Alle Beiträge zu Jubiläum

Wie klickst du dich klüger, Matthias Frings?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Journalisten, Moderator und Schriftsteller, Matthias Frings.

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So Naiv: Anfang der Neunziger habe ich gedacht, das mit diesem Internetz musst du nicht mehr lernen. Bis das Zeugs erst mal so richtig ausgereift ist …

Dann fing ich an Freunde zu nerven, doch bitte mal dieses und jenes für mich nachzuschauen. Irgendwann sagten sie: Würdest du dir bitte selbst eine Kiste zulegen? Danke.

Das habe ich dann auch brav gemacht – und betrachte es nach wie vor als Wunder, dass ich alles recherchieren kann, ohne mir auch nur ein Paar Schuhe anzuziehen. Keine langen Fahrten in Bibliotheken mehr, keine Zettelkästen, keine verzwickten Bibliographien, keine Schließzeit um 18 Uhr. Was für ein Glücksgefühl, in Windeseile Antwort zu erhalten: Woher kommt der Begriff „sich ins Benehmen setzen“? Wie viele Pharaoninnen gab es in Ägypten? Wie viel Aluminium wurden gebraucht, um die Stoffbahnen der Reichstagshüllung damit zu bedampfen? Ein paar Klicks, und schon bin ich klüger: Form der Mitwirkung bei einem Rechtsakt. Fünf. Vier Kilo. Und das immer noch ohne Schuhe an den Füßen.

Manchmal gehe ich trotzdem in Bibliotheken. Weil es da so toll riecht. Aber sonst …

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Dein denkwürdigstes digitales Erlebnis, Matthias Spielkamp?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Journalisten, Unternehmer und Urheberrechtsexperten (irights.info),  Matthias Spielkamp.

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Mein denkwürdigstes Erlebnis der digitalen Revolution? Edward Snowden im Interview mit Laura Poitras und Glenn Greenwald in seinem Hotelzimmer in Hong Kong. Diesen jungen Mann zu sehen, der so wohl überlegt, souverän und ruhig darlegt, warum er sich der nahezu uneingeschränkten Macht der NSA – und damit der US-Regierung – widersetzt, hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nicht zuletzt deshalb, weil er sich offenbar wirklich und in aller Konsequenz im Klaren darüber war, dass sein Leben nie wieder so sein würde wie zuvor. Weiterlesen »

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Was war das Schönste an der New Economy, Philipp Schroeder?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Founding Partner von Active Venture Partners,  Philipp Schroeder.

Philipp_Schroeder_postVor 15 Jahren war ich noch in London und habe dort studiert. Spontan fällt mir hierzu das quietschende Modem ein und das nächtliche Chatten mit meinem Bruder in Gent über Telnet. Danach gründete ich in der Internet Hype Phase, wie so viele andere auch, mit Freunden direkt nach dem Studium mein erstes Unternehmen (VCMORE). Von Tuten und Blasen keine Ahnung und ohne das Geschäftsmodell zu validieren, expandierten wir sofort nach England und Spanien. Während dieser Zeit habe ich die Gründer der Netzpiloten, Cyquest, Clickfish, etc. kennengelernt. 

Was ich am Beeindruckendsten und am Schönsten aus den 15 Jahren finde, ist das unausgesprochene „Wir“ Gefühl. Man (die Gründer von damals) sehen sich nur noch selten, aber wenn wir uns spontan treffen und uns in Augen sehen, ist da dieses Gefühl der Verbundenheit. Wir haben alle das Gleiche durchlebt. Das rasante Wachstum, alles ist möglich, der extreme Fall, das Durchhalten, die Auferstehung, das organische Wachstum, der Reifeprozess. Man sieht sich und ohne etwas zu sagen, weiß man: „Das waren Zeiten! Was für ein cooler Teil unseres Lebens“

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Ihr erster Social Media Kontakt, Joachim Graf?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Future Evangelist, Publizisten und Herausgeber von ibusiness,  Joachim Graf.

