Tobias Schwarz

Tobias SchwarzTobias Schwarz schreibt seit Oktober 2012 für die Netzpiloten. Zuerst als freier Blogger und seit März 2013 als Projektleiter für das Online-Magazin. Neben den Netzpiloten hat er auch auf seinem Blog und den Online-Medien Politik-Digital.de, Carta.info und Netzpolitik.org veröffentlicht. Tobias ist als Isarmatrose auf Twitter, App.net und Facebook sowie Google+ zu finden.

Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 24. Oktober

In unseren Lesetipps geht es um die Apps der Zukunft, framende Links im Urheberrecht, Journalismus, USA vs. China und das wirkungslose Leistungsschutzrecht. Ergänzungen erwünscht.

  • APPS Inside Intercom: The End Of Apps As We Know Them: Die Apps der Zukunft werden vor allem als System funktionieren und nicht als das Ziel eines Nutzers. Karten werden dabei das vorwiegend genutzte Format sein, mit einem Design das weitaus weitergehen wird als heutzutage Responsive Design. Benachrichtigungen und die Integration interagierender Dienste wird dabei selbstverständlich sein und Apps über verschiedene Betriebssysteme gleich gut funktionieren. Irgendwie scheint die Zukunft richtig schick und praktisch zu werden.

  • URHEBERRECHT Golem.de: Framende Links sind keine Urheberrechtsverletzung: Auf Golem.de schreibt Achim Sawall über die jüngste Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, der entschieden hat, dass framende Links, wie etwa auf ein Youtube-Video bei Facebook, keine Urheberechtsverletzung darstellen. Dem Argument der vor Gericht tätigen Kanzlei Knies & Albrecht, die an dem Beschluss beteiligt war, wurde mit dem Urteil gefolgt. Sie argumentierte, dass es sich nicht um eine öffentliche Wiedergabe im Sinne der Richtlinie zur Informationsgesellschaft handelt, solange sich die Wiedergabe nicht an ein neues Publikum wende und keine andere Wiedergabetechnik einsetze.

  • JOURNALISMUS Digiday: What journalists learn when they become entrepreneurs: Vor drei Jahren stellte eine Studie der Columbia Journalismus-Schule fest, dass Journalisten sich nicht um ihre eigene Branche kümmern. Lucia Moses hat sich für Digiday mit drei Journalisten unterhalten, die eigene Startups gegründet haben, um Journalismus betreiben zu können. Jessica Lessin von The Information, Ryan Singel von Contextly und Nicholas White von The Daily Dot berichten über ihre Erfahrungen.

  • CHINA PandoDaily: We asked Yahoo cofounder Jerry Yang: How much will China’s tech companies shape the new global economy?: Es könnte natürlich sein, dass die chinesische Regierung ihre eigenen Internetunternehmen aus Angst vor dem kapitalistischen Kontrollverlust über sie noch selber bremst, aber wenn nicht, könnte der chinesische Markt auch der entscheidende für die digitale Wirtschaft werden. Davon geht Yahoo-Mitgründer Jerry Yang aus, wie er beim PandoMonthly erklärte. Die USA, die ähnlich wie China noch einen für Nachfrage sorgenden Binnenmarkt besitzt, könnte vielleicht ein starker Konkurrent bleiben, aber von Europa, nicht ohne Grund, hat an dem Abend niemand gesprochen.

  • LEISTUNGSSCHUTZRECHT Golem.de: Streit zwischen Verlagen und Google geht weiter: Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage hat eine lange Reise hinter sich, die wohl noch etwas weitergehen wird. Erst war es eine Schnapsidee der Presseverlage, dann der Beleg für undemokratischen Einfluss von Lobbyismus, nach Beschluss eine Gefahr für die Pressefreiheit, in Kraft getreten nur noch wirkungslos und jetzt wird es langsam aber sicher lächerlich. Google blieb stur, fast alle Presseverlage knickten ein und der das Gesetz erfundene Verlag Axel Springer lässt einige seiner Medien auf das Leistungsschutzrecht bestehen, weshalb sie nur noch verkürzt in den Suchergebnissen dargestellt werden, andere Medien werden aber wie bisher angezeigt werden. Wie kann man eigentlich als Gesellschaft solchen Unternehmen etwas so wichtiges wie Journalismus antun?

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 23. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Interaktion auf YouTube, den IT-Gipfel, Crowdfunding, Sprache im Digitalen und die Pressefreiheit im Bundestag. Ergänzungen erwünscht.

  • YOUTUBE Broadmark: Wo die Interaktionshölle YouTube Deutschland hinführt: Auf Broadmark.de schreibt der Blogger Jan Karres über die Folgen der Fokussierung von YouTube auf Interaktion. Diese ist für die YouTuber wichtig, denn sie wirkt sich auf das Ranking von YouTube als Suchmaschine aus und hat so Auswirkungen auf die Reichweite. Doch die Kommentare können immer mehr zum Problem für die YouTube werden, denn auf Quantität statt Qualität zu setzen, erfordert ein umfassendes Community Management. Karres erklärt in dem Beitrag, wie er das händelt.

  • IT-GIPFEL Heise Online: Ein Gipfel von Gestern: Auf Heise.de findet sich die wohl zur Zeit realistischste Einschätzung des IT-Gipfels der Bundesregierung: “Doch der IT-Gipfel ist kein Ort für Diskussionen oder gar Entscheidungen, sondern eine Verkündungsveranstaltung. Wie ein viel zu lang geratenes Pressestatement, bei dem die wichtigsten Akteure keine Fragen und Infragestellungen zulassen, wird dort die Weisheit verkündet – oder zumindest das, was die hohen Damen und Herren dafür halten.” Was die Bundesregierung und Wirtschaft bei ihrem “IT-Gipfel” am Dienstag in Hamburg geboten haben, war alles andere als eine Spitzenvorstellung, meint Falk Steiner.

