Alle Beiträge zu Netztheorie

Die Grenzen von Big Data

Big_Data_Higgs (adapted) (Image by KamiPhuc [CC BY 2.0] via Flickr)
Forensiker gegen Big Data-Denunziantentum: Warum man den Sozialingenieuren der Datenwelt Grenzen setzen muss. Big-Data-Anbieter sind großartige Verkäufer, wenn sie in der Öffentlichkeit von den Vorzügen der schönen neuen Datenwelt fabulieren können. Sie gieren nach Analysen möglichst großer Datenberge, um Grippewellen vorherzusagen, Euro-Krisen zu verhindern, den Autoverkehr staufreier zu machen oder Prognosen [...]
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SXSW: Mit Open Source gegen Patente

Nathan Seidle (Bild: Ulf Buermeyer, CC-BY-SA 3.0)
Der Hardware-Hersteller SparkFun wirbt für Elektronik-Innovationen ohne rechtliche Hürden – mit freier Open Source will er gegen Patente vorgehen. // von Ulf Buermeyer Open Source – das klingt nach Nerds, die über ihre Laptops gebeugt Software entwickeln, nach Linux, Github und Millionen lines of code. Nathan Seidle ist auch ein [...]
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Offener MOOC – Dein Weg zu einem kostenlosen MBA?

MOOC – digital Studenten (Bild: Jisc [CC BY-NC-ND 2.0 UK], via Flickr)
Einen Master of Business Administration (MBA) zu absolvieren ist sehr attraktiv, aber kostenlose Angebote sind schwer zu finden. Kann ein offener MOOC Abhilfe schaffen? // von John Rice Immer wieder wird vorgeschlagen, dass man sich mit entsprechenden Sorgfalt und Hingabe einen kostelosen Master of Business Administration zusammenstellen kann. Wahrscheinlich wird [...]
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Die politischen Konsequenzen der Digitalisierung

piracy, crowd, peer to peer
Digitalisierung beschleunigt Prozesse, generiert „Big Data“, schafft neue soziale wie auch kommunikative Formen. Digitalisierung gilt manchen als demokratiefördernd, manchen als letztendlich ein Instrument der Eliten. // von Prof. Dr. Dr. Ayad Al-Ani Alles davon ist zweifellos richtig. Digitalisierung wirkt aber auch enorm subversiv: Wer sich im Netz selbst organisieren kann [...]
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Digital-Index 2014: Umgang mit dem digitalen Graben

mind the gap (adapted) (Image by Pawel Loj [CC BY 2.0] via Flickr)
Wie umgehen mit dem digitalen Graben? Der Digital-Index 2014 gibt darauf eine bisher kaum beachtete Antwort. In der vergangenen Woche stellte die Initiative D21 ihren jährlichen Digital-Index vor, in dem die Entwicklung des Digitalisierungsgrads der deutschen Bevölkerung – ihr Zugang, ihre Kompetenz, ihre Offenheit sowie ihre Nutzungsvielfalt bezogen auf digitale Medien [...]
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Wie Manager in dynamischen System scheitern

Wie wichtig das Internet ist, haben die deutschen Unternehmen verstanden. Nur können sie mit dieser Erkenntnis überhaupt nichts anfangen. // von Gunnar Sohn Die Systemarchitektur der digitalen Netzwerke hat die Spielregeln der Wirtschaft schon längst verändert, bemerkt Professor Peter Kruse in einem Vortrag über den Wandel der Arbeitswelt. Der Organisationswissenschaftler [...]
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Papierlose Politik

Die Papierlose Politik schont nicht nur die Umwelt und Kosten, sondern ist auch ein wichtiger Schritt bei der Digitalisierung der Politik. // von Lukas Menzel 100 000 Blätter, die zusammen einen Stapel von 12 Metern ergeben würden. Soviel Papier verbrauchen die 50 Mandatsträger der Kleinstadt Rödermark in Hessen pro Jahr. [...]
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Big Data als Zukunft des Web 3.0

