Alle Beiträge zu Netzpiloten-Kolumne

Vertrauen ist der Schlüssel zur digitalen Welt

Protest against ACTA - 2012-01-28 - Toulouse - 03 (adapted) (Image by Pierre-Selim [CC BY 2.0] via Flickr)
In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Vertrauensverlust ins Digitale in der Post-Snowden-Ära und warum dies keine Lösung sein kann. Natürlich, eigentlich wussten wir alle es schon immer. Das Netz ist nicht sicher und die Geheimdienste können eh alles lesen, wenn sie es denn wollen, aber wenn interessiert [...]
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Digitalisierung der Sprache: Thesaurus-Tage und Nasensmileys

Word Nerd (adapted) (Image by Ryan Hyde [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
Um das Potential der Digitalisierung voll auszuschöpfen, müssen wir lernen, Sprachblasen zu überwinden und Wortbarrieren abzubauen. Lässt das Internet unsere Sprache verkümmern oder erweitert der permanente Stilwechsel unsere Wortgewandtheit? Skeptiker beschreien die linguistische Verflachung, Optimisten die Entstehung einer Weltsprache. Doch trotz globaler Verständigung dank Emojis tendieren wir dazu, Sprachbarrieren zwischen [...]
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Das Problem der Netzpolitik ist die Netzpolitik

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie. Diesmal geht es um Netzpolitik. // von Nico Lumma

Netzpolitik (Bild: redcctshirt [CC BY 2.0], via Flickr)

Netzpolitik ist ein Thema, das einfach nicht bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen will. Allein schon der sperrige Begriff steht im Weg, wenn es darum geht, das Thema anderen Leuten näher zu bringen. Die netzpolitische Avantgarde schafft es nicht ansatzweise, die Relevanz des Themas zu transportieren und Leute dafür zu begeistern.

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Damals war’s… als ich in der Zukunft war

High Speed Internet (adapted) (Image by ReindeR Rustema [CC BY SA 2.0], via flickr)
Als ich Ende 2011 von München nach Berlin zog, ließ ich nur mein schönes Zimmer im Schlachthofviertel links der Isar zurück, sondern auch meinen 100 Mbit/s-Internetanschluss, den ich damals seit rund einem Jahr von einem lokalen Telekommunikationsanbieter bezog. Diese Geschwindigkeit kannte ich bis dahin nur von meinem Arbeitsplatz bei CHIP [...]
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Das „Recht auf Vergessen“ gefährdet die Pressefreiheit

zensur (adapted) (Image by httpmoty66.ipernity.com [CC BY 2.0] via Flickr)
Das vermeintliche „Recht auf Vergessen“ entwickelt sich immer mehr zur Grundlage von willkürlicher Zensur – die Pressefreiheit ist in Gefahr. Im Mai 2014 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass es ein „Recht auf Vergessen“ geben würde und „unter bestimmten Umständen“ Google Verweise auf Artikel aus den Suchergebnissen der eigenen Suchmaschine entfernen [...]
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Von Kartoffelsalat und Servern

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie. Diesmal geht es um Crowdfunding. // von Nico Lumma

 Nico LummaDerzeit sammelt Zack Danger Brown auf Kickstarter Geld ein, um Kartoffelsalat zu machen. Unterstützer können bereits ab 1$ bei dieser Kickstarter Kampagne dabei sein und als Belohnung für ihren Einsatz wird nicht nur ihr Name auf der Website genannt werden, sondern auch laut bei der Herstellung des Kartoffelsalats aufgesagt. Mittlerweile haben mehr als 4600 Leute ihre Unterstützung gezeigt und somit wurde bislang mehr als $57.000 für Kartoffelsalat eingesammelt. Wohlgemerkt nicht für Kartoffelsalat, der danach verpackt und verschickt wird, sondern der einfach nur angemacht wird. Eine Spaßaktion. Aber eine Spaßaktion, die deutlich macht, wie sehr im Mainstream eine Plattform wie Kickstarter mittlerweile angekommen ist und es ermöglicht, dass derartiger Blödsinn funktioniert. Das erinnert sehr an die Phase, als eBay nicht mehr neu war und plötzlich Spaß-Auktionen stattfanden. Weiterlesen »

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Friede, Freude, Kopf in den Sand

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie. Diesmal geht es um den deutschen Buchhandel. Der Friedenspreis des deutschen Buchhandels für Jaron Lanier war lange überfällig. Lange dachte man, die Musikindustrie hätte den Schuss nicht gehört und würde die Zukunft verschlafen, aber da haben die Herren der Plattenlabel die Rechnung ohne den Börsenverein des deutschen Buchhandels gemacht. Lange schon führt der Börsenverein einen Kampf gegen das Böse in Deutschland. Das Böse, das ist das Digitale.