  • CROWDFUNDING Zeit Online: Die Crowd, die nicht misstraut: Manches scheint zu schön, um wahr zu sein. Diese Weisheit setzt sich in letzter Zeit verstärkt auf Crowdfunding-Plattformen durch, denn unter dem Begriff Scampaign gibt es immer mehr Geld einsammelnde Projekte, die nicht im Ansatz halten, was sie versprechen. Auf Sueddeutsche.de erklärt Eike Kühl die logische Konsequenz von erfolgreichen Crowdfunding-Kampagnen, die es geschafft haben, viel Geld einzusammeln: Betrugsversuche und Hochstapler. Kein neues Phänomen des Internets, denn Investitionsgelder ergaunernde, vermeintliche Erfinder gab es auch schon immer. Jetzt eben auch im Internet.

  • SPRACHE Vocer: “Facebook und all der Scheißdreck”: In einem Gastbeitrag auf Vocer wirft “Next Level Publishing”-Gründer Jan Klage einen Blick auf die Digitalisierung unserer Sprache. Im zweiten Teil der Vocer-Artikelserie geht es darum, was “Facebook und all der Scheißdreck” (Günter Grass) mit unserem Wortschatz anstellen. Soviel sei schon hier verraten, sie wächst um neue Begriffe aus neuen Bereichen, ein natürlicher Prozess, den “Verarmungspessimisten” gerne übersehen.

  • PRESSEFREIHEIT Telemedicus: Zur rechtlichen Zulässigkeit satirischer Berichterstattung aus dem Bundestag: Noch ist das Problem mit der Akkreditierung von durch die Verwaltung des Bundestags nicht genehmer Presse nicht gelöst (Was sich diesen Herbst aber noch ändern wird. Stay tuned!), weshalb es nach Bloggern wie mich im Frühjahr nun die ZDF-Sendung “Heute Show” getroffen hat. Jonas Kahl kommentiert auf Telemedicus erneut das Vorgehen der Bundestagsverwaltung und zeigt auf, wie gefährlich eindimensional für ein Organ unserer Demokratie, im dem dem Volk gewidmeten Haus ein Grundrecht wie die Pressefreiheit ausgelegt wird.

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Tobias SchwarzBlattkritik zum heutigen Start der WIRED Germany

Nach einer dreijährigen Testphase startet heute die WIRED in Deutschland neu – Anlass für eine Blattkritik der ersten “richtigen” Ausgabe. // von Tobias Schwarz

WIRED Germany (Bild: Tobias Schwarz/Netzpiloten, CC BY 4.0)

Unter Leitung von Chefredakteur Nikolaus Röttger ist der Berliner Redaktion des zu Condé Nast gehörenden Magazins eins gelungen: eine WIRED. Die erste Ausgabe der deutschen WIRED zeigt von Beginn an, was sie ist. Im Detail und dem spürbaren Raum für Entwicklung steckt jedoch noch jede Menge Potenzial, damit das im Vorfeld versprochene Eigene, dass die deutsche Ausgabe von anderen WIRED-Ausgaben unterscheiden soll, entwickelt wird.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 21. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um den IT-Gipfel, Journalismus in sozialen Netzwerken, Akquise-Gerüchte zu Netflix, LaterPay und Social Media. Ergänzungen erwünscht.

  • IT-GIPFEL Süddeutsche.de: Mehr Verantwortung, weniger Gipfel: In einem Gastbeitrag auf Sueddeutsche.de schreiben Stefan Heumann und Sebastian Rieger von der Stiftung Neue Verantwortung zum Start des IT-Gipfel über die Probleme der Bundesregierung mit der Digitalisierung und warum die Digitalpolitik in Deutschland nicht vorankommt.

  • MEDIENWANDEL Konrad Lischkas Blog: So abhängig sind Onlinemedien von Intermediären: Ende September warnte ich in einem Blogpost vor der Abhängigkeit von Medien gegenüber sozialen Netzwerken. Es tut dem Journalismus nicht gut, wenn Algorithmen die Auswahl treffen, welche Nachrichten angezeigt werden und welche nicht, denn zu schnell könnten anstatt Nachrichten nur gefällige Beiträge entstehen. Konrad Lischka reicht auf seinem Blog jetzt die Zahlen nach, wie sehr deutsche Medien jetzt schon auf soziale Netzwerke angewiesen sind.

  • NETFLIX Digital Trends: What if Yahoo or Alibaba bought Netflix? It might just happen: Porter Bibb hat die wohl unangenehme Wahrheit ausgesprochen. Auch wenn es zur Zeit nur Prognosen sind, so scheint der Weg von Netflix wohl vorgezeichnet zu sein. Ein Millionen Menschen als Kunden gewinnendes, aber keine Gewinne erzielendes Unternehmen, muss laut dem Finanzexperten irgendwann aufgekauft werden. Die Frage ist nur von wem. Laut Bibb wird es wohl Yahoo oder Alibaba sein. Letzteres Unternehmen als Käufer wäre wohl Zeichen eines grundlegenden Wandels in der Wirtschaft- und Technologie-Branche. Wie gesagt, alles nur Spekulationen, aber unglaublich interessante.

  • LATERPAY G! gutjahrs blog: LaterPay – die Abrechnung: Auf seinem Blog gibt Richard Gutjahr Einblick in seine Verdienste mit dem Micropayment-Dienst LaterPay, den er berät. Zwar ist Gutjahr einer der bekanntesten Blogger und ähnlich hohe Einnahmen werden zur Zeit nur einige Blogger erreichen können bzw. von Leben kann auch Gutjahr nicht, aber es zeigt, dass das Konzept von LaterPay grundsätzlich funktioniert.