Web (Bild: PublicDomainPictures [C00], via Pixabay)
Das Web 3.0 will die riesigen Datenmengen mit Bedeutung versehen und nutzbar machen: Bringt Big Data die Zukunft des Netzes? // von Björn Rohles Noch sind die Informationen im Web in weiten Teilen unstrukturiert, aber das könnte sich schon bald ändern. Seit vielen Jahren diskutieren Visionäre über das semantische Web [...]
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Die wirtschaftlichen Folgen von Shitstorms

Wlan (adapted) (Image by geralt [CC0 Public Domain] via Pixabay)
Shitstorms zwischen kollaborativer Wiedergutmachung und Ignoranz: Negative Kommunikation kann das Markenimage dauerhaft schädigen. Von Shitstorms – also Empörungswellen im Netz – gehen angeblich keine nachhaltigen wirtschaftlichen Schäden für Unternehmen aus: Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK). Sie hat die kollektiven Unmutsbekundungen von Social [...]
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Netzwerke ohne Hierarchien: Neue Netzwerke in alten Kabeln

Connections (adapted) (Image by fla m [CC BY 2.0] via Flickr)
Kann das Internet die hierarchischen Endlos-Schleifen unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems beenden? Meine Überlegungen zur Netzwerk-Ökonomie und der Durchbrechung von hierarchischen Organisationsformen finden im Social Web ein geteiltes Echo: „Praxisfernes Geschwurbel!“, heißt es in einer Tweet-Replik von Dagmar D. Ohne Netzwerke könnten Hierarchien gar nicht entstehen, bemerkt Sascha Stoltenow auf Google [...]
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Das Semantic Web: Die Zukunft des Internets

Schon seit Längerem wollte Julian Dziki über das semantische Web schreiben, weil er sich damit in seiner Magisterarbeit befasst hat. Jetzt hat er es getan, aber Obacht: Das wird kompliziert, aber es lohnt sich!

Tim Berners-Lee, der Erfinder des Internets und von HTML, verfasste im Jahr 2001 im Scientific American den wegweisenden Artikel ‚The Semantic Web‘, in dem er seine Vision vom Internet der Zukunft skizzierte. 80 % der weltweit verfügbaren Information liegt in unstrukturierter Form vor. Für Menschen haben (zumindest die meisten) Texte eine Bedeutung, für Computer aber nicht. Tim Berners-Lee forderte in seinem Artikel, dass wir Menschen das Internet um die Ebene der Bedeutung (=Semantik) erweitern müssten. Er skizzierte sogenannte Suchagenten, die weit mehr leisten könnten als heutige Suchmaschinen. Weiterlesen »

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(N)ONLINER-Atlas: Außenstehender Skeptiker oder passionierter Onliner?

Wie Internet-affin sind die Deutschen? Die Frage klingt simpel, aber ihre Beantwortung ist es nicht. Erhebungen wie die ARD/ZDF-Onlinestudie oder der N(ONLINER) Atlas messen, wer wie lange im Netz surft, sagen jedoch nichts über den Kompetenzstand der Nutzer oder darüber, auf welchen Seiten sie unterwegs sind. Darüber will ab sofort der D21-Digital-Index informieren – ihm zufolge ist Deutschland längst noch nicht komplett digitalisiert.

„Ergebnisse in dieser Form hat es noch nie gegeben“, preist Robert A. Wieland den D21-Digital-Index an. Wieland ist Geschäftsführer von TNS Infratest und Vorstandsmitglied der Initiative D21. Auch international sei das ein neuer Ansatz, sagt Hans-Joachim Otto, politischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Beide beziehen sich auf Aussagen der Studie, die so bisher tatsächlich noch nicht verfügbar waren – weder im N(ONLINER) Atlas, noch in der ebenfalls bekannten ARD/ZDF-Onlinestudie. Diese sind darauf beschränkt, die Zahl der Bürger, die 2012 online waren, nach den üblichen Kriterien wie Alter, Geschlecht, Herkunft und Bildung aufzuschlüsseln. Der D21-Digital-Index erfragt neben dem Zugang auch die Nutzungsart, Offenheit und Kompetenz der deutschen User. Fazit: „Die Mehrheit der Deutschen ist noch nicht in der digitalen Gesellschaft angekommen.“

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Gedanken über die Zukunft von Social Media

Social Media wird oft als Synonym für das Web 2.0 angesehen. Doch was kommt danach? Wie wird das Web 3.0 aussehen? Wo liegt die Zukunft von Social Media? Der Schweizer Gymnasiallehrer Philippe Wampfler hat sich darüber einmal Gedanken gemacht.

