Trotz aller offensichtlichen Unterschiede bei den äusseren Bedingungen der spanischen und israelischen Protestbewegung gibt es auch einige Parallelen: bei den inneren Voraussetzungen, bei der Vorgehensweise und den Zielen. Es wird ein Muster sichtbar, das sich lohnt, genauer zu betrachten. Eine Spurensuche… [Mehr]
In einem Interview äussert der spanische Journalist Amador Fernández-Savater Bemerkenswertes zum Charakter und sozialen Impuls der spanischen Protestbewegung 15-M. Als Chronist des Protestcamps und der Versammlungen auf der Puerta del Sol in Madrid ortet er in der Bewegung 15-M eine neuartige soziale Kraft, welche, wie er sagt, die Welt nicht verändern, sondern gegen jene verteidigen will, die sie zerstören.
Das Interview erschien Ende August in der argentinischen Zeitung «Página/12». Die Fragen stellte Verónica Gago… [Mehr]
Phrasen und Worthülsen sind wie Umweltgifte, die langsam in unser Denken eindringen und es schädigen – bis hin zum völligen Zusammenbruch des selbständigen Denkvermögens. Zu eben diesem Zweck werden sie in der Werbesprache und in der Sprache der Politik verwendet. Nun habe ich einen Blog gefunden, der zur Stärkung des gedanklichen Immunsystems beiträgt: neusprech.org. [Mehr]
Dem anspruchsvollen Fotojournalismus ergeht es nicht anders als dem investigativen Journalismus: Die entsprechenden Budgets der etablierten Medien werden ausgedünnt. Immer weniger Auftraggeber sind bereit, etwa eine längere Reportagereisen zu finanzieren. Aufwändige Formen des Journalismus fallen mehr und mehr dem Spareifer zum Opfer – und mit ihnen ein besonderer Blick auf die Welt… [Mehr]
Diese Frage stellte die Basler Zeitung in einer Beilage anlässlich der Art❘Basel, der «weltweit grössten Kunstmesse».
Eine spannende Frage, der ich hier etwas auf den Grund gehen möchte. Spannend auch, weil die Frage ausgerechnet im Zusammenhang mit dieser Kunstmesse gestellt wird, einem «Grossevent», der Kunst und Kommerz verbindet wie wohl kein zweiter… [Mehr]
Der spanische Philosophieprofessor Carlos Fernández Liria (geb. 1959 in Zaragoza), Philosoph, Schriftsteller, Drehbuchautor und Essayist bezieht Stellung zu den Gründen der spanischen Revolution. Er sieht sie als eine der Folgen des Katastrophen-Kapitalismus, die überall auftauchen…
Zwar wird nicht im Web entschieden, ob das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) dereinst eingeführt werden wird oder nicht. Das muss auf der politischen Bühne geschehen, in den Parlamenten – unterstützt durch Kongresse, Podien, durch Anhörungen und nicht zuletzt durch den Druck der Strasse. Trotzdem ist das Internet ein riesiger Marktplatz der Ideen und des Austausches zum BGE. Und was das weltweite Web-All alles an Möglichkeiten zu bieten hat, wird auch zugunsten des BGE genutzt. – Eine kleine Linksammlung… [Mehr]
Seit gut einem Jahr verbringe ich viel Zeit im Blog-All – oft genug mehr, als mir lieb ist. Es drängt mich deshalb, hier ein paar Bemerkungen zu meinen Erfahrungen und Beobachtungen als Astronaut im Universum der Bloggerinnen und Blogger zu äussern. Und ich bin gespannt, von MitastronautInnen zu erfahren, ob nur ich diese Welt so erlebe oder ob auch andere solche und ähnliche Beobachtungen machen. Ergänzungen sind willkommen.
Wenn ich von Blog-All und Universum schreibe, so soll damit zunächst die überwältigende Vielfalt der Blogosphäre zum Ausdruck kommen. Kaum ein Thema, das nicht aus unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet und – meist pointiert – kommentiert wird: Aquarien, Hartz IV, Neuerscheinungen von Büchern, Finanzkrise, Katzenpflege, Indien und, und, und … [Mehr]
In Südspanien werden Gemüse und Früchte für ganz Europa angebaut – unter Plastikplanen, die ganze Landstriche zudecken, und mit der Hilfe von ArbeitsmigrantInnen, die gnadenlos ausgebeutet werden. Sie sind Europas Sklaven des 21. Jahrhunderts. Und Europas KonsumentInnen tragen dafür Mitverantwortung. – Eine Anklage. [Mehr]
Stéphane Hessels Büchlein „Empört euch!“ verkauft sich in Frankreich wie warme Semmeln. Auch in Deutschland und der Schweiz ist der Verkauf gut angelaufen. Woran mag das liegen? Denn wirklich Neues erzählt es kaum, noch ist es ein publizistisches Meisterwerk. Trotzdem scheint es den Nerv der Zeit zu treffen. – Die streitbare Besprechung einer Streitschrift.
Nicht dass das schmale Bändchen schlecht wäre. Ich habe jedenfalls die 15 Textseiten in einem Durchgang gelesen – und am nächsten Tag noch ein zweites Mal. Und das tue ich mir mit einem schlechten Text nicht an. Trotzdem lässt mich die Streitschrift „Empört euch!“ etwas ratlos zurück – und die Empörung über den Weltenlauf kam beim Lesen auch nicht so richtig in Fahrt … [Mehr]
Es gibt eine Unmenge an guten politischen Texten im Internet – bloss sind sie schwer zu finden …
Die Bezeichnung „gute politische Texte“ ist natürlich verfänglich und heisst zweierlei: Zum einen sind das Texte – ich gebe es zu –, die meinem eigenen politischen Verständnis nicht grundsätzlich widersprechen – ein ziemlich subjektiver Anspruch also. Doch die Qualität eines (politischen) Textes lässt sich durchaus auch objektiv feststellen. Dazu gehört etwa eine gewisse intellektuelle Redlichkeit oder zumindest das Streben danach. Dazu gehören Sorgfalt, fundiertes Wissen und die Abwesenheit von Dogma und Polemik.