  • SOCIAL MEDIA PandoDaily: No, social media is not the best way to track Ebola: Software kann helfen, die Welt zu retten. Doch das kann es nicht alleine. David Holmes setzt sich mit dem gerade wieder zu Zeiten der Ebola-Epidemie aufkommenden Mythos auseinander, wie mithilfe von Social Media in den Daten die Verbreitung von Krankheiten erkannt werden kann. Was bei einer Grippewelle noch funktioniert, sieht allerdings bei Ebola schon anders aus, denn 99,999 Prozent der Leute, die in sozialen Netzwerken darüber reden, haben es mit Sicherheit nicht.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 20. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um die Digitale Agenda, Gawker, die von Medien gehypte Angst vor Monopolen, Evernote und Kritik an Evgeny Morozov. Ergänzungen erwünscht.

  • DIGITALE AGENDA Die Welt: “Die Agenda ist zu wenig visionär”: In der Politik ist Gesche Joost eine angenehme Ausnahme. Selten erlebt man bei Interviews und Gesprächen mit Politikern so klare Antworten und ehrliche Kritik am Schaffen des politischen Betriebs, wie von ihr. So auch im Interview der deutschen Internet-Botschafterin mit Welt-Wirtschaftsredakteur Thomas Heuzeroth, in dem sie die noch großen Lücken in der digitalen Strategie der Bundesregierung kritisch benennt.

  • GAWKER Digiday: This is the most important person at Gawker you’ve never heard of: Auf Digiday stellt Lucia Moses die wohl wertvollste Mitarbeiterin des Blogs Gawker vor: Erin Pettigrew. Sie steht wohl für die Zukunft von mit Journalismus im Internet wirklich Geld verdienen, aber das wird jetzt außerhalb von Axel Springer keine angenehme Lektüre. Pettigrew nutzt Gawkers Reichweite für den Einstieg in E-Commerce, allerdings mit einer Konsequenz wie sie hierzulande und auch bei den meisten Journalismus-Flaggschiffen in den USA, überrascht. Ein weiteres Beispiel dafür, dass die Zukunft des Journalismus nicht von den Leuten gemacht wird,die ihn (jetzt noch) betreiben.

  • MONOPOLE Wirtschaftswoche: “Wir müssen die Internetgiganten nicht fürchten”: Die Wirtschaftswoche lässt Gerrit Heinemann (Link findet sich im Artikel) und Justus Haucap über Monopole im Internet diskutieren, eines der Lieblingsthemen der den Ton angebenden Sozialdemokraten in der Bundesregierung. Doch für Haucap ist die Angst vor Google und Amazon ein Medien-Hype, denn gerade die Konkurrenz zwischen diesen beiden Unternehmen zeige, dass die Marktstellung keineswegs so zementiert ist, wie es scheint. Und bekanntlich wird in irgendeinen Garagen gerade an den Ideen gearbeitet, die wiederum beide Firmen in die Bedeutungslosigkeit schicken.

  • EVERNOTE Quartz: Evernote – The new anti-censorship tool in China: Es ist ungefähr anderthalb Jahre her, dass ich auf einer Veranstaltung jemanden traf, der in Evernote-Notizen über den Abend bloggte und sie dann via Twitter teilte (ich glaube, dass es Christopher Bulle war, bin mir aber nicht sicher). Eine interessante Idee, über die ich seitdem viel nachgedacht habe, denn was braucht es eigentlich heutzutage noch, um über etwas zu schreiben und zu veröffentlichen? Evernote reicht dafür aus, auch um die chinesische Zensur zu umgehen, wie sich jetzt in Hongkong zeigt. Da die Regierung bestimmte Begriffe in den sozialen Netzwerken blockiert, schreiben Journalisten, Demonstranten, etc. ganze Artikel in Evernote-Notizen, die sie dann teilen. Lily Kuo und Ning Hui schreiben auf Quartz über mein persönlichen Hack des Jahres.

  • JOURNALISMUS PandoDaily: Evgeny Morozov did not “plagiarize” in the New Yorker, but what he did was almost as bad: Auf PandoDialy denkt David Holmes darüber nach, welche Standards es im Journalismus brauchen könnte, nachdem der Liebling des deutschsprachigen Anti-Technik-Feuilletons, Evgeny Morozov, im Magazin “The New Yorker” die Ideen anderer ohne Nennung als seine eigenen ausgegeben hat bzw. alles weg ließ, damit dieser Eindruck entstehen kann. Zurecht regen sich mehrere Wissenschaftler über Morozov auf, aber nachdem auch hierzulande Journalisten gerne auf Links zu ihren Quellen verzichten, sollten wir in Zeiten des digitalen Journalismus über etwas wesentliches des Internets nachdenken: Links. Das Internet baut auf sie, Journalismus sollte es auch tun.

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Tobias SchwarzDurchgedreht mit… Van Bo Le-Mentzel

In der fünften Folge von “Durchgedreht mit…” spricht Crowdfunding-Experte und Karma-Ökonom Van Bo Le-Mentzel über sein aktuelles Crowdfunding-Projekt und wie die Digitalisierung seine Arbeit als Architekt verändert hat:

Auf Startnext.de ist die Crowdfunding-Kampagne von “Durchgedreht mit…” gestartet. Die nächsten 12 Tage kann unsere Autorin Gina Schad und damit Vielfalt im Journalismus unterstützt werden!

Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 9. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um DDoS-Trolle, Netzneutralität vs. Breitband, Verbraucherschutz, Gesichtserkennung im Teatreneu und Axel Springer ist beleidigt. Ergänzungen erwünscht.