Joachim_Graf_postEs war am 13. März 1983, da saß ich im Keller. Genauer gesagt: Ich saß im Keller des Tempels, umgeben von glitzernden Goldschätzen und unterhielt mich mit einem anderem Krieger – ich glaube, er stammte aus Norfolk – über Urlaub an der Atlantikküste. Es war damals eine Revolution: Mit einem Commodore C64 und einem 300-Baud-Akustikkoppler („Krrr-Pfrrrrrrr-Knack“) und einem VT100-Terminalemulator über das knallteure Datex-P-Netz der Deutschen Bundespost hinein in den Altus-Großrechner einer Londoner Universität, auf der dieses textbasierte Multi-User-Adventure lief, das mich an diesem Märztag so begeisterte.

Ich kannte natürlich schon Textadventures – ‚Hitchhikers Guide through the Galaxy‘ habe ich stundenlang gespielt und dabei (eine deutsche Version gab es nicht) mein Englisch verbessert. Aber mit richtigen Menschen in demselben Spiel? Und dort über ganz normale Dinge sprechen? Das war neu. Zusammen mit meinem neuen Kriegerfreund – ich weiß noch: er hieß Tom – waren wir uns schnell einig: Diese Onlinesysteme, das wird einmal ein ganz großes Ding. Mein damaliger Chefredakteur sah das dann anders – wie übrigens die ganze Spieleredaktion. Immerhin: Eine Reportage über meinen Besuch im Keller des Tempels, die durfte ich dann immerhin schreiben.

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Was kickt dich in der digitalen Welt, Patrick Warnking?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Country Director Switzerland von Google,  Patrick Warnking.

Patrick_Warnking_postZuerst: Herzlichen Glückwunsch zu 15 Jahren Netzpiloten. Ich kann mich noch an unseren ersten Kontakt erinnern. Ich war in 2000 für Vermarktung und Marketing sogenannten „E-mercials“ zuständig. Die gehörten zu den ersten Videos im deutschen Cyberspace in Form – sie waren in Flash programmiert und für 56k-Modems ruckelfrei optimiert. Und heute haben wir YouTube in HD und 3D via 4G. ;-) Es ist faszinierend was exponentielle Entwicklung wirklich bedeutet – in vielen Branchen. Hierzu empfehle ich einen Blick auf die Themen der Singularity University oder von X-prize.org. Den beeindruckendsten Moment habe ich jedes Jahr mindestens einmal neu wenn ich realisiere wie stark mich Themen der digitalen Revolution begeistern können und wie schnell sie exponentiell wachsen. Khan-Academy, Sprachsteuerung, YouTube oder die Idee von Project Loon weitere 5 Milliarden Menschen via Heißluftballons online zu bringen sind solche Beispiele. Es bleibt spannend und deshalb wünsche ich den Netzpiloten viel Spaß und Erfolg für die nächsten 15 Jahre!

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Werden wir mittels Gedanken Geräte steuern, Sven Gábor Jánszky?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Trendforscher, Speaker, ThinkTank-Leiter, Zukunftstrainer, Sven Gábor Jánszky.

