
		
	<dc:subject>Gastautoren</dc:subject>
	<dc:subject>Social Media</dc:subject><dc:subject>Gastautor</dc:subject><dc:subject>kollektive intelligenz</dc:subject><dc:subject>netzsensibilität</dc:subject><dc:subject>social collaboration</dc:subject><dc:subject>weisheit der vielen</dc:subject><dc:subject>wisdom of crowds</dc:subject><dc:subject>wochenthema</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Gastbeitrag von Jean-Pol Martin Wer mehr will, als sich auf diversen Plattformen zu präsentieren und unverbindliche Kontakte zu pflegen, wer also Mitarbeiter oder Mitstreiter sucht, muss sich ein ganz bestimmtes Verhalten angewöhnen. Das zeige ich an einem Beispiel und erkläre anschließend, was ich unter &#8220;Netzsensibilität&#8221; verstehe. [Bildquelle: Kurlvink] Als die Educamp-Kommunikationsplattform auf MIXXT im Vorfeld [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Gastbeitrag von Jean-Pol Martin</em></p>
<p>Wer mehr will, als sich auf diversen Plattformen zu präsentieren und unverbindliche Kontakte zu pflegen, wer also Mitarbeiter oder Mitstreiter sucht, muss sich ein ganz bestimmtes Verhalten angewöhnen. Das zeige ich an einem Beispiel und erkläre anschließend, was ich unter &#8220;<strong>Netzsensibilität</strong>&#8221; verstehe.</p>
<p><img id="image1366" src="/wp-content/uploads/2008/05/netzsensibilitat.jpg" alt="netzsensibilitat.jpg" /><br />
[Bildquelle: <a href="http://www.flickr.com/photos/kurlvink/" target="_blank" class="liexternal">Kurlvink</a>]</p>
<p><span id="more-1365"></span></p>
<p>Als die<a href="http://educamp2008.mixxt.de" target="_blank" class="liexternal"> Educamp</a>-Kommunikationsplattform auf <a href="http://www.mixxt.de" target="_blank" class="liexternal">MIXXT</a> im Vorfeld des Ilmenauer Treffens vom 18. bis zum 20. April im November 2007, also fünf Monate vorher, eingerichtet wurde, war ich überzeugt, dass auf dieser Plattform ein reger Austausch stattfinden würde. Waren es nicht alles kommunikative, sehr kompetente Networker? Leute, die sich in diesem Bereich beruflich positionieren wollten? </p>
<p>Fünf Monate Vorbereitung auf ein dreitägiges Treffen, endlich die Möglichkeiten ausschöpfen, die das Internet bietet: durch intensiven Kontakt und Diskussionen im Vorfeld die Qualität von Begegnungen radikal erhöhen! Und gleichzeitig auch langfristig zu planen, was nach dem Treffen an weiteren Projekten zu gestalten wäre. Nun wurde diese Plattform doch nicht so genutzt, wie ich das erwartet hatte. Natürlich beruht das Konzept Barcamp auf Spontaneität, nicht auf einer mehrmonatigen Zusammenarbeit der Teilnehmer.</p>
<p>Was ich aber im Netz suche, sind Mitstreiter, Leute, die ich andocken kann, um mit ihnen langfristige Projekte durchzuführen. Hier zählt also Nachhaltigkeit, Ausdauer und Zähigkeit. Um in der virtuellen Welt Mitstreiter für meine Projekte zu gewinnen, beachte ich folgende Regeln:</p>
<ul>
<li>1. Mach dich transparent: liefere in deinem Profil möglichst viele, für den Benutzer spannende Informationen über dich. Je mehr Informationen du über dich gibst, desto größer die Chance, dass jemand einen Ansatzpunkt zur Zusammenarbeit entdeckt. Angst vor Missbrauch der Angaben ist meistens unbegründet. No risk, no fun!</li>
<li>2. Biete motivierende Projekte an: Was mich persönlich angeht, so stütze ich mich auf die Beschreibung der Grundbedürfnisse von Maslow. Meine Angebote sprechen das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit und sozialer Anerkennung, nach Selbstverwirklichung aber vor allem nach Sinn, weil nur dieses langfristig tragfähig ist: wir wollen die Welt verbessern!</li>
<li>3. Kontaktiere viele Leute: Wenn du Mitstreiter suchst, muss du Leute ansprechen, auch wenn du auf manche penetrant wirken kannst. Wenn du dich nicht rührst, wird dich niemand beachten. Wenn jemand dich penetrant findet, wäre er sowieso kein guter Arbeitspartner für dich.</li>
