Netzpiloten-Special: 5 Lesetipps für den 31. Dezember

In den Lesetipps zeigen wir heute unsere meistgelesensten Artikel des Jahres, in denen es um die Boerse.bz, WhatsApp, SIMSme, Tinder und Journalismus ging.

  • BOERSE.BZ Lars Sobiraj: Boerse.bz-Piraten schießen sich selbst ab: Eine der größten Herausforderungen in der digitalisierten Medienbranche ist es, sein Publikum wirklich zu kennen. Unser meistgelesenster Artikel des Jahres 2014 behandelt eigentlich ein Thema, dem ich es nicht zugetraut habe, bei uns auf so breites Interesse zu stoßen. An dem deutschsprachigen Filesharing-Forum Boerse.bz zeigt sich aber nahezu perfekt, dass es zwar vielleicht den Nutzern beim Thema unautorisiertes Filesharing um den Zugang zu Inhalten geht, den Betreibern solcher Portale aber ums Geld verdienen. Ein sehr unromantischer Widerspruch, den Lars Sobiraj akribisch herausarbeitet. Die Geschichte ist spannend, informativ dargestellt und scheinbar deshalb der diesjährige Liebling unserer Leser. Es geht in erster Linie um Qualität, eine mich für nächstes Jahr motivierende Lektion.

  • WHATSAPP Jakob Steinschaden: 18 Tipps, die die Messaging-App erträglich machen: Warum Facebook ungefähr 19 Milliarden US-Dollar für den stets viel kritisierten und alles andere als seriös mit Nutzerbeschwerden umgehenden Messenger-Dienst WhatsApp zahlte, wird bei den vielen Nutzern klar. Inzwischen nutzen pro Tag über 500 Millionen Menschen den Dienst, um sich kurze Texte und Fotos hin und her zu schicken. Die BBC, der SFR und auch wir verschicken inzwischen Nachrichten via WhatsApp, denn an dem Messenger kommt zur Zeit niemand vorbei. Kein Wunder, dass Jakob Steinschadens Artikel mit 18 Tipps für den Messenger, unser zweitbeliebteste Artikel im Jahr 2014 wurde.

  • SIMSME Tobias Gillen: Deutsche Post scheitert an überflüssiger „E-WhatsApp“: Deutschland, wo das Internet in diesem Jahr sich erst langsam aufmachte, dass Merkelsche Neuland zu entdecken, gehört sicher nicht zu den Vorreitern der Digitalisierung. Es verwundert deshalb eigentlich auch nicht, dass der eben besprochene Messenger WhatsApp nicht von hier kommt. Nationale Konkurrenz sollte der Messenger SIMSme machen, eine Entwicklung der Deutschen Post. Doch die App floppte und das wohl aus guten Gründen, wie der viel diskutierte Testebericht von Tobias Gillen zeigte. Ähnlich wie schon die De-Mail, zeigte die Post nur, dass große Unternehmen kein Hort an Innovation sind, Datenschutz zwar in der Presse viel diskutiert wird, aber kein Feature ist, dass die Nutzer wirklich haben wollen, wenn es immer noch schneller, besser und schicker geht.

  • TINDER Jakob Steinschaden: Die Flirt-App, die deinen Daten schöne Augen macht: Die Flirt-App Tinder gehört zu den bekanntesten Anwendungen beim Thema Flirten, über die im Jahr 2014 gesprochen wurde. Meist findet sich in meiner Twitter-Timeline eine sarkastische Bemerkung zur Tinder-App, zu der es aber auch so viel mehr zu erzählen gibt, wie der sehr beliebte Artikel von Jakob Steinschaden zeigt. Tinder ist nämlich ein Musterbeispiel dafür, wie eine sehr leicht zu bedienende App, dem Nutzer scheinbar ein so zufriedenstellendes Nutzunsgerlebnis bringt, dass das Thema Datenschutz auch hier vernachlässigt wird. In den Daten liegt aber der eigentliche Wert für die Eigentümer von Tinder, wie u.a. die New Yorker Internet-Firma IAC/InterActiveCorp,die überhaupt nur auf datensaugende Unternehmen setzen. Es geht nicht um Liebe, es geht um Daten. Das wird sich auch im nächsten Jahr nicht ändern.
  • JOURNALISMUS Martin Hoffmann: Die neuen Nachrichtenkonkurrenten im Netz: Den fünften Platz belegt der Artikel „Journalismus: Die neuen Nachrichtenkonkurrenten im Netz“ von Martin Hoffmann, der damals noch für den MDR arbeitetet und heute Leiter der Social Media-Abteilung bei Welt.de ist. Die lesenswerte Auflistung über die zu erwartenden Trends im Journalismus, entstand aus einem Vortrag bei der „Zukunftswerkstatt Radio-Nachrichten“ im MDR-Landesfunkhaus Magdeburg, der zeigte dass die Zukunft des Journalismus nicht aus Deutschland kommen wird, denn es fehlt hierzulande an wirklichen Innovationen. Das Zeit Online mit Memes experimentiert oder auf Stern.de schon einmal ein GIF zu sehen war, ist nämlich nicht wirklich ein sogenannter Game Changer. Hoffen wir, dass das Jahr 2015 uns vielleicht doch noch überrascht.

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Tobias Schwarz

Tobias Schwarz

ist Coworking Manager des St. Oberholz und als Editor-at-Large für Netzpiloten.de tätig. Von 2013 bis 2016 leitete er Netzpiloten.de und unternahm verschiedene Blogger-Reisen. Zusammen mit Ansgar Oberholz hat er den Think Tank "Institut für Neue Arbeit" gegründet und berät Unternehmen zu Fragen der Transformation von Arbeit.

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