Sven_Gabor_Janszky_postMein Highlight der digitalen Revolution gab es an einem Herbsttag vor vielen Jahren. Es war ein unscheinbarer Fragebogen, den ich online ausfüllte … mit weitreichenden Folgen. Denn er brachte mir zunächst ein Persönlichkeitsprofil über das ich schmunzeln musste und wenig später eine Liste, auf der ich meine heutige Frau entdeckte. Das wusste ich damals natürlich noch nicht und es dauerte ein paar Tage, bis ich die „Intelligenz“ des Algorithmus richtig deutete. Denn dass die richtige Antwort auf die Frage nach der Mutter meiner künftigen Tochter nicht die junge Dame mit 82% Übereinstimmung auf Listenplatz 1 sein würde, sondern auf Platz 8 mit 73% steht, war damals eine wesentliche Erkenntnis für mich. Parship hieß diese Form des digitalen Neulands. Danke, Hugo Schmale und Konstantin Urban! Danke, Tim Berners-Lee! Sie haben mir nicht nur eine wunderbare Frau und Partnerin gebracht. Ohne Sie gäbe es auch meine großartige Tochter nicht. Und noch etwas haben Sie mir deutlich gemacht: Die sanfte Macht der Algorithmen über unser Leben. Sie haben mich gelehrt, wie berechenbar die menschliche Existenz ist und welche großartige Optimierung unseres Körpers, unserer Emotionen und unserer Intelligenz die digitale Revolution in unser Leben bringt, wenn wir sie souverän benutzen. Heute, im Jahr 2013, zeige ich bei meinen Workshops und Keynotes Live-Demos mit Devices, die menschliche Gedanken lesen und Emotionen erkennen können. Die meisten meiner Kunden und Zuschauer schwanken zwischen Faszination und Schock, wenn sie erstmals auf der Bühne allein mit Kraft ihrer Gedanken ein Gerät steuern. Doch mir ist seit jenem Herbsttag bewusst, dass es bei der digitalen Revolution nicht im Marketing, eCommerce, Social Media oder SEO geht. Es geht darum, dass wir mit gutem Gefühl in eine Welt gehen können, in der wir künftig Algorithmen mehr vertrauen als anderen Menschen, weil sie unsere Emotionen und Gedanken verstehen, und uns bessere Antworten geben.

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Wie brachten dich die Netzpiloten ins Word Wide Web, Utz Weber?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Regisseur Utz Weber.

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Für eine Fernsehnase habe ich eigentlich relativ spät mit dem Internet Kontakt bekommen. Im Jahr 2000 buchte mir ein Freund via Internet ein Hotelzimmer in Paris und ich habe bis zum Betreten meines Zimmers nicht geglaubt, dass es klappen würde. Ich hatte keine Ahnung, wie er das gemacht hatte, aber ich fand, mit einem Telefonat hätte man das Zimmer eigentlich genauso gut buchen können. Mein erstes echtes AHA – Erlebnis in Sachen Internet hatte ich dann drolligerweise in direktem Zusammenhang mit den NETZPILOTEN:

Ich bekam 2000 den Auftrag, einen Commercial für die NETZPILOTEN zu drehen, ohne zu begreifen, was die eigentlich machten. War aber auch egal, denn es sollte eine bunte Musical Nummer werden, nix mit Technik und Erklärungen. Ein altes Propellerflugzeug sollte dabei eine wesentliche Rolle spielen. Ich bildete mir eine alte Boeing vom Typ B12 ein. Tatsächlich stöberte die Produktionsfirma zwei ähnliche Modelle auf. Eins stand in Norwegen. Das andere in Spanien. Ich bat darum, mir Fotos der beiden Flieger zuzusenden, doch dafür war die Zeit zu knapp. Wir wollten schon nächste Woche drehen. Ob ich denn kein Internet hätte, „beide Maschinen sind online.“- „Was sind die?“ – „Die sind im Internet“. – „Hab ich nicht.“ –„ Ja, haben Sie denn niemanden, bei dem Sie mal schnell ins Netz gucken könnten?“  Ich hatte. Nämlich den Paris-Hotelzimmer-buchen Freund.Die Produktionssekretärin diktierte mir zwei merkwürdige Codes, mit denen die Flieger im Internet zu finden seien. „So viele Ws?“Eine Stunde später stand ich ungläubig staunend hinter meinem Freund und sah, wie auf seinem Laptop  blitzschnell die Fotos von den beiden Flugzeugen aufploppten. Ich war geplättet. Wir haben uns dann aber trotzdem für ein aufblasbares Flugzeug aus Gummi entschieden. Und ich mich fürs Internet. (Netzpiloten TV Spot ansehen

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Was reizt dich am Internet-Unternehmertum, Thomas Promny?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Geschäftsführer der Velvet Ventures GmbH,  Thomas Promny.

