Gunnar SohnIndustrielle Revolution und das Internet der Dinge

Im "Internet der Dinge" herrscht babylonisches Sprachgewirr. Den deutschen Ingenieuren scheint das egal zu sein. Ein fataler Fehler. // von Gunnar Sohn

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Liest man die Schlagzeilen und Sonntagsreden zur diesjährigen Hannover-Messe, kann die deutsche Industrie vor Kraft kaum laufen. Wenn es um die sogenannte vierte industrielle Revolution geht, was unter dem Schlagwort "Industrie 4.0" propagiert wird, habe das Land der Ingenieure und Konstrukteure klar die Nase vorn.

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Gunnar SohnKlassik trifft Tech-Revoluzzer

Unser Wirtschaftssystem ist satt. Glücklicherweise gibt es kleine Störenfriede, die den alten Säcken auf die Nerven gehen und sie herausfordern. // von Gunnar Sohn

Technologie (Bild: Gunnar Sohn)

Klassik trifft Tech-Revoluzzer, so habe ich das Konzept der diesjährigen CeBIT auf einen Nenner gebracht, um vom Image einer langweiligen IT-Computermesse herunterzukommen, die seit Jahrzehnten das gleiche Lied summt. Und das betrifft nicht nur den legendären Auftritt von Apple-Mitgründer Steve Wozniak, der die CeBIT-Konferenz rockte. Sein alter Weggefährte Steve Jobs hätte es nicht besser machen können.

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Gunnar SohnDie Grenzen von Big Data

Forensiker gegen Big Data-Denunziantentum: Warum man den Sozialingenieuren der Datenwelt Grenzen setzen muss. // von Gunnar Sohn

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Big-Data-Anbieter sind großartige Verkäufer, wenn sie in der Öffentlichkeit von den Vorzügen der schönen neuen Datenwelt fabulieren können. Sie gieren nach Analysen möglichst großer Datenberge, um Grippewellen vorherzusagen, Euro-Krisen zu verhindern, den Autoverkehr staufreier zu machen oder Prognosen über den Verkaufserfolg von Rollkragenpullovern in roter Farbe abzugeben. [Mehr]


Gunnar SohnMit Rabelais durch das neue GroKo-Jahr

Die Bundestagswahl im vergangenen Jahr bescherte uns die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD – doch was werden diese Parteien uns 2014 bringen? // von Gunnar Sohn

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Gute Leute, erlauchte Zecher und Ihr, liebwerteste Gichtlinge, alternativlose GroKo-Schwätzer, NSA-Spitzel, ganzheitliche Esoterik-Schwurbler und Verbotsapologeten, Euer Schelmenzeug erfüllt mich mit Gestank, wie falscher Klang, verstimmt ein Geig, Euer Schelmenzeug. Der Leitfaden meines Geschreibsels ist bekannt: Antihierarchie, Infragestellen der Autorität, Offenheit, fröhliche Anarchie und die Verspottung aller Dogmen im Geiste des sinnfrohen Renaissance-Dichters François Rabelais.

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Gunnar SohnDie Netzpolitik der Großen Koalition: Digitale Agenda?

Der Patient Netzpolitik ist ohne Sauerstoffzufuhr – Wie die Große Koalition Wohlstand und Wachstum verspielt // von Gunnar Sohn

Große Koalition (Bild: Mehr Demokratie [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

Wir wollen, wir werden, es gilt, es muss, wir möchten, es soll. Die Inflation der Unverbindlichkeiten im „Vertrag“ der Großen Koalition zur digitalen Agenda wird zielgerichtet mit „geeigneten Maßnahmen“ verfolgt wie ein Wackelpudding, den man an die Wand nagelt. Was Unionsparteien und SPD für die digitale Infrastruktur in Deutschland planen, knüpft nahtlos an die Bund-Online-Projekte der vergangenen Jahre an: Sie wurden zu Tode verwaltet. Fehlgeburten mit Lutschpastillen-Wirkung, die mangels zentraler Zuständigkeit und politischem Nachdruck in den verschiedensten Ressorts mit minimaler Sauerstoffzufuhr am Leben erhalten werden. Ab und zu erfährt der Netz-Patient eine Reanimation, bevor er seine letzten Bits und Bytes aushaucht.

