Tobias Schwarz

Tobias SchwarzTobias Schwarz schreibt seit Oktober 2012 für die Netzpiloten. Zuerst als freier Blogger und seit März 2013 als Projektleiter für das Online-Magazin. Neben den Netzpiloten hat er auch auf seinem Blog und den Online-Medien Politik-Digital.de, Carta.info und Netzpolitik.org veröffentlicht. Tobias ist als Isarmatrose auf Twitter, App.net und Facebook sowie Google+ zu finden.

Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 30. Juli

In den Lesetipps geht es heute um das Silicon Valley, warum Plagiate an sich kein Problem sind, BuzzFeed in Deutschland, der Einfluss von Technologie und Medium. Ergänzungen erwünscht.

  • SILICON VALLEY Tagesspiegel: Goldrausch im Silicon Valley: Jens Mühling war für den Berliner Tagesspiegel im Silicon Valley unterwegs, dem Land von Google, Apple, Facebook, WhatsApp & Co, in dem das Internet ständig revolutioniert wird. Sein Besuch führt ihn in die lokale Startup-Szene und zu ihren Gegner, die mit den Folgen des IT-Booms in San Francisco zu kämpfen haben.
  • PLAGIATE PandoDaily: The issue of Plagiarism in the Internet age isn’t copying, it’s attribution: Im Zuge der Debatte um den Artikel anderer kopierenden BuzzFeed-Journalisten Benny Johnson kommt der wohl beste Gedanke zu dem Thema von David Holmes auf PandoDialy. Das Plagiat an sich ist in einem auf Kopiervorgänge basierenden Netzwerk wie dem Internet nicht das eigentliche Problem, denn nie war es leichter Inhalte zu kopieren und zu teilen. Das Problemen bei Plagiaten ist die fehlende Nennung des Urhebers, dem die Anerkennung und Vorteile von erhöhten Reichweiten verloren geht.
  • BUZZFEED Gründerszene: Wird BuzzFeed in Deutschland verstanden, Juliane Leopold?: Noch diesen Herbst startet BuzzFeed auch in Deutschland und mit Juliane Leopold hat das Unternehmen eine bekannte Journalistin als Chefredakteurin ernannt. Im Interview mit Niklas Wirminghaus auf Gruenderszene.de legt sie erstmals dar, wie das Viral-Portal in Deutschland aussehen könnte. Schon jetzt steht fest, BuzzFeed wird “keine deutschsprachige Nachrichtenwebsite”.
  • TECHNOLOGIE CNET: Gadgets got Obama elected: In einer Sendung des US-amerikanischen Fernsehsender Fox News konnten die Zuschauer eine an sich interessante Unterhaltung zwischen der Moderatorin Mega Kelly und dem bekannten Journalisten Bill O’Reilly erleben, die über den Einfluss von Technologien auf junge Menschen diskutierten. Der für seine Schwarz-Weiß-Sicht der Dinge bekannte O’Reilly kritisierte, dass Geräte wie iPads den Konsum von Nachrichten und den Blick auf die Welt manipulierten. Chris Matyszczyk schreibt lesenswert über diese zum Teil absurde, aber auch aussagekräftige Sendung auf CNET.
  • MEDIUM Medienrauschen: Medium – Von der Plattform zum Publisher: Vor ein paar Tagen haben wir über die Blogging-Plattform Medium berichtet und sie auf Netzpiloten.de vorgestellt. Jetzt zeigt sich, dass Medium sein Engagement verstärkt, von der reinen Plattform selbst zum Publisher zu werden. Nach der Ankündigung künftig eigene Sammlungen und Magazine unterhalb der Nutzer-Plattform zu realisieren, zeigt man mit der Kollektion “re:form” nun, wie diese aussehen könnten. Thomas Gigold stellt das Vorhaben im medienrauschen-Blog vor.