<li>4. Wenn jemand auf deine Angebote positiv reagiert, pflege ihn: Zeige ihm, dass du dich für ihn interessierst. Als möglicher Partner besitzt er bestimmt &#8220;Ressourcen&#8221;, die für die Zusammenarbeit wertvoll sind. Diese Fähigkeiten musst du entdecken.</li>
<li>5. Antworte stets zügig (Reaktionsgeschwindigkeit), sei präsent und zuverlässig: Enttäusche die Menschen nicht, die Energie und Zeit für dich investieren. Im Netz sind Menschen und Beziehungen sehr volatil, du aber willst mehr mit den Menschen tun! Du hast was mit den Leuten vor! Das müssen sie spüren!</li>
<li>6. Stelle deine Partner auf eine Bühne und vernetze sie: Wenn du mit Leuten langfristig zusammenarbeiten willst, solltest du sie miteinander verbinden. Zeige, was sie können, führe ihnen Aufmerksamkeitsströme zu, indem du sie in Sammelmails erwähnst und auf ihre Arbeit hinweist.</li>
<li>7. Überlege dir immer wieder spannende Projektziele und achte darauf, dass diese Ziele auch erreicht werden. Das ist zwar auch im RL wichtig, aber im virtuellen Raum noch viel mehr, weil &#8211; wir bereits festgestellt &#8211; die Beziehungen im Netz besonders volatil sind. Beteiligunsinitiativen verlangen, dass der Initiator immer wieder Impulse einbringt. Bis zum Schluss.</li>
</ul>
<p>Diese Verhaltensweisen bilden das, was ich Netzsensibilität nenne. Sie müssen automatisiert werden, wenn man im neuen Paradigma erfolgreich arbeiten will. Wer im traditionellen Wissenschaftssystem sozialisiert wurde, hat dies nicht gelernt.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ich habe meinen Traumberuf gefunden!&#8221; &#8211; Web 2.0-Navigator in der Grundschule!</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2008/04/14/ich-habe-meinen-traumberuf-gefunden-web-20-navigator-in-der-grundschule/</link>
		<comments>http://www.netzpiloten.de/2008/04/14/ich-habe-meinen-traumberuf-gefunden-web-20-navigator-in-der-grundschule/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2008 06:50:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Büffel</dc:creator>
		
	<dc:subject>Gastautoren</dc:subject>
	<dc:subject>Social Media</dc:subject><dc:subject>blogs</dc:subject><dc:subject>grundschule</dc:subject><dc:subject>lehrer</dc:subject><dc:subject>martin riemer</dc:subject><dc:subject>schüler</dc:subject><dc:subject>schule2.0</dc:subject><dc:subject>unterricht</dc:subject><dc:subject>web2.0</dc:subject>
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		<description><![CDATA[In unserem aktuellen Themenschwerpunkt zu &#8220;Zukunft des Lernenes&#8221; berichtet heute Gastautor Martin Riemer von seinen Erfahrungen mit Blogs an einer Berliner Grundschule: Mein Name ist Martin Riemer, von Hause aus mache ich den Zettelkasten Riemer-O-Rama, home of my personal &#8220;Bloggum ergo sum&#8221;. Ich markiere mich selbst als einen Gewinner der Blogosphäre, da fand ich es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>In unserem aktuellen Themenschwerpunkt zu &#8220;Zukunft des Lernenes&#8221; berichtet heute Gastautor Martin Riemer von seinen Erfahrungen mit Blogs an einer Berliner Grundschule:</em></p>
<p><img id="image1211" src="/wp-content/uploads/2008/04/schulblogs.jpg" alt="schulblogs.jpg" /></p>
<p>Mein Name ist Martin Riemer, von Hause aus mache ich den Zettelkasten <a href="http://www.riemer-o-rama.info/" target="_blank" class="liexternal">Riemer-O-Rama</a>, home of my personal &#8220;Bloggum ergo sum&#8221;. Ich markiere mich selbst als einen Gewinner der Blogosphäre, da fand ich es mindestens notwendig, mein dort erhaltenes Wissen in einem konzertierten &#8220;<strong>Sharing und Erkläring</strong>&#8221; weiterzugeben. So geschah es&#8230;</p>
<p><span id="more-1208"></span></p>