Das Böse wird verkörpert von Jeff Bezos und die E-Books sind schlimm, einfach nur schlimm. Na sicher, mit dieser Einstellung kann man einen Verband wie den Börsenverein des deutschen Buchhandels ganz wunderbar positionieren als vermeintlichen Gralshüter des Schönen, Wahren, Guten. Aber ehrlich gesagt wirkt die Führung des Börsenvereins des deutschen Buchhandels wie ein Haufen Ewiggestriger, die nicht mehr verstehen können, welche Veränderungen ihre Branche erfassen und daher verzweifelt versuchen, am Status Quo Ante festzuhalten, denn früher war alles besser.

Jaron Lanier passt da natürlich ganz hervorragend ins Bild. Vom vermeintlichen Saulus zum vermeintlichen Paulus geläutert, verkündet Lanier so zielgerichtet Platitüden, dass man sich durchaus Gedanken über den Zustand deutscher Feuilletons machen muss, die einen derartigen kruden Krempel auch noch feiern. Ein Mahner ist heutzutage jemand, der die Vergangenheit verklärt und Panik vor der Zukunft schürt. Also genau so, wie der Börsenverein des deutschen Buchhandels seit Jahren agiert.

Man könnte ja auch den Friedenspreis des deutschen Buchhandels dafür nutzen, ein Zeichen zu setzen für die neuen Chancen, die sich in alternativen Publikationsformen wie dem Self-Publishing bieten. Immerhin waren im Mai erstmals alle Top-eBooks auf Amazon.de durch einen Selbstverlag entstanden und nicht durch Verlage auf den Markt gebracht. Aber, hey, wo kommen wir denn da hin? Veränderungen werden so lange ignoriert, bis auch der letzte kleine Buchhändler Pleite gegangen ist und die großen Ketten zwischen Nippes und Spielzeug nur noch vereinzelt Bücher anbieten, von Beratung mal ganz zu schweigen. Eigentlich müsste der Börsenverein des deutschen Buchhandels alles versuchen, um Bücher und Leser zusammenzubringen, aber stattdessen fokussiert man lieber auf das weitere Ausprägen von Vorurteilen gegenüber der Digitalsierung und feiert jemanden wie Lanier mit dem Friedenspreis.

 

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Partei zu ergreifen ist etwas Verkommenes – Warum nur?

Der Ohnmacht über das Ausmaß staatlicher Überwachung und das Nichtstun der Bundesregierung folgt… Wut? Ignoranz? Oder wirklich Engagement? Eine Definition für Politik lautet, dass der Begriff „die aktive Teilnahme an der Gestaltung und Regelung menschlicher Gemeinwesen“ bezeichnet. Doch was bedeutet das? Einige von uns waren im Herbst und am vergangenen Sonntag wählen, geändert hat sich aber nichts und wenn, dann nicht gerade zum Guten. Machen wir als Bürger noch genug Politik oder lassen wir das inzwischen andere machen? Machen wir überhaupt etwas?

Fragen über Fragen…

Edward Snowden sitzt immer noch im bald endenden Asyl in Moskau, an der Überwachung soll inzwischen nicht der Staat sondern Unternehmen wie Google Schuld sein, gegen die der Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel gerne rabiat vorgehen möchte, obwohl es staatliche Geheimdienste sind, die die Wirtschaft ausspionieren und gewählten Volksvertretern werden via Bundesregierung rechtliche Konsequenten angedroht, sollten sie die millionenfache Verletzung der Bürgerrechte ohne Einschränkung untersuchen und aufklären wollen. Schaut man sich die Entwicklungen der letzten 12 Monate an, bekommt man es nach der anfänglichen Ohnmacht über das von Edward Snowden aufgedeckte Ausmaß der Überwachung unserer Leben langsam mit dem Gefühl der… was eigentlich? Was fühlen wir gerade? Ist es Wut auf das System? Ist es ein stärkerer Verdruss über die Politik oder Langeweile über die täglichen Berichte?