  • THE GODS OF THE INTERNET CNET: Interview with a DDoS troll: Sich selber “The Gods of the Internet” zu nennen deutet auf viele Probleme hin, aber scheinbar gibt einem die Fähigkeit DDoS-Attacken durchzuführen auch ein unglaubliches Gefühl von Macht. Michelle Starr hat sich mit Mitglieder der Gruppe DerpTrolling getroffen, die ihr einen Einblick in die DDoS-Trollszene gaben, für die derartige Angriffe eine zeitgemäße Form von Protest sind.

  • NETZNEUTRALITÄT Golem.de: Telekom-Unternehmen fordern “Qualitätsklassen” fürs Netz: Auf Golem.de berichtet Thorsten Schröder, dass die Deutsche Telekom und Vodafone sich offen für die Einführung von “Qualitätsklassen” im Internet aussprechen. Gegner nennen den Vorstoß zu Recht einen Angriff auf die Netzneutralität. Doch ähnliches plant scheinbar auch die CDU, wie Stefan Krempl auf Heise.de berichtet. Jens Koeppen (CDU), Vorsitzender des Bundestagsausschusses für die digitale Agenda, will Providern zusätzliche “Servicedienste” erlauben, wenn sie ländliche Regionen an die Datenautobahn anschließen. Die SPD hält (noch) dagegen.

  • VERBRAUCHERSCHUTZ iRights.info: Meine Daten, meine Rechte und wie man sie durchsetzt: Fast jeder Dienst im Netz erfordert eine Anmeldung mit einem Benutzerkonto, selbst die App zum Pizzabestellen. Zugleich sind unsere Daten begehrte Ware im digitalen Markt. Michaela Zinke vom Verbraucherzentrale Bundesverband fasst auf iRights.info zusammen, welche Rechte man hat, an wen man sich wendet und welche Mühen und Überraschungen man dabei erleben kann.

  • GESICHTSERKENNUNG Digital Trends: Comedy club charges by the laugh using facial recognition tech: Das Comedy-Theater Teatreneu in Barcelona hat scheinbar einen neuen Weg gefunden, Geld zu verdienen und das auch noch erfolgsabhängig, was wahrscheinlich der Standup Comedy neue Impulse bringen wird. Oder auch eine sicherlich interessante Debatte über Datenschutz, denn das Teatreneu verwendet eine Gesichtserkennungssoftware, um die Lacher der einzelnen Zuschauer im Publikum zu erfassen. Einmal Lachen kostet 30 Cent, die auf den Ticketpreis aufgeschlagen werden. Bei 24 Euro gibt es eine Bremse, damit besonders vergnügte Gäste nicht arm werden.

  • AXEL SPRINGER Macnotes.de: Springer-Presse schießt jetzt gegen Apple und Google: Thank you for pointing out the obvious, Macnotes. Alexander Trust hat noch einmal schön aufgezeigt, wie sich die Berichterstattung über Apple und Google in Medien des Axel Springers Verlag von deren Beziehungen zu diesen Firmen verhalten. Und die kühlten zuletzt ab, was Computer BILD und BILD-”Zeitung” zu teils sehr obskuren Meldungen über die beiden Konzerne veranlasste. Zum Beispiel darüber, dass das neue iPhone 6 zur Haarausfall führt, also dem Ausfallen bzw. Ausreißen eines einzigen Haares. Mit ähnlichen Berichten der Computer BILD hat sich Philipp Biel erst letzte Woche auseinandergesetzt.

Auf Startnext.de kann noch die nächsten 22 Tage das Crowdfunding-Projekt unserer Autorin Gina Schad unterstützt werden: “Durchgedreht mit…“.

Tobias SchwarzKommentar: Ein Jahr Huffington Post in Deutschland

Die Huffington Post Deutschland feiert am Freitag Geburtstag – Zeit für eine bis jetzt versäumte Kritik zum Jubiläum. // von Tobias Schwarz

Huffington Post Deutschland (Bild: t3n)

Diesen Herbst erlebt die deutsche Medienlandschaft eine Neuerung nach der anderen. BuzzFeed ist hierzulande gestartet, Krautreporter folgt bald und die deutsche Wired erlebt gerade einen Erneuerungsprozess. Mit einem Jahr Vorsprung startete das Blogging-Netzwerk Huffington Post im vergangenen Oktober. Man selbst scheint zufrieden mit dem Erreichten zu sein, aber in Wirklichkeit war es ein verschenktes Jahr.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 7. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Qualität dank Flatrate, Creative Commons, Joss Whedon, die Idee des Knopfdrucks und Stefan Niggemeier im Interview. Ergänzungen erwünscht.

  • FLATRATE Süddeutsche.de: Alle Macht dem Kunden: Die Kulturflatrate war eine der besten Ideen, die in den letzten Jahren als Reaktion auf den digitalen Wandel diskutiert wurden. Doch analoge Denkweisen in der Politik und ihre Pfründe sichernde Rechteinhaber zerstörten erfolgreich jeglichen Fortschritt dieses Gedankens. Mit dem Ergebnis, dass wir heute für verschiedene Flatrates bezahlen, die Gelder allerdings auf die Konten von Technologieunternehmen gehen und nur Cent-Beträge bei den Künstlern ankommen. Matthias Huber erklärt auf Süddeutsche.de (für die meisten leider zehn Jahre zu spät), warum Flatrates auch für Qualität sorgen können und zeigt, wie toll eigentlich ein Flatrate-Konzept à la Kulturflatrate “made in Germany” gewesen wäre.

  • CREATIVE COMMONS Politik Digital: Creative Commons in der ARD: Im vergangenen Jahr hat die ARD auf Beschluss der Redaktionskonferenz Online (RKO) eine Arbeitsgruppe Creative Commons gegründet, in der darüber nachgedacht wurde, ob Creative Commons (CC) ARD-kompatibel ist und inwiefern freie Lizenzen in den ARD-Anstalten genutzt werden können. Nun wurden Ergebnisse bekannt, die ich in einem Gastbeitrag auf Politik Digital kommentiert habe.