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Tobias SchwarzSelfies – die neue App der WordPress-Macher

Die Entwickler bei Automattic haben neben ihrer Arbeit an WordPress eine Social App nur für das Fotogenre Selfies entwickelt. // von Tobias Schwarz

Selfies von Automattic

Die App mit dem vielsagenden Namens “Selfies” ist für Automattic ein spannendes Experiment neben der alltäglichen Arbeit an WordPress. Ohne irgendwelche Hinweise oder begleitende Pressearbeit wurde die App der hauseigenen Entwickler einfach in Google Play angeboten und gewartet, was passiert. Nach wenigen Tagen entdeckte der TechCrunch-Redakteur Kyle Russell die App zufällig auf Twitter.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 28. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um den Mindestlohn im Journalismus, Mode und Internet, Medienwandel und Medienwirkung, sowie das Leistungsschutzrecht in Spanien. Ergänzungen erwünscht.

  • MINDESTLOHN Netzkolumnistin: Mindestlohn für Praktikanten auch im Journalismus: Der Mindestlohn für Praktikanten würde im Journalismus neue Ungerechtigkeiten schaffen, schreiben Jana Gioia Baurmann und Alina Fichter in der aktuellen Ausgabe der Zeit. Sie freuen sich, dass in letzter Sekunde eine Ausnahme vereinbart wurde – das sei ein großes “Glück” für angehende Journalisten. Von wegen! Die Argumentation hinkt und blendet wichtige Aspekte aus, wie Angela Gruber in ihrem Blog erklärt.
  • SOCIAL FASHION Süddeutsche.de: Veränderungen in der Modebranche: Auf Süddeutsche.de schreibt Nicole Urbschat, wie das Internet in den letzten 15 Jahren die Fashionbranche verändert hat, denn heutzutage sind die wichtigsten Schaufenster der Modebranche die Displays der Smartphones. Instagram & Co. haben die Mode aus ihrem Elfenbeinturm geholt und machen sich Vernetzung. E-Commerce und Selbstdarstellung zunutze.
  • MEDIENWANDEL Medium: I could spend days just wandering through The New York Times’ ancient archives. Indeed, I have…: Jeff Jarvis stöbert zur Zeit gerne in den Archiven der New York Times herum und hat dabei einen interessanten Kommentar zur Einführung der Fotografie in den Journalismus aus dem Jahr 1903 gefunden. Das es nun Fotografen in den Redaktionen gab, führte zur Disruption des Berufes Illustrator, wovon es bei den damaligen Zeitungen rund 85 Stück gab. Sie malten, was sie sahen oder was andere Journalisten mithilfe des Telegrafen ihnen mitteilten.
  • MEDIENWIRKUNG DRadio Wissen: Einfluss von Unterhaltungssendungen: In einem Beitrag für DRadio Wissen setzt sich Katrin Ohlendorf mit dem sogenannten “Simpsons-Experiment” auseinander. Der Medienwirkungsforscher Carsten Wünsch konnte tatsächlich nachweisen, dass unterhaltende Medienangebote wie Filme oder Serien unsere politischen Einstellungen beeinflussen und sich auch auf die journalistische Wahrnehmung gesellschaftspolitischer Fragen beeinflussen.
