B2B-Alternativen zu twitter

twitter ist das Tool der Wahl, um sich mit Leuten zu verbinden, die man gerne kennen würde. Damit ergänzt es facebook für viele Leute. Außerdem ersetzt es für einige (schließe mich ausdrücklich ein) nahezu vollständig die Suchmaschine Google. Firmen haben aber oft einen anderen Bedarf an Status-Updates und das Teilen von guten Links. Für sie gibt es sinnvolle Alternativen. Vier haben wir rausgesucht…

status.net

Sehr viele Alternativen zu twitter basieren auf eine freien, quelloffene Software, die sich jeder selbst installieren kann: status.net. Die berühmteste Plattform, die darauf aufbaut, ist identi.ca. Wer also einen eigenen twitter-Dienst aufsetzen will, der kann diese Microblogging-Plattform mit Plugins erweitern und so deutlich mehr als twitter realisieren. Es können Gruppen gebildet werden. Man kann auch Dateien austauschen, eigene Oberflächen via Themes gestalten und das Ganze an bestehende Soziale Netzwerke anbinden. Apps und und Plugins existieren bzw. können via offenen APIs erstellt werden. Aber: selbst ist der Mann bzw. die Frau.

co-op

Co-Op ist eine kommerzielle Plattform, die bereits auf Firmenbedürfnisse angepasst ist und direkt die twitter-Funktionalität erweitert mit den bekannten Presence-Funktionen, also einer Übersicht über den Status der wichtigsten Kollegen (Team-Status). Damit ist klar, dass es sich hier primär um ein Kommunikationstool für Teams handelt. Diese Einschränkung ist aber auch eine Erleichterung und schafft Übersicht, denn neben dem Workstream (bei twitter heißt das timeline) befindet sich eben nicht nur der Team-Status der anderen Projektmitglieder sondern auch ein freier Platz für allgemeine Inhalte, Agenda-Listen oder globale Informationen. Das Besondere ist die Möglichkeit, einfach per Zeitfunktionen „zurückzuspulen“ um sich frühere Tage, Stunden oder Stati anzusehen. Und man kann individuelle Timer setzen: Man berichtet, dass man beginnt etwas zu tun und dann löst man eine Timerfunktion aus, die die Zeit mitrechnet, bis man das Stop-Signal tweetet. So kann co-op einfache Trackingfunktionen übernehmen.

present.ly

Noch einen Schritt weiter geht present.ly, dort kann man nicht nur im geschützten eigenen Bereich Updates tweeten sondern zusätzlich zu diesen Statusmeldungen und Linktipps in definierten Gruppen auch noch Dateien als Attachements versenden. Das Ganze unterstützt per App alle denkbaren mobilen Plattformen (auch RIM Blackberry ) und ist zusätzlich im Design und Layout frei anpassbar. Auch die twitter API wird unterstützt und läßt so noch mehr Raum für eigene Ideen.

cyn.in

Den größten Umfang liefert zweifellos cyn.in, die praktisch eine ganze Enterprise 2.0 -Lösung in einem liefern. Da sind dann auch Wikis, Blogs, Foren, Kalenderfunktionen und Audio/Vidoe/Foto-Gallerien integriert. Und eben auch eine klassische Microblogging-Plattform à la twitter. Das Ganze ist als offene Community-Version frei erhältlich. Man kann es aber auch als SaaS (Softare as a Service) einfach mieten, anpassen und muss sich nicht um die technischen Belange kümmern. Es gibt einen eigenen Client mit Editoren für Content-Dateien, RSS- und Atom-Feeds, umfangreiche Filter- und Suchfunktionen und vieles mehr. Wer starten will in die Enterprise 2.0 Welt hat hier einen guten umfangreichen ersten Schritt. Man kann also sehr gut mit SaaS erste Eindrücke gewinnen oder mit der offenen Version in einer Abteilung beginnen. Und dann – bei Gefallen – die große kommerzielle Version hinter der Firewall in der gesamten Firma ausrollen; eben das klassische Ökosystem aus der Open-Source-Welt mit angeschlossener Firma als professioneller Entwickler im Hintergrund wie es etwa auch beim CMS ez publish schon erfolgreich ist. Da fast alles auf offene Standards basiert kann aber auch jede Firma selbst Erweiterungen entwickeln.

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Jörg Wittkewitz

Jörg Wittkewitz

  ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)

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