Peter BihrDas letzte Major Label verzichtet auf Kopierschutz

Sony BMG Music Entertainment - kurz: Sony Music - hat den Abschied von technischen Kopierschutzmaßnahmen (DRM) eingeleitet. Damit gibt Sony BMG neben EMI, Vivendi und der Warner Music Group als letztes der vier Major Labels den Kopierschutz auf, wenn zunächst auch nur bei einem Teil des Katalogs. Laut Businessweek das Ende einer Ära der digitalen Musik, in der Verbraucher von den sogenannten DRM-Maßnahmen frustriert waren - der digitale Kopierschutz bestrafte schon immer eher die unschuldigen Kunden als die tatsächlichen Raubkopierer.

Steffen BüffelJooce – Der Überall-Desktop

Was ist Jooce? Jooce Logo Jooce ist ein multimedialer Onlinedesktop auf Flashbasis, der von überall über den Browser genutzt werden kann. Jooce erlaubt dabei auch das Teilen des Desktops: So kann man nicht nur von jedem Computer aus auf die eigenen Daten zugreifen, sondern zusätzlich zum privaten Desktop auch einen öffentlichen Desktop anlegen - den so genannten Joocetop. Über den Joocetop können Dateien von Freunden auf deren eigenen Desktop kopiert werden und umgekehrt. Multimedial wird Jooce durch den eigenen Mediaplayer, der Audios und Videos abspielen kann. Ein einfacher Bild-Editor erlaubt zumindest grundlegende Fotobearbeitung. Ein Multi-Messenger rundet den Social Desktop ab: Joost unterstützt die gängigsten Instant-Messenger-Netzwerke. Neben der Chatfunktion auch lassen sich so auch Dateien auf den privaten Desktop der Chatkontakte verschicken. [Mehr]

Peter BihrBlogpiloten-Interviews: Ab sofort mit eigenem Channel

Im Interview stehen Blogger und Experten den Blogpiloten Rede und Antwort. Zum neuen Jahr sammeln wir alle Interviews auch hier im Blogpiloten-Interview-Channel: Noch leichter als bisher kannst du den Videoplayer mit allen Interviews nun auch auf deinem Blog oder deiner Website einbinden. Alle Interviews gibt neben diesem Interview-Channel auch direkt im Blog unter "Interviews". Wir wünschen einen guten Start ins neue Jahr!

Steffen BüffelMassenhaft BarCamps 2008

2008 wird das Jahr der BarCamps. Wir geben einen Ausblick auf die wichtigsten Unkonferenzen: worcamp2008.jpgDen Anfang macht das erste europäische WordCamp in Hamburg, am 26./27. Januar 2008, wo Deutschlands Bloggerszene die Zukunft des Webpublishings diskutiert. Mit 20 Euro (inkl. Verpflegung) bist du dabei. Nur die genaue Location steht noch nicht fest: Zur Wahl stehen das Cap San Diego, die Hamburger Kusthalle, die Alte Rinderschlachthalle, das Bürgerhaus in Wilhelmsburg oder das Museum der Arbeit. [Mehr]

Peter BihrNapster kündigen? Nur keine Eile!

Für Onlinemusik war 2007 ein gutes Jahr, zumindest aus Verbrauchersicht. Nicht nur gibt es immer mehr frei verfügbare Musik unter einer Lizenz der Creative Commons, die gerade ihr fünfjähriges Bestehen gefeiert haben. Auch haben mittlerweile drei der vier großen Musiklabels haben aufgehört, nur per DRM kopiergeschützte Musik im Netz anzubieten, was von jeher für alle Beteiligten eher ärgerlich war.

Zeit, einen Schlussstrich unter das Kapitel DRM zu ziehen, dachte sich Wired-Kolumnist Eliot Van Buskirk. Im Selbstversuch kündigte er all seine Abos und Mitgliedschaften in Onlinemusikdiensten, die weiterhin auf nutzerfeindlichen Kopierschutz setzen, namentlich Yahoo Music Unlimited, Rhapsody und Napster. Resultat dieses (sehr lesenswerten) Experiments? Das Kündigen des Napster-Accounts ist ganz und gar nicht einfach. Insgesamt 30 Minuten und 32 Sekunden dauerte es, die Kundenbeziehung zu beenden.

