Björn Rohles

Björn RohlesBjörn Rohles ist Medienwissenschaftler und arbeitet als Projektmanager für das Netz. Natürlich hat er sein eigenes Blog jorni.de, in dem er seine Gedanken und Entdeckungen zu digitalem Papier bringt.

Pew Studie unterstreicht: Digital Natives kommen besser mit Technik-Fehlern klar

Björn Rohles: Das renommierte amerikanische Pew Internet and American Life Project hat in einer neuen Studie untersucht, wie amerikanische Nutzer reagieren, wenn ihre geliebten Technikspielzeuge versagen. Neben einigen allgemeinen Statistiken, die Auskunft über die Quote von technischen Fehlern und beliebteste Reaktionen geben, wurden auch die Gefühle der Nutzer bei der Lösung des Problems untersucht. Das wenig überraschende Ergebnis: Mit zunehmendem Alter scheint die Erfolgsquote im Umgang mit technischen Problemen stark abzunehmen. So gaben in der Gruppe der 18- bis 29-jährigen nur 33% an, im Laufe des Prozesses der Problemlösung verwirrt gewesen zu sein, 84% zeigten sich jedoch zufrieden. In den älteren Gruppen nehmen die Zahlen für Verwirrung konstant zu und die Zahlen für Zufriedenheit rapide ab, bis sie in der Gruppe ab 65 Jahren fast ausgeglichen sind (59% und 61%). Da ausschließlich moderne Kommunikationstechnologien wie Internet und Handy untersucht wurden, lassen die Zahlen zwei Schlüsse zu: Zum ersten unterstreichen sie die digitale Spaltung der Bevölkerung in Digital Natives und Digital Immigrants, zum zweiten legen sie die Interpretation nahe, dass die Benutzeroberflächen noch immer nicht einfach genug gestaltet sind. Hersteller sollten verstärkt darüber nachdenken, wie sie gerade für ihre älteren Kunden die Bedienung ihrer Produkte im Fehlerfall intuitiver gestalten können. [via readwriteweb] [MEHR]

YouTube führt gesponsorte Videos ein

Björn Rohles: YouTube-LogoGestern hat Google verkündet, dass YouTube-Videos nun – gegen Bares – promotet werden können. Diese gesponsorten Videos sollen sich ähnlich verhalten wie die schon bekannte AdWords-Werbung auf der Suchseite von Google. Der amerikanische Blog Techcrunch hat schon erste Fallstricke gefunden: hier wurde bei einer Suche nach "Sports" ein Video beworben (aussagekräftiger Titel: "Sexy Webcam Girl Hot Babe Big Boobs Huge Tits Nude Ass Gorgeous Butt Glamour Model"), das nur entfernt etwas mit Sport zu tun hat. Googles Interesse daran, YouTube profitabel zu machen, mag verständlich sein. Aus Nutzersicht jedoch bleibt zu hoffen, dass YouTubes Features nicht zu ähnlichen Schwachmaschinensuchsinnoptimierungen führt wie auf der beliebten Suchmaschine. [MEHR]

Linktipp: “Interview” mit einem Spammer

Björn Rohles: Oliver Gassner hatte neulich einen Spammer im Skype-Chat und hat das Interview auf seinem Blog veröffentlicht. Vorausgegangen war eine Kontaktaufnahme durch den Spammer, der nach Kollaborateuren suchte. Er rechtfertigt sein Tun als eine Art Rache gegenüber den alten Kolonialmächten aus Europa und scheint nicht sehr beunruhigt darüber, dass Interpol hinter ihm her ist. Falls seine Aussagen der Wahrheit entsprechen, bietet das Interview einen interessanten Einblick in ein globales Phänomen. [via KoopTech in Twitter] [MEHR]

Aufruf: Studie über Foren- und Blogbetreiber

Björn Rohles: Screenshot der BefragungIhr betreibt ein Forum oder einen Blog? Wenn ja, dann solltet ihr euch 5-10 Minuten Zeit nehmen, um an einer aktuellen Studie der Fachhochschule Köln teilzunehmen. Untersucht werden die Intentionen und Meinungen von Forum- und Blogbetreibern in Bezug auf ihren Umgang mit Unternehmen. Wer möchte, kann seine E-Mail-Adresse angeben, um die Ergebnisse zugeschickt zu bekommen. [via designtagebuch] [MEHR]