In seinem Beitrag zeigt Wampfler den Kerngedanken des Web 2.0 auf, wie es sich vom Netz einer digitalen Avantgarde in ein soziales Netz vieler verwandelte. Von seinen Annahmen ausgehend, wie das Web 3.0 gestaltet sein wird, zeigt Wampfler auf, wie Kommunikation in der Zukunft gestaltet sein könnte und plädiert für die Einführung der temporären Kommunikation in der digitalen Sphäre.

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Streitraum – Digitale Demokratie oder digitale Elite?

Julia Solinski über die vergangene Streitraum-Debatte: „Digitale Demokratie oder digitale Elite?“. Wo führt uns die Postdemokratie hin?

Streitraum - Digitale Demokratie oder digitale Elite?

Am vergangenen Sonntag eröffnete die Berliner Schaubühne ihre Diskussionsreihe zur Postdemokratie mit dem Thema „Digitale Demokratie: Ist das noch postdemokratisch oder schon nicht mehr?“. Vertreter aus Wissenschaft, Medien und Politik waren sich grundsätzlich einig: Das Internet hilft, Verkrustungen aufzubrechen und Elitenklüngel auseinanderzutreiben. Dazwischen wurde immer wieder leise gewarnt, nicht gleich die nächste Elite auf den Thron zu setzen.

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Manfred Spitzers Digitale Demenz – Der digitale Kaputtmacher

Manfred Spitzer kommt in seinem Buch Digitale Demenz nicht nur zu falschen Schlüssen. Es stellt auch eine Bedrohung für das bisher Erreichte in Bildung und Kindererziehung dar.

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer kommt am Schluss seines Buches „Digitale Demenz“ zu einem resoluten und unmissverständlichen Urteil: „Digitale Medien führen dazu, dass wir unser Gehirn weniger nutzen, wodurch seine Leistungsfähigkeit mit der Zeit abnimmt.“. Ich muss ein Geständnis machen. Es war quälend und für mein Gehirn sicherlich eine Belastung. Das Spitzer-Werk wurde von mir in digitaler Version konsumiert und ich spürte förmlich die Schrumpfung meines Geistes. Weiterlesen »

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Der Hirnforscher Manfred Spitzer – Digitaler Demenzpatient

Als die erste Dampflok fuhr, glaubten einige, der Mensch müsse an der Geschwindigkeit zugrunde gehen. Der Hirnforscher Manfred Spitzer glaubt, das Web sei eine Dampflok.

Manfred Spitzer, der vom Intellektuellen-Blatt „Bild“ zum berühmtesten Hirnforscher in Teutonia gekürt wurde, leidet unter digitaler Demenz. Das ist tragisch und wohl das Ergebnis der täglichen Nutzung von PC und Handy.

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Wir sind Facebook

Das Internet ist der Dorfplatz der Moderne – doch weil dieses neue Dorf global ist, gelangen die alten Modelle an ihre Grenzen. Es ist an der Zeit, transparent zu ermitteln, welche Regeln in der neuen Netzöffentlichkeit gelten sollen.

Wir sind Facebook

Dürfen Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) von Internet-Giganten wie Google oder Facebook den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs im Netz beeinflussen? Diese Frage verhandelte ein Expertenpanel am zweiten Tag der Berliner Bloggerkonferenz Republica unter dem Titel: „Der digitale Dorfplatz: Privat oder öffentlich?“.

Kommerzielle Plattformen könnten sich zu einem Rohrkrepierer für virtuelle Menschenrechte entwickeln, wenn Accounts willkürlich gelöscht oder geschäftspolitisch über die Zulässigkeit von Meinungsäußerungen entschieden wird. Es muss ja nicht gleich das von Sascha Lobo ins Spiel gebrachte Profilbild mit erigiertem Penis sein, der zu einem Exitus der eigenen Facebook-Präsenz führt. Nacktheit bringt bei amerikanischen Konzernen auf Knopfdruck die Hohepriester von Sittlichkeit und Moral auf den Plan. Aber genau hier muss der Meinungsstreit anfangen. Beispielsweise über die anmaßende Haltung von Infrastruktur-Anbietern, die uns den Zugang zum Internet gewähren und nach Gusto wieder nehmen können.