Was hat sich seit Snowden eigentlich geändert? Bei einigen die Signaturen unter ihren E-Mails. Ich möge doch jetzt bitte meine Kommunikation verschlüsseln. Mit zwei beruflichen Kontakten chatte ich jetzt mit Threema. Es sei denn sie schreiben mir eine Mail von ihrem Gmail-Konto an meine Gmail-Mailadresse. Und sonst? Bei den letzten beiden Wahlen haben sich Parteien durchgesetzt, die zum einen nichts gegen die Überwachung der Bevölkerung durch Geheimdienste haben bzw. wirklich unternehmen seitdem sie die politische Macht im Lande errungen haben und die die Möglichkeiten der Ermittlungsbehörden noch ausbauen wollen, in die Privatsphäre von Bürgern hinein zu schauen. Ist es soviel besser, dass die Überwachung freundliche Gesichter bekommen hat, die keine ernsten Mienen haben, keine US-Uniformen tragen und uns im September noch einen Luftballon oder eine Bratwurst am Wahlkampfstand geschenkt haben?

… und die Suche nach Antworten

Wenn in Dokumentationen die Studentenproteste der 60er Jahre damit begründet wurden, dass es eine Unzufriedenheit über die herrschenden Gesellschaftszustände gab, frage ich mich, warum wir kaum demonstrieren oder überhaupt eine Form von Widerstand leisten. Auf der diesjährigen re:publica forderte Sascha Lobo die scheinbar am Internet interessierte Masse auf, sich politisch zu engagieren (oder zumindest Geld zu geben). Persönlich sehe ich keinen netzpolitischen Verein, der zur Zeit auch nur einen Euro wert ist. Entweder sind sie so parteinah, dass eine Spende jeder für sich ausmachen muss oder sie sind dermaßen elitär und hierarchisch organisiert, das ich sie nicht unterstützen kann, da sie trotz guter Ziele und Kampagnenarbeit meinen persönlichen Idealen nicht entsprechen.

Sollte jemand an dieser Stelle die Lust verspüren, die eierlegende Wollmilchsau der Netzpolitik-Vereine zu gründen, kann er oder sie aufhören weiterzulesen und mir schreiben, wo ich spenden kann. Alle anderen müssen jetzt noch ein paar Gedanken zu politischem Engagement in Parteien lesen.

Obwohl wir in einer parlamentarischen Demokratie leben, in der Parteien eine vom Grundgesetz hervorgehobene Rolle spielen, scheint es so, als ob sich politisch in einer Partei zu engagieren, die gesellschaftliche Ausgrenzung zur Folge hat. Partei zu ergreifen ist etwas Verkommenes. Dabei ist es wichtig zu engagieren, egal in welcher demokratischen Partei. Es gibt natürlich Gründe, warum ich mich für eine bestimmte Partei entschieden habe und nicht für eine andere, aber dass trifft ja auf jedes Mitglied einer Partei zu. Aber allen ist gemeinsam, dass sich Mitmenschen hier für Themen einsetzen, die ihnen wichtig sind. Es ist nicht leicht in einer Partei Mitglied zu sein. So basisdemokratischer eine Partei ist, um so schwerer wird es sogar. In den Parteien werden aber auf unterschiedlichste Art und Weise gesellschaftliche Forderungen in Programme und Agenden formuliert, die bei einem Wahlerfolg in Regierungsprogramme übernommen werden. Das ist jetzt stark vereinfacht ausgedrückt, aber im Grunde trifft es, warum parteipolitisches Engagement viel mit Verantwortung zu tun hat und deshalb wichtig ist. Und zum Glück gibt es nicht wenige Menschen, die dazu noch bereit sind.

Engagiert euch!

Politik in einer Partei geht nicht über Tweets oder Online-Petitionen. Sie erfordert Engagement in Form von Zeit und auch Nerven. Dabei gewinnt und verliert man Abstimmungen, man schließt Kompromisse, macht sich Freunde und Feinde, aber in welcher organisierten Anhäufung von Menschen ist das nicht der Fall? Sich zu engagieren ist wichtig. Auch als jemand aus einer sehr politischen Familien, der Politikwissenschaften studiert hat, wurde mir erst nach Stéphane Hessels Buch „Empört euch!“ richtig klar, wie wichtig es ist, sich selber einzubringen und aktiv an der Gestaltung und Regelung unseres menschlichen Gemeinwesens teilzunehmen. Das muss nicht immer mit Netzpolitik zu tun haben oder in Parteien stattfinden. Für verkehrsberuhigte, autobefreite und radfreundliche Straßen kann man sich genauso engagieren wie gegen Nazis, verfehlte Wohnmarktpolitik oder irgendwie alles, für das Gunnar Schupelius eintritt. Jeder nach seiner Façon. Wichtig ist nur, dass jeder einzelne dazu bereit ist, unsere Gesellschaft mitzugestalten, denn mit jedem Menschen, der das nicht mehr ist, wächst die Macht einiger wenige, die aus anderen Gründen dazu bereit sind.


