Gunnar SohnWarum wir lustvolle Gedankenexperimente brauchen

Vor allem für starre Politiker ist die digitale Welt nach wie vor ein Mysterium. Dabei verkennen sie das Potenzial, das diese bereithält. Um es zu nutzen, braucht es jedoch Visionen und Visionäre. // von Gunnar Sohn 

The Importance of Vision (Image by Anne Worner [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Man spürt die Verkrampfung vieler Führungskräfte in Deutschland, wenn sie sich mit Dingen der digitalen Welt beschäftigen müssen, die sie nicht kapieren wollen. Der Grafiker Quentin Fiore formuliert das in seinem Opus “Das Medium ist die Massage” mit drastischen Worten: Ein Überleben sei heute unmöglich, wenn man sich seiner Umwelt, dem sozialen Drama, mit einer starren, unveränderlichen Haltung nähert – eine geistlose, immer gleiche Reaktion auf das Verkannte.

[Mehr]


Gunnar SohnWarum die Industrie 4.0-Rhetorik nervt

Das Industrie 4.0-Geblubbere suggeriert die heile Welt der guten, alten Exportnation mit Schmieröl und rauchenden Schloten. Wenn es um die vernetzte Ökonomie geht, wimmelt es von Allgemeinplätzen, Phrasen und Floskeln. // von Gunnar Sohn

Digital Rhetoric, Top 50 Words (Image by tengrrl [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Nicht nur Unternehmer sind zunehmend genervt von den liebwertesten “digital-transformatischen” Gichtlingen, die inflationär ihre Netzweisheiten hinausposaunen: “Wir werden mittlerweile fast täglich mit Begriffen wie Industrie 4.0, Big Data, Digitalisierung und Internet der Dinge konfrontiert – ich möchte fast schon sagen: belästigt”, moniert Frank Richter, Vorstandschef der Swiss Global Investment Group bei der Fachtagung “Digitale Ethik” im Kölner Startplatz. Selbsternannte Experten würden sogar schon die exakten Potentiale und die daraus resultierenden Einsparungen kennen, die durch Digitalisierung und Vernetzung entlang der so genannten Wertschöpfungskette erzielt werden. 

[Mehr]


Gunnar SohnDigitale Entlarvung schwacher Politik

Politiker erzählen viel und nicht selten reden sie über Dinge, die sie nicht verstehen. Ein Rechner namens “Watson” könnte ihren Halbwahrheiten nun auf die Schliche kommen. // von Gunnar Sohn

Bundestag (Image by: Thomas Quine [CC BY 2.0] via Flickr)

Der IBM-Rechner “Watson” ist wohl ein ziemlich schlaues Kerlchen. Nicht erst seit seinem legendären Sieg über die Champions des Ratespiels Jeopardy. Er kann noch viel mehr. Watson ist ein Fakten-Checker: Seine Software der Künstlichen Intelligenz ist bereits bei Behörden, Institutionen und Unternehmen in den USA im Einsatz. Das System unterstützt Onkologen bei der Behandlung von Krebspatienten, führt natürlich-sprachliche Verkaufsberatungen bei einer Bekleidungsmarke und leitet aus der permanenten Analyse digitaler Medien ab, welche Themen sich als gesellschaftliches Mem abzeichnen und welche davon auf die Agenda der Wirtschaft gehoben werden sollten.  [Mehr]


Gunnar SohnEliten und Geklüngel im Netz

Damit die digitalen Errungenschaften tatsächlich einen signifikanten Unterschied in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft machen können, muss das Netz der Eliten geöffnet werden. // von Gunnar Sohn

Still Life of Glasses on MacBook Air with Mouse (Image by Image Catalog [CC0 1.0 Public Domain] via Flickr)

Wenn wir nur auf die Technologie starren, kommen wir bei der Digitalisierung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft keinen Millimeter voran, so das Credo von Mister Unternehmer-Plattform Winfried Felser bei einer Diskussionsrunde von Interactive Cologne. Die Digitalisierung sei nur der Möglichmacher. Entscheidender sei die Änderung der Denkmuster: “Wenn wir uns nicht vom Ego-Denken in Richtung Eco-Denken bewegen, passiert wenig.” Die Meteoriteneinschläge seien nicht nur digital. [Mehr]


Gunnar SohnOhne Nerds keine digitalen Tipping Points

Der digitale Wandel wird von der Netzgemeinde betrieben. Wertschätzung erfährt diese dafür nicht. Stattdessen belächelt das krawattentragende Establishment die Nerds und zerstört so den Barcamp-Geist. Ein Beitrag zur #KölnerBarcampKontroverse. // von Gunnar Sohn

Me & my PowerBook (Image by: Brian Moore [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Manchmal gibt es Diskussionen und Lebenssituationen, die erzeugen einen Heureka-Moment und man weiß, wo man steht und in welche Richtung es weiter gehen soll. So war es beim fünften Netzökonomie-Campus mit Käsekuchen in Köln, den Mister Unternehmer-Plattform Winfried Felser perfekt organisiert hat. Auch seine Backkünste konnten überzeugen. [Mehr]