  • LEISTUNGSSCHUTZRECHT Golem: Spanien besteuert Hyperlinks: In Spanien wurde vergangene Woche eine der sinnlosesten Verschärfungen des Urheberrechts beschlossen, von der ich jemals gehört habe. Um stärker gegen unautorisierte Downloads vorzugehen, hat die Regierung beschlossen, für kleinste Textzitate und sogar Hyperlinks eine Abgabe zu verlangen. Das Gesetz beruht, wie das spanische Kultusministerium kritisierte, auf einer “von Interessengruppen in Auftrag gegebene Meinungsstudie“. Die Ähnlichkeiten zum Leistungsschutzrecht sind frappierend.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 25. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um uns, das Urheberrecht in Europa, das Recht auf Vergessen, die Metamorphose von Facebook und Tageszeitungen im Medienwandel. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZPILOTEN Was mit Medien: 15 Jahre Netzpiloten: Im letzten Jahr feierten wir unseren 15. Geburtstag. Gestern Abend waren Wolfgang Macht und ich zu Gast in der Radiosendung “Was mit Medien” und unterhielten uns mit Daniel Fiene und Dennis Horn über die Entwicklung des Magazin, den Wandel der Netzszene und die Zukunft des Online-Journalismus. Auf DRadio Wissen könnt ihr die Sendung nachhören.
  • URHEBERRECHT Netzpolitik.org: EU-Kommission legt Bericht zur Urheberrechtskonsultation vor: Auf Netzpolitik.org kommentiert Leonhard Dobusch den offiziellen Bericht der EU-Kommission über die Ergebnisse der öffentlichen Konsultation zum Urheberrecht, an der sich Anfang des Jahres die vergleichsweise hohe Zahl von rund 11.000 Menschen beteiligt hat. Die Auswertung der Konsultation zeigt, dass es einen vorherrschenden Frust über das aktuelle Urheberrecht in Europa gibt.
  • RECHT AUF VERGESSEN CNET: Google meets with EU over ‘right to be forgotten’: Gestern trafen sich die Europäischen Datenschützer mit Google und Microsoft (und sonst niemanden), um über die Umsetzung des “Recht auf Vergessen” zu unterhalten. Was bei den Gespräch herauskam ist noch unklar, aber diese beiden Unternehmen werden wohl als erstes Bescheid wissen, was sich der EU-Datenschützer wünschen. Don Reisinger wird seinen Artikel auf CNET aber stets aktualisieren, wenn es neue Informationen gibt.
  • FACEBOOK PandoDaily: Facebook is no longer a social network. It’s the world’s most powerful news reader: Facebook ist heutzutage die mächtigste Nachrichtenplattform der Welt. So sieht das Bryan Goldberg auf PandoDialy und erklärt, wie Facebook aus seiner vor zwei Jahren startenden Krise durch den Wandel zu einer Nachrichtenplattform herausarbeitete. Ausschlaggebend war dafür wohl der Erfolg von BuzzFeed, der Facebook einen Weg aus der Krise zeigte.
  • MEDIENWANDEL Katharina Brunners Blog: Ist das Internet nicht Schuld am Auflagenrückgang von Tageszeitungen?: Der Presseforscher Andreas Vogel hat für die Friedrich-Ebert-Stiftung den Auflagenrückgang der Tagespresse untersucht: “Talfahrt der Tagespresse: Eine Ursachensuche”. Unsere Autorin Katharina Brunner hat sich in ihrem Blog mit der Studie auseinandergesetzt und zeigt, dass das Argument, das Internet sei allein Schuld an den sinkenden Auflagen, sich nicht halten lässt.

