Alle Beiträge zu Menschen

Vollständige Barrierefreiheit – eine Utopie?

skluptur-hoerrohr-muschel
Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelreihe im Vorfeld eines gemeinsamen Events und Hackathons von Microsoft und der Aktion Mensch für mehr Inklusion und Teilhabe im Netz. Als das Internetzeitalter angebrochen war, hatte jeder bei sich zuhause Internet. So war es in den 90ern auch bei mir. Ich erinnerte mich, dass [...]
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Kontextsensitive Apps – Das Smartphone wird endlich intelligent

iPad telephony (adapted) (Image by Per-Olof Forsberg [CC BY 2.0] via Flickr)
Kontextsensitive Apps sollen die Daten der verschiedenen Smartphone-Sensoren künftig stärker vernetzen um dem Nutzer automatisch die richtigen Informationen zu präsentieren. Für Smartphones gilt die alte Regel, dass ein Gerät nur so intelligent ist, wie der Nutzer, der es bedient. Gemeine Zeitgenossen könnten nun behaupten, dass der Begriff Smartphone daher oftmals [...]
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Überwachung, macht nichts?

Surveillance (adapted) (Image by Jonathan McIntosh [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
Katharina Große, Tinka genannt, schreibt in ihrer Kolumne über den digitalen Wandel in unserer Gesellschaft. In diesem Artikel schreibt sie, wie sich Überwachung anfühlt. Die Enthüllungen von Edward Snowden haben uns allen gezeigt, dass wir in unserer sich stets mehr digitalisierenden Gesellschaft ständig überwacht werden. Die Bundesregierung spielt die Überwachung [...]
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Mesh-Netzwerke: Alternatives unabhängiges Internet für alle

FON Wireless Router (adapted) (Image by nrkbeta [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
Zensur ist längst Alltag im Internet, sei es aus politischen oder kapitalistischen Gründen. Sogenannte Mesh-Netzwerke sollen ein alternatives Internet schaffen, das wieder dezentral und unabhängig ist.Das ursprünglich freie und dezentral geplante Internet ist schnell von der politischen und kapitalistischen Realität eingeholt worden. Nicht nur in Krisensituationen und bei Naturkatastrophen wollen [...]
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Vertrauen ist der Schlüssel zur digitalen Welt

Protest against ACTA - 2012-01-28 - Toulouse - 03 (adapted) (Image by Pierre-Selim [CC BY 2.0] via Flickr)
In seiner Kolumne beschäftigt sich Nico Lumma mit dem Vertrauensverlust ins Digitale in der Post-Snowden-Ära und warum dies keine Lösung sein kann. Natürlich, eigentlich wussten wir alle es schon immer. Das Netz ist nicht sicher und die Geheimdienste können eh alles lesen, wenn sie es denn wollen, aber wenn interessiert [...]
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Phubbing: Wenn man das Smartphone dem Gegenüber vorzieht

Smartphone chat (adapted) (Image by Lars Plougmann [CC BY-SA 2.0] via Flickr)
Ein junges Phänomen wirft die Frage auf, ob das mobile Internet den Verfall der guten Sitten nach sich zieht. Phubbing – eine neue Wortkreation für ein neues Problem. Das Kunstwort aus „phone“ und „snubbing“ (engl. für „gleichgültig abweisen“) beschreibt ein mittlerweile alltägliches Phänomen, das jeder kennt. Beim Plaudern mit Freunden, [...]
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Interview mit Inga Bremer über die Dokumentarfilm-Regie

Inga Bremer im Schnitt (Bild: Inga Bremer)
Inga Bremer studierte Dokumentarfilm-Regie an der Filmakademie Ludwigsburg. Nach ihrem Studium gründete sie mit drei Kolleginnen die Produktionsfirma soilfilms in Berlin und arbeitet als Regisseurin verschiedener Genre und als Produzentin. // Von Gina Schad Regie, Schauspiel, Kamera – bei all diesen Ausbildungen handelt es sich um künstlerische Berufe. Bei der [...]
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Der #ichMOOC – Nichts für die Web-Schickeria