Forrester-Studie: deutsche Webnutzer verhältnismäßig inaktiv

Björn Rohles: Einer Studie von Forrester zu Folge sind deutsche Webnutzer verhältnismäßig inaktiv. Der Anteil an Konsumenten, der sich aus dem Web 2.0 komplett heraushalte, liege demnach bei satten 53%, weitere 38% konsumieren Angebote wie Blogs und Podcasts. Als weitere Kategorien führt die Studie auf:
  • Joiners, die sich in sozialen Netzwerken engagieren (17%),
  • Collectors, die RSS-Feeds abonnieren und Seiten bzw. Fotos verschlagworten (4%),
  • Critics, die Beiträge anderer kommentieren (14%), und
  • Creators, die eigene Beiträge erzeugen (11%).
Diese Kategorien sind in Form einer Stufenleiter aufgebaut: so beinhalte die Kategorie des Creators auch die Merkmale der anderen Kategorien. Auswahl an Web 2.0 Logos Das Web 2.0: in Deutschland nur für eine Minderheit interessant? (Bild: mmmonica, Flickr Creative Commons, Ausschnitt) Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern seien diese Zahlen verhältnismäßig konservativ, technologische Vorreiter wie die Vereinigten Staaten, Japan oder Südkorea hätten einen geradezu enormen Vorsprung. In einem einfachen Profil-Tool lassen sich die Ergebnisse an Hand verschiedener Merkmale sortieren. [via Upload-Magazin] [MEHR]

Linktipp: StockMood gibt Prognosen über Aktienkurse ab

Björn Rohles: Die Techcrunch50-Konferenz war nicht nur eine Präsentation aufstrebender Web-StartUps auf der Suche nach Sponsoren, sondern zeigte eindrucksvoll, wie ambitionierte Macher mit pfiffigen Ideen das Web 3.0 ins Rollen bringen wollen. Die meisten Beispiele sind noch nicht öffentlich zugänglich, doch StockMood möchte schon heute zeigen, was künstliche Intelligenz im Web bewegen kann. Screenshot von StockMood StockMood gibt Aktienkurs-Prognosen auf Basis von der Berichterstattung in den Medien ab StockMood ist ein junges StartUp, das sich auf die Fahne geschrieben hat, künstliche Intelligenz, News-Storys und die Einstellungen der Investoren miteinander zu verknüpfen. Das Vorhaben klingt ganz schön futuristisch: News-Storys werden aus unterschiedlichen Quellen heruntergeladen und mittels künstlicher Intelligenz analysiert. Dabei kommt heraus, welche Aktien durch die News-Story betroffen sind und welche Grundstimmung vermittelt wird. Nutzer können dann diese Stimmungen anpassen, wenn sie denken, dass die künstliche Intelligenz einen Fehler gemacht hat. Diese Werte werden dann mit Erfahrungswerten verglichen, wie stark der Aktienkurs in der Vergangenheit auf News-Storys reagiert hat. Abschließend spuckt StockMood eine Vorhersage aus, wie der Aktienkurs in den nächsten fünf Tagen verlaufen könnte. [MEHR]

Bringt das Web 3.0 effizientere Online-Werbung?

Björn Rohles: Amiad Solomon hat auf der Web 3.0 Conference & Expo in Santa Clara von der verbesserten Möglichkeit gesprochen, die das Web 3.0 für effizientere Werbung bieten könnte. Bisherige Online-Werbung funktioniere nach einem von zwei Prinzipien:
  1. kontextsensitiv: Kontextsensitive Werbung untersucht Seiten oder Suchergebnisse nach Schlüsselwörtern und schaltet dann vermeintlich passende Werbung. Beispiel: Google Suche. Nachteile: die Werbung muss nicht immer passen, da Wörter doppelte Bedeutung haben können.
  2. verhaltensbasiert: Verhaltensbasierte Werbung schaltet Werbung auf Basis des Verhaltens eines Nutzers, üblicherweise mittels Cookies, die die Browser History auslesen. Gewichtiger Nachteil sind Fragen des Datenschutzes und der Legalität.
googleads02.png Stilblüten in der Online-Werbung könnten durch das Web 3.0 der Vergangenheit angehören Web 3.0 könne nun die Möglichkeit bieten, "echte" semantische Werbung voll automatisiert zu schalten. Unternehmen könnten damit einfach für eine bestimmte Anzahl Werbeschaltungen zahlen und dennoch sicher sein, dass sie ausschließlich auf relevanten Webseiten erscheinen. [via ReadWriteWeb] [MEHR]

Die ultimative Web x.0-Buzz-Checkliste

Björn Rohles: "Web 3.0" – aktuelles Special bei den Blogpiloten, aber zugleich fraglos ein Buzzword, ein Hype. Schwer zu fassen, was wirklich genau darunter zu verstehen ist. Schon gar nicht mit einer einfachen Checkliste. Trotzdem: dieser Beitrag ist genau das, eine einfache Checkliste zur Unterscheidung von Web 3.0 und seinen Vorgängern. Selbstverständlich ist jede Checkliste vereinfachend, doch genau das muss sie sein. Nur so kann sie einen ersten Orientierungspunkt bieten, worüber man eigentlich spricht. Alle Leser sind aufgefordert, strittige Punkte in den Kommentaren zu diskutieren. Also: Here we go! [MEHR]