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Tobias SchwarzBonaverde – eine Kaffeemaschine setzt auf das Internet

Das Berliner Startup Bonaverde hat eine innovative Kaffeemaschine entwickelt, doch die Revolution steckt im Geschäftsmodell. // von Tobias Schwarz

Hans Stier, Gründer von Bonaverde

Bonaverde hat eine Kaffeemaschine entwickelt, die Kaffeebohnen erst kurz vor dem Verzehr röstet, mahlt und brüht. Nach zwei bereits erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter und Indiegogo wendet sich das Berliner Startup Bonaverde erneut an die Crowd via Seedmatch – diesmal geht es um die Chance, in das Unternehmen Bonaverde zu investieren und integraler Teil der Erfolgsgeschichte zu werden, die ohne das Internet wohl nicht möglich wäre.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 24. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um Journalismus via WhatsApp, das Leistungsschutzrecht, einen Hackerspace in Magdeburg, Drohnen und lesenswerte Medienkritik. Ergänzungen erwünscht.

  • JOURNALISMUS BBC: How BBC News covered Indian elections on WhatsApp and WeChat: In einem Blogeintrag gibt Trushar Barot vom Social Media Hub der BBC einen Einblick in eines der wohl spannendsten Experimente im Journalismus in diesem Jahr. Bei den Wahlen in Indien, Nigeria und Südafrika setzte die BBC die Chat-Dienste WhatsApp und WeChat ein, um ein unvorstellbar großes Millionenpublikum zu erreichen. Die BBC ist weltweit die erste Nachrichtenorganisation, die mit diesen Plattformen experimentierte.
  • LEISTUNGSSCHUTZRECHT iRights.info: Gesetze wie Bananensoftware – sollen bei den Anwendern reifen: Mit einer kleinen Anfrage erkundigte sich die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen bei der Bundesregierung, wie es mit der Umsetzung des Leistungsschutzrechts für Presseverleger (LSR) aussieht. Die Antwort zeigt, dass die Regierung selbst nicht weiß, wie das offenkundig unausgereifte LSR jemals funktionieren soll – und dass ihr das offenbar egal ist, wie der Journalist Henry Steinhau auf iRights.info kommentiert.
  • HACKERSPACE MDR: Die netten Hacker von nebenan: Die Volontäre des MDR haben die Themenserie “Generation Zukunft – Junges Leben in Sachsen-Anhalt” gestartet, in der sie sich mit dem Alltag von jungen Menschen im Bundesland Sachsen-Anhalt beschäftigen. Dabei haben sie auch einen Hackerspace in Magdeburg besucht und geben einen kurzen, aber sehenswerten und informativen Einblick in die Kultur des Hacken, warum wir Hacker brauchen und worum es beim Hacken eigentlich geht.
  • DROHNEN Badoink: Commercial Drones – The Next Innovation: Drohen sind nicht nur im Silicon Valley eine interessante Angelegenheit, aber mit Google, Facebook und Amazon forschen hier die größten Internet-Unternehmen der Welt daran, wie Drohnen im zivilen Transportwesen eingesetzt werden können. In seinem Artikel auf Badoink setzt sich Ivor Irwin lesenswert mit der Entwicklung und den hierbei zu erwartenden Innovationen auseinander.
  • MEDIENKRITIK Stefan Niggemeiers Blog: Der “Spiegel” wird Qualitätsansprüchen gerecht: Es bräuchte mehr lesenswerte Medienjournalisten wie Stefan Niggemeier. Zum einen, weil es nie gut ist, wenn es so eine kritische Beobachterrolle nur einmal gibt, zum anderen, weil wir dann mehr solche Kritiken lesen könnten, wie diese hier über das Gespräch des Spiegel-Magazins mit Christian Wulff. Ein interessante Kritik über die Rolle der Medien im digitalen Zeitalter.

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Tobias SchwarzScoopcamp: Verleihung des Preises für Innovationsjournalismus

Beiträge von Deutschlandfunk und New Scientist Deutschland werden auf dem Scoopcamp den Deutschen Preis für Innovationsjournalismus erhalten. // von Tobias Schwarz

Deutscher Preis für Innovationsjournalismus

Thomas Reintjes ist der Gewinner des Deutschen Preises für Innovationsjournalismus 2014. Der Journalist wird für seinen Deutschlandfunk-Beitrag “1 oder 0, Leben oder Tod – Wie digitaler Fortschritt das Völkerrecht herausfordert” (Audio-Beitrag folgt nach Rechteabklärung) ausgezeichnet. Gewinner des erstmals vergebenen Nachwuchspreises ist Peter Gotzner. Er wird für seinen Artikel “Googles Visionen” (Link folgt nach Rechteabklärung) prämiert, der in der Zeitschrift New Scientist Deutschland erschienen ist. Die Preisverleihung wird am 4. September 2014 im Rahmen des Scoopcamps stattfinden.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 23. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um Algorithmen, das Recht auf Vergessen, Smart Home durch das Internet der Dinge, Big Data-Erzählungen und Robotik. Ergänzungen erwünscht.