<p>Vor zwei Jahren spülte mich meine Biographie an die Berliner <a href="http://www.hausburgschule.de/" target="_blank" class="liexternal">Hausburgschule</a>, ein güldener Strand, um im Bild zu bleiben. Mein Plan war, das <strong>erste Berliner Grundschulblog</strong> in Leben zu rufen. Die Inhalte sollten von den Kindern kommen. Gesagt, getan. Und: Es hat funktioniert. Die Schulleitung erlaubte mir, mein Projekt im Freizeitbereich anzusiedeln, ich machte mich sofort auf die Suche nach einer internet-zugeneigten Erzieherin. Die fand ich, und mit ihrer &#8220;2e&#8221; hatte ich einen Glückstreffer gelandet.</p>
<p>Wir starteten mit dem &#8220;Projekt im Projekt&#8221;: Ein Headerbild musste her! Die Kinder hatten darin ihre erste Blogaufgabe. Ein Name fürs Blog musste her, der wurde Basisdemokratisch per Schüler-Poll ermittelt. Nicknames fürs Bloggen durften natürlich auch nicht fehlen, denn echte Blogger haben nicht nur echte Namen, sondern auch einen Bloggernamen. </p>
<p>Ich bereitete Schablonen vor, schön mit Web 2.0-Rundecken a la WordPress-Kubrik-Theme. (Hey, vor zwei Jahren war das noch angesagt! :-). Das erste Berliner Grundschulblog, die  <strong>Hausburg-Flitzpiepen</strong> der 2e waren geboren:</p>
<p><img id="image1209" src="/wp-content/uploads/2008/04/2e.jpg" alt="2e.jpg" /></p>
<p>Das Blog ging geschützt online, die Erzieherin und ich konnten es beim heran nahenden Elternabend vorstellen.Meine Strategie war, das Blog als Schnittstelle Schüler/Eltern/Schule/Zuhause/Computerraum anzupreisen. Der Unterstützung der Eltern war ich dann auch gewiss.</p>
<p>Die im Laufe der Zeit entstandenen Projekt-Resultate waren für mich die eigentliche Überraschung.<br />
Nicht nur, dass Themen des Deutsch-Unterrichts durch die enstandenen Schreib-und Lesekompetenzen hervorragend unterstützt wurden, die Kinder lernten auch noch die anderen Medienbestandteile kennen, die es im Internet um einen Text herum gibt: Sie hatten die Wahl:</p>
<ul>
<li>Welche Medienbestandteile (Film, Bild, Ton und Text) gibt es, und wie kann ich sie für mich verwenden?</li>
<li>Was kann ich schreiben, und wie kommt der Text ins Internet?</li>
</ul>
<p>Durch die Beantwortung und Lösung dieser Fragen enstand ein wichtiger Mehrwert, die Kinder erfuhren in einer ästhetischen Lernumgebung selbsterlernte Medienkompetenzen. Theaterbesuche wurden reflektiert, Schülergemälde diskutiert, und in der Kommentarfunktionsich tauschte man sich respektvoll aus.</p>
<p><img id="image1210" src="/wp-content/uploads/2008/04/2ee.jpg" alt="2ee.jpg" /></p>
<p>Wir sind mittlerweile bei über 100 Beiträgen, die in mehr als 500 Kommentaren diskutiert werden. Das Blog wurde zu einem erfolgreichen, schulischen Begleiter der Kinder. Die 2e hat verstanden, dass ein Weblog eine dynamische, kommunikationsanregende Welt entstehen lassen kann, die mit Inhalten versehen wurde, die von den ihnen selbst erstellt wurden.</p>
<p>Medienkompetenz entstand also durch Inhalte, und nicht durch Technik. Die Kinder haben ihre Platzkarte in der Wissensgesellschaft reserviert, sie können vorbereitet und ermutigt dahin navigieren. Das unterscheidet sie von Nur-Konsumenten: kaufen kann nämlich jeder, navigieren nicht so viele.</p>
<p>Mein Name ist immer noch Martin Riemer, ich bringe Kindern und mir das Bloggen bei. <strong>Ich habe meinen Traumberuf erfunden&#8230;</strong></p>
<p><strong>Links und Lesetipps:</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://schulblogs.blogspot.com/" target="_blank" class="liexternal">Martin Riemers Arbeitsjournal: Weblogs an die Grundschulen!</a></li>
<li><a href="http://www.kopaed.de/kopaedshop/index.php?PRODUCT_ID=214" target="_blank" class="liexternal">Franz Josef Röll, Pädagogik der Navigation</a></li>
<li><a href="http://lernenheute.wordpress.com/2007/06/08/der-einsatz-von-weblogs-und-wikis-im-berufsschulunterricht/" target="_blank" class="liexternal">Werner Prühers PDF: Der Einsatz von Weblogs und Wikis im Berufsschulunterricht</a></li>
