Gunnar SohnSlow-Media-Konzepte für das Personalmanagement

Anwesenheit ist nicht gleich Arbeit. In Zeiten der Digitalisierung ist diese Erkenntnis wichtiger als jemals zuvor. // von Gunnar Sohn

Keyboard (Bild: Apfelkasten.de [CC BY-SA 2.0], flickr.com)

Viele Menschen brauchen die Onlineverbindung zur Welt und zur Nachrichtenlage mittlerweile als tägliches Rüstzeug. „Bei nicht wenigen Menschen läuft während des gesamten Arbeitstages das Internet im Hintergrund – jederzeit bereit, auf Wissen zuzugreifen, Auskunft zu geben, Zerstreuung zu bieten und Kontakte herzustellen. Das Internet ist ein beruflicher und sozialer Interaktionsraum“, schreibt Sabria David im Fehlzeiten-Report 2013. Das Ganze mit Internet-Sucht gleichzusetzen, wie es der liebwerteste Neuro-Gichtling Manfred Spitzer bei jeder sich bietenden Gelegenheit zelebriert, greift dabei zu kurz. [Mehr]


Gunnar SohnDie wirtschaftlichen Folgen von Shitstorms

Shitstorms zwischen kollaborativer Wiedergutmachung und Ignoranz: Negative Kommunikation kann das Markenimage dauerhaft schädigen. // von Gunnar Sohn

The Shit Shop (Bild: Eric The Fish [CC BY-SA 2.0], flickr.com)

Von Shitstorms – also Empörungswellen im Netz – gehen angeblich keine nachhaltigen wirtschaftlichen Schäden für Unternehmen aus: Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK). Sie hat die kollektiven Unmutsbekundungen von Social Media-Nutzern von Januar 2010 bis Mai 2013 analysiert. Allerdings reagierten die meisten betroffenen Unternehmen auf die Phase massiver Kritik in den sozialen Netzwerken mit Anpassungen von Krisenplänen und sogar Restrukturierungen ihrer Kommunikationsabteilungen – was immer das im Einzelfall heißen mag. Ein Großteil der befragten Unternehmen erwartet eine Zunahme und den systematischeren Einsatz von Shitstorms durch Protestgruppen in der Zukunft. [Mehr]


Gunnar SohnE-Books im Denknebel des Literaturbetriebs

Das E-Book wird bislang als schlechteres Buch angesehen – und trotzdem teurer verkauft. Und die neuen Schreibweisen der Netzzeit warten nicht auf den alten Literaturbetrieb. // von Gunnar Sohn.

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E-Books sind in Deutschland noch nicht der absolute Renner. Und wenn ich mir die Preispolitik für digitale Bücher hierzulande anschaue, wundert mich das überhaupt nicht. In der Regel liegt der Preis im Vergleich zur gedruckten Variante viel zu hoch. Das ist eine echte Barriere. Kleines Beispiel: „Meßmers Momente” von Martin Walser. Die Gebundene Ausgabe kostet 14,95 Euro und für die Kindle Edition muss ich 12,99 Euro berappen. [Mehr]


Gunnar SohnDie LEAD-SEO-ONE-TO-ONE-Propaganda-Alchemisten

Die Rechenschieber-Fraktion im Online-Marketing ist vom politischen Absolutismus nicht weit entfernt. Es sind seelenlose Technokraten, die uns wie weiße Mäuse im Versuchslabor betrachten. // von Gunnar Sohn.

 Leadership_250x143„In beinahe jeder Handlung unseres Lebens, ob in der Sphäre der Politik oder bei Geschäften, in unserem sozialen Verhalten und unserem ethischen Denken werden wir durch eine relativ geringe Zahl an Personen dominiert, welche die mentalen Prozesse und Verhaltensmuster der Massen verstehen. Sie sind es, die die Fäden ziehen, welche das öffentliche Denken kontrollieren“, zu dieser Einschätzung gelangte Edward Bernays, der Vater der Public Relations, in seinem Opus „Propaganda“. Das Standardwerk ist 1928 erschienen und war noch so herrlich freimütig und eindeutig formuliert. [Mehr]