  • ALGORITHMEN MIT Center for Civic Media: Uncovering Algorithms: Um in einer datengetriebenen Gesellschaft frei und selbstbestimmt arbeiten zu können, muss das System hinter den Daten, die Algorithmen, verstanden werden. J. Nathan Matias fasst eine Diskussion des Berkman Center zusammen, in der erklärt wurde, welche Bedeutung Daten haben, was ein Algorithmus ist, wie er funktioniert und wie er genutzt werden kann.
  • RECHT AUF VERGESSEN Handelsblatt: Wenn Datenschutz zur Zensur wird: Neben seiner monatlichen Kolumne bei uns, schreibt Nico Lumma auch auf Handelsblatt.de über den digitalen Wandel. In seiner gestrigen Kolumne macht auch er sich Sorgen, dass das “Recht auf Vergessen”-Urteil nicht den Datenschutz stärkt, sondern die Zensur fördert, denn es fehlt an einer europäischen Lösung der Umsetzung.
  • INTERNET DER DINGE Politik Digital: Smart Home: Auf Politik-Digital.de schreibt Felix Idelberger über Interoperabilität, Sicherheit und Datenschutz beim Smart Home und wie Nutzer mit Open Source-Software und Minicomputern ein mitdenkendes Haus nach Ihren eigenen Vorstellungen selber zusammenstellen können.
  • BIG DATA Datarella: Data stories from facts to fiction: Im QS Blog schreibt Jörg Blumtritt, wie aus auf Daten beruhenden Fakten Fiktionen werden können. Anhand der Marx Engels Werke erklärt Blumtritt, wie die von Karl Marx und Friedrich Engels gesammelten Daten von den beiden Philosophen in der für sie einzig schlüssigen Art und Weise zu einer eigenen Großen Erzählung interpretierten. Ein Vorgang, mit den wir im Zeitalter von Big Data lernen müssen umzugehen.
  • ROBOTIK Golem: Die Hand bekommt einen sechsten und siebten Finger: Auf Golem schreibt Werner Pluta über eine siebenfingrige Hand, die haben Robotiker am MIT entwickelt haben. Das System wird am Handgelenk getragen und erweitert die menschliche Hand um zwei Finger, die den Träger beim Greifen und anderen unterstützen.

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Tobias SchwarzDas “Recht auf Vergessen” gefährdet die Pressefreiheit

Das vermeintliche “Recht auf Vergessen” entwickelt sich immer mehr zur Grundlage von willkürlicher Zensur – die Pressefreiheit ist in Gefahr. // von Tobias Schwarz

Zensur (Bild: Motaz Abuthiab [CC BY 2.0], via Flickr)

Im Mai 2014 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass es ein “Recht auf Vergessen” geben würde und “unter bestimmten Umständen” Google Verweise auf Artikel aus den Suchergebnissen der eigenen Suchmaschine entfernen müsse. Wann genau blieb aber unklar und das Fehlen von Richtlinien führt zur Zeit zu Zensur-ähnlichen Versuchen der Imagepflege, auf Kosten der Pressefreiheit. Denn ohne Suchmaschinen verschwinden Informationen im digitalen Nirgendwo. Und Google ist nicht allein von dem Urteil betroffen.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 22. Juli

In unseren heutigen Lesetipps geht es um Social Media in der Außenpolitik, Microsoft, Netflix kommt nach Deutschland, YouTubes Identität und das Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Ergänzungen erwünscht.

