BoinxTV – LIVE Videoproduktionsstudio

Gast-Review von Dotdean

boinxtv-icon.jpgUm bewegte Medieninhalte zu produzieren, bedarf es keiner unbezahlbar teuren Hardware mehr. Mit einer günstigen DV-Kamera, einem halbwegs aktuellen Mobiltelefon oder einem Klappcomputer mit integrierter Webcam kann man bereits durchaus passable Zeitdokumente festhalten. Dass das Internet natürlich als Verbreitungskanal, allerdings auch schon als Produktionsumgebung dient, beweisen eindrucksvoll Services wie Mogulus, Ustream oder Qik. Die gesamte Konfiguration und Aufnahme geschieht im Browser. Den Schritt zurück auf den Rechner macht BoinxTV und vereint hier die Vorteile aus beiden Welten.

Wie funktioniert BoinxTV?

Nach der Installation auf dem Mac und dem ersten Start werden die mitgelieferten Templates gelistet, aber auch die Möglichkeit gegeben die komplette Konfiguration selbst vorzunehmen. Zur Auswahl stehen Beispiel-Presets wie „News Room“, „Astro Show“ oder „BXSN – Sports“. Für den Anfang ist es empfehlenswert, einen Blick auf ein Template zu werfen, um ein Gefühl für den Workflow und die Konfigurationsmöglichkeiten von BoinxTV zu erlangen.
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Die mitgelieferten Layer können frei angeordnet und modifiziert werden. Eigene Videoclips oder Camera Quellen dienen als Basis. Bauchbinden, „Sender“-Logo, Übergangsanimationen oder verschiedene Layoutvariationen aus dem Layerpaket kann man sich als eigenes Template speichern. Das spart Zeit und Mehrfacharbeit für wiederkehrende Produktionen.
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Elementarer Bestandteil der eigentlichen Produktion sind die roten LIVE Knöpfe auf der rechten Seite. Während man also z. B. sein Hauptvideo abspielt, kann man die einzelnen Layer hinzuschalten und auch wieder ausstellen. Die eigentliche Aufnahme erfolgt in Echtzeit. Man hat so also die Möglichkeit z. B. einen Interviewpartner per Bauchbinde vorzustellen oder kann während einer längeren Erzählpassage einen Screenshot einer Website schick einfaden lassen. Es macht allein schon Spaß, das breite Angebot an Layers auszuprobieren und mit den Effekten ein wenig zu spielen. Exportiert wird nach der Produktion in Quicktime (konfigurierbar). Optional wird die Übergabe an ein Apple Script oder der Upload an Podcast Producer angeboten.

Für wen ist BoinxTV gedacht?

Spätestens für Just-in-Time-Produktionen bietet sich BoinxTV an. Wer z. B. zeitnah Interviews mit Informationen und Effekten anreichern möchte, hat damit eine sehr schnelle und einfache Software an der Hand. Amateur- und semiprofessionelle Bewegtbildproduzenten werden die ansprechenden und modifizierbaren Möglichkeiten zu schätzen lernen.

Blogpiloten-Urteil:

Ob das Preismodell (499 € für die Vollversion bzw. 199 € für die „Sponsored“ Variante mit 5 sekündigem BoinxTV Abspann) aufgeht, wird sich zeigen. Durch die Alpha Testphase und das schnell verarbeitete Feedback der fleißigen Tester, macht die 1.x Version schon einen sehr ausgereiften Eindruck. Ob zukünftig weitere Layer einfach so nachgereicht oder über kurz oder lang auch kostenpflichtige „Layer-Packs“ angeboten werden, bleibt abzuwarten. Als interessierter Videofan mit Apple Hardware sollte man BoinxTV so oder so ausprobieren und ambitionierte Software aus Deutschland unterstützen.

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aka "dotdean" (1980) ist Mitbegründer und Initiator der Blogs pl0g.de (2006) und berlinblase.de (2007) und rief nach seinem ersten BarCamp in Köln 2006 die pl0gbar ins Leben. Seine Brötchen verdient Florian begeistert als Community Manager bei einem großen Medienkonzern in Offenburg.

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