 


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Voteman und Supergeil: Warum unsere Politiker an uns verzweifeln müssen

Angela Merkel, EPP Summit Helsinki 4 March 2011 (adapted) (Image by European Peoples Party [CC BY 2.0] via Flickr)
Dass unsere Politiker und Politikerinnen daran scheitern, vernünftig mit uns zu kommunizieren, liegt zu einem Großteil an uns selbst. Zeit das zu ändern! Die Forderung nach einem neuen Politikstil ist allgegenwertig: Offener, ehrlicher, kreativer. Doch die meisten Versuche, dieser Forderung gerecht zu werden, gehen schief. Das haben die letzten Wochen [...]
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Heraus zum 1. Mai!

Heute ist der gute alte Kampftag der Arbeiterklasse und während für viele Menschen die Mai-Demonstration nur noch ein folkloristisches Element darstellt, wird die Zukunft der Arbeit in der digitalen Gesellschaft uns noch sehr beschäftigen. Ich sehe zwei Entwicklungen, die dafür sorgen können, dass Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften in der digitalen Gesellschaft eine stärkere Rolle spielen werden. Klassischerweise sind Arbeitnehmer in der Kreativindustrie nicht so stark organisiert wie in anderen, eher traditionelleren Branchen wie der Automobilindustrie oder der Chemiebranche.

Zum Einen werden viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch in der Kreativbranche immer mehr Interesse daran haben, dass die Arbeitsbedingungen nicht zu einer permanenten Selbstausbeutung führen. Je nach Beschaffenheit des Betriebs wird es entweder kooperativ zwischen Management und Belegschaft gelöst, oder es werden klassische Betriebsräte etabliert werden, die sich für die Belange der Belegschaften einsetzen. Hinzu kommt, dass beim Entstehen größerer Firmen der einzelne Arbeitnehmer immer weniger in der Lage ist, seine Bedürfnisse zu artikulieren. Vermutlich wird es auch in einer Wachstumsbranche wie der Kreativindustrie punktuell zu Arbeitsplatzabbau gehen und spätestens dann wird vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auffallen, wie praktisch eine Interessensvertretung sein könnte. Ich gehe allerdings davon aus, dass die Betriebsräte der Kreativindustrie sich mit der Zeit anders konfigurieren werden als wir es bisher kennen, vermutlich mit weniger klassenkämpferischem Elan und mehr Fokussierung auf die Verbesserung der Situation im Betrieb.

Zum Anderen werden immer mehr Branchen von der Digitalisierung betroffen sein werden und das, was wir jetzt als Industrie 4.0 bezeichnen, wird zu einem neuen Grad der Automatisierung führen. Eine neue Welle des massiven Arbeitsplatzabbaus in der Logistikbranche, aber auch auf dem Bau und im Maschinenbau wird die Folge sein. In diesen Branchen wird gerade der 1. Mai einen neuen Stellenwert haben, denn Demonstrationen gegen die Digitalisierung werden die Folge sein als Ausdruck der Hilflosigkeit der Verlierer der Digitalisierung. Wenn heute noch eine Diskussion über die Arbeitsbedingungen bei Zalando & Co. geführt wird, dann werden wir schon in ein paar Jahren sehen, wie diese Arbeitsplätze abgebaut und Unternehmen durch einen höheren Automatisierungsgrad eine höhere Profitabilität erreichen und diese Arbeitnehmer ihren Arbeitsplätzen nachtrauern. Aber auch auf dem Bau wird durch immer bessere Anwendung von 3D-Druckern eine zusätzliche Automatisierung erfolgen mit dem entsprechenden Arbeitsplatzabbau als Resultat.

Künftig werden wir also zwei Entwicklungen haben, die besonders am 1. Mai deutlich werden: die einen kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen und gute digitale Arbeit, die anderen kämpfen dagegen, dass ihre Jobs, die eher eine geringe Qualifikation benötigen, nicht komplett wegautomatisiert werden. Es wird interessant sein, wie die Gewerkschaften sich auf diese Entwicklungen einstellen werden.


 


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NetMundial: Historischer Moment für die Internet Governance?