  • KREATIVITÄT Co.Create: Life And Work Lessons From Joss Whedon’s Biography: Selten bin ich der Meinung, dass über eine Person eine Biographie geschrieben werden muss, die nicht mindestens 70 Jahre alt ist, was heutzutage ja fast schon kein Alter mehr ist, in dem man schon ein Fazit ziehen kann. Bei dem Regisseur Joss Whedon möchte ich da fast eine Ausnahme machen, obwohl er in diesem Jahr erst 50 Jahre alt geworden ist. Doch sein Schaffen ist, wie es seine Biographin Amy Pascale treffend heraus gearbeitet hat, eine nahezu perfekte Anleitung für Kreative, besonders wie man mit dem Scheitern umgehen sollte. Jackie Snow erklärt auf Fastcocreate.com was wir alles vom Schaffer von “Buffy” und “Firefly” lernen können.

  • TECHNOLOGIE Berliner Gazette: Alles auf Knopfdruck? Wie Technik unsere Fantasien von Ermächtigung beflügelt: In der Politik verspricht man Wandel per Knopfdruck. Demokratie soll zum Computerspiel werden und einem Whistleblower wie Edward Snowden wird nachgesagt, die Welt mit einer „gewitzten Tastenkombination“ verändert zu haben. Auch Parteien haben diesen Traum. Doch können wir die Welt tatsächlich per Knopfdruck verändern? Berliner Gazette-Herausgeber Krystian Woznicki geht dieser interessanten Frage auf eine sehr lesenswerte Art und Weise nach.

  • INTERVIEW Horizont: “Die Huffington Post ist im Vergleich zur Bild…”: Für Horizont hat Netzpiloten-Autor Jakob Steinschaden den Medienjournalisten und BILDblog-Gründer Stefan Niggemeier interviewt. In dem Interview gehen beide die komplette Checkliste an zu besprechenden Themen des Medienwandels durch – von C wie Clickbaiting. über K wie Krautreporter bis P wie Paywalls. Dazu spendiert Niggemeier die wohl beste Einordnung der deutschen Ausgabe der Huffington Post: “Es ist keine Bereicherung des deutschen Medienmarkts. Die deutsche Huffington Post macht nichts anderes, als Inhalte, die andere schon haben, nochmal zu überdrehen und eine übertriebene Überschrift zu geben.

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Tobias SchwarzDurchgedreht mit… Wladimir Kaminer

In der vierten Folge von “Durchgedreht mit…” spricht die Netzpiloten-Autorin Gina Schad mit dem Schriftsteller Wladimir Kaminer über seine Erfahrungen mit sozialen Netzwerken, sein neues Buch über das Erwachsenwerden seiner Kinder und die Berichterstattung über Russland in deutschen Medien:

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Tobias SchwarzLesetipps für den 6. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Journalismus bei LinkedIn, Vice und der Huffington Post, sowie den Kampf Fernsehen vs. YouTube und das Silicon Valley. Ergänzungen erwünscht.

  • LINKEDIN Digiday: How Dan Roth became the most powerful editor in business publishing: Auf Digiday erklärt John McDermott anhand von Dan Roth die Entwicklung von LinkedIn, dem sozialen Netzwerks für Berufstätige, hin zu einer der wichtigsten Plattform für Content. Was Facebook gerne schaffen würde, sich aber nur durch einen die Medien in einer für sie ungesunde Abhängigkeit zwingenden Algorithmus zu helfen weiß, hat LinkedIn durch sein Netzwerk und gezielt für sie und von ihnen erstellte Inhalte geschafft. LinkedIn ist nur ein Teil der Zukunft des Journalismus und hat eher etwas von einem Blogging-Netzwerk als einer Tageszeitung, dafür sieht man an LinkedIn besonders gut die sich auflösenden Trennlinien zwischen für Öffentlichkeit sorgenden Akteuren. Für einige Menschen könnte LinkedIn wichtiger und lesenswerter als die Süddeutsche Zeitung sein.

  • FERNSEHEN Broadmark: Tod dem Fernsehen – es lebe die Glotze!: In seiner Kolumne auf Broadmark.de befasst sich Thomas Langhammer mit der These, dass das Internet das herkömmliche Fernsehen überflüssig macht. Und um das Fazit vorwegzunehmen: dazu wird es so schnell nicht kommen, was Langhammer gut erklärt und auch an Zahlen belegt. Denn während wir bei YouTube-Stars mit meiner Meinung nach wirklich nichtssagenden Inhalten über Klickraten in Millionenhöhe reden, macht die bisherige Fernsehindustrie Geschäfte im Milliardenbereich. Da kann zwar auch YouTube-Betreiber Google mitreden, aber eben sonst niemand auf der Videoplattform.

  • SILICON VALLEY Silicon Valley Business Journal: Google buys Redwood City office park Pacific Shores from Blackstone Group’s Equity Office Properties: Als gebürtiger Magdeburger habe ich in den Neunziger Jahren nur die Folgen einer von der Industrie verlassenen Region gesehen, die jahrzehntelang von Unternehmen geprägt wurden und denen sich nahezu die gesamte Stadt unterordnete. Eigene Bahnhöfe, Eisenbahnlinien, Kultureinrichtungen, etc. gehörten einst zum Stadtbild, wie später die mir bekannten Ruinen all dessen. Im Silicon Valley kann man zur Zeit den Anfang einer solchen Entwicklung beobachten, wo Google sich in alle Himmelsrichtungen ausbreitet, riesige Gebiete und Bürokomplexe aufkauft, sowie eigene Verkehrsmittel wie z.B. Fähren plant. Ein Ende des Tech-Booms scheint zwar unwahrscheinlich, aber auch die Automobilindustrie verließ irgendwann Detroit und in Magdeburg kann man vom einst die Stadt prägenden “Schwermaschinenbau-Kombinat Ernst Thälmann (SKET)” nur noch Reste finden und viele Ruinen.