  • SOCIAL MEDIA Watson: Interview mit Moira Whelan über Social Media in der Außenpolitik: Moira Whelan ist im US-Außenministerium für soziale Medien zuständig und glaubt, dass die Social Media-Aktivitäten die beste Seite der USA zum Vorschein bringen könne. Deshalb ebsitzt jede US-Botschaft ein Profil auf Facebook und Twitter. Bei einem Besuch in Bern sprach sie mit watson über John Kerrys Twitter-Aktivitäten, digitale Diplomatie und die Affäre Snowden.
  • MICROSOFT The New York Times: Microsoft’s Top Lawyer Is the Tech World’s Envoy: In einem Porträt von Microsofts Chefjustiziar Brad Smith schreibt Nick Wingfield in der New York Times, dass es wohl bei einem Besuch von Smith in Berlin zu einem ungewöhnlichen Treffen mit einem unbekannten Vertreter der Bundesregierung gekommen ist. Demnach soll die Bundesregierung das Unternehmen dazu aufgefordert haben, gegen die Entscheidung eines New Yorker Richters zu klagen, dass Microsoft Daten vom Servern im Ausland auch in den USA herausgeben muss.
  • NETFLIX Tagesschau.de: Netflix kommt im September nach Deutschland: Das US-Videostreaming-Portal Netflix geht im September pünktlich zur IFA auch in Deutschland auf Sendung. Die kalifornische Firma nannte den Termin bei Vorlage aktueller Geschäftszahlen am Montag. Zeitgleich startet Netflix in Österreich, der Schweiz, Frankreich, Belgien und Luxemburg.
  • YOUTUBE PandoDaily: Can YouTube launch a Spotify-style service witout losing its soul?: Auf PandoDialy fragt sich David Holmes, ob der Versuch einen Spotify-ähnlichen Abo-Dienst aufzubauen, wirklich im Interesse von YouTube ist. Was die Videoplattform groß machte, war auch immer das Stück Unabhängigkeit und Freiheit, die Google seinen Nutzern hier einräumte und somit für eine Demokratisierung in der Verbreitung von Inhalten sorgte.. Besonders unorganisierte und unabhängige Musiker profitierten davon. Doch Wachstum scheint Google wichtiger zu sein als die eigene Identität von YouTube.
  • LEISTUNGSSCHUTZRECHT Spiegel Online: Regierung lässt Gerichte über das Leistungsschutzrecht für Presseverlage entscheiden: Von Anfang an war unklar, was vom Leistungsschutzrecht für Presseverlage betroffen sein wird und welche Zitate und Snippets nicht lizenzpflichtig sind. Auch ein Jahr nach Inkrafttreten, weiß die Bundesregierung nicht, was das von den Presseverlagen geforderte Gesetze soll und wie es im Detail funktionieren könnte. Verlage und Google werden sich wohl die nächsten Jahre vor Gericht darum streiten.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 21. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um die zu kritisierende Netzpolitik der Großen Koalition, die Zukunft von BitTorrent, Airbnb, die Neuausrichtung von Fox und DRM-freie E-Books. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZPOLITIK Handelsblatt: “Neuer Internet-Ausschuss ohne echte Relevanz”: Für die derzeitige Bundesregierung war das Internet Neuland, was im Jahr 2013 schon seltsam wirkte, aber noch erklärt werden konnte. Doch auch nach einem Jahr sieht es so, dass dieser Zustand nicht verbessert, sondern nur verschlimmert wird. Die Oppositionspartei Bündnis 90/Die Grünen kritisiert die von Anfang an zerstückelte Netzpolitik der Großen Koalition und das nur jede Menge Leute darüber ohne Kompetenzen reden statt handeln dürfen.
  • BITTORRENT Zeit Online: BitTorrent plant die Produktion einer TV-Serie: Im Kampf gegen die soziale Norm des unautorisierten Filesharings hat sie Urheberrechtslobby nicht nur die Boten (Napster, The Pirate Bay, etc.), sondern stets auch die Technologie (BitTorrent) dahinter attackiert. Um sich von diesem ungerechtfertigten Image zu befreien, möchte die ebenfalls BitTorrent genannte Firma neue Wege gehen und setzt auf eine selber produzierte Serie, für die die Nutzer freiwillig bezahlen können und die via BitTorrent verteilt wird.
  • AIRBNB Skift: The Airbnb Guests That Just Wouldn’t Leave: Im kalifornischen Palm Springs zeigt sich in einem an sich sehr klassischen Fall eines Mietnomarden, dass zum einen Airbnb mit der Situation überfordert ist und das zum anderen die Gesetze hier für diese neue Form des Wohnens auch nicht gerade hilfreich sind. Beide Seiten müssen sich wandeln und anpassen, denn am Ende leiden die (Wohnraum teilenden) Nutzer am meisten darunter.
  • FERNSEHEN Vox: Fox is destroying the wall between networks and studios: Nach einem wirtschaftlich katastrophalen Jahren wird wird der US-Fernsehsender Fox umstrukturiert und könnte damit einen elementaren Schritt in die Zukunft des Fernsehens machen. Der Sender Fox und das Serien und Filme produzierende Studio Fox werden vereint und rücken damit die Idee von eigenem Content stärker in den Fokus des Senders. In Zeiten von sinkenden TV-Quoten und dem grundsätzlichen Verlust der Bedeutung von Quoten ist das vielleicht der Grundstein für das Fernsehen in einer digitalen Gesellschaft, in der Nutzungsrechte wichtiger werden als Reichweite.
  • E-BOOKS Boing Boing: DRM-free indie ebooks outsell DRM-locked ones 2:1: Das Thema Buchpeisbindung und Digital Rights Management (DRM) sind zwei stets diskutierte Punkte an E-Books. Das der Verzicht auf Letzteres wirtschaftlich attraktiver sein kann, zeigt die Analyse einer Studie durch den Bestseller-Autor Cory Doctorow, der seine Bücher sogar noch ein Stück freier unter einer Creative Commons veröffentlicht. Die sogenannten Independent-Autoren verdienen ohne Kopierschutz das Doppelte gegenüber Kollegen, die auf DRM setzen.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 18. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um Mobile Payment, StumpleUpon, Netzneutralität in den USA, der Medienwandel in Mannheim und Disruption in Europa. Ergänzungen erwünscht.