Thomas_Promny_postMein liebstes Erlebnis zum Thema digitale Revolution ist die Tatsache, dass ich ohne sie wohl keinen so coolen Job gefunden hätte und sonst jetzt vielleicht irgendetwas schrecklich langweiliges arbeiten würde. Das Internet hat mir ermöglicht, im Alter von 18 Jahren „vom Kinderzimmer aus“ und ohne eine  Mark Startkapital meine erste Internetfirma zu bauen. Dass das eine Firma war bzw. werden würde, war mir dabei lange nicht bewusst.  Es  war fast wie ein  Computerspiel und das ist beispielsweise das Online Marketing  auch heute noch. Man drückt die richtigen Knöpfe und wenn man Glück hat und schlau  ist, kommt mehr Geld raus als man reingesteckt hat. Das finde ich nach wie vor sehr faszinierend. Nicht zuletzt deswegen veranstalte ich seit diesem Jahr auch den Online-Karrieretag um noch mehr junge Menschen  die Vorzüge  dieser spannenden Zukunftsbranche nahe zu bringen.

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Warum spielen in 10 Jahren Laptops keine Rolle mehr, Richard Seibt?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Vorsitzenden des Vorstandes der Open Source Business Foundation e.V.,  Richard Seibt.

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Die Digitale Revolution begann für mich während des Studiums Anfang der siebziger Jahre mit einer TR440 und Lochkarten, setze sich bei der IBM fort und führte mich zur heutigen Zusammenarbeit mit den SW-Firmen der Zukunft, wie z.B. Open-Xchange, Knowis, PE International oder Actano… Was mich immer fasziniert hat, ist das Gestaltungspotential zu betrachten und daran mitzuwirken, also in die Zukunft zu schauen. Weiterlesen »

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Wie habt ihr die Web 1.0 – Welle überlebt, Joachim Diercks?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Mitgründer und Geschäftsführer der Cyquest GmbH,  Joachim Diercks.

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Unfassbar – 15 Jahre! Die Netzpiloten und CYQUEST sind ja quasi gleich alt. Ich habe quasi mein gesamtes Berufsleben in der digitalen Welt zugebracht. Wenn ich mir heute überlege, dass ich Mitte der Neunziger noch fast mein gesamtes Studium ohne Internet absolviert habe und mir mein erstes Handy erst 1999 zugelegt habe, kann ich es selber oft kaum fassen.

Was war für mich dabei prägend?

Nun, zum einen die Erfahrungen aus der Achterbahnfahrt der New Economy. Als wir Grünschnäbel damals starteten wurden wir wie Popstars gefeiert – Tagesschau-Auftritt, Ministerhände schütteln und jeden Tag irgendeine andere Party inklusive. Als die Party dann vorbei war und – wie sollte es anders – es natürlich alle vorher gewusst haben, gab es viel Häme. Weiterzumachen, sich aus diesem Loch wieder herauszukämpfen und heute mit einem grundsoliden Geschäft wieder deutlich über 20 Menschen einen Arbeitsplatz zu geben, ist eine unglaublich prägende Lebenserfahrung.

Geschäftlich kann ich mich sehr gut an eine kuriose Begebenheit erinnern: Irgendwann so um 2000 wurde ich mal von der Personalleiterin eines großen Verlagshauses „charmant rausgeworfen“ mit den Worten: „Sie können doch nicht ernsthaft Personalmarketing mit so ´nem Spiel…“. Heute ist Recrutainment nicht nur ein für uns sehr lukratives Geschäft, sondern wird auch in der Wissenschaft „sehr ernsthaft“ diskutiert. So können sich die Zeiten ändern, die digitalen…

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Wie haben Sie die digitale Revolution erlebt, Jürgen Deters?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Professor für BWL, insbes. Personalwirtschaft an der Leuphana Universität Lüneburg,  Prof. Dr. Jürgen Deters.

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Mich begeistert immer wieder, wie die digitalen Möglichkeiten Menschen inspirieren, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Ohne diese kreativen, unternehmerisch denkenden Menschen hätte es die digitale Revolution und Unternehmen wie Amazon, Ebay, Facebook, Google oder auch die Netzpiloten nie gegeben.