  • VICE Gawker: Vice Requires Writers to Get Approval to Write About Brands: Das Medienunternehmen Vice mit seinem kostenlosen Printmagazin, diversen Websites und Kanälen in den sozialen Netzwerken, gehört wohl zu den in den letzten 10 Jahren am meist beachtetesten Medien der Welt. Vice verstand es Geld zu verdienen, was bekanntlich aus den Werbebudgets der Wirtschaft kommt. Im besten Fall hat dieses Verhältnis keine Auswirkung auf die Redaktionen und den dort betriebenen Journalismus, im wirtschaftlich geprägten Fall allerdings schon, wie neue Mails eines Freelancers zeigen, der regelmäßig für die Vice schrieb. Das Verhältnis zu den Marken steht scheinbar noch vor dem journalistischen Anspruch der Autoren. Und so führt man heute ein Geld verdienendes Medienunternehmen, wenn man es nicht schafft, dass Journalismus das eigentliche Geschäftsmodell ist.

  • MEDIENWANDEL Huffington Post: Warum die eigentliche Revolution erst noch bevorsteht: Sebastian Matthes, Chefredakteur der deutschen Ausgabe der Huffington Post, sieht den eigentlichen Medienwandel im mobilen Konsum von Journalismus. Die Leserschaft findet Artikel nicht mehr bei den Medien, sondern durch Freunde in sozialen Netzwerken. Was ich für gefährlich halte, ist für Matthes die Zukunft, wenn sich was in den Redaktionen ändert, “denn in sozialen Medien sind mitunter andere Texte gefragt. Niemand verteilt trockene Nachrichten an seine Freunde weiter.” Und das ist das Problem an dieser Entwicklung, denn dadurch kommt es erst zu solchen Artikeln wie denen der HuffPo: “Bonzen-Bayern: Der Freistaat will den Rest Deutschlands im Stich lassen”, “Costa Concordia: Unglaublich, was die Geliebte des Kapitäns enthüllt”, “So erfuhr eine Mutter, dass ihr Sohn im Heiligen Krieg starb” und “Warum schwule Priester perfekt für die katholische Kirche sind”. Ich glaube aber, dass Leser durchaus Qualität akzeptieren und auch teilen, wenn sie sie angeboten bekommen.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 3. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Datenschutz in Europa, die Gefahr durch Trolle, John Oliver’s Last Week Tonight, die Washington Post und Journalismus. Ergänzungen erwünscht.

  • DATENSCHUTZ Politik Digital: Wirtschaft vs. Bürgerrechte: In der Diskussion um die Reform der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung wird der grundlegende Widerspruch zwischen eher bürgerrechtlichen und eher wirtschaftsfreundlichen Positionen deutlich, wie auch schon das Projekt “360°-Sicht Datenschutz-Grundverordnung” des Collaboratory gezeigt hat. Auf Politik-Digital.de gibt Erik Meyer einen Überblick über die aktuelle Entwicklung und die wesentlichen Kontroversen bei dem Thema.

  • TROLLE BuzzFeed: Why We Need To Fight Online Trolls, Not Just Ignore Them: Auf BuzzFeed schreibt die Schriftstellerin und ehemalige Mitherausgeberin von Gawker.com, Emily Gould, über ihre persönliche Erfahrungen mit Trollen. Am Beispiel ihres persönlichen Trolls erklärt sie, warum Trolle ein Problem für unsere Kommunikation im Internet sind und weshalb wir als Gesellschaft etwas dagegen unternehmen müssen. Besonders sexistische Kommentare von Trollen gegen Frauen schaffen ein Klima, dem sich Frauen nicht aussetzen wollen und eher aufhören zu Schreiben als sich dagegen persönlich zur Wehr zu setzen. Das war vor 50 Jahren ein Rückschritt für unsere Kultur, dass ist es auch im Jahr 2014 noch.

  • LAST WEEK TONIGHT The Daily Beast: “Last Week Tonight” Does Real Journalism, No Matter What John Oliver Says: Mir fallen wenig Gründe ein, warum man dem britischen Komiker John Oliver widersprechen sollte. Seine jeden Sonntag in den USA ausgestrahlte Sendung “Last Week Tonight” ist für mich jeden Montagmorgen (auf YouTube) Pflichtprogramm, denn sie stellt meiner Meinung nach das Beste dar, was politischer Journalismus zur Zeit zu bieten hat. Aber für Oliver ist die Sendung kein Journalismus, wo ihm Asawin Suebsaeng auf The Daily Beast zum Glück lesenswert und gut begründet widerspricht.

  • THE WASHINGTON POST Politico.com: Jeff Bezos’ plan for The Washington Post: Auch ein Jahr nach dem Kauf der Washington Post durch Amazon-Gründer Jeff Bezos rätseln Medienanalysten immer noch darüber, was Bezos mit der Zeitung vor hat. Dylan Byers lässt deshalb in einem lesenswerten Beitrag auf Politico.com die Entwicklung der letzten Monate Revue passieren und gibt einen interessanten Einblick in die Zeitung unter Jeff Bezos, der hier, auch wenn er sich wohl nur sehr wenig in das Tagesgeschäft einmischt, an der digitalen Zukunft des Journalismus arbeitet.