Diese Woche findet wird auf der internationalen Konferenz NetMundial in Brasilien diskutiert, wie die Internet Governance der Zukunft aussehen soll. // von Tobias Schwarz Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat nach Sao Paolo eingeladen, um über die Verwaltung des Internets zu reden. Nach der von Edward Snowden enttarnten globalen Überwachung [...]
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Europäische Small Data Initiative gestartet

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie. Diesmal geht es um Small Data. // von Nico Lumma

Nico Lumma

Es tut sich etwas in Europa. Im Rahmen der großangelegten europäischen digitalen Agenda Offensive wurde nun von der zuständigen Kommissarin Eileen Soerk (Dänemark) die Small Data Initiative vorgestellt. Das Ziel soll sein, nicht wie bislang weiterhin den Bau neuer Rechenzentren und Breitband-Anschlüsse zu forcieren, sondern den Fokus wieder auf kleinere Datensätze zu legen.

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Internet der Dinge: Die Black Box in unserem Zuhause

Unser vernetzter Alltag basiert auf Technologie, die wir nicht durchschauen und der wir nicht vertrauen (können) – besonders beim Internet der Dinge. Vor ein paar Tagen kamen meine Kollegin und ich gut gelaunt zurück aus der Mittagspause, als unsere Unterhaltung durch ein entsetztes „oh nein“ ihrerseits unterbrochen wurde. Sie hatte in gewohnter Nach-Pausen-Routine den Laptop aufgeweckt und auf das Handy geschaut. Dieses hatte unbemerkt ein Update installiert. Resultat: Eine Handvoll neuer Apps – natürlich ohne dass vorher gefragt worden wäre. Abgesehen davon, dass hier Unternehmen ihre zumeist nervigen Eigenentwicklungen pushen, ist die Geschichte zwar ärgerlich, aber nicht richtig tragisch. Immerhin kann man die ungewollte Software wieder löschen.

Mein Telefon fragt mich einfach nicht

Der Fall zeigt aber: Unsere Endgeräte werden immer mehr zu Black Boxes. Wenn Adobe den Ask-Toolbar mitinstallieren will, dann ist zwar auch der Haken direkt bei „Ja“ gesetzt, ich muss aber zumindest noch auf „OK“ klicken. Mein Telefon fragt mich gar nicht erst.

Gerne wird das mit der erhöhten Nutzerfreundlichkeit erklärt: Man müsse das iPad nur anschalten und es funktioniere. Gerade Menschen, die wenig Technik-Expertise mitbrächten, würden so davon verschont, sich mit Installationen und Einstellungen auseinandersetzten zu müssen.

Natürlich verstehe ich den Reiz dieser Einfachheit und es scheint sogar ein natürlicher Prozess zu sein: Je weiter sich eine Technologie entwickelt, desto mehr Menschen nutzen sie, aber desto kleiner wird die Zahl derer, die die nötige Expertise mitbringen, um die Technologie wirklich zu durchschauen. In diesem grandiosen Blogbeitrag wird das am Beispiel des Autos illsutriert: Fast jeder kann es fahren, aber kaum jemand weiß noch wirklich, wie Motor & Co. funktionieren und repariert werden können.

Fehlplatziertes Vertrauen

Leider heißt das aber auch: Wir müssen Herstellern und Reparateuren vertrauen. Wenn ich nicht verstehe, warum mein A4 wie funktioniert, bin ich darauf angewiesen, dass Audi das Auto so gebaut hat, dass es vernünftig fährt. Ich kann nur hoffen, dass die Mechaniker in der Werkstatt eventuelle Fehler beheben. Leider hat sich gezeigt: Wenn es um IT geht, wird unser Vertrauen gnadenlos ausgenutzt. Hersteller bauen Hintertüren in Software. Sie sammeln unsere Daten und geben sie weiter. Es ist völlig absurd, welche Berechtigungen Facebook oder Whatsapp vom Nutzer haben wollen: SMS lesen? Ohne Nachzufragen Tonaufzeichnungen anfertigen?

Und wieso hat eigentlich mein mobiler Browser nicht die Einstellungen, auf die ich am Laptop so viel Wert lege? Cookies und Chronik nach jeder Sitzung löschen? Fehlanzeige! Per Design bin ich ständig überall eingeloggt und mein Surfverhalten ist ein offenes Buch. Wie kann es sein, dass sich ein Großteil unserer Online-Zeit vom Laptop auf das Telefon verschiebt und wir trotzdem alle Sicherheit und Privatheit in den Wind schießen. Verschlüsselte Verbindungen, Virenscanner? Eher selten. Dafür aber vollautomatisierte Daten-Uploads und Konten-Synchronisierung.