Die Kündigung dürfte sich dennoch gelohnt haben: Immerhin kann der Wired-Autor mit der Musik, die er bei den nicht-DRM-Labels kauft, endlich tun, was er will. Sogar eine CD brennen oder sie auf einen beliebigen MP3-Player ziehen.


Steffen BüffelJahresrückblick 2007, Teil 4: Von Percanat und Productivity Porn

Video Online Video (photo by Alexandre Van de Sande unter CC by-sa)Video erobert das Netz! Nicht zuletzt der Erfolg von YouTube und seinen zahlreichen Konkurrenten hat dazu geführt, dass die Popularität von Videoschnipseln weiterhin rasant steigt. Prügel- und Lehrermobbing-Videos gehörten zwar im Jahr 2007 ebenso zu den Aufregern wie der Dauerstreit um die illegale Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material, aber dass private und professionelle Videoinhalte im Web weiter Fuß fassen werden, kann niemand ernsthaft bezweifeln. [Mehr]

Steffen BüffelJahresrückblick 2007, Teil 3: Von Abmahnanwälten und Podcast- Politikern

Barcamps & Co barcamp.jpg Als hippe und "szenige" Alternative zu den großen Medienkonferenzen sind im vergangenen Jahr die BarCamps als Form des Unconferencings durchgestartet. Bereits in zweiter Auflage traf man sich 2007 in Berlin und andernorts. Die Liste der geplanten BarCamps für 2008 ist schon jetzt imposant und illustriert, dass das Format sich nicht nur weiter etabliert, sondern sich insbesondere thematisch durch diverse Spezialisierungen weiter entwickelt. [Mehr]

Peter BihrHassen Blogger Weihnachten?

Diese Frage stellt Peer Wandiger auf seinem Blog. Früher, merkt der Autor an, bauten Webmaster (gibt's das Wort noch?) andauernd fallende Schneeflocken und blinkende Weihnachtssterne in ihre Websites ein. Aber: "Doch davon scheint in der Blogsphäre nichts mehr vorhanden zu sein." Recht hat er, die Blogosphäre ist weitgehend schneeflockenfrei. Aber hassen Blogger deshalb gleich Weihnachten? Wer Peers Umfrage nicht beantworten möchte, den bitten wir um Feedback: Wie steht ihr zu Weihnachtsdeko im Netz? Antworten bitte direkt in die Kommentare!