  • JOURNALISMUS torial Blog: Feldforschung Journalismus: Auf dem torial-Blog gibt Marcus von Jordan einen lesenswerten Einblick in seine beim Aufbau von torial gesammelten Erkenntnisse über Journalismus und die ihn betreibenden Akteure. In seinem Fazit kommt von Jordan zu dem wichtigen Gedanken, dass Journalismus kein “Return on Investment“§ sein darf, denn “wenn er nur noch wert ist, was der Endkonsument dafür bezahlen will, dann ist das ganz schlicht demokratiegefährdend”.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 1. Oktober

In unseren Lesetipps geht es heute um Günther Oettinger und Google, Instagram im Journalismus, Sorgenfalten im Silicon Valley, Uber, sowie den Medienwandel. Ergänzungen erwünscht.

  • EU-KOMMISSION CNET: With new commissioner, Google faces tough times in Europe: Günther Oettinger hat bei der Anhörung vor dem Europäischen Parlament als möglicher EU-Kommissar für die Digitalisierung der Europäischen Unionen keinen guten Auftritt hingelegt. Seine Antworten zeigten, dass er von der Materie noch nicht sehr viel versteht, was man zum Glück nicht über seine Mitarbeiter sagen kann. Für CNET-Reporter Stephen Shankland wird Oettinger aber vor allem für Google ein schwerer Verhandlungspartner in Brüssel und das nicht nur wegen dem fehlenden Verständnis für die Materie.

  • INSTAGRAM Medienpraxis: Wie Journalisten Instagram nutzen können: Seit März nutzen wir Instagram für die Verbreitung unserer Artikel, Konferenzberichterstattung von unterwegs, aber auch Interviews und Videos. Instagram wird für Medien immer relevanter, wie uns Felicitas Hackmann in zwei lesenswerten Gastbeiträgen im Mai (hier und hier) erklärte. Auf seinem Blog Medienpraxis schreibt der freie Journalist Heiko Kunzmann über internationale Beispiel, wie Instagram im mobilen Journalismus eingesetzt wird. Eine prima Ergänzung zu den Artikel von Felicitas Hackmann.

  • SILICON VALLEY t3n: Kommt die IT-Blase?: Kritischere Töne aus dem Silicon Valley hört man nur sehr selten, doch der ehemaligen Netzpiloten-Leiter und jetziger t3n-Korrespondent Andreas Weck hat sie gefunden: drei Risikokapital-Manager warnen davor, dass es aufgrund der hohen Burn-Rates viele Startups nicht aus eigener Kraft schaffen zu überleben. Zwei Wege führen aus dieser möglich entstehenden Krise: Startups, die besser auf ihre Finanzen achten oder Investitionen in vertrauenswürdigere Startups. Beides gibt es übrigens in Hamburg und Berlin.

  • UBER Vox: Economists explain why they love Uber so much: Auf Vox.com erklärt Dylan Matthews, von einer Umfrage unter Wirtschaftswissenschaftlern ausgehend, warum diese Dienste wie Uber oder Lyft mögen. Neben den persönlichen Nutzungserfahrungen, die aufgrund der schlechten Taxi-Branche in der USA noch einmal viel positiver ausfallen als hierzulande, liegt es vor allem am Wettbewerb, den die neuen Anbieter schaffen. Und Wettbewerb, so die Wirtschaftswissenschaftler, schafft Wohlstand. Hätten wir das auch einmal geklärt.

  • MEDIENWANDEL Newsroom.de: Zeitungsforscher Günther Rager fordert: Schluss mit der Bescheidenheit: In einem Gastbeitrag auf Newsroom.de geht der Dortmunder Zeitungsforscher Günther Rager der Frage nach, wie die Zukunft der Printmedien aussieht. Dabei betont er aber, meiner Meinung nach vollkommen korrekt, dass es in erster Linie nicht um den Inhalt geht, also Journalismus, sondern wie dieser verpackt wird – digital und/oder gedruckt auf Papier? Und auch in einem weiteren Punkt stimme ich mit Rager vollkommen überein: Medien müssen starke Marken werden.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 30. September

In unseren Lesetipps geht es um Gerüchte im Journalismus, Regulierung, Netflix zieht mit dem Kino gleich, Internet in China und Nachrichten auf YouTube. Ergänzungen erwünscht.

  • JOURNALISMUS NYTimes.com: Why Rumors Outrace the Truth Online: Auf der Website der New York Times schreibt Brendan Nyhan über ein interessantes Problem der modernen Medienwelt: für Empörung und Aufregung sorgende Geschichten werden öfters geteilt als die späteren Richtigstellungen und neuesten Erkenntnisse über die Fälle. Gerüchte sind eben interessanter als die Fakten, was die in den letzten Jahren geschrumpften Redaktionen eigentlich veranlassen sollte, ihre Fakten vor Veröffentlichung noch besser zu prüfen. Aber selbst wenn das personell noch möglich wäre, würde das Reichweiten kosten und darum scheint es immer öfters zu gehen. Eine gefährliche Entwicklung im Journalismus.

  • REGULIERUNG Inc.com: Tech-Friendly Cities Struggle with New Biz Rules: Technologie stellt für Althergebrachtes stets eine Herausforderung dar, selbst in Deutschland ist das zeitgleich zu den USA an Beispielen wie Uber oder Airbnb zu sehen. Dort auf beiden Seiten des Atlantiks wird zu schnell nach Regulierung seitens der Politik gerufen. Gerade Städte, die bisher einen Ruf als innovative Zentren des digitalen Fortschritts genossen, verspielen damit ihr Kapital anstatt nach neuen Lösungen für die vermeintlichen Probleme zu suchen, die durch die Technologien entstehen. Philip Marcelo schildert auf Inc.com die Debatte am Fall der US-amerikanischen Stadt Boston.