Für mich gibt es aber nicht das eine, denkwürdige Ereignis, das ich mit der digitalen Revolution verbinde. Zur Generation der Babyboomer gehörend, erinnere ich mich sehr gut daran, wie ich mit Freunden Schallplatten, Bücher oder auch Zeitschriften und Comics getauscht habe, und zwar physisch und im direkten persönlichen Kontakt. Als Student ohne eigenes Telefon wartete ich ab 22:00 Uhr an der Telefonzelle, um zum „Mondscheintarif“ preisgünstig mit meiner Freundin telefonieren zu können. Der Brockhaus stand bei uns im Wohnzimmer, um Wissen und Informationen nachschlagen zu können. Später trug ich einen fast 500 Seiten dicken Zeitplaner mit Adressbuch bei mir, um meine Termine, Aufgaben etc. immer im Blick zu haben.

Heute nutze ich mein Smartphone. Ich habe alles dabei und kann (fast) alles online erledigen. Ich verstehe zwar immer noch nicht, wie das alles technisch funktioniert, und mir sind auch die Tücken und Nachteile bekannt, aber insgesamt überwiegt die Begeisterung für die digitale Revolution dermaßen, dass ich immer wieder staunend davorstehe und immer noch denke: Super! Wahnsinn! Revolutionär!

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Welcher digitale Wandel ist für Sie bahnbrechend, Per Dalheimer?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Geschäftsführer der Libri.de Internet Gmbh (ebook.de),  Per Dalheimer.

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Für mich bedeutet schon beruflich bedingt die Digitalisierung des Buches eine digitale Zäsur. So schwierig alles vor rund zehn Jahren begann – mit klobigen Lesegeräten, der fehlenden Bereitschaft der Verlage Inhalte bereitzustellen und der komplizierten Handhabung – so groß ist heute die Begeisterung und so dynamisch entwickelt sich der Markt. Jeff Bezos war nicht der erste, aber es ist Amazon zuzuschreiben, dass sie mit ihrem Kindle – zuerst in den USA – die Tür zum Massenmarkt aufgestoßen haben. Der spannendste Moment für mich persönlich war der 10. Oktober 2012: es war der Tag an dem wir angetrieben durch die dynamisch zunehmenden digitalen Buchumsätze und als Ergebnis einer verborgenen intensiven Vorbereitungszeit unsere über zehn Jahre bestehende Marke Libri.de in eBook.de umgewandelt haben. Ich war zuversichtlich, dass der Markenwechsel klappt und die Kunden eBook.de als Spezialisten positiv annehmen werden. Aber es gab auch ein mulmiges Gefühl. Am Abend setzte dann langsam eine Erleichterung ein: viele begeisterte und positive Kundenrückmeldungen – es hat geklappt!

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Welche Kampagne hat Sie kürzlich beeindruckt, Christoph Vilanek?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Vorstandsvorsitzenden der freenet AG,  Christoph Vilanek.

Christoph_Vilanek_postJedes Jahr im Herbst mache ich eine Reise nach Asien, um mir anzusehen, was die technikverliebte und digital aufgeschlossene Gesellschaft dort an Zukunft schon real werden lässt. Tief beeindruckt hat mich eine Werbe/Social Media Kampagne von Samsung. Samsung hat einer Gruppe blinder Kinder digitale Fotoapparate gegeben und diese blinden Kindern sollten „nach Gehör“ Fotos machen. Das taten sie und bewiesen, dass man auch ohne gesunde Augen Vögel, Wolken, Wind, Blätter, Bäume, Tiere und Menschen in Bewegung fotografieren kann. Die gemachten Fotos wurden natürlich ausgestellt, aber damit auch die Blinden ihre Werke erleben können, wurden alle Bilder 3D ausgedruckt und als Skulpturen ausgestellt. Für diese Kinder wurde digitale Technik zum virtuellen Auge und hat ein einmaliges Erlebnis ermöglicht. Für uns gesunde Menschen macht der Film über diese Aktion sichtbar und fühlbar, dass Technik kein Selbstzweck sein muss, sondern menschliches Fühlen in den Mittelpunkt stellen kann.

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Ihre ersten Schritte in Richtung E-Government, Christoph Bieber?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Inhaber der Johann-Wilhelm-Welker Stiftungsprofessur für Ethik in Politikmanagement und Gesellschaft,  Prof.Dr. Christoph Bieber.