#ichMOOC: Joachim Sucker und Nina Oberländer (Image: Jöran Muuß-Merholz, CC BY 4.0)
Im Interview erklären Nina Oberländer (Bremer VHS) und Joachim Sucker (VHS Hamburg) den MOOC „Mein digitales Ich“. // von Kristin Narr Massive Open Online Courses (MOOC) gewannen in den vergangenen Jahren verhältnismäßig schnell an Fahrt. Große Universitäten führten Kurse mit teilweise hunderten Teilnehmenden durch, erste Wettbewerbe fanden statt und spezielle [...]
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Kleine Nerds und große Programmierer

Compuert Camp (Bild: Computer Camp)
Das Computer Camp bietet den Nerds von heute und Programmierern von morgen ein Ferienprogramm der etwas anderen Art. Das Technikferienlager fängt da an, wo die Schule aufhört: In Kursen lernen die Kinder, die von Gerstgrasser und seinem Team liebevoll Nerds genannt werden, alles über Webdesign, Gamedesign, Webentwicklung, Softwareentwicklung und seit diesem [...]
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WG-Portal vermittelt Wohnraum für Flüchtlinge

Flüchtlinge Willkommen (Bild: Jean-Paul Pastor Guzmán [CC BY-SA 3.0], via Flüchtlinge Willkommen)
Mit dem eigenen Online-Portal „Flüchtlinge Willkommen“ suchen Ehrenamtliche freie Zimmer für Flüchtlinge in WGs. // von Franziska Türk Es gibt eine Menge praktischer Internetseiten. Manche zeigen, wie man mit einfachen Tricks die heimische Wohnung verschönert, andere machen den geneigten Beobachter zum Sternekoch – und wieder andere verändern ein ganzes Leben. Letzteres [...]
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Microlearning: Lernen Häppchen für Häppchen

CC0 1.0 Public Domain
Ein Trend im E-Learning sind kurzformatige Trainings: Begriffe wie Learning Nuggets oder häppchenweises Lernen machen momentan die Runde. // von Manuel Yasli In den Zeiten der neuen Medien verlieren Menschen ihre Aufmerksamkeitsspanne. Somit haben sie es schwerer, neue Fähigkeiten auf herkömmlichem Wege zu erlernen. Auch die Lernmethoden müssen sich weiterentwickeln, [...]
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Mesbah Mohammady übers Bloggen im Iran

Mesbah Mohammadi spricht in Chemnitz übers Bloggen im Iran
Der iranische Blogger Mesbah Mohammady sprach am Mittwoch in Chemnitz über die Unterdrückung der Medien im Iran und seine Flucht nach Deutschland. // von Ben Franke Auf einer von örtlichen Bloggern organisierten Abendveranstaltung sprach am Mittwoch der iranische Blogger Mesbah Mohammady in Chemnitz über die Anfänge der iranischen Blogosphäre, politische [...]
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Abgesang auf die Macho-Chefs

Im Management von heute dreht sich alles um Effizienz. Wenn Unternehmensziele so utopisch sind wie sowjetische Fünfjahres-Pläne, müssen das oft die Angestellten ausbaden. // von Gunnar Sohn Als Schule der Intrigen mit Macho-Kultur bezeichnet der Ex-Telekom-Vorstand Thomas Sattelberger im Spiegel-Interview die düstere Realität auf Chefetagen. Er muss es wissen. Deutsche [...]
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Die Social Media-Nutzung von Teenagern – Teil 2

Andrew Watts hat einen zweiten Teil über  sein Social Media-Nutzungsverhalten geschrieben, in dem er seine Meinung über weitere Dienste kundtut. Wie auch schon der erste Teil eine interessante Perspektive. // von Lukas Menzel Letzte Woche erregte auf Medium der Blogpost von Andrew Watts über seine Social Media-Nutzung große Aufmerksamkeit. In diesem [...]
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Das Internet macht uns schlauer