  • NETFLIX VentureBeat: In streaming media landmark, Netflix will show ‘Crouching Tiger’ sequel same day as theaters: Es ist nur eine kurze Meldung von Mark Sullivan auf Venturebeat.com, aber eine mit weitreichenden Folgen für die gesamte Unterhaltungsindustrie: Netflix hat sich mit dem unabhängigen Filmstudio Weinstein Company darauf verständigt, dass die Fortsetzung von Ang Lees “Tiger & Dragon” zum Kino-Start gleichzeitig auch ohne Extrakosten auf Netflix angeboten wird. Das wird eine Premiere, aber Netflix arbeitet bereits angeblich an weiteren derartigen Deals. Das es so kommen wird, war abzusehen, trotz der Proteste der Filmindustrie.

  • CHINA Foreign Policy: An Internet Where Nobody Says Anything: Auf Foreignpolicy.com schildert David Wertime den Fall des chinesischen Professors Ilham Tohti, der Mitglied der muslimischen Minderheit der Uiguren ist und der einen Blog namens UygurOnline gründete, um eine bessere Verständigung zwischen Uiguren und Han-Chinesen zu erreichen. Doch die chinesische Regierung sperrte Tohti für sechs Jahre ins Gefängnis, anstatt die Möglichkeiten der harmonischen Verständigung durch das Internet zu nutzen. Der Fall ist ein lesenswertes Beispiel, was für ein Internet sich politische Eliten wünschen – ein Einbahnstraßen-Kanal für Propaganda, ohne Möglichkeit der Partizipation – und wie stark es im Kontrast zu den Nutzungsmöglichkeiten steht.

  • YOUTUBE Siliconrepublic.com: Interview with Cenk Uygur: Nachrichten ist der auf YouTube zuletzt am stärksten wachsende Bereich, denn während hierzulande wohl nur “Jung & Naiv” zu Bekanntheit gelangt ist, sind anderswo Nachrichten-Formate auf YouTube sehr gefragt. Colm Grey hat sich für Siliconrepublic.com mit Cenk Uygur unterhalten, der den ältesten News-Channel auf YouTube leitet und daraus ein Nachrichten-Netzwerk gemacht hat. Noch verdienen YouTube-Kanäle nicht genauso viel wie TV-Sender, aber wenn sie es eines Tages schaffen, ist das Fernsehen endgültig erledigt.

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Tobias Schwarz5 Lesetipps für den 29. September

In unseren Lesetipps geht es heute um Amazon, den Aufstieg von Podcasts, europäische Netzpolitik, Blogging und Fappening in deutschsprachigen Blogs. Ergänzungen erwünscht.

  • AMAZON Amazon Strategies: Amazon’s Fulfillment Center (FC) Network: Wer Amazon und seine globalen Ambitionen verstehen will, sollte einen Blick auf die Daten werfen und sie gegebenenfalls noch visuell darstellen. Nichts anderes hat der Geschäftsführer von ChannelAdvisor, Scot Wingo, getan. Mit einer beeindruckenden Hingabe zu Logistik hat Wingo die Standorte von Amazon-Lagern aufgelistet, Unterschiede und Trends erklärt, sowie alle in eine Karte eingetragen. So bekommt man einen sehr guten Eindruck über Amazons globalem Auftreten.

  • PODCAST Fast Company: The (Surprisingly Profitable) Rise Of Podcast Networks: Während hierzulande das vorläufige Ergebnis der Podcast-Diskussion war, dass es Nischenprodukte sind, scheint in den USA die wirtschaftliche bedeutende Zeit für Podcasts gerade zu beginnen. Auf Fastcompany.com gibt Rebecca Greenfield einen interessanten Überblick über den Status Quo, die neuen Akteure und wohin die Richtung gehen könnte.

  • NETZPOLITIK UdL-Digital: Die europäische Netzpolitik: Die Berufung von Günther Oettinger zum neuen Kommissar der Europäischen Kommission für das Ressort Digitale Wirtschaft und Gesellschaft hat für viel Hohn und Spott gesorgt, der bei dieser besonderen Personalie durchaus seine Berechtigung hat. Auf dem Blog UdL Digital erklärt die Journalistin Aylin Ünal, warum dies trotzdem nicht das Ende europäischer Netzpolitik bedeutet und wie die netzpolitischen Herausforderungen der Europäischen Union gleich auf mehrere Schultern verteilt wurden.

  • BLOGGING Anil Dash: 15 Lessons from 15 Years of Blogging: Auf Netzpilote.de wird seit mehr als 16 Jahren gebloggt und vieles was wir und unsere Autoren dabei gelernt haben, decken sich mit den Erfahrung von Anil Dash, der aus seinen 15 Jahren Blogging-Erfahrung genau 15 Lektionen übers Blogging abgeleitet hat, die wir nur bestätigen können. Besonders “The scroll is your friend.” und “It’s still early.” sind zwei wesentliche Erfahrungen für Blogger und Bloggerinnen. Die Liste ist für jede Person, die bereits ein Blog hat, mit dem Bloggen angefangen hat oder sich noch nie darüber Gedanken gemacht hat.

  • FAPPENING Wirres.net: Haltungsschäden und Merkbefreiung: Auf seinem Blog wirres.net schreibt Felix Schwenzel über seine Beobachtung, wie zuletzt auch deutschsprachige Blogger Fotos von Fappening-Opfern veröffentlichten, getarnt als Unfappening-Kunstaktion, und dieses Vorgehen auf Nachfrage hin auch noch verteidigten. Schwenzel fasst die Debatte der letzten Tage zusammen und gibt einen Denkanstoß, wenn er überlegt, ob das auf die Professionalisierung der hiesigen Blogosphäre zurückzuführen ist.

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