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Am beeindruckendsten waren für mich eigentlich immer Zugangsfragen: zum Netz selbst, aber auch zu Personen und Informationen. Besonders spannend war das im Umfeld meines ersten Forschungsaufenthaltes in den USA 1996 – ich hatte damals gerade mit der Arbeit an meiner Dissertation begonnen. Während wir in unserer Gießener Doktorandengruppe noch die Netzwerkkabel selbst verlegen mussten, um einen sicheren Online-Zugang ans Institut zu bekommen, ging das in den US-Unis schon viel besser. In Bibliotheken und Buchhandlungen wurde man von der Literatur zu den gesellschaftlichen Folgen des Netzes geradezu erschlagen. Und ansehen konnte man sich diese Folgen natürlich auch schon: in Boston war ich zum Beispiel in einem Internet-Café, das von einem „Bürgernetzverein“ als Non-profit-Initiative betreiben wurde. Dort hat mir ein Pensionär den Umgang mit einem FTP-Client erklärt, und ich konnte HTML-Dokumente für unser „Virtuelles Institut“ hochladen. Wenn der Laden mal zu hatte, konnte man über einen der im Ortsnetz kostenlosen AOL-Einwahlknoten online gehen, dafür hatte ich mir extra eine sündteure PCMCIA-Modemkarte gekauft – mit dem Büchergeld für meine Doktorarbeit. In Washington, D.C. traf man zu der Zeit einige „early adopter“, die den Senatoren und Kongressabgeordneten erklärten, was man mit diesem Internet so alles machen konnte. IBM und noch ein paar andere Hardware-Anbieter hatten an der Pennsylvania Avenue so eine Art „Versuchszentrum“ mit ein paar „E-Government“-Anwendungen aufgebaut, um die Rechnerverkäufe anzukurbeln. Ach ja, das Internet war eben für uns alle Neuland…

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Welches Netz-Angebot gefällt dir am besten, Thomas Hermanns?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Chef des Quatsch Comedy Clubs und einstigen Netzpiloten Coverboy, Thomas Hermanns.

Thomas_Hermanns_postLeider definitiv YouTube… obwohl ich ja als Cultural Content Hersteller innerlich zerrissen bin, wenn ich meine eigenen Inhalte da sehe ohne dass dafür jemand einen Cent bezahlt, ist die sofortige Verfügbarkeit aller alten Disco Diven oder Musical Ausschnitte für mich immer noch ein Wunder! Also wenn dann endlich mal aus YouTube PayTube wird – und zwar mit wirklich relevanten Zahlungen – bin ich dann auch nicht mehr zerrissen, sondern nur noch begeistert.

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Welches digitale Pioniertum hat dich geprägt, Miriam Pielhau?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute die Moderatorin, Autorin und Schauspielerin Miriam Pielhau.

Miriam_Pielhau_postDer Sendestart von NBC GIGA am 30. November 1998 markiert für mich persönlich einen Meilenstein der Digitalen Revolution. Und zwar nicht in erster Linie, weil ich Gründungsmitglied dieser interaktiven Sendung über das Thema Internet sein durfte. Vielmehr haben wir das in der Massennutzung damals noch junge Medium „WorldWideWeb“ über das „klassische“ Medium TV verbreitet. Und dargestellt. Und erklärt. Und genutzt. Und gelebt. Wir durften die User sein, die bei den Zuschauern aus dem Fernseher ins Wohnzimmer kamen. Gleichsam haben wir die Internetsurfer mit ihren Interaktionen in unsere Show gehievt. Deren Beiträge abgebildet. Mit ihnen kommuniziert. Live auf die Zuschauer/User reagiert. Also eine TV-Show durch das Tempo und die Stimmung des Netzes gestalten lassen. Genau deswegen haben wir beispielsweise netzpiloten.de oft vorgestellt. Diese Seite war das Pendant zu dem, was wir im Fernsehen unter anderem sein wollten: Wegweiser & Pioniere. Die Verknüpfung der beiden Medien – das eher in eine Richtung kommunizierende Fernsehen und das interaktive Netz – war meinem Gefühl nach mit ein Wegbereiter für die Erfolgsgeschichte des Internets in Deutschland. Und zwar nicht nur bei den sogenannten Freaks. Lieschen Müller ist mittlerweile auch online.