Brain (adapted) (Image by dierk schaefer [CC BY 2.0] via Flickr)
Von wegen digitale Demenz: Wenn wir die neuen Werkzeuge richtig nutzen, werden wir mehr leisten können als je zuvor. Das Problem der digitalen Demenz scheint wohl doch nur ein singuläres Phänomen eines eifrig daherplappernden Bedenkenträgers zu sein, der mit seinen spitzen Hirnthesen durch die Lande zieht, um die Internet-Skepsis in [...]
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Die Service-Schimären der Netzbetreiber

Personalisierter Service statt Hotline-Gequatsche: Warum Telekom und Co. endlich Kundenversteher-Apps entwickeln sollten. Gespräche mit Kundenhotlines verlaufen butterweich, wenn man ein Upgrade-Sonderaktion-Cross-Selling-alles-wird-jetzt-besser-schneller-und-preiswerter-Bundle-Angebot kaufen möchte. Da sind die Agenten zuvorkommend und schnell. Es reicht ein profanes „Ja“ und die Vertragsumstellung wird mit Knopfdruck vollzogen. So ist es auch bei uns verlaufen mit [...]
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Starkes langsames Bohren von harten Brettern

SLOW POLITICS (adapted) (Image by Berliner.Gazette [CC BY 2.0] via Flickr)
Krisen allenthalben. Ohnmachtsgefühle ob der rasenden Zyklen in der neuen Unübersichtlichkeit. Was tun? Den eigenen Standpunkt verlassen, hoch oben, aus der Vogelperspektive schauen, um sich selbst neu zu verorten. In „Slow Politics“ liegt die Kraft der Entschleunigung und Vernetzung.  Es ist gar nicht so lange her, da machte der Topos [...]
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Digital-Index 2014: Umgang mit dem digitalen Graben

mind the gap (adapted) (Image by Pawel Loj [CC BY 2.0] via Flickr)
Wie umgehen mit dem digitalen Graben? Der Digital-Index 2014 gibt darauf eine bisher kaum beachtete Antwort. In der vergangenen Woche stellte die Initiative D21 ihren jährlichen Digital-Index vor, in dem die Entwicklung des Digitalisierungsgrads der deutschen Bevölkerung – ihr Zugang, ihre Kompetenz, ihre Offenheit sowie ihre Nutzungsvielfalt bezogen auf digitale Medien [...]
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Murat Cavus im Interview

In unserer Interviewreihe zum TRACKS Cross-Channel Advertising Summit in Hamburg sprach ADZINE mit Experten aus dem digitalen Marketing; heute mit Murat Cavus, Head of Data Analytics bei der Performance Marketing Agentur Quisma. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität war Murat Cavus zunächst viereinhalb Jahre als [...]
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Vertrauen versus Kontrolle

17 (adapted) (Image by K D [CC BY 2.0] via Flickr)
Wie Excel-Manager die digitale Gegenwart verschlafen. Vertrauenskultur scheint in der Wirtschaft nicht hoch im Kurs zu stehen, besonders dann, wenn die eigene Zukunft nicht mehr aus den Erfolgen der Vergangenheit abgeleitet werden kann. Wolf Lotter leitet das in seiner „Brandeins“-Kolumne aus der „Führungskräftebefragung 2014“ des Reinhard-Mohn-Instituts der Universität Witten /Herdecke ab. [...]
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„Durchgedreht mit…“ – Gina Schad über ihr Crowdfunding-Projekt

Image by José Luis Cortés González
Bereits seit Ende August läuft das neue Interview-Projekt „Durchgedreht mit…“ unserer Autorin Gina Schad, das mittels Crowdfunding finanziert werden soll und unter anderem Künstler zu einem unverfälschten Gespräch einlädt. // von Merle Miller Zusammen mit soilfilms und Carta.info ist Netzpiloten.de Kooperationspartner des Projekts “Durchgedreht mit…” von Gina Schad. Bereits fünf [...]
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Mit Google 2.0 will Larry Page Flughäfen und sogar ganze Städte bauen