Steffen BüffelJahresrückblick 2007, Teil 2: Von Telefonen und Plattformen

iPhone Time Cover mit iPhoneAlte Technik mit Knebelvertrag sagen die Kritiker. Neuerfindung und Revolution des Telefonierens jubeln die Fans und das Chef-Apfelmännchen Steve Jobs. Für das Time Magazine war Apples iPhone gar die "Invention of the Year 2007", für die Konkurrenz war es ein Schlag ins Gesicht. Denn Apple hat allen (mal wieder) gezeigt, wie man durch die geschickte Kombination aus Basistechnologien, Design, User Interface und Markenkult einen eigentlich als gesättigt geltenden und eh schon hart umkämpften Markt erfolgreich aufmischt. Wer dem Kult folgen will, legt als T-Mobile Kunde in Deutschland 399 Euro plus Vertragskosten hin. Vodafone ist mit einer Klage gegen die Exklusivvermarktung nach anfänglichem Erfolg dann doch gescheitert. Nun boomt der iPhone-Import durch eBay und befreundete USA-Urlauber. Nicht gerade zimperlich mit dem iPhone umgegangen sind übrigens auch die Tester von Will it Blend: Android Android Fast noch wilder als die Gerüchte im Vorfeld des iPhone-Launches waren 2007 die Spekulationen zu einem möglichen Engagement von Google im Mobilfunkbereich mit einem eigenen Endgerät. Schlussendlich war es nicht das vermutete Google-Handy, sondern viel mehr als das: Unter dem Namen Android firmiert die nach Googles Angaben erste komplett offene und kostenlose Plattform für Mobiltelefone, die Google mit einer Reihe von Partnern ins Leben gerufen hat. Dass dieser Schritt ein weitreichendes Potenzial hat wird allenthalben vermutet, ob und wie genau Android am Ende den Mobilfunkmarkt revolutionieren wird, wird sich zeigen. OpenSocial OpenSocialDass Microsoft 240 Millionen US-Dollar für einen 1,6 Prozent-Mini-Anteil an Facebook ausgibt, war ja eigentlich schon die Knüllermeldung im Oktober 2007. Eine Woche später toppte Google den vermeintlichen Coup von Microsoft-CEO Steve Balmer aber mit der Ankündigung von OpenSocial. Dabei handelt es sich um ein Set von Standards und Schnittstellen (im Techniksprech: APIs), die es ermöglichen, die teilnehmenden Social Networking Sites miteinander zu verzahnen. Von Anfang an mit dabei werden sein: Ning, LinkedIn, Hi5, Friendster, orkut, bebo, Xing und – ach ja – auch noch MySpace. Microsoft steht mit seinem Facebook-Deal seither etwas alleine da. Natürlich bleibt abzuwarten, was genau mit OpenSocial passieren wird und wo sich – wenn überhaupt – der Mehrwert für die Nutzer zeigen wird. Es riecht ein wenig nach dem Austausch nutzerspezifischer Daten zu Zwecken der Bespaßung mit Werbung, aber wir wollen mal (noch) nicht unken. Ein genialer Zug im Kampf Google vs. Microsoft war es allemal. Man fragt sich nur, wo Yahoo bei dem Spielchen bleibt? Second Life Second LifeKaum ein Thema wurde 2007 so kontrovers (und dennoch oft oberflächlich) diskutiert wie der Sinn und Zweck von Second Life. Kaum ein Dienst wurde binnen eines Jahres so hoch gelobt und dann doch wieder so runtergeschrieben wie die virtuelle Parallelwelt. Namhafte Großunternehmen landeten 2006 zu Jahresbeginn immer wieder PR-Scoops durch den Launch einer eigenen SL-Dépendance. Den Machern von Linden-Lab konnte all der Buzz eigentlich nur recht sein. Man spricht über das zweite Leben, sucht weiter eifrig nach Geschäftsmodellen. Fakt ist: Second Life hat einen harten Kern an Nutzern gefunden und wird wie so manch anderer Dienst seine Nische finden. Von dort ausgehend ist im Long Tail alles möglich... Betriebssysteme VistaUbuntuOS X Leopard2007 war auch das Jahr der Betriebssysteme: Microsoft brachte bereits im Januar das lang ersehnte und danach viel gescholtene Vista auf den Markt. Doch während man als Windows-User durchaus Erfahrung hat mit Sicherheitslücken, Patches und Service-Packs mussten Apple-Fans nach dem offiziellen Start von Leopard im Oktober erstmals auch in diesen sauren Apfel beißen. Mit über 300 neuen Features unter und über der Haube ist OS X 10.5 zwar das größte Betriebssystem-Update in der Apple-Geschichte, gleichzeitig wohl aber auch das holprigste. Dennoch: Die Fangemeinde sowohl bei Microsoft als auch bei Apple scheint im Großen und Ganzen den Neulingen eine Chance zu geben. Der nicht mehr ganz so heimliche Newcomer bei den Betriebssystemen ist Ubuntu. Die vielversprechende Open-Source Linux-Distribution ist wie OS X im Oktober in Version 7.10 auf den Markt gekommen und sieht - durchaus nicht ganz selbstverständlich in diesem Markt - sogar schick aus. Ubuntu rollt in Siebenmeilenstiefeln das Feld der Linux-Distributionen auf. So liefert der Computerhersteller Dell seine Rechner inzwischen wahlweise mit dem Open-Source System aus, wenn der Kunde dies wünscht.

Steffen BüffelJahresrückblick 2007, Teil 1: Von Fremdüberwachung und Selbstentblößung