<li><a href="http://www.blogdesk.org/de/index.htm" target="_blank" class="liexternal">Danke auch an Johannes Oppermann</a></li>
</ul>
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<!-- Begin TwitThis script (http://twitthis.com/) -->
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//-->
</script>
</div>
<!-- /End -->

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		</item>
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		<title>Corporate Blogging</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Jan 2008 06:30:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Bihr</dc:creator>
		
	<dc:subject>Gastautoren</dc:subject><dc:subject>blogosphäre</dc:subject><dc:subject>corporate blogging</dc:subject><dc:subject>corporate blogs</dc:subject><dc:subject>firmenblogs</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Im Umgang mit Blogs tun sich Firmen oft schwer. Warum ist die Angst vor dem Medium so groß und wie können Unternehmen dennoch erfolgreich bloggen? Wir fragen nach. Firmen, da ist sich die Blogosphäre einig, sollten bloggen. Sie sollten die Welt stets über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten, dabei offen und ehrlich agieren, authentisch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Umgang mit Blogs tun sich Firmen oft schwer. Warum ist die Angst vor dem Medium so groß und wie können Unternehmen dennoch erfolgreich bloggen? Wir fragen nach.<br />
<span id="more-1020"></span></p>
<p>Firmen, da ist sich die Blogosphäre einig, sollten bloggen. Sie sollten die Welt stets über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten, dabei offen und ehrlich agieren, authentisch sein &#8211; und sich dennoch nicht bei ihren Lesern anbiedern.</p>
<p>Die Erwartungshaltung bei solchen Corporate Blogs ist also hoch. Als wäre das nicht genug, wollen auch noch Fragen nach Haftung, Kommentaren und Image-Schäden geklärt werden. Konzernhierarchien und die chaotische Blogwelt passen auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammen. Vielleicht sind das die Gründe, warum Blogpilotin <a href="/author/mullrich/" class="liinternal">Meike Ullrich</a> bei gerade mal fünf Firmenblogs bei den immerhin doch insgesamt <a href="/2008/01/24/auf-der-suche-nach-den-dax-blogs/" class="liinternal">30 DAX-Unternehmen</a> finden konnte?</p>
<p>Während sich gerade größere Firmen also aus der schwer kalkulierbaren Blogosphäre heraushalten, entdecken immer mehr Kleinunternehmen den Charme eigener Blogs. Hohe Reichweite, direkter Kontakt mit den Kunden und nicht zuletzt gute Sichtbarkeit bei Suchmaschinen locken besonders Startups in die tratschende Kaffeeküche, an die die Blogosphäre manchmal erinnert.</p>
<p>Diese Woche steht bei den Blogpiloten ganz im Zeichen des Corporate Blogging. Neben der bereits erwähnten <a href="/2008/01/24/auf-der-suche-nach-den-dax-blogs/" class="liinternal">Betrachtung der Dax-Unternehmensblogs</a> gibt es außerdem einen dreiteiligen Ratgeber für Firmen, die sich für einen eigenen Unternehmensblog interessieren. Geschrieben hat diesen Beitrag Blogpilot <a href="/author/mdonick/" class="liinternal">Mario Donick</a>:</p>
<ul>
<li><a href="/2008/01/24/corporate-blogging-fur-einsteiger-1-warum-bloggen/" class="liinternal">Corporate Blogging für Einsteiger #1: Warum bloggen?</a></li>
<li><a href="/2008/01/25/corporate-blogging-fur-einsteiger-2-womit-bloggen/" class="liinternal">Corporate Blogging für Einsteiger #2: Womit bloggen?</a></li>
<li><a href="/2008/01/29/corporate-blogging-fur-einsteiger-3-wie-bloggen/" class="liinternal">Corporate Blogging für Einsteiger #3: Wie bloggen?</a></li>
</ul>
<p>Eine Reihe weiter Artikel und Experteninterviews werden im Lauf der nächsten Tage das Phänomen Corporate Blogging ausführlicher beleuchten.</p>
<p>Liebe Unternehmen, willkommen im wir.netz!</p>
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		<item>