Gunnar SohnNeubau des Festspielhauses in Bonn

Bonn will ein Beethoven-Festspielhaus bauen, im Prozess geht alles schief, was schiefgehen kann. Ein Überblick. // von Gunnar Sohn

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So langsam dämmert es wohl auch den Festspielhaus-Apologeten, dass sie sich von ihren Bilbao-Illusionen in Bonn verabschieden müssen. Man kehrt zu den ursprünglichen Überlegungen zurück und favorisiert das integrative Konzept im Verbund mit der Beethovenhalle, auch wenn Festspielhaus-Freund Wolfgang Grießl Anfang des Jahres davor warnte, nur einen Anbau als eine Art Wurmfortsatz der Beethovenhalle in Erwägung zu ziehen. Wäre das wirklich so falsch? [Mehr]


Gunnar SohnBeschreibungen der digitalen Kultur

Brecht und die Emanzipationsbewegung im Social Web – über digitale Kultur und Fürsten-Geheimnisse. // von Gunnar Sohn

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 Die Dialogformen der sozialen Medien sind nach Auffassung von Professor Peter Weibel, Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe (ZKM), nichts anderes als die demokratisierte Form der Salonkonversation, die früher nur in elitären Kreisen geführt wurde – heute ist es ein Jedermann-Phänomen. Das Internet habe das Gespräch als politische Kraft zu einem Instrument der gemeinsamen Lebensgestaltung gemacht. Diese Dialoge müsse man als Philosophie des Sprechaktes sehen. „Hier werden Dinge mit Worten gemacht“, so Weibel. [Mehr]


Gunnar SohnWie das Berufspendeln bekämpft werden kann

17 Millionen Menschen kommen in Deutschland am Tag auf die Strecke zur Sonne und zurück. Vom täglichen Irrsinn des Berufsverkehrs. // von Gunnar Sohn

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Früher haben sich die Menschen – mangels Verkehrsmittel – ihre Arbeit dort gesucht, wo sie lebten: „Im Jahr 1900 verließ gerade einmal jeder zehnte Erwerbstätige auf dem Weg zur Arbeit seinen Wohnort. Vor 60 Jahren war es noch jeder vierte. Heute verlassen 60 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ihre Gemeindegrenze, um zu arbeiten – in Deutschland sind das über 17 Millionen Menschen“, schreibt „Zeit“-Redakteur Claas Tatje. [Mehr]


Gunnar SohnWarum Gründer den Überblick behalten müssen

Gründer sollten misstrauisch sein. Und der Start-up-Hype könne nicht funktionieren. Das sagt zumindest Christian Lechner, Professor für Unternehmensführung und Innovation an der Freien Universität Bozen. // von Gunnar Sohn

Bausteine (Bild: Kenny Louie [CC BY 2.0], via Flickr)

Start-ups seien regionale Phänomene, so seine These. Selbst im Silicon Valley, wo die Entrepreneure in der Regel studiert haben: "Gründer starten ihr Unternehmen da, wo sie bereits ein Netzwerk haben", erläutert Lechner nach einem Bericht des Blogs Berufebilder. Junge Unternehmen gezielt anzusiedeln, wie es Berlin derzeit versucht und im großen Maßstab am Flughafen Tegel plant, werde deswegen nicht funktionieren.

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Gunnar SohnJustus Haucap gegen Google-Zerschlagung

Die digitalen Verlierer klagen über Google. Doch für hausgemachte Geschäftsprobleme ist nicht das Kartellrecht zuständig. // von Gunnar Sohn

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Mal klagt der stationäre Einzelhandel über die vermeintliche Allmacht von Amazon mit weinerlichen Statements über den Smartphone-Beratungsklau, kleistert Schaufenster mit schwarzen Pappen zu und verweist auf die so wunderhübsche Urbanität auswechselbarer Fußgängerzonen mit dem Flair von bepissten Blumenkübeln. Mal wettert der Datenschutz-Deichgraf über die tückische Herrschaft von Facebook und erklärt jedem Like-Button in Ostfriesland den Krieg. [Mehr]


Gunnar SohnIndustrielle Revolution und das Internet der Dinge

Im "Internet der Dinge" herrscht babylonisches Sprachgewirr. Den deutschen Ingenieuren scheint das egal zu sein. Ein fataler Fehler. // von Gunnar Sohn

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Liest man die Schlagzeilen und Sonntagsreden zur diesjährigen Hannover-Messe, kann die deutsche Industrie vor Kraft kaum laufen. Wenn es um die sogenannte vierte industrielle Revolution geht, was unter dem Schlagwort "Industrie 4.0" propagiert wird, habe das Land der Ingenieure und Konstrukteure klar die Nase vorn.