Google Logo in Building43 (adapted) (Image by Robert Scoble [CC BY 2.0] via Flickr)
Suchmaschine, Android und selbstfahrende Autos? Das alles reicht Google-Gründer Larry Page nicht. Er will, dass Google 2.0 auch Flughäfen und ganze Städte baut. Google ist längst aus den Anfangstagen als Suchmaschinenanbieter entwachsen. Natürlich gehört die Suche immer noch zum Kerngeschäft, ist aber nur noch ein Teilbereich dessen. In Versionsnummern ausgedrückt [...]
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Was wir heute von Karl Popper lernen können

Viele vermeintlich unumstößliche Wahrheiten basieren bloß auf persönlichen Befindlichkeiten. Ein Plädoyer für mehr Skepsis. „Was für ein Quatsch ist das denn wieder„, so konterte vor einigen Monaten der Internet-Unternehmer Ibo Evsan auf Facebook einen „Focus“-Artikel, der behauptet, dass Fleischesser seltener krank seien als Vegetarier. „Focus/Burda, meine Güte. Seit ich weniger Fleisch esse, bin ich fast gar nicht mehr KRANK. Das kann sogar meine Facebook-Timeline bestätigen. Seit ich keine Milch mehr trinke, bekomme ich kaum noch Ausschlag„, so die Behauptung von Evsan. Hat er damit nun den unumstößlichen Gegenbeweis erbracht? Unterscheidet Evsan zwischen Ursache und Wirkung? Natürlich nicht.

Anmaßende Lebensrezepte

Helmut Schmidt könnte mit der These antreten, dass sein kettenrauchender Konsum von Menthol-Zigaretten dazu beigetragen hat, seinen 96. Geburtstag in relativ guter Verfassung zu feiern. Körperlich hat er einige Beschwerden, aber geistig ist Schmidt noch in bester Verfassung und kann mit unterschiedlichen Geistesgrößen kenntnisreich über die weltpolitischen Entwicklungen diskutieren. Auch ich rauche bekanntlich Menthol-Zigaretten, esse seit Jahrzehnten zum Frühstück Brötchen mit Himbeermarmelade (Achtung, enthält Blausäure), verspeise mit Wonne Berliner Currywurst, Grießbrei, Milchreis und saftige Steaks.

Ich erfreue mich einer fabelhaften Gesundheit, leide seit meiner Pubertät nicht mehr unter Ausschlag und kann auch in meinem 54. Lebensjahr im Volleyball-Verein gut mithalten, obwohl ich der Älteste in der Mixed-Mannschaft bin.

Liegt es jetzt an den Menthol-Zigaretten, an Himbeermarmelade, Currywurst oder Grießbrei? Keine Ahnung. Hab ich klinisch nie testen lassen. Ist mir auch völlig egal. Es liegt wohl daran, dass ich seit meiner Kindheit in verschiedensten Disziplinen sportlich unterwegs bin. Als Leistungssportler im Fußball, als Leichtathlet, Volleyballspieler, Bergwanderer und Skifahrer. Ich habe die Alpen überquert, scheute keinen 3000er Berggipfel, bin regelmäßig bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad unterwegs. Wahrscheinlich liegt hier eher die Ursache meiner derzeitigen körperlichen Konstitution. Ist meine Lebensart jetzt für andere kopierbar? Nee. Niemals. Ich könnte mich nicht auf irgendein Podium stellen und behaupten, mein Konzept sei ein Orientierungsmaßstab für andere Menschen – das wäre anmaßend.

Auf der Suche nach Bestätigungen der eigenen Vorurteile

Bei öffentlichen Bekenntnissen, die uns von liebwertesten Schlaumeier-Gichtlingen als unumstößliche Wahrheiten entgegengeschleudert werden, verwechselt man persönliche Befindlichkeiten mit Beweisen. Als Orientierungsmaßstab eignet sich der Wissenschaftstheoretiker Karl Popper und die Theorie des Kritischen Rationalismus: Den Geistesblitz für seine Erkenntnisse bekam Popper in der Wiener Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche des Individualpsychologen Alfred Adler. Dass alles menschliche Handeln durch einen tiefverwurzelten Minderwertigkeitskomplex beherrscht sein soll, konnte Popper in seiner Tätigkeit für Adler nicht überzeugen. Er berichtete Adler im Jahre 1919 über einen Fall in der Beratungsstelle, der nicht in das Schema „Inferioritätskomplex“ passte. Adler aber hatte nicht die geringste Schwierigkeit, ihn im Sinne seiner Theorie als einen Fall von Minderwertigkeitsgefühlen zu diagnostizieren, obwohl er das Kind nicht einmal gesehen hatte.