		<title>Gefangen im Digital</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2007/12/03/gefangen-im-digital/</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Dec 2007 07:30:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Bihr</dc:creator>
		
	<dc:subject>Gastautoren</dc:subject>
	<dc:subject>Menschen</dc:subject>
	<dc:subject>Social Media</dc:subject><dc:subject>Digitales Leben</dc:subject><dc:subject>Gastautor</dc:subject><dc:subject>Gastblogger</dc:subject><dc:subject>Kosmar</dc:subject><dc:subject>Markus Angermeier</dc:subject><dc:subject>Social Networking</dc:subject>
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		<description><![CDATA[Markus Angermeier, auch bekannt unter dem Namen kosmar, über Last und Freuden des digitalen Lebens im Mitmachnetz. Kosmar lebt und arbeitet als freiberuflicher Designer in Berlin. So schwierig ist das angeblich so hektische Leben in der Generation Always-On gar nicht. Man muss sich nur Grenzen setzen und Regeln aufstellen. Time Management heißt das. So habe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="Gastblogger Markus Angermeier aka kosmar" id="image799" class="right" src="/wp-content/uploads/2007/12/kosmar_case.jpg" /><em>Markus Angermeier, auch bekannt unter dem Namen <a href="http://kosmar.de/" target="_blank" class="liexternal">kosmar</a>, über Last und Freuden des digitalen Lebens im Mitmachnetz. Kosmar lebt und arbeitet als freiberuflicher <a href="http://www.wearewhitelabel.com/" target="_blank" class="liexternal">Designer</a> in Berlin.</em></p>
<p>So schwierig ist das angeblich so hektische Leben in der Generation <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Always_On" target="_blank" rel="nofollow" class="liwikipedia">Always-On</a> gar nicht.</p>
<p>Man muss sich nur Grenzen setzen und Regeln aufstellen. Time Management heißt das. So habe ich zum Beispiel feste Zeiten am Tag, an denen ich <a href="http://twitter.com/kosmar" target="_blank" class="liexternal">Twitter</a> lese und schreibe: Zu jeder ungeraden Minute. Emails lese und bearbeite auch ich nur dann, wenn gerade eine neue ankommt.</p>
<p><a href="http://profile.to/kosmar" target="_blank" class="liexternal">Facebook</a>, <a href="http://kosmar.ipernity.com" target="_blank" class="liexternal">ipernity</a>, <a href="http://kosmar.stumbleupon.com" target="_blank" class="liexternal">StumbleUpon</a> und <a href="https://www.xing.com/profile/Markus_Angermeier" target="_blank" class="liexternal">Xing</a> nutze ich nur, wenn auch wirklich etwas viel Wichtigeres zu tun wäre. Vor wichtigen Terminen schaue ich zum Beispiel gerne eine Stunde auf den Screensaver von <a href="http://ffffound.com/screensaver" target="_blank" class="liexternal">ffffound</a>. Dann bin ich optimal vorbereitet.</p>
<p>Zur Erledigung von Aufgaben wie Spam löschen, Updates installieren, <a href="http://bacn2.com/" target="_blank" class="liexternal">Bacn</a> verwalten und Passworte ausdenken, habe ich mir in einer schmerzfreien Behandlung das vegetative Nervensystem erweitern lassen. So geht das von der Hand, ohne dass der Kopf etwas davon weiß. Meine Augen und der Daumen auf dem Trackpad des Macbooks sprechen direkt miteinander über eine spezielle Nervenbahn.</p>
<p>Ernsthaft: Es gibt kein Geheimnis. Nur die richtigen Tools.</p>
<p>Die habe ich auch noch nicht gefunden. So hilft mir die <a href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/3120" target="_blank" class="liexternal">Facebook Boostbar</a>, mich in der Datenkrake Facebook besser zurechtzufinden. (Nur das Passwort will sie sich nicht merken.) Twitter lese ich per <a href="http://snook.ca/snitter/" target="_blank" class="liexternal">Snitter</a>, das stürzt aber auf meinem Macbook alle 20 Minuten ab. Skype kann noch nicht richtig mit dem neuen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mac_OS_X#Mac_OS_X_10.5_.28Leopard.29" target="_blank" rel="nofollow" class="liwikipedia">Max