Zu bequem für Kontrolle?

Jedes Mal regt mich das auf – und trotzdem bin ich ständig über mein Telefon im Internet. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass nicht nur das Design ein Problem ist. Zwar wird es zunehmend schwerer, in die Innereien von Windows, Android oder iOS vorzudringen – das zeigt sich auch schon daran, dass mich mein Telefon bestimmte integrierte Apps einfach nicht entfernen lässt. Genauso tragisch aber ist: Wir wollen oft auch gar nicht.

Wir klicken so schnell auf „akzeptieren“, wenn Whatsapp mal wieder neue Berechtigungen braucht nach einem Update, dass zur Reflexion keine Zeit bleibt. Aus irgendeinem Grund haben wir uns mit dem Kontrollverlust wunderbar arrangiert. Das gilt auch für Hardware. Selbst aufschrauben? Nicht vorgesehen! Und wenn mal was nicht funktioniert wie es soll, ist es eh meist an der Zeit, sich ein neues Endgerät zuzulegen. (Sarcasm? Yes! Die Alternative: z.B. Phoneblocs)

Der Kontrollverlust betrifft aber längst nicht mehr nur unsere Telefone und Laptops. Im hochtechnologisierten Wohnzimmer von heute lässt sich die Anlage übers WLAN vom Smartphone aus steuern, über Apple TV wird über Watchever Big Bang Theory geguckt und das SODOKU kann man direkt auf den großen Bildschirm streamen.

Datenkrake Kühlschrank

Natürlich ist das genial. Wenn aber mein Fernseher meine Serien-Gewohnheiten direkt an den Hersteller weitergibt, schwindet meine Begeisterung. Natürlich kann man das in vielen Fällen abstellen. Aber selbst wenn wir das können, wer von uns kommt überhaupt auf die Idee dass das notwendig ist? Wer weiß überhaupt, was der neue Fernseher da im Hintergrund treibt? Und wie glücklich bin ich, wenn mein Kühlschrank meine Essgewohnheiten aufzeichnet und diese dann zufällig bei meiner Krankenkasse landen, die mir wegen überhöhtem Schokoladenkonsum einen Beitragszuschlag verpasst? Und will ich wirklich, dass Google bei meiner nächsten Suche nach warmen Pullis automatisch meine Raumtemperatur erhöht? Was wir dagegen machen können? Gar nichts, denn wir haben keine Ahnung, was da in unseren Technologie-Black-Boxes passiert.

Die Black Box muss transparent werden

Nicht falsch verstehen, ich möchte unbedingt ein voll vernetztes Wohnzimmer, einen intelligenten Kühlschrank und smarte Stromversorgung. Ich möchte aber wissen, wer wann welche Daten sammelt und weitergibt – und ich möchte nein sagen können. Ich möchte gefragt werden, bevor Software auf meinen Endgeräten installiert wird und ich will all das runterschmeißen, was mir nicht in den Kram passt. Und am liebsten – am liebsten möchte ich Internet-Unternehmen, die das genauso sehen.


 


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Facebook: 10 Jahre schnelles Laufen und Sachen kaputt machen

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie. Diesmal geht es um die Entwicklung von Facebook.

Nico Lumma

Facebook feiert diese Tage den 10-jährigen Geburtstag, auch wenn viele Nutzer erst seit der Öffnung Ende 2006 Mitglied werden konnten. Dem Erfolg hat dies keinen Abruch getan, ganz im Gegenteil. Als Netzwerk für Studierende gestartet, fokussierten Mark Zuckerberg und seine Mitstreiter sich zuerst auf die amerikanischen Universitäten mit ihrem Campus-System. Studierende fanden schnell Gefallen an der Online-Variante ihres Zusammenlebens auf dem Campus und kaum 10 Jahre später nutzen weit über 1 Milliarde Nutzer Facebook, selbst in Deutschland sind es weit über 20 Millionen Nutzer.