Ich war darüber etwas schockiert und fragte ihn, was ihn zu dieser Analyse berechtigte. Meine vieltausendfältige Erfahrung, war seine Antwort; worauf ich mich nicht enthalten konnte zu erwidern: ‚Und mit diesem Fall ist Ihre Erfahrung jetzt eine vieltausend-und-einfältige‘„, so Popper.

In den folgenden Jahren arbeitete er am Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere an einem Kriterium, das zwischen Wissenschaft und Scheinwissenschaft unterscheidet. Adler, Freud und Co. ging es ausschließlich darum, nach Bestätigungen ihrer Theorien zu suchen – also eine induktive oder positivistische Vorgehensweise, die damals Standard war. Man schließt vom Einzelnen auf das Allgemeine. Schon Ende des Jahres 1919 kam Popper zu dem Schluss, „dass die wissenschaftliche Haltung die kritische war; eine Haltung, die nicht auf Verifikationen ausging; sondern kritische Überprüfungen suchte: Überprüfungen, die die Theorie widerlegen könnten.

Suspekt waren Popper trügerische Sicherheiten, die nicht kritisch infrage gestellt wurden. Vermeintliche Wahrheiten wurden und werden von gläubigen Anhängern ohne Überprüfung der Fehlerhaftigkeit verteidigt. Wer nicht an sie glaubt, gilt als verstockt, unaufgeklärt oder als Teil einer feindlich gesinnten Verschwörung. Skepsis und Zweifel werden ausgeblendet. Eine kritische Urteilsfähigkeit kann so nicht entstehen. Selbst eine noch so oft wiederholte Beobachtung der regelmäßigen Verbindungen von Dingen oder Ereignissen rechtfertigt es nicht, daraus eine logisch zwingende Schlussfolgerung auf eine Gesetzmäßigkeit zu ziehen. Jeder sollte daher immer kritische Widerlegungsversuche von Hypothesen und Theorien anstellen, statt nur nach Bestätigungen des eigenen Gedankengebäudes zu suchen.

Alles menschliche Wissen ist ein Raten

Was Popper in seiner Wissenschaftstheorie formulierte, war übrigens schon den vorsokratischen Philosophen wie Parmenides und Xenophanes vor rund 2.500 Jahren klar. Alles menschliche Wissen sei ein Raten, durchwebt von Vermutung. Deshalb habe ich als Motto für meinen ichsagmal.com-Blog ein Zitat des spanischen Schriftstellers Fernando Savater gewählt: „Das Leben ist zu kurz, um sich nicht zum Eklektizismus zu bekennen, zur Freiheit des Auswählens und Verwerfens.

Gelingt mir nicht immer. Aber ich versuche es wenigstens. Currywurst, Grießbrei, saftige Steaks und Himbeermarmelade mit Spuren von Blausäure werde ich auch in Zukunft essen, weil es mir schmeckt. Auch das gehört zur Freiheit des Auswählens und Verwerfens.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf The European.


 


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Alltagsrassismus in Deutschland

Gegensätze (adapted) (Image by David Schiersner [CC BY 2.0] via Flickr)
Nationalismus lehrt dich, stolz auf Dinge zu sein, die du nicht vollbracht hast und Menschen zu hassen, die du nicht kennst. Dem Alltagsrassisten ist das egal. Mach eine einwöchige Schiffsreise mit 35 deutschen Touristen und Du erfährst eine Menge über die Komfortzone des Alltagsrassisten. Das klingt jetzt sehr pauschal. Aber [...]
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