  • MOBILE PAYMENT Berliner Morgenpost: Wie wir in Zukunft bezahlen werden: In der Berliner Morgenpost schreibt Jürgen Stüber über eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Juniper Research, dass mit den Erwartungen von Nutzern beim Smartphone-Banking beschäftigte. Der Prognose zufolge soll sich die Nutzerzahl von derzeit 800 Millionen auf 1,75 Milliarden steigen.
  • STUMBLEUPON Digiday: Publishers’ love-hate relationship with StumbleUpon: Eine von mir privat sehr geschätzte Plattform ist StumbleUpon, die hierzulande größtenteils noch unbekannt ist. Auf Digiday stellt Lucia Moses den Dienst genauer vor und zeigt die Möglichkeiten für Native Advertising, denn gerade hierzulande stellt StumbleUpon vielleicht eine interessante Möglichkeit dar, seine Inhalte entdecken zu lassen.
  • NETZNEUTRALITÄT Golem: Mehr als eine Million Kommentare zur Netzneutralität: Die US-Kommunikationsbehörde FCC hat kurz vor Fristende mehr als eine Million öffentliche Kommentare zu ihren Vorschlägen zur Neuregelung des Internetverkehrs erhalten. Erstmals hat ein Thema damit die Millionenmarke überschritten.
  • MEDIENWANDEL JakBlog: Die Mär von der digitalen Dolchstoßlegende: Die Zeitung “Mannheimer Morgen” baut 40 Arbeitsplätze ab, allein 20 davon in der Redaktion und diese Entwicklung wird klar als Folge der Digitalisierung der Medienbranche angesehen. Doch die wirtschaftliche Situation von Medien ist komplexer, wie Christian Jakubetz mit einem Vergleich zum Männerfußball in Deutschland aufzeigt.
  • DISRUPTION Naked Capitalism: Technology Displacing Jobs In Europe: Auf Nakedcapitalism.com setzt sich Yves Smith mit einem Paper von Jeremy Bowles über den Abbau von Arbeitsplätzen durch die Digitalisierung auseinander. Noch ist strittig, ob sich wirtschaftliches Wachstum nur verlangsamt und Technologien in Zukunft weniger Einfluss haben werden oder ob die Auswirkungen wirklich dramatisch sind, aber wenn letzteres eintritt, wird in Europa das Nord-Süd-Gefälle sich auch in einem digitalisierten Wirtschaftssystem stärker ausprägen.