Vorratsdatenspeicherung Stasi 2.0 Innenminister Schäuble will sie, die kritische und freiheitsliebende Netzgemeinde nicht: Es geht um den Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung. Das Wort selbst würde wohl bei der Wahl zum Unwort des Jahres einen Spitzenplatz erreichen. Worum geht es: "Nach einem Gesetz, das CDU, CSU und SPD am 9. November 2007 gegen die Stimmen von FDP, Grüne und Linke beschlossen haben, soll ab 2008 nachvollziehbar werden, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy oder E-Mail in Verbindung gestanden oder das Internet genutzt hat. Bei Handy-Telefonaten und SMS soll auch der jeweilige Standort des Benutzers festgehalten werden. Anonymisierungsdienste sollen verboten werden." Das Problem: Unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung werden wir alle zu gläsernen Bürgern. Privatsphäre, ade! Auch dagegen? Dann bei der Sammel-Verfassungsbeschwerde noch bis zum 24.12. mitmachen! Microblogging TwitterKaum einer hat es bisher bemerkt, aber fast jeder aktive Digital Native tut es inzwischen: Microblogging hat 2007 rasant an Fahrt gewonnen. Erst waren es Dienste wie Tumblr, die das Bloggen noch leichter, noch schneller, noch aktueller gemacht haben. Dann kam über die Facebook-Apps weiterer Microcontent hinzu und schließlich startete Twitter als neues Spielzeug der Online-Avantgarde durch. Die simple Idee: 140 Zeichen Platz für Belangloses, Gedankenfetzen, emotionale Zustandsbeschreibungen und Breaking-News. Während sich in manchen Teilen der Blogosphäre 2007 eine gewisse Blogmüdigkeit breit zu machen schien, wird über Twitter und seine inzwischen rund 100 Klone ge-micro-bloggt was das Zeug hält. Für mich die Entdeckung und der Trend des Jahres. Geschäftsmodell: unbekannt. Spaß- und Suchtfaktor: unermesslich. Wie erkläre ich das bloß meinen Eltern? StudiVZ StudiVZStudiVZ hatte schon im vergangenen Jahr nicht immer die beste Presse und in der Blogosphäre war vor allem einer der Gründer nicht gut gelitten. StudiVZ-Schlagzeilen schlugen aber auch in diesem Jahr immer wieder Wellen. Die Aufsehen erregendste Meldung kam Anfang des Jahres, als bekannt wurde, dass Holtzbrinck Ventures, ein Tochterunternehmen der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, StudiVZ für 85 Millionen Euro gekauft hat. Jüngst kündigten die StudiVZ-Macher an, die AGB des Studierendennetzwerks zu ändern. Ziel: Individualisierte Werbung auf allen Kanälen inklusive Handy und zu diesem Zweck die Weitergabe personenbezogener Daten an Dritte. Zwar ruderte man inzwischen schon wieder etwas zurück, aber wohin die Reise gehen soll dürfte spätestens jetzt nochmal klar geworden sein. Facebook Facebook Facebook hat im Jahr 2007 eine Bilderbuchkarriere hingelegt, allerdings mit einem Schönheitsfehler namens Beacon. Aber eins nach dem anderen. Zunächst konnte Facebook erheblich Boden gegenüber MySpace in Sachen Nutzerzahlen und Reichweite gut machen. Der Coup: Die Öffnung der Facebook-Plattform für Facebook-Applikationen von Drittanbietern. Seither sprießen Facebook-Apps massenhaft aus dem virtuellen Boden. Doch nachdem Beacon in die "Gesichtsbücher" der User Einzug nahm, war der Aufschrei groß. Machte Beacon doch Informationen über Useraktivitäten öffentlich verfügbar, was nicht gerade auf Gegenliebe bei den Nutzern traf. Spät - aber immerhin - kam die Entschuldigung von Facebook-Gründer Zuckerberg, der sich zum Jahresausklang den ganzen Ärger durch den 240 Millionen US-Dollar schweren Einstieg von Microsoft bei Facebook versüßen ließ. Tageszeitung 2.0 Zeitung Der wohl am längsten und mit großer Spannung erwartete Relaunch einer Zeitungs-Website im Jahr 2007 war der der WAZ-Gruppe. Nachdem Katharina "Lyssa“ Borchert im vergangenen Jahr das Onlineruder bei der WAZ übernommen hatte, wurde außen viel spekuliert und von der WAZ selbst viel getrommelt, wie toll und richtungweisend alles sein werde. Und in der Tat: Die WAZ ist nach zuvor indiskutablen Webauftritten mit dem neuen Regionalportal DerWesten endlich im Web angekommen. Bereits im Frühjahr 2007 startete das unter der Federführung von Peter Schink entwickelte neue Portal der Welt.de, das nun den bisher klickintensivsten Nachrichtenportalen den Rang abläuft. Last but not least, zeigt der Tagesspiegel nach seinem Relaunch unter Online-Chefredakteurin Mercedes Bunz, wie Onlinejournalismus heutzutage auszusehen hat. Einen Überblick über weitere Relaunchs im jahr 2007 gibt es bei Matthias Kretschmer.
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