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Kinder lernen Programmieren durchs Anfassen

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie. Ich habe mir damals, als wir nix hatten, Programmieren selber beigebracht, auf einem Commodore C64. Dazu habe ich ein, zwei Bücher gelesen, eine C64 Zeitschrift jeden Monat verschlungen und ansonsten viele Zeilen Code von anderen Programmierern gelesen und so versucht, zu verstehen, warum da etwas funktioniert. Ich bin eigentlich nie über write-only Code hinausgekommen, es tat, was es sollte, aber man hat nur schwer verstanden, wieso eigentlich. In der Schule sollte uns irgendwann das Programmieren mit einer Computersprache beigebracht werden, die speziell für Kinder und Jugendliche entwickelt worden war. Bei Logo konnte man eine kleine Schildkröte über den Bildschirm laufen lassen, um Striche zu zeichnen. Nun ja, ich war in der 7. Klasse und so richtig begeistert war ich davon nicht, vor allem nicht nach meinem Selbststudium, das mir ermöglichte, es auf dem Bildschirm krachen und blinken zu lassen.

 
Kinder haben es heutzutage viel leichter. Nicht nur, weil ihre Eltern unter Umständen selber mit Computern aufgewachsen sind und daher ein gesteigertes Interesse am Programmieren mitbringen, sondern auch, weil man nicht mehr warten muss, bis Firmen aus dem Bildungsbereich auf die Idee kommen, etwas zu entwickeln, was Kindern und Jugendlichen gefallen könnte. Heutzutage gibt es Kickstarter und dort finden sich immer wieder Projekte, die von interessierten Menschen finanziell unterstützt werden, so dass sie irgendwann das Licht der Welt erblicken können. 
 
So haben knapp 14.000 Menschen das Projekt Robot Turtles untestützt, das als Brettspiel konzipiert bereits Kindern im Vorschulalter die Logik des Programmierens näher bringen soll. Dabei ist Robot Turtle als Brettspiel konzipiert und nimmt somit den Eltern die Sorge, dass die Kinder zu lange vor einem Display hocken könnten, sollten sie das Spiel faszinierend finden. Ursprünglich sollten $25.000 eingesammelt werden, es wurden dann doch $631,230, was man durchaus als Gradmesser dafür nehmen kann, wie wichtig derartige Hilfsmitteln für das Erlernen von Programmiersprachen mittlerweile sind. Primo hingegen erinnert sehr stark an Logo, nur dass Kinder hier ein kleines Auto anhand von Instruktionen fahren lassen können, die sie durch das Stecken von kleinen Symbolen zu einem Programmablauf verbinden können. Nach nur wenigen Tagen zeichnet sich auch hier ab, dass viele Unterstützer gefunden werden können. Primo basiert auf Arduino und viel Holz, was daher sehr kindgerecht wirkt und an anderes Spielzeug für Kinder erinnert. Für etwas ältere Kinder bietet sich Kano – a computer anyone can make an. Kano ist ein spezielles Bundle von Komponenten und Software rund um den beliebten Mini-Computer Raspberry Pi, das es Kindern ermöglicht, nicht nur ihren eigenen Computer ganz alleine zusammenzubauen, sondern auch gleich die ersten kleinen Spiele zu entwickeln. 
 
Zwar werden die Anforderungen an junge Programmierer immer umfangreicher, aber es gibt tolle Projekte, um schon Kindern den Einstieg zu ermöglichen. Ich hätte das damals sehr toll gefunden, aber ich bin mir sicher, dass meine Kinder an derartigen Projekten sehr viel Spaß haben werden.

 


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Verschlüsselung – Opium fürs Volk?

Katharina Große, Tinka genannt, schreibt in ihrer Kolumne über den digitalen Wandel in unserer Gesellschaft. Diesmal über Die Notwendigkeit von Verschlüsselung. // von Katharina Große

 

Jetzt ist es also da, das Wunder, das wir brauchten, damit die Überwachung durch NSA & Co. nicht in der Versenkung verschwindet: Die Kanzlerin wurde überwacht und ist sauer. Zwar reicht die Verärgerung nicht aus, um die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen einzustellen, aber immerhin glaubt Angela Merkel nicht mehr, die Überwachungsaffäre wäre beendet.

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Das Internet – Atemluft einer modernen Gesellschaft

Katharina Große, Tinka genannt, schreibt in ihrer Kolumne über den digitalen Wandel in unserer Gesellschaft. Diesmal geht es um die Telekom und das freie Internet. Viel ist gesagt und geschrieben über Drosselkom. Man sollte meinen, dem muss nicht mehr hinzugefügt werden. Falsch, muss sie an dieser Stelle rufen, und etwas hinzufügen.