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Gunnar SohnKlassik trifft Tech-Revoluzzer

Unser Wirtschaftssystem ist satt. Glücklicherweise gibt es kleine Störenfriede, die den alten Säcken auf die Nerven gehen und sie herausfordern. // von Gunnar Sohn

Technologie (Bild: Gunnar Sohn)

Klassik trifft Tech-Revoluzzer, so habe ich das Konzept der diesjährigen CeBIT auf einen Nenner gebracht, um vom Image einer langweiligen IT-Computermesse herunterzukommen, die seit Jahrzehnten das gleiche Lied summt. Und das betrifft nicht nur den legendären Auftritt von Apple-Mitgründer Steve Wozniak, der die CeBIT-Konferenz rockte. Sein alter Weggefährte Steve Jobs hätte es nicht besser machen können.

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Gunnar SohnDie Grenzen von Big Data

Forensiker gegen Big Data-Denunziantentum: Warum man den Sozialingenieuren der Datenwelt Grenzen setzen muss. // von Gunnar Sohn

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Big-Data-Anbieter sind großartige Verkäufer, wenn sie in der Öffentlichkeit von den Vorzügen der schönen neuen Datenwelt fabulieren können. Sie gieren nach Analysen möglichst großer Datenberge, um Grippewellen vorherzusagen, Euro-Krisen zu verhindern, den Autoverkehr staufreier zu machen oder Prognosen über den Verkaufserfolg von Rollkragenpullovern in roter Farbe abzugeben. [Mehr]


Gunnar SohnMit Rabelais durch das neue GroKo-Jahr

Die Bundestagswahl im vergangenen Jahr bescherte uns die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD – doch was werden diese Parteien uns 2014 bringen? // von Gunnar Sohn

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Gute Leute, erlauchte Zecher und Ihr, liebwerteste Gichtlinge, alternativlose GroKo-Schwätzer, NSA-Spitzel, ganzheitliche Esoterik-Schwurbler und Verbotsapologeten, Euer Schelmenzeug erfüllt mich mit Gestank, wie falscher Klang, verstimmt ein Geig, Euer Schelmenzeug. Der Leitfaden meines Geschreibsels ist bekannt: Antihierarchie, Infragestellen der Autorität, Offenheit, fröhliche Anarchie und die Verspottung aller Dogmen im Geiste des sinnfrohen Renaissance-Dichters François Rabelais.

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Gunnar SohnDie Netzpolitik der Großen Koalition: Digitale Agenda?

Der Patient Netzpolitik ist ohne Sauerstoffzufuhr – Wie die Große Koalition Wohlstand und Wachstum verspielt // von Gunnar Sohn

Große Koalition (Bild: Mehr Demokratie [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

Wir wollen, wir werden, es gilt, es muss, wir möchten, es soll. Die Inflation der Unverbindlichkeiten im „Vertrag“ der Großen Koalition zur digitalen Agenda wird zielgerichtet mit „geeigneten Maßnahmen“ verfolgt wie ein Wackelpudding, den man an die Wand nagelt. Was Unionsparteien und SPD für die digitale Infrastruktur in Deutschland planen, knüpft nahtlos an die Bund-Online-Projekte der vergangenen Jahre an: Sie wurden zu Tode verwaltet. Fehlgeburten mit Lutschpastillen-Wirkung, die mangels zentraler Zuständigkeit und politischem Nachdruck in den verschiedensten Ressorts mit minimaler Sauerstoffzufuhr am Leben erhalten werden. Ab und zu erfährt der Netz-Patient eine Reanimation, bevor er seine letzten Bits und Bytes aushaucht.

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