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Wofür steht für Sie die New Economy, Jens Unrau?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute der Branchenbetreuer IT, Multimedia, Neue Medien in der Senatskanzlei Hamburg, Jens Unrau.

Jens UmrauWas mich am stärksten an der Digitalen Revolution beeindruckt hat, war das Entstehen einer Gründerkultur – quasi aus dem Nichts. Heute wird zwar immer noch die im internationalen Vergleich niedrige Gründungsintensität in Deutschland und die „German Angst“ vor dem Scheitern in Diskussionen strapaziert, aber vor der Digitalen Revolution gab es nicht mal ansatzweise ein deutsches Start-up Ökosystem wie wir es heute kennen. Netzpiloten, Ricardo, Clickfish, SinnerSchrader, Cyquest, PopNet – um einige Hamburger Protagonisten zu nennen – haben mit ihrem Pioniergeist faktisch die Fundamente für die heutige Szene gelegt. Dabei waren die Internetentrepreneure mit ihren Ideen sowie Geschäftsmodellen ihrer Zeit und der „Old Economy“ teilweise weit voraus. Letzteres hat sich leider noch immer nicht geändert.

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Welche Netzanwendung hat dich als erstes begeistert, Nico Lumma?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Blogger, Berater und Kolumnisten Nico Lumma, www.lumma.de Mein einprägsamstes Web-Erlebnis ever war wohl der „What’s new“-Button im Mosaic Browser. Es war 1995, das Web war noch jung [...]
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Was beeindruckte Sie vor 15 Jahren, Alexander von Streit?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Chefredakteur von Wired Deutschland Alexander von Streit, www.wired.de. Als ich 1998 in den USA die Endabnahme eines in Deutschland produzierten Magazins auf dem Laptop mit PDF-Dateien, Chat [...]
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Welcher E-Business Player beeindruckt Sie, Matthias Schrader ?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den CEO der SinnerSchrader AG Matthias Schrader, www.sinnerschrader.com Der Start von Amazon in Deutschland im Jahr 1998 ist für mich eine der zentralen Wegmarken. Vom Buchhändler zum Revolutionär. [...]
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Welchem Internet-Star bist du schon mal begegnet, David Eicher?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Geschäftsführer der Webguerillas David Eicher, www. webguerillas.com. Bis heute eindrucksvoll war ein gemeinsames Event Ende der 90er mit Nicholas Negroponte vom MIT, Boston. Seinerzeit stellte er uns [...]
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Was waren deine ersten Web-Erlebnisse, Alexander Hüsing?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Journalisten, Gründer und Chefredakteur Alexander Hüsing, www.deutsche-startups.de. 15 Jahre Internet sind eine lange Zeit. Anfangs war das Internet vor allem laut, schon beim Einwählen! Wer erinnert sich [...]
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Der 15 Jahre Netzpiloten-Jubiläums-Talk

Wir Netzpiloten feiern dieses Jahr unser 15 jähriges Bestehen. In einem Gespräch zwischen dem jüngsten Redaktionsmitglied, Steve Martin (23) und dem Netzpiloten-Gründer, Wolfgang Macht (46) geht es um verblassten New Economy Größenwahn, Survivertum und den Aufbruch zu neuer Verantwortung. Außerdem fragen wir in den kommenden Wochen immer wieder Weggefährten nach [...]
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Was halten Sie vom Internet, Dieter Hildebrandt?

Die Netzpiloten feiern 15 Jahre Expeditionen in den Cyberspace und fragen prominente Wegbegleiter nach ihrem denkwürdigsten Erlebnis der digitalen Revolution. – Heute den Kabarettisten, Schauspieler und Buchautoren Dieter Hildebrandt, www.stoersender.tv. Ich dachte immer, das Internet sei ein Raum, in dem Dummheit und Abgründe sich noch freier entfalten können als anderswo. [...]
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