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Tobias Schwarz“Icecream on demand” – Uber testet Same Day Delivery

Eine heute stattfindende Werbeaktion von Uber zeigt die hierzulande oft übersehende Ambition des Unternehmens hinsichtlich Same Day Delivery. // von Tobias Schwarz

Uber Icecream On Demand

Uber wird am heutigen Freitag versuchen, einen Weltrekord brechen. Hinter dem Hashtag #UberIceCream verbirgt sich eine globale Werbeaktion, in der die Online-Plattform “Icecream on demand” in Berlin sowie in 130 weiteren Städten weltweit anbietet. Von Boston bis Barcelona, von Berlin bis Mumbai – Uber will den Nutzern der Uber-App ermöglichen, mit einem Klick ein Eis zu bestellen, das direkt zu ihnen geliefert wird.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 17. Juli

In unseren Lesetipps geht es heute um die Faszination und Beliebtheit von Instagram, die Bedeutung von Algorithmen, Yahoos Suchmaschine und Filesharing. Ergänzungen erwünscht.

  • INSTAGRAM W&V: “Instagram funktioniert als Werbeplattform sehr sehr gut”: Anfang des Jahres berichtete Instagram von 200 Millionen Nutzern. Nur wenige davon kommen aus Deutschland. Das Berliner Startup Brandnew IO will das ändern und vermittelt für gemeinsame Kampagnen Kontakte zu sogenannten “Influencern” auf Instagram. Mit rund 207.000 Followern gehört Sylvia Matzkowiak zu den wenigen großen Instagramern aus Deutschland und arbeitet überdies als Advertiser Relations Manager bei Brandnew IO. W&V Online hat mit ihr über Instagram als Marketing-Tool gesprochen.
  • ALGORITHMUS Medium: The real 10 algorithms that dominate our world: Interessanter Artikel von Marcos Otero, der erst sehr lesenswert erklärt, was ein Algorithmus ist und stellt dann ein paar wichtige Algorithmen ohne Anspruch auf Vollständigkeit vor und erklärt, warum sie für uns wichtig sind.
  • YAHOO Quartz: Why search still matters so much to Yahoo—and why that’s a problem: In den letzten Monaten hat Marissa Mayer als CEO von Yahoo diverse Unternehmen dazu gekauft und sich auf die Geschäftsfelder Mobile, Social und Video konzentriert. Doch trotz jahrelangem Verlust von Marktanteilen gehört die Suchmaschine immer noch zu einem der wichtigsten Produkte von Yahoo. Dan Frommer erklärt bei Quartz, wieso das ein Problem ist.
  • KOMMUNIKATION Wired.com: The TSA’s Instagram Feed Is Terrifying and Totally Awesome: Was die US-amerikanische Flugsicherheitsbehörde TSA so bei Sicherheitskontrollen beschlagnahmt – Waffen, Handgranaten, Drogen und anderen Fundstücken – postet die Behörde auf Instagram. Mehr als 118.000 Follower finden das super. Wired hat sich mit dem zuständigen Mitarbeiter, den Blogger Bob, getroffen. Sehr lesenswert.
  • FILESHARING Golem: US-Anwaltskammer empfiehlt gemäßigtes Vorgehen gegen Filesharing: Die US-Anwaltskammer hat ihre Mitglieder dazu aufgerufen, zurückhaltend gegen Filesharing vorzugehen. Die Begründung: Für Firmen könnten Klagen zu einem Image-Problem führen, denn Filesharing, ob nun zum Austausch von autorisierten oder unautorisierten Dateien, ist ein wichtiger Bestandteil unserer digitalisierten Gesellschaft und eine akzeptierte, soziale Norm.

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