Es stecken zwei Stränge in der Debatte. In einem geht es primär um das Thema Netzneutralität. Die Telekom zählt zum verbrauchten Datenvolumen nur Dienste, die sie nichts selbst anbieten oder die kein Abkommen mit ihr haben. Solch eine qualitative Unterscheidung von Daten steht im krassen Gegensatz zum Ursprunggedanken des Internets. Die Telekom kreiert damit gated communities im Internet, die vom Bewohner und vom Vermieter Eintritt verlangen. Laut Markus Beckedahl ist das „der gravierendere Teil“ der Debatte. „Trotzdem ist die Kritik an der geplanten Abschaffung der Flatrates gerechtfertigt“, fügt er hinzu. Hier möchte ich einhaken und behaupte: Sie ist nicht nur gerechtfertigt, sie ist essentiell.

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Wir clicken, aber machen wir auch mit?

8719015047 (adapted) (Image by re.publica 2017 #LoveOutLoud [CC BY-SA 2.0] via flickr)
In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie. Vor ein paar Tagen war ich eingeladen, um mit Renate Künast (Grüne) über die Fragestellung „Kann die Digitalisierung Politikverdrossenheit abbauen oder befeuert sie diese?“ [...]
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Bildungsangebote im Web brauchen Breitband

In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Medienwandel und Kompetenzen die damit einhergehen. Nicht nur im Beruf, sondern auch in der Schule und Familie.

drosselkom

Der große Aufreger der vergangenen Woche war die Ankündigung der Telekom, nicht nur ihre Flatrates künftig mit einer Volumenbeschränkung zu versehen, sondern auch noch ihre eigenen Dienste gegenüber Diensten der Konkurrenz zu bevorzugen. Argumentativ wollte die Telekom die Aufregung dadurch begrenzen, dass sie a) darauf verwies, dass derzeit nur 3% der Telekom-Kunden die Schwelle von 75 Gigabyte erreichen würden, die zur Drosselung führen würde, und dass b) die Regelung erst ab 2016 eingeführt werden würde.

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Zum Abschied: Still ruht der See

Rückblick und Ausblick auf Web 2.0 und social media aus der Sicht des scheidenden Netzpiloten-Autoren Jörg Wittkewitz.

Zum Abschied: Still ruht der See

Das Web 2.0 ist in die Jahre gekommen. Diejenigen, die in seinem Kielwasser zu Ansehen und Reichtum kamen, haben sich abgewandt. Sie verkaufen bestenfalls ein funktionales Verständnis dessen, was eine soziale Bewegung des global vereinigten Individuums hätte werden können. Das Tröstende daran ist, dass alle staunenden Zuschauer jetzt live bei der Entzauberung dabei sind. Offenbar ist die Ära der Projektionen zuende. Das lange bestaunte Web ist zum Alltag geworden.

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Fort-Schritte – Das neue Neu

Es könnte sein, dass der Fokus auf technische Innovationen eine große Lücke verdeckt, die das Gerede um mehr Bildung nur unzureichend aufhübscht. Wer Neues wagt, bekommt vor allem im Web schnell auf die Mütze.

SparschweinManche waren enttäuscht. Das neue Jahr hat sie nur mit einem weiteren Telefon beschenkt. Das kann immer noch Internet und Fotos schießen, die mit einem Rahmen drum und verschraubten HSV-Werten fast aussehen wie von einem Profi, abgesehen von den Motiven. Denn ein Auge für schöne Motive gibt es nicht bei Instagram oder Facebook Photo. Auch im iPhone5 ist kein Algorithmus für gelungene Kommunikation drin. Wir müssen der Wahrheit ins Gesicht sehen, die wirklich bahnbrechenden Ideen sind bereits schon realisiert worden. Es kommt nur noch Schmuck am Nachthemd. Weiterlesen »

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Die Angst des Webmasters vor den Links

Die Angst vor Googles Macht geht um. Linktauscher werden vogelfrei und Verlage rammen sich lieber in alter japanischer Manier das Schwert bis zum Heft in den Wanst, als langsam dahin zu siechen oder sich zu ändern.

Jeder, der eine halbwegs gut gehende Website sein Eigen nennt, bekommt täglich Linktauschangebote. Früher machte man das so als Maßnahme der Search Engine Optimization (SEO). Manche tun das noch immer. Der weitaus größere Teil solcher Anfragen geht aber mittlerweile in die entgegengesetzte Richtung: „Bitte, löschen Sie alle Links zu meiner Domain.“ Das erscheint zunächst seltsam. Die Ursache ist eine tiefe Angst vor Google-Penalties, also Strafen für das Ranking der Website bis zum Auslisten (De-Index).

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