Auf dem Blog le bohémien sind ausgesprochen viele „gute politische Texte“ unterschiedlichster Autoren versammelt. Als roter Faden gilt die Kritik am neoliberalen Gesellschaftsentwurf. Die Themen sind trotzdem durchaus vielfältig. So wird etwa die Entwicklung der Medien, insbesondere der Presse, laufend kritisch durchleuchtet, und zwar von der Theorie her wie anlässlich der Verzerrungen in der Medienlandschaft. Da darf natürlich Noam Chomsky, der grosse amerikanische Intellektuelle und Sprachwissenschaftler, mit einem Text in deutscher Übersetzung – Der Mythos der freien Presse – nicht fehlen.
Weitere wichtige Themen sind der Lobbyismus und der (Neo)Kolonialismus – neben der kritischen Beleuchtung, zugegeben aus linker Sicht, der Hintergründe und Zusammenhänge aktueller politischer Ereignisse in Deutschland und der restlichen Welt, und zwar in dieser Reihenfolge. Besonders erwähnenswert hier: der auf Europe bezogene Krisenticker, der regelmässig Hintergrundartikel anderer Medien zur Entwicklung und Bewältigung der Finanzkrise in Europa verlinkt.
Das Selbstverständnis des Gemeinschaftsblogs le bohémien wird im folgenden Satz wohl treffend charakterisiert: „Ziel des bohémienist nicht, dogmatische Positionen einzunehmen, sondern im Gegenteil, diese durch den Diskurs und die mögliche Konfrontation verschiedener Stellungnahmen bzw. Perspektiven aufzubrechen.“ Das macht ihn sympathisch und lesenswert.
Schon immer versuchten Kunst und Politik, aufeinander Einfluss zu nehmen. Die Kunst, indem sie in ihren Werken die gesellschaftlichen Verhältnisse widerspiegelt, die Politik, indem sie der Kunst ihren Stempel aufzudrücken sucht. Ein paar grundsätzliche Überlegungen dazu und ein paar Beispiele.
Kunst und Politik leben in einem Spannungsverhältnis, wie es einseitiger nicht sein könnte. Seit jeher versucht die Politik, der Staat, das künstlerische Schaffen in seinen Dienst zu stellen. Zensur ist nur der grobschlächtigste Ausdruck solcher Bemühungen. Etwas feinsinniger geht es zu bei der Vergabe von staatlichen Geldern an Künstler und ihre Werke…
Ist solidarisches Handeln in der Wirtschaft eine Illusion, eine hoffnungslose Träumerei? Oder ist es eine Notwendigkeit, um dem von Egoismus und Bereicherungswut geprägten Wirtschaftsleben etwas entgegenzusetzen, das mit dem mündigen Menschen und den Möglichkeiten seiner Vernunft rechnet? Ein paar grundsätzliche Überlegungen – und ein paar Beispiele der solidarischen Wirtschaft aus der Praxis… [Mehr]
Angesichts des totalitären Anspruchs des heutigen Wirtschaftssystems und der Perspektivenlosigkeit vieler Politiker ist es als Zeitgenossen nicht einfach, sich der Beklemmung der Gegenwart zu entziehen. Gibt es Antworten auf die drängende Frage nach einer sinnvollen, zukunftsfähigen Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens auf lokaler wie auf globaler Ebene? Gibt es einen Ausweg aus der Vereinseitigung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, eine Vereinseitigung, die nach dem Empfinden vieler geradezu apokalyptische Ausmasse angenommen hat? Die Idee der sozialen Dreigliederung hat das Potential, Perspektiven aufzuzeigen, ohne der Wirklichkeit ein weiteres ideologisches System überzustülpen. Es sei hier versucht, die Idee in kurzen Worten zu charakterisieren… [Mehr]
Endlich wird von höchster Stelle bestätigt, was vielen schon lange schwant und manchen Gewissheit ist: Fortschritte bei der menschlichen Entwicklung sind auch ohne rasches Wirtschaftswachstum möglich – und starkes Wachstum führt nicht unbedingt zu besseren Entwicklungsbedingungen für die Menschen. Dies macht der neueste Bericht der Vereinten Nationen zur menschlichen Entwicklung klar: “Eines der überraschendsten Ergebnisse der Forschung zu menschlicher Entwicklung in jüngster Zeit ist die fehlende signifikante Korrelation zwischen wirtschaftlichem Wachstum und Verbesserungen im Gesundheits- und Bildungsbereich.” [1]
Auch demokratische Teilhabe und gerechte Verteilung sind ohne großes Wirtschaftswachstum möglich, und die größten Entwicklungsfortschritte geschehen mitunter in Ländern ohne rasantes Wirtschaftswachstum, zum Beispiel in Nepal und Tunesien, wobei Entwicklung anhand des Human Development Index (HDI) abgebildet wird, der die Lebensqualität des Menschen umfassender darstellt als etwa das Bruttoinlandsprodukt, das zum Beispiel die Weltbank beim Ländervergleich verwendet…
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