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Liquide Demokratie statt Mauer-Taktik: Flüssiges Wissen

Liquide Demokratie ist unglaublich anstrengend – aber sie lohnt sich, denn im Schwarm gibt es wertvolles Expertenwissen. Wie groß der Widerstand gegen diese Art der Entscheidungsfindung ist, sieht man beim Blick auf die Transparenz-Debatte.

„Zeit“-Autorin Susanne Gaschke sieht die Piraten als ideologische Partei. Wer auf elektronisch verbundene Schwarmintelligenz setzt, zerstöre die repräsentative Demokratie. Liquide Demokratie ist für sie ein Albtraum. Man brauche doch auch Antworten und die beruhen auf Interessen, Werten, Konflikten und Lebensstilen. Deshalb sei es Aufgabe professioneller Politik, zwischen all diesen erträglichen Kompromissen zu vermitteln. „Die richtige Welt ist ein unordentlicher Ort und mit technikfixiertem Objektivismus nicht in den Griff zu kriegen.“

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Studie von Google-Ergebnissen: SEO durch die Augen der Nutzer

Suchmaschinenoptimierung, tägliches Brot und mit Vorurteilen gespicktes Hassobjekt, spielt täglich in unserem Netzleben eine große Rolle. Hendrik Terbeck hat nun unter dem Titel „Der Einfluss sozialer Empfehlungen auf das Selektionsverhalten in Suchmaschinen“ eine Bachelorarbeit vorgelegt, die mittels Blickaufzeichnung und problemzentrierter Nutzerbefragung Antworten auf brennende SEO-Fragen geben möchte.

Suche: keine Muster mehr, sondern heterogene Strategien

Zunächst einmal widmet er sich bekannten und oft gestellten Fragen: Wonach selektieren Nutzerinnen Inhalte bei der Suche? Welche Elemente animieren sie zum Klick? Gibt es Muster in der Ergebnisselektion?

Wenig Bedeutung kommt der Studie zufolge älteren Modellen wie dem F-Muster oder dem goldenen Dreieck zu, da Suchende angesichts der immer vielfältiger werdenden Ergebnisdarstellungen heterogene Strategien wählen – wenn Suchmaschinen von reinen Textlinks zur Darstellung von Bildern, Anzeigen, lokalen Ergebnisse, sozialen Empfehlungen und vielem mehr übergehen, haben alte Selektionsmuster wenig Bestand. Wichtig sind vielmehr neben der Position der Ergebnisse (Hypothese 5, wenngleich nicht uneingeschränkt, wie in den Hypothesen 12 bis 14 gezeigt wird) die Bekanntheit der Marke (Hypothese 6) und besonders Titel (Hypothese 4) und URL (Hypothese 7) – ein Grund mehr für ein flexibles Content-Management-System wie etwa WordPress, das die freie Anpassung dieser Elemente erlaubt.

Bis zu diesem Punkt ist die Studie ein interessante Beleg für bereits bekannte oder stark vermutete Erkenntnisse. Richtig spannend werden jedoch die folgenden Fragen zu den sozialen Empfehlungen.

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Kommentar zu den 100 Köpfen

Hier mal noch ein gesonderter Linktipp zum Blog von Bruno Kramm. Herr Kramm hat sich tatsächlich mal die Mühe gemacht, jedem „Urheber“ der 100 Köpfe aus der Handelsblatt-Depesche zu antworten. Außerdem gibt er einen Einblick in die Vorgeschichte dieser Kampagne.


