Björn RohlesMuxtape offline auf Grund rechtlicher Fragen

muxtape_logo2.jpgDer Musikservice Muxtape ist zur Zeit offline. Auf der Homepage wird behauptet, dass man eine kurze Zeitdauer benötige, um "ein Problem mit der RIAA" zu klären. Die Recording Industry Association of America (RIAA) ist ein US-amerikanischer Interessenverband der Musikindustrie, der die Interessen der Plattenindustrie international vertritt. Muxtape, das bereits einem ausführlichen Blogpiloten-Test unterzogen wurde, erlaubt es Nutzern, Songs im Mp3-Format hochzuladen und daraus eigene Mixtapes zu erstellen. Damit kann jedoch gegen die Urheberrechte der Musikkünstler verstoßen werden. muxtape_screenshot1.jpg Allerdings ist es ziemlich wahrscheinlich, dass der Zustand nur temporär ist: dass sich die Musikindustrie der digitalen Technologie nicht verweigern kann, ist angesichts ihrer enormen finanziellen Probleme klar. Es wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit eine vertragliche Einigung zwischen der RIAA und Muxtape geben, die den Dienst wieder verfügbar macht. Inwieweit sich das jedoch auf die Nutzer auswirkt, bleibt abzuwarten. [via Readwriteweb]

Meike Ullrich“Und Schnitt!”- 12seconds ist der neue Video Twitter Dienst

logo_12seconds.jpgEin Video sagt mehr als 140 Zeichen – wer liest schon Tweets, wir wollen Videos sehen! Aber bitte keine Spielfilmlänge, denn in 12 Sekunden lässt sich alles sagen. 12seconds heißt nämlich der neue Video-Twitter Dienst, der jetzt Bilder statt Worte sprechen lässt. Wer sich fragt, warum das Ganze nur 12 Sekunden dauern soll, bekommt von den Machern der Plattform eine einfache Antwort: „Because anything longer is boring.“ Wie funktioniert 12seconds? Noch befindet sich 12seconds in einer closed Alpha Testphase und ist nur mit Einladung zugänglich. Für diese kann man sich auch bewerben; das scheint aber im Moment länger zu dauern. Gerüchte um eine sehr, sehr lange Warteliste kursieren bereits. Wenn man die Registrierungshürden überwunden hat, kann es losgehen. Möchte man den Dienst als Mashup mit Twitter nutzen, trägt man einmal seinen Account ein und kann die Videos dann direkt in den Twitter Stream übernehmen. Die Kurzfilme können entweder per Webcam aufgenommen und hochgeladen werden oder via Handy oder E-Mail geschickt werden. Auch bei 12seconds kann man die Aktivitäten der Nutzer verfolgen oder die eigenen Kontakte direkt aus Twitter importieren. Natürlich fehlt auch eine Kommentarfunktion für alle Videos nicht. Da darf man dann auch endlich mehr als 140 Zeichen zum Besten geben. screenshot_12seconds.jpg Für wen ist 12seconds gedacht? Twitter User vor, bitte! Denn sie sind wohl die erste Zielgruppe von 12seconds. Durch die mögliche Kombination der beiden Dienste, lassen sich Text und Bild ideal verbinden. Die alleinige Nutzung von 12seconds macht zurzeit eher weniger Spaß. Da bleibt abzuwarten, ob sich nach der Testphase eine eigene 12seconds-Community entwickelt, die auch eine Twitter-unabhängige Nutzung interessant macht. Und wer hat schon immer Zeit und Muße ein Video zu drehen - auch wenn es nur 12 Sekunden dauert. Bis die Haare richtig sitzen, schreibt man doch lieber schnell mal eine SMS - ganz ohne Bild. Die Mischung macht es wohl auch hier. Blogpiloten-Urteil: 12seconds ist nichts für filmische Labertaschen. Hier heißt es kurz und prägnant die Sache auf den Punkt bringen. Wer Twitter nutzt und lieber filmt als schreibt, wird 12seconds lieben. Die Verbindung der beiden Dienste funktioniert trotz Testphase schon recht gut. Webzweipunktnull.de bemängelt jedoch zu Recht, dass die Videotitel keine Sonderzeichen enthalten dürfen. Die aus Twitter bekannte Antwortform "@xy" ist somit nicht möglich. Darunter leidet die Interaktivität und Übersicht des Dienstes ein wenig. Die Beschränkung auf 12 Sekunden unterscheidet die Plattform in erster Linie von ähnlichen Diensten wie beispielsweise seesmic. Auch wenn dahinter eine witzige Idee steht, wirklich tiefgehende Dinge lassen sich so nicht mitteilen. Aber da man sich Twitter zum Vorbild genommen hat, kann in der Kürze auch bei 12seconds gerade der Erfolg liegen.