Gunnar SohnWie man Dummschwätzer im Management enlarvt

Viele Konzernmanager denken nur an die gut geölte Effizienz der Belegschaft und die Bonus-Zahlungen ihrer Fünfjahres-Verträge. Ist es nicht an der Zeit, ihr leeres Geschwätz zu entlarven? // von Gunnar Sohn

Coffee Calls a Meeting (Image by: Keoni Cabral [CC BY 2.0] via Flickr)

Wenn junge Menschen ihre Karriere planen, dominieren klassische Erwartungen. Rund 40 Prozent wollen in den öffentlichen Dienst, 15 Prozent streben einen Job in einer staatsnahen Einrichtung an und 20 Prozent träumen von einer Konzernlaufbahn. Dahinter steckt das Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität. Eine trügerische Hoffnung. Selbst in öffentlich-rechtlichen Institutionen müssen sich Mitarbeiter mit Zeitverträgen und einer wenig planbaren Zukunft herumschlagen zu höchst bescheidenen Konditionen. Man erwartet Überstunden und volle Leistung. Geizig sind öffentliche Auftraggeber beim Versprechen einer Festanstellung.

[Mehr]


Gunnar SohnDigitale Agenda gesucht

Von Abfall bis Zahnbürste, alles wird digital. Wie aber bringen wir Gabriel und Co. dazu, das auch zu verstehen? // von Gunnar Sohn

Digital DNA, City of Palo Alto, Art in Public Places, 9.01.05, California, USA (Image: Wonderlane [CC BY 2.0], via Flickr)

In der Netzökonomie-Campus-Initiative ist ein höchst pragmatischer Vorschlag in die Diskussion geworfen worden, wie man internet-aversive Unternehmer, Verbandsfunktionäre und sonstige relevante Entscheider in Teutonien ins Netzzeitalter katapultieren könnte. Man ummantelt schlichtweg die analogen Organisationen, Maschinen, Produkte, Services und Verwaltungsaufgaben mit einer digitalen "Schicht". So eine Art "Verwaltungsschale". [Mehr]


Gunnar SohnDigital und Mittelstand – Symbiose gewünscht

Warum wir digital scheitern – Mittelstand und Netzszene im Zustand des gegenseitigen Nichtverstehens! Ein Umdenken ist längst überfällig. // von Gunnar Sohn

Network (adapted) by Claus Rebler (CC BY-SA 2.0) via Flickr

Mehr denn je braucht Deutschland für den neuartigen, disruptiven Wandel von Ökonomie und Gesellschaft den Dialog zwischen Mittelstand und Netzszene. Ein "Weiter so" ist ebenso wenig eine Option wie eine Dialogunfähigkeit zwischen den relevanten Gruppen. Die Wirklichkeit sieht allerdings so aus.

[Mehr]


Gunnar SohnWenn nur noch Zynismus hilft

Kommunikation in Unternehmen besteht oft nur noch aus positiven Phrasen. Wenn Mitarbeiter dann zynisch werden, ist es meistens schon zu spät. // von Gunnar Sohn

"Close up smartphone" (adapted) by Japanexperterna.se (CC BY-SA 2.0)

Der Smarter-Service-Blogger Bernhard Steimel prangert in einem lesenswerten Beitrag die Hybris der Social-Media-Priester an: Sie würden Wasser predigen und Wein saufen. Sie selbst seien im Ego-Shooter-Modus unterwegs und pflegten die Kunst der Selbstinszenierung.

[Mehr]


Gunnar SohnKönnen Sie E-Mails schreiben?

Digitale Tools gehören in der Berufswelt längst zum Alltag. Branchen-Experten auf der re:publica in Berlin erklären unserem Kolumnisten, was die meisten von uns falsch machen. // von Gunnar Sohn

You have a mail (adapted) by Pierre (Rennes) (CC BY 2.0) via Flickr

Totgesagte leben länger. Seit der E-Mail-Geburtsstunde hat sich die Art und Weise, wie wir mit Nachrichten umgehen, nicht wesentlich geändert. Nur die Flut der E-Mails steigt rasant an. Im Berufsleben erhält man durchschnittlich 122 elektronische Mitteilungen. Parallel dazu werden immer neue Kommunikationsplattformen eröffnet – soziale Netzwerke, Kurznachrichten, Instand Messaging und mehr. Die Zahl der Botschaften, die ständigen Unterbrechungen und die unterschiedlichen Präferenzen für Kommunikation sind generationsübergreifend eine große Herausforderung. Die E-Mail wird immer noch für Zwecke genutzt, für die sie nicht konzipiert wurde. Stefan Pfeiffer von IBM im Interview mit The European auf der re:publica in Berlin moniert:

[Mehr]


Gunnar SohnNetz-Diskurse ohne Imponier-Gehabe

Printmedien existieren heutzutage auch weiterhin neben dem Internet. Allerdings gibt es grundlegende Unterschiede zwischen Print und Online. Nicht zuletzt zeigt sich das in der Diskussionskultur beider Formate.// von Gunnar Sohn