Kommentar zu den 100 Köpfen

„Bevor man sich im Detail mit der propagandistischen Großinquisition des Handelsblattes „Kreative hört die Signale“ und „Mein Kopf gehört mir“ auseinander setzen kann, muss man die Vorgeschichte beleuchten, aus welcher die Initiative zu dieser und noch vielen folgenden Beiträgen hervorging und die Fehlinformationen bewusst in Kauf nehmend, einsetzt.“

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Mein Betonkopf gehört mir…

#Umsonstkultur #Piraten #Verlegerinteressen #Lobby

Mein Kopf gehört mir...

Da haben sich die Verleger aber eine hübsche Kampagne ausgedacht, die jetzt in Etappen über die klassischen Massenmedien ausgegossen wird. Nach der Wutrede von Sveni Regner und dem offenen Brief der GEZ-beseelten Tatort-Autoren werden nun im Handelsblatt 100 “kreative” Schriftsteller, Sänger, Künstler, Werber, Softwareentwickler und Unternehmer in Szene gesetzt, um gegen die “Umsonstkultur” im Internet und deren politischen Protagonisten, die Piraten, zu protestieren. Das ist wohl ein bislang einmaliger Vorgang in der Untergangsgeschichte des medialen Establishments, dass sich Meinungsbildner nicht nur vor den Karren von Lobbyinteressen spannen lassen, sondern expliziert gegen eine politische Partei lamentieren, die in Deutschland noch nirgendwo in der politischen Verantwortung steht. Peinlich auch der verkrampfte 68er-Habitus der Handelsblatt-Titelseite: “Mein Kopf gehört mir!”

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Die letzten 2,5 Jahre…

Hier müsste eigentlich der Wochenrückblick stehen. Ob Google eine gute Strategie fährt mit seiner Neuausrichtung, ob sich die Sonstigen (früher bekannt unter dem Namen FDP) einen Gefallen getan haben mit dem Bashing der Piratenwähler, ob am Ende Facebook bald eine valide Alternative mit Good Privacy erhalten wird, sowas würde hier eigentlich stehen…

Über all dieses und noch viel mehr hätte ich gern weiter geschrieben. Aber heute ist mein letzter Tag als Redaktionsleiter bei netzpiloten.de (früher blogpiloten.de) und ich schaue wehmütig auf die letzten 30 Monate zurück. Es gibt Tage, da gehen mir die Nabelschauen der Internetexperten und ihrer Vasallen gehörig auf den Geist. Es gibt Tage, da erreicht die Relevanz des Internet für mich kaum die Höhe eines Flohsprungs. Aber im Grunde bin ich noch immer beeindruckt von der Wucht, die vom Web ausstrahlt.

In anderen Ländern, da ist aus dem Internet eine Medienmasse geworden. Ganze Volksgruppen oder gar Völker betrachten sich selbst in den 1000 Spiegeln, die die Unzahl an Webseiten darstellt. Ich habe das Netz vor einem Jahr bei telepolis als Massenvergewisserungswaffe bezeichnet. In vielen Ländern, deren Kultur auf arachischen Stammesstrukturen basiert, entdecken die Frauen das Web als Mittel der Befreiung…

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Rezension: Too Big to know von D. Weinberger

Buchtitel: David Weinbergers neues Buch

Harvard-Forscher David Weinberger legt ein profundes Buch vor über die digitale Republik der Buchstaben und die Auswirkungen auf unseren Umgang mit Wissen.

Wir brauchen mehr Fähigkeiten im Jiu-Jitsu, wenn es um die Informationsflut im Web geht. Denn laut Dr. Weinberger lehrt uns die asiatische Kampfkunst, in die permanenten Handkantenschläge der Millionen Informationen einzutauchen, um aus dem Datenstrom den eigenen Schwung zu entwickeln. Konsequent breitet er auf rund zweihundert Seiten seine Theorie aus, laut der wir zukünftig eine angstlose und offene Hinwendung zum Internet brauchen. Denn nur dort lauert all das Wissen, was wir für die Lösung unserer Probleme brauchen.