Björn RohlesJogli oder die Suche nach neuer Musik

Logo von JogliIn den letzten Jahren hat sich YouTube zu einer riesigen Musiksammlung entwickelt. Es gibt Millionen von Live-Versionen oder offiziellen Videos verschiedener Künstler. Suchen kann man mittels Künstler- oder Titelname. So richtig komfortabel ist das aber nicht. Eine Lücke, die Jogli füllen möchte: als selbst ernannte Musiksuchmaschine bietet es eine Datenbank mit über 12 Millionen Alben, die man sich kostenlos streamen kann - basierend auf geeigneten YouTube-Einträgen. Wie funktioniert Jogli? Um Alben anzuhören, gibt man einfach den Namen des Künstlers in das große Suchfeld ein und wählt das gewünschte Album aus. Nach einem Klick auf "Play" durchforstet Jogli das YouTube-Archiv und beginnt mit dem Streamen der einzelnen Songs. Häufig handelt es sich um Live-Versionen der Stücke, die jemand online gestellt hat. Jogli kann die Lyrics zum Song anzeigen und nach alternativen Versionen des Songs suchen, sollte die gewählte Version nicht gefallen. Zudem gibt es kurze Reviews zum Album, die der Fachpresse entnommen sind. Am rechten Seitenrand werden ähnliche Alben empfohlen, so dass neue Musik entdeckt werden kann. Screenshot beim Hören eines Albums in Jogli Wer sich anmeldet, kann eigene Playlists anlegen und mit anderen Nutzern teilen. Außerdem lassen sich Alben in einer Musikbibliothek sammeln, damit man sie später schneller findet. An wen richtet sich Jogli? Jogli ist ein hervorragendes Werkzeug, um neue Musik kennenzulernen. Wer sich für ein bestimmtes Album interessiert, kann hier kostenlos und völlig legal reinhören. Es gibt allerdings einige Einschränkungen, die in der Natur der Sache begründet liegen:
  1. Auf YouTube gibt es von vielen Songs ausschließlich Live-Versionen. Man sollte also nicht damit rechnen, die Studio-Versionen zu hören.
  2. Es kann vorkommen, dass nicht alle Songs eines Albums verfügbar sind. In diesem Fall werden die Songs zwar angezeigt, aber nicht gestreamt.
  3. Je unbekannter ein Künstler ist, umso unwahrscheinlicher ist es, ihn in Jogli zu finden. Die Auswahl ist allerdings auch abseits des Pop-Mainstreams enorm, da YouTube von Hörern mit verschiedenen Vorlieben genutzt wird.
Blogpiloten-Urteil Jogli hat alle Voraussetzungen, um im Web 2.0 zu einem großen Erfolg zu werden: die Bedienung ist kinderleicht und erfordert keine Anmeldung. Wer sich dennoch anmeldet, bekommt eine Auswahl an sinnvollen Funktionen geliefert. Das Angebot an Musik ist groß und gut strukturiert. Zusammenfassend gilt: wer ein Album probehören möchte, sollte Jogli unbedingt ausprobieren.

Steffen BüffelSiftables: Der Monitor-Scherbenhaufen

Mein Urteil vorweg: Ich kapier´s nicht! Nö, ich kapiere nicht, was ich mit den Siftables von David Merrill vom MIT-Media-Lab Sinnvolles machen könnte. Dabei ist das, was man mit den Siftables machen kann, dennoch einigermaßen beeindruckend, wenngleich Promovideos ja immer auch ein wenig Augenwischerei sind. Siftables, hä? Das sind Minimonitore, die sich ähnlich wie Legosteine oder Puzzleteile anordnen und die, je nachdem welche Information auf den Monitoren angezeigt sind, diese Informationen miteinander interagieren lassen. Klingt kompliziert und ist auch so... Aber seht selbst: Fällt jemandem ein Anwendungsfall ein, der auch mir klar macht, warum Siftables nicht nur witzig, sondern auch nützlich sind?