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Gunnar SohnKundenkontakt im Netz

Vor einigen Jahren machte sich Jeff Jarvis mit seinem Lob an Google unbeliebt. Recht hatte er trotzdem. // von Gunnar Sohn

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Medienprofessor Jeff Jarvis blickt im Interview mit dem renommierten „Internet-Magazin“ auf die Empfehlungen zurück, die er 2009 in seinem Bestseller „What would Google do?“ zu Papier gebracht hat. Seine Vorschläge, was Unternehmen vom Suchmaschinen-Konzern lernen könnten, sind im Kern richtig, aber bislang nur in Ansätzen mit Leben gefüllt worden. Er bringt, wie viele andere Netzexperten, die Fluggesellschaft KLM ins Spiel. Sie habe das Potenzial, sich zu einer Social Airline zu wandeln. Dort könne man seinen Sitznachbarn via Facebook beeinflussen. Das sei zwar nicht die beste Methode, aber ein Versuch: Größere Veränderungen in der Wirtschaft würden eben nicht freiwillig stattfinden. [Mehr]


Gunnar SohnWie Online-Streaming TV und Hörfunk revolutioniert

TV- und Hörfunk-Autonome beschreiten neue Wege der Echtzeit-Kommunikation. Online-Streaming bietet völlig neue Möglichkeiten. Ein Überblick. // von Gunnar Sohn

TV Teaser (Bild USB [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

Blogger, Podcaster, YouTuber, Gamer, Journalisten, Unternehmer, Kulturschaffende, Laien und Profis trafen sich am Wochenende im Kölner Startplatz zur StreamCamp-Weltpremiere, um sich über Ideen, Konzepte und technische Möglichkeiten sowie Erfordernisse für Liveübertragungen im Internet auszutauschen. Hardware-Feuerwerk von quick & dirty bis pro und Greenscreen-Couch, wie es Thomas Riedel aka Droid Boy von Nerdhub ausdrückte. Es wächst eine autonome TV- und Hörfunk-Szene heran, die im Vergleich mit den Webvideo-Größen noch in den Kinderschuhen steckt und mit unglaublicher Experimentierfreude neue Bildsprachen für Echtzeit-Kommunikation bastelt.

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Gunnar SohnNSA-Spionage und die Gefahr aus dem Osten

Rhetorisch glänzte die politische Klasse zuletzt nicht, siehe NSA-Pofallala-Weisheiten – oder: Wer sich zu spät aufregt, sollte zurücktreten. // von Gunnar Sohn

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Die deutsche Wirtschaft und die deutsche Öffentlichkeit müssten sich nicht vor der verdachtsunabhängigen Totalüberwachung der NSA fürchten. Denn die Bedrohung lauert nach wie vor im Osten, so Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“. Deshalb „gibt es auch angesichts einer derzeit aufgeregt geführten Debatte keinen Anlass, die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Partnern in den USA und Großbritannien grundsätzlich infrage zu stellen“.

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Gunnar SohnGefangen im Altland

Wenn Politikflüsterer das Internet unterschätzen. Eine Analyse. // von Gunnar Sohn

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Der Wissenschaftler und CDU-Politiker Stephan Eisel bezeichnet sich als kritischen Rationalisten im Geiste von Karl Popper und legt dementsprechend strenge Kriterien an, wenn ein Themengebiet wie „Internet und Demokratie“ erforscht wird. Alles müsse quellenkritisch hinterfragt werden, so Eisel in seinem Socialbar-Vortrag im Bonner Wissenschaftsladen. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete und frühere Redenschreiber von Helmut Kohl zählt sicherlich nicht zur netzpolitischen Avantgarde seiner Partei – als wichtigen Stichwortgeber im schwarzen Lager sollte man ihn schon ernst nehmen. Er bietet sozusagen den ideologischen Überbau für die Neuland-Thesen seiner Kanzlerin. Alles, was mit dem Internet zu tun habe, müsse doch nüchterner und realistischer betrachtet werden, so Eisel. [Mehr]


Gunnar SohnGelegenheit schlägt Planung

In der Vergangenheit getroffene Entscheidungen werden oft nachträglich rationalisiert. Statt es sich in dieser Schein-Rationalität gemütlich zu machen, sollten Organisationen lieber die Chance des Zufalls nutzen. // von Gunnar Sohn

Dice Teaser (Bild: Daniel Dionne [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

Liebwerteste Controlling-Gichtlinge hassen Kontrollverlust und Zufall. Sie sind krampfhaft auf der Suche nach Leitplanken, Plänen und Strategien, um den schönen Schein der Berechenbarkeit ihres Daseins zu erhalten. Führungskräfte in Organisationen umgeben sich gerne mit Mythen der Rationalität und konstruierten Kausalketten, um ihre Entscheidungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Zufall, Glück und Unberechenbarkeit sind die natürlichen Feinde des allwissenden Dirigenten in Politik und Wirtschaft. Der Glaube an Kontrolle und Steuerung zählt dennoch hartnäckig zum Bullshit-Einmaleins der Positionselite, um am Ruder zu bleiben. Oder in den Worten des Philosophen Harry G. Frankfurt: Bullshitting ließe den Klugscheißer klug erscheinen und sei immer dann unvermeidlich, wenn die Umstände es erfordern zu reden, ohne zu wissen worüber.

