Blinkist: Sachbücher in 15 Minuten zusammengefasst

Den Konsum von Wissensliteratur soll die App Blinkist vereinfachen, indem Sachbücher auf Texte komprimiert werden, die in wenigen Minuten gelesen werden können. // von Daniel Kuhn

Blinkist

In der heutigen schnelllebigen digitalen Welt lässt sich nur schwer die nötige Zeit finden, um ein umfangreiches Sachbuch zu lesen. Die App Blinkist soll dabei helfen, das Wissen aus diesen Büchern zu konsumieren, indem der Inhalt jeweils auf kurze Texte heruntergebrochen präsentiert wird, der in ungefähr 2 Minuten gelesen werden kann.


  • Blinkist fasst die Kernaussage komplexer Sachbücher im Kurzformat zusammen.
  • Die sogenannten Blinks sollen in wenigen Minuten konsumierbar sein.
  • Nutzer erhalten bis zu 3 Sachbücher-Downloads gratis, eine Flatrate kann ebenfalls gebucht werden.

Die Idee hinter Blinkist ist so simpel wie genial. Umfangreiche Fach- und Sachbücher werden auf die Grundaussage heruntergekocht und dem Leser dadurch in appetitlichen sowie leicht verdaulichen Zusammenfassungen vorgesetzt, deren Konsum nicht länger als zwei Minuten Zeit in Anspruch nimmt und somit leicht zwischendurch gelesen werden kann. Diese Zusammenfassungen, die sogenannten Blinks, sollen dabei helfen, trotz digitaler Daten- und Informationsflut auf schnellem Weg an die Kernaussagen von Sachbüchern zu kommen, ohne diese komplett lesen zu müssen.

Dabei wird natürlich schnell die Kritik laut, dass diese Kurzzusammenfassungen nie das eigentliche Sachbuch ersetzen können, aber das sollen sie auch gar nicht. Natürlich steht in dem gesamten Buch viel mehr Wissenswertes drin, als es die Blinks transportieren können. Diese sollen daher eher als erweiterter digitaler Klappentext verstanden werden. Nach dem Konsum weiß der Leser, was die Kernaussage des Buches ist. Wenn diese sein Interesse weckt, fällt die anschließende Lektüre des gesamten Buches deutlich leichter.

Blinkist ist mehr als ein Klappentextservice. Das Startup stellt die bisher passendste Antwort auf durch den digitalen Wandel verändertes Leseverhalten dar. Kurze und informative Texte sind wir durch Blogs bereits seit rund 15 Jahren gewohnt. Durch die kurzen Zusammenfassungen wird der Zugang zu unzeitgemäß erscheinenden dicken Büchern wieder belebt, das Buch damit wieder ein Stück zukunftsfähiger und die Motivation zur Lektüre geweckt. Denn ein guter Kurztext kann Gründe zum weiterlesen bieten, wenn der Text hält was er verspricht auch öfters. Solange bis ein neues Leseverhalten entstanden ist, indem short form content den ersten Zugang zum Werk an sich herstellt.

Damit die App auf lange Sicht den anfänglichen Erfolg ausbauen kann ist es vor allem nötig, dass sich noch mehr Sachbuchverlage auf das neue Konzept einlassen und es als Chance sehen, ihre Bücher an potenzielle Käufer zu bringen, und Blinkist nicht als Bedrohung wahrnehmen und sich dagegen sperren. Bei Blinkist steht der Servicegedanke im Vordergrund, für die Leser im leichten Zugang zu Literatur und für die Verlage in der Zeitersparnis in Marketing und Schaffung von Kaufanreizen.

Die App kann kostenlos in Apples App Store heruntergeladen werden – der Nutzer kann zudem kostenlos drei Bücher kostenlos herunterladen, eine Flatrate wird für 4,49 Euro im Monat ebenfalls angeboten. Eine Android App fehlt bisher, wäre aber wünschenswert, durch die sich die Nutzerzahl ebenfalls deutlich erhöhen dürfte.


Teaser & Image by Blinkist

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Daniel Kuhn

Daniel Kuhn

ist Wahl-Berliner mit Leib und Seele und arbeitet von dort aus seit 2010 als Tech-Redakteur. Anfangs noch vollkommen Googles Android OS verfallen, geht der Quereinsteiger und notorische Autodidakt immer stärker den Fragen nach, was wir mit den schicken Mobile-Geräten warum anstellen und wie sicher unsere Daten eigentlich sind. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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