Meike UllrichHochladen, anhören, teilen – tunesBag macht die Musik!

tunesbag-logo.jpgNachdem das deutsch-österreichische Fußball-Duell zumindest für dieses Jahr ein Ende gefunden hat, können wir ja auch einmal einen Blick über die Alpen wagen, der sich anderen Themen widmet. Wie wäre es z.B. mit Musik? - Aus Wien kommt die im März gestartet Online-Musiksammlung tunesBag zu uns herübergeschwappt. "Your music anywhere & anytime" ist das Motto. Musik hochladen, mit Freunden teilen und die neue Freiheit des immer und überall Hörgenusses genießen. Online Audio Library via Browser nennt man das heutzutage. Schau´n wir mal, was dahinter steckt. [Mehr]

Michael GroßZack die Bohne, Fernsehen tot

Gina-Lisa ist nicht Germany’s Next Topmodel geworden – das war auch zu keinem Zeitpunkt zu erwarten. Aber dennoch war Gina-Lisa ein Quotenbringer für die aktuelle GNTM-Staffel, ihr Lieblingsspruch „Zack die Bohne“ war diesmal das, was in den alten Staffeln Bruce Darnells „Das ist der Wahrheit“ war. Nun hat Gina-Lisa eine eigene Sendung – nicht im Fernsehen, sondern im Internet. Sie heißt „Gina-Lisas Welt“, dauert rund fünf Minuten und erzählt Banales aus Gina-Lisas Alltag. ginalisa.png [Screenshot: myvideo] Warum das interessant ist? Weil es Gina-Lisas Sendung vor fünf Jahren nicht gegeben hätte. Ein solches Format wäre im klassischen Fernsehprogramm nicht rentabel gewesen: Zu speziell, zu kurz, zu nischig. Im Internet hingegen hat es „Gina Lisas Welt“ auf Anhieb auf Platz 1 der iTunes Podcast-Charts geschafft. [Mehr]

Steffen BüffelVideointerview: Yousef Hammoudah über die Neuerfindung des Bewegtbildes

Tja, es ist schon irgendwie gewagt, in Zeiten, da die Fussball-EM Millionen vor die Glotze und Hunderttausende zu den Public Viewing Plätzen lockt, vom Tod des Fernsehens zu sprechen. Dennoch, vielleicht ist es genau deswegen der richtige Zeitpunkt zu fragen, denn bei solchen Großevents zeigt sich, wo das Fernsehen seine Stärken hat. Wo die Zukunft des Fernsehens liegen könnte und wie Hobnox versucht diese Zukunft im Web schon heute zu leben, erklärt Yousef Hammoudah, einer der Gründer des Dienstes. Mit Blogpilot Volker traf er sich im Berliner Büro von Hobnox und konterte unser aktuelles Titelthema erst mal mit der These, dass das Fernsehen gar nicht tot ist. Aber hört und seht selbst, was Yousef zur Zukunft des Bewegtbildes zu sagen hatte.
Blogpiloten-Interview mit Yousef Hammoudah von Hobnox from Blogpiloten on Vimeo. In einem zweiteiligen Review hat sich Blogpilot Björn intensiv mit Hobnox auseinandergesetzt. Teil 1 gibt es hier, Teil 2 folgt morgen.

Steffen BüffelWie erklär ich’s meinen Eltern: Social Collaboration

Der neue Themenschwerpunkt der Blogpiloten dreht sich rund um die soziale Zusammenarbeit und die "Weisheit der Vielen" (The Wisdom of Crowds" im, über und mit dem Netz. Klar, dass es hierfür auch einen passenden Begriff gibt: Social Collaboration. Die Macher des neuen Internet-Dienstes Amazee haben wir am Rande der Re-Publica getroffen, um über Amazee und Social Collaboration zu sprechen. Einer der Amazeeianer (Wow, drei Vokale am Stück), Gregory Gerhardt, erklärt im Wie sag ich's meinen Eltern Video, was man unter Social Collaboration versteht: Wie sag ich's meinen Eltern? - Social Collaboration from Blogpilot on Vimeo. Alle Erklärvideos der Blogpiloten gibt es hier

Steffen BüffelWie erklär ich’s meinen Eltern: Barrierefreiheit

Heute findet in Gelsenkirchen die Tagung "Einfach für alle - Konzepte und Zukunftsbilder für ein Barrierefreies Internet" statt. Barrierefreiheit? Was versteht man darunter eigentlich in Bezug auf das Internet? Kosmar erklärt's: Wie sag ich's meinen Eltern? - Barrierefreiheit from Blogpiloten on Vimeo. Um 11 Uhr werde ich den Workshop "Hübsch oder Hässlich" moderieren. Auf dem Podium sitzen die Design-Experten Markus Angermeier, Gerrit van Aaken und Jo Spielbrink. Die Tagung wird von der Aktion Mensch veranstaltet und live ins Netz gestreamt. Links und weitere Hinweise gibt es hier.
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