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Gunnar SohnDeutscher Blick auf Netz und Technologien: Der Mecker-Michel

Unserem Land würde ein bisschen Optimismus guttun. Stattdessen wird alles Neue in Deutschland zunächst kleingeredet // von Gunnar Sohn

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In Deutschland gibt es eine merkwürdige Stimmungslage, wenn es um Netzthemen und neue Technologien geht. Besonders die Berichterstattung gehe in eine Richtung, die viele nicht mehr ertragen können, sagt Sebastian Matthes, Ressortleiter Technik & Wissen der „Wirtschaftswoche“ und designierter Chefredakteur der „Huffington Post Deutschland“.

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Gunnar SohnNetzpolitik zerschellt am Merkel-Felsen

Die netzpolitischen Erfolge der Vergangenheit haben die digitale Elite vielleicht etwas zu siegessicher gemacht. Realpolitische Klugheit ist aktuell jedenfalls nicht zu erkennen. // von Gunnar Sohn

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Im Netz reagiert man auf den Wahlsieg von Merkel entweder sarkastisch mit Verweis auf das Elend der FDP oder sogar schwarzseherisch mit Untergangsprophetien und Jammerklagen. Es ist die Fortsetzung der Debatte um das Versagen der Netzgemeinde im Kampf gegen das Leistungsschutzrecht. Realpolitische Klugheit ist dabei nicht zu erkennen. Die ist aber notwendig, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Etwa über einen Schulterschluss mit NGOs, Gewerkschaften, Verbänden, Initiativen, Künstlern, Kulturschaffenden, Gamern oder YouTube-Größen. Vorschläge, die ich im ichsagmal-Interview mit der kaffeebeimir-Bloggerin Vera Bunse diskutierte. [Mehr]


Gunnar SohnExperimentierfreude im digitalen Journalismus

Die Zukunft des Journalismus lässt sich schwer voraussagen. Wie wäre es statt großer Pläne also mit Produktionsmethoden, die auf Geschwindigkeit und Spontaneität setzen? // von Gunnar Sohn

Leser (Bild: Thomas Leuthard, CC BY 2.0)

Durchwursteln statt bedeutungsschwere Masterpläne zu schmieden sei das probateste Mittel, um in der digitalen Sphäre zu überleben, so die Empfehlung von Jochen Wegner, Chefredakteur von „Zeit Online“. In seiner Eröffnungsrede auf dem Besser-Online-Kongress des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) sieht er das Merkel-Prinzip als den besten Ansatz, wie heute Medien entwickelt werden müssen. Man könne vielleicht ein halbes Jahr weit sehen, aber bestimmt nicht zehn Jahre. „Alle Masterpläne scheitern permanent“, so Wegner. Wo die Zukunft der Print- oder Onlinemedien im Jahr 2020 liegen werde, die man jetzt so intensiv diskutiert, kann er nicht beantworten. „Ich weiß es nicht. Es passieren gerade so viele Dinge bei der Veränderung des Verhaltens der Nutzer und Leser, dass ich froh wäre, wenn ich wüsste, was wir nächstes Jahr machen“, sagt Wegner.

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Gunnar SohnBlumenkübel statt Online-Handel

Den liebwertesten Gichtlingen des deutschen Einzelhandels dämmert so langsam, dass Amazon wie ein Staubsauger die Umsätze aus allen Handelssparten saugt. Nur wenigen Firmen gelingt es bislang, sich darauf einzustellen.

Amazon Fresh (Bild: Visitor7 [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons)

In der aktuellen Ausgabe von „Focus“ gibt es auf Seite 102 den Digital Readiness Index mit dem Schwerpunkt Handel zu bewundern. Entwickelt wurde er vom Unternehmensberater Karl-Heinz Land, dessen Firma auch noch Neuland heißt – die Namensgebung wurde allerdings nicht mit der Kanzlerin abgesprochen. Land stellt auf Facebook folgende Fragen:

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