Bisher war für die meisten von uns das Wissen eine Art Stoppschild für unser Hirn. Erst wenn Fragen beantwortet wurden, kam unser Geist zur Ruhe. Damit soll es nun vorbei sein. Denn genau genommen war diese Art, Wissen zu nutzen schon vor dem Web zum Scheitern verurteilt. Wissen war immer begrenzt durch Regalplatz, eine strenge Auswahl an Mitgliedern eines Fachbereichs in einer Universität und nicht zuletzt durch die Bildung, also die akademischen Meriten. Hier geht der freundlich Harvard-Experte leider gar nicht auf die begrenzten mentalen Fähigkeiten einiger Zeitgenossen ein. Aus seiner Sicht sind alle potentiell schlau…

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Dem Algorithmus ein natürlicher Feind sein?

Algorithmus

Es kam, wie es kommen musste. Der Algorithmus. Eine Handlungsvorschrift, die sequentiell, also nacheinander abgearbeitet wird, um ein Problem zu lösen bzw. eine Aufgabe zu erfüllen, wird zum Spielball der Dichter und Denker. Als Miriam Meckel darüber geschrieben hat – und nichts anderes fand als die fade recommendation engine aus dem eCommerce – war es mir der Mühe zu gering, darauf zu antworten. Als aber nun die geschätzte Kathrin Passig in der SZ sich bemüßigt sah, auf die am Boden argumentierende Meckel auch noch einzuschlagen, da wurde der Beschützerinstinkt in mir geweckt… Weiterlesen »

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Netzwerk oder Stahlwerk?

Um die Kulturtechnik Internet zu verbessern, sollten Programmierer und Nutzer sich besser verstehen. Viele Standardbegriffe verhindern dies jedoch. Vielleicht vernebeln sie sogar ganze Bedeutungsbereiche in Sachen Kommunikation.

Gerade Wörter wie Netzwerk oder Datenflut sind ständige Begleiter der Diskussionen über technologische Gegenwart und kulturelle Zukunft. Aber helfen uns diese Begriffe überhaupt beim Formulieren und Verstehen aktueller Probleme und Wünsche? Weiterlesen »

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Der Begriff Privacy

Im Jahr 1890 hatten der amerikanische Richter Louis Brandeis und der Anwalt Samuel Warren den Begriff privacy zum ersten Mal als Recht formuliert, den Schutz des privaten Bereichs als Teil der persönlichen Freiheit durchzusetzen. Es handelte sich dabei vor allem um ein Abwehrrecht gegen die anstürmenden Kräfte der Presse, des Staates und öffentlicher Behörden. Denn zu jenem Zeitpunkt begann ein organisatorischer und technischer Fortschritt bei Medien und behörden den Bereich der persönlichen Aktivitäten zu beobachten, die vorher schlicht nicht der öffentlichen Hand zugänglich waren und auch die Presse bis dato unangetastet gelassen hatte. Zwar war das eigene Land und die körperliche Unversehrtheit schon vorher geschützt, die beiden Juristen sahen jedoch in der zunehmend ökonomisch agierenden Presse sowie den Aufzeichnungsmöglichkeiten für Bild und Ton eine neue Form des externen Übergriffs auf die persönliche Schutzzone. Sie mahnten daher an in ihrem Grundsatzartikel The Right To Privacy an, das Recht an der eigenen Person müsse angesichts der modernen invasiven Praktiken durch Staat und Firmen gestärkt werden, damit die Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Leben gewahrt blieben…

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Digitales Sein und Echtzeit

Kann die Kommunikation in Echtzeit unsere Vorstellungen von Information und Wissen wirklich sprengen? Der Philosoph Martin Heidegger würde auf unseren kulturellen Überlieferungen zurückschauen.

Subjekte – also die Träger von Bewusstsein – sind gerichtet auf Gegenstände wie Kaffeetassen, Freudenhäuser oder sündhaft teure Schuhe von Manolo Blahnik. Bewusstsein wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts verstanden als Ort der eigenen Absichten eines Menschen. Diese intentionale Bestimmung ist geschuldet der Distanz zwischen Subjekt und Objekt. Hier der Wunsch und dort das Chalet in der Schweiz oder der Porsche. Seit Descartes war dieses Verhältnis hauptsächlich ein Problem zwischen Ich und der räumlichen Umwelt. Erst im letzten Jahrhundert begann ein Deutscher die Zeit und ihre Auswirkungen grundlegend in den Blick zu nehmen… Weiterlesen »

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