OS Leopard</a> und auch <a href="http://www.google.com/talk/intl/de/#utm_source=de-et-more&#038;utm_medium=et&#038;utm_campaign=de" target="_blank" class="liexternal">Google Talk</a> ist nicht wirklich optimal. Der <a href="https://addons.mozilla.org/en-US/firefox/addon/2325" target="_blank" class="liexternal">RSS-Ticker</a> für Firefox ist toll, nur komme ich mit den Einstellungen nicht klar. <a href="http://bargiel.home.pl/iGTD/" target="_blank" class="liexternal">iGTD</a> verwaltet die wirklich wichtigen Aufgaben. Nur müsste ich auch jeden Tag mal reinschauen. Das Feedlesen hab´ ich übrigens wirklich komplett aufgegeben, obwohl <a href="http://www.opencommunity.co.uk/vienna2.php" target="_blank" class="liexternal">Vienna</a> echt fast perfekt ist. Vielleicht morgen wieder.</p>
<p>Meine konsequente Verweigerung eines Mailprogramms hindert mich daran, Emails zu lesen, während ich offline bin. Nur bin ich ja nie offline. Denn auch mein Telefon kann ja inzwischen mit dem Internet sprechen.</p>
<p>Aber warum das alles?</p>
<p>Warum der ganze Stress, immer auf der Suche nach einem Wlan und billigeren Telefontarifen? Es gibt ja auch noch ein Leben abseits des Bildschirms, verdammt noch mal.</p>
<p>Ich dachte immer, es sei mein Job, das Internet und alles darin zu beobachten. Das ging auch gut, bis <a href="/wie-sag-ichs-meinen-eltern/was-ist-web-20/" class="liinternal">jemand</a> das Web 2.0 erfunden hat. Beobachten reicht da ja nicht mehr. Man muss sich preisgeben, Datenschutz und Privatsphäre beim Schaffner abgeben. Man muss mitmachen, Freunde zu Freunden erklären, immer eine Meinung haben und eine Antwort wissen. Dann sollte man etwas in den <a href="http://kosmar.de/" target="_blank" class="liexternal">Blog</a> schreiben und dabei möglichst witzig bleiben: Wer lacht, gewinnt.</p>
<p>Heute bin ich verstrickt in soziale Geflechte der digitalen Art.</p>
<p>Genau diese sind das wirklich Faszinierende. Früher war ich ein unausgeglichener, nicht austherapierter Schlaf- und TV-Abhängiger. Dann kamen StumbleUpon, Orkut und Flickr aus dem Bildschirm und haben mich angesprungen. So habe ich in den letzten fünf Jahren mehr Menschen kennengelernt als in den 15 Jahren davor zusammen. Und der Mensch will immer mehr und mehr: Sucht ist das eine Wort dafür. Erfüllte Realität ist das andere.</p>
<p>Denn real sind die Dinge auf dem Bildschirm allemal. Da kann man das Wort virtuell noch so strapazieren: Ratschläge, Witze und Beleidungen im Meatspace &#8211; auch Realität genannt &#8211; existieren zwar noch, nachdem sie ausgesprochen wurden. Zu hören sind sie indes nicht mehr. Google hingegen vergisst nie, was du in ein Textfeld geschrieben hast.</p>
<p>Natürlich sind diese Onlinebeziehungen mit Leuten, die ich zum Teil nur als Pixelhaufen von 48 Pixeln Seitenlänge kenne, nicht so tiefgehend wie die, die ich mit der Nase riechen kann. Dennoch sind mir einige sehr wichtig. Den Kern von Freundschaft, nämlich Hilfe, Trost und Antrieb, kann ich zumindest zum Teil aus meinem digitalen sozialen Netz beziehen. (Immerhin halten sich dort ja auch meine Freunde aus der Offlinewelt auf.)</p>
<p>Nicht zuletzt macht das alles irre Spaß. Wenn man dann die Onlinefreunde in Person trifft, kennt man sich zumindest schon so gut, dass gemeinsame Arbeit oder eine Unterhaltung selten ein Problem darstellen.</p>
<p>Deshalb setze ich mich gerne der <a href="http://claimid.com/kosmar" target="_blank" class="liexternal">Last</a> des Digitalen aus. Aber auch Urlaub ist etwas Schönes. Und Familie, <a href="http://popdeutschland.de" target="_blank" class="liexternal">Musik</a>, Schlaf, Anfassen und Essen sind überhaupt das Beste auf der Welt. Wie sich das alles anfühlt kann ich ja immer noch zwischendurch <a href="http://twitter.com/kosmar" target="_blank" class="liexternal">twittern</a>.</p>
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