Reading the Newspaper (Image Nick Page [CC BY 2.0], via Flickr)

Im Internet wird grundlegend anders diskutiert als im Print-Journalismus. Jetzt müssten das nur noch die Journalisten begreifen. Die Kolumnistin Renée Zucker versucht sich in einer biologistisch-evolutionstheoretischen Einordnung der Posting-Sucht:

[Mehr]


Gunnar SohnMerve-Verlag und die Lust an der Respektlosigkeit

Erst marxistisch, dann daneben. Der Publizist Peter Gente hielt sich nicht an die Regeln – und schuf so ein erfrischend gut gelauntes Lebenswerk. // von Gunnar Sohn

"Outdoor Bücher" (Adapted) by Robert Agthe (CC BY 2.0)

Vor rund 45 Jahren wurde in Berlin der Merve-Verlag gegründet – und galt nach anfänglichen marxistischen Ausflügen als publizistische Zentrale von Postmoderne und Dekonstruktion. So bilanzierte der entkollektivierte Merve-Gründer Peter Gente Ende der 1970er Jahre, dass man an der Dialektik irre werde. Das Verlags-Kollektiv zerbröselte irgendwann. Unter dem Deckmantel des „proletarischen Erfahrungsinteresses“ flüchteten die Genossen ins partikulare Private: Bluesmusik, Nietzschelektüre, Malen, Biokost und Esoterikliteratur. Peter Gente entdeckte das Nachtleben.

[Mehr]


Gunnar SohnWarten auf Erleuchtung

In einem Kraftakt möchte Deutschland die sogenannte "Industrie 4.0" einführen – und damit die Industrie vernetzen. Bislang ruft das Konzept aber bloß Ahnungslosigkeit hervor. // von Gunnar Sohn

{Explore}(adapted) by Marius Brede (CC BY-SA 2.0) via Flickr

"Mit der digitalen Vernetzung der Produktion wird sich unser Verständnis von Industrie so nachhaltig verändern wie niemals zuvor", so VDMA-Präsident Reinhold Festge zur Eröffnung der Hannover Messe. Die deutschen Hersteller seien für diese globale Veränderung bestens gerüstet, betont der oberste Maschinenbau-Lobbyist. "Für die deutsche Industrie formuliere ich dabei nicht weniger als den globalen Führungsanspruch."

[Mehr]


Gunnar SohnDie parasitäre Netzwelt

Konzerne wie Google und Amazon haben sich bereits fest in unseren Alltag geklickt. Der Wissenschaft fehlt jedoch noch jegliche Idee, wie mit diesen Monopolen künftig umzugehen ist. // von Gunnar Sohn

Silicon Valley Financial Center by Christian Rondeau (CC BY 2.0)

Arno Rolf, Professor i. R. im Fachbereich Informatik der Universität Hamburg, hat einen spannenden „FAZ“-Gastbeitrag über den „Zustand“ der Wirtschaftsinformatik in Deutschland veröffentlicht. Sie ringe mit ihrer gestaltungsorientierten Tradition um mehr internationale Anerkennung. „Aus diesem Dilemma einen Ausweg aufzuzeigen, bemühten sich die Altvorderen der Wirtschaftsinformatik, Ernst-August Scheer, Peter Mertens, Hans-Ulrich Buhl und Wolfgang König, in der Panel-Diskussion ,Impact Engineering oder gesellschaftliche Verantwortung‘ auf der 12. Internationalen Tagung Wirtschaftsinformatik in Osnabrück“, schreibt Rolf.

[Mehr]


Gunnar SohnUnternehmertum in der Demografie-Falle

Die Überalterung der Gesellschaft hat die Unternehmen erreicht. Streams könnten Abhilfe schaffen. // von Gunnar Sohn

Former Intel CEO Gordon Moore in his cubicle by Intel Free Press (CC BY-SA 2.0) via Flickr

Wir debattieren seit Jahren aus guten Gründen über die Überalterung unserer Gesellschaft. Es geht dabei in erster Linie um die Finanzierung der Rentenversicherung über das Umlageverfahren, um die Kosten der Altenpflege, Fachkräftemangel, Probleme bei der Unternehmensnachfolge oder um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein blinder Fleck im politischen Diskurs ist die alternde Unternehmerschaft in Deutschland, die sich nur über die Erfolge der Vergangenheit definiert. Klingt nicht gerade aufregend. Aber wir erleben gerade eine digitale, innovative und investive Spaltung der Wirtschaft. Alte Unternehmer leben von der Substanz, investieren kaum und verdrängen die Notwendigkeit von Erweiterungsinvestitionen sowie Innovationen. Das erklärt vielleicht auch die Aversionen der liebwertesten Chef-Gichtlinge gegen die Digitalisierung.

[Mehr]


[1][2][3][4][5][6][7][8]Ältere Beiträge