Ein Blick in die Zukunft: die Technik des Web 3.0

Björn Rohles: Ein Blick hinter die Kulissen des Web 3.0 ist tatsächlich ein Blick in die Zukunft. Viele Ideen werden diskutiert, doch die endgültige Form eines semantischen Webs ist noch nicht abzusehen. Dabei wurde eine der Grundlagen bereits 2001 im Scientific American theoretisch erläutert: das Semantic Web von Tim Berners-Lee, dem Vater von HTML, sowie James Hendler und Ora Lassila. Aktuelle Ansätze diskutieren die Rolle, die Social Collaboration bei der Konstruktion eines Web 3.0 spielen könnte. Die Blogpiloten tauchen tief ein in die wissenschaftliche Materie und kommen mit dem Wesentlichen wieder an die Oberfläche. [MEHR]

Begriffsklärung: Was ist das Web 3.0?

Björn Rohles:

Eines schon einmal vorweg: das Web 3.0 ist in großen Teilen noch Theorie. Und um Theorien zu verstehen, sind Beispiele besonders hilfreich. Nehmen wir also einmal das Beispiel einer so alltäglichen Tätigkeit wie dem Suchen. Was tut man also, wenn man gerade nach München gezogen ist und ein gutes italienisches Restaurant in unmittelbarer Nähe sucht?

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Seifenblase oder die Zukunft des Web?

Björn Rohles: Themenspecial zu Web 3.0 [MEHR]

Digitale Spaltung zwischen den Generationen: die Digital Natives und die Digital Immigrants

Björn Rohles: Wieder ein lesenswerter Beitrag bei Wortgefecht: der Blog setzt sich in einem aktuellen Beitrag mit der digitalen Spaltung zwischen verschiedenen Generationen auseinander. Die These, die auf verschiedenen Quellen beruht: die Nutzerkompetenz im Internet unterscheide sich so sehr zwischen den vor 1970 und den nach 1980 Geborenen, dass von einer digitalen Spaltung in "Digital Immigrants" und "Digital Natives" gesprochen werden könne. Die jüngere Generation sei dabei schon von Kindestagen an mit Computerspielen und dem Netz vertraut, was zu großer Akzeptanz und Risikobereitschaft in Bezug auf die neuen Medien führe. Im Gegensatz dazu tue sich die ältere Generation schwerer und verstehe oft gar nicht, was das Internet eigentlich bedeutet. Have You Seen CNN Lately? Neben der Altersbarriere seien jedoch auch regionale Unterschiede, gerade in Bezug auf die Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen in ländlichen Regionen sowie Zugangsbarrieren wie etwa unterschiedliche Behinderungen wichtig. Der lesenswerte und vorbildlich belegte Beitrag zeigt noch einmal, wie wünschenswert ein möglichst uneingeschränkter Zugang ins Netz wäre. Doch hier sind nicht nur die Telekommunikationsanbieter gefordert, sondern auch die Betreiber von Webseiten selbst: denn sie müssen auf eine möglichst große Zugänglichkeit achten, was sowohl technische Bedinungen, Benutzerführung als auch inhaltliche Voraussetzungen einschließt. [MEHR]

Kung-Fu-Spiel zur amerikanischen Wahl

Björn Rohles: Europäische Beobachter können im Allgemeinen nur wenig zum Ausgang der amerikanischen Wahl beitragen. Das ändert sich jedoch mit dem Game "Kung Fu Election". Die Gegner sind allerdings harte Brocken, also genug Zeit einplanen. [via Nerdcore]Screenshot aus Kung Fu Election [MEHR]

Die 25 einflussreichsten Menschen im Web

Björn Rohles: BusinessWeek hat eine Liste der 25 einflussreichsten Menschen im Web veröffentlicht. Entstanden ist die Liste auf Basis der Einschätzungen von BusinessWeek-Mitarbeitern und -Lesern. Versammelt werden Persönlichkeiten aus verschiedenen Umfeldern, denen großer Einfluss auf Entwicklungen im Netz zugeschrieben wird. Mit dabei sind unter anderem Geschäftsleute wie Steve Ballmer (Microsoft), Jeff Bezos (Amazon) und Steve Jobs (Apple), aber auch eine Vielzahl von Open-Source-Aktivisten wie Mitchell Baker (Mozilla) und Wordpress-Erfinder Matt Mullenweg. Medien-Mogul Rupert Murdoch und Investor Jeff Clavier stehen neben der Bloggerin Arianne Huffington und Web-Denker Joi Ito. Und natürlich dürfen die Google-Macher Brin, Page und Schmidt nicht fehlen. Bei allen aufgenommenen Personen wird begründet, in welcher Weise sie dem Web ihren unverkennbaren Stempel aufdrücken. Portrait Joi Ito Joi Ito: Web-Denker, Blogger und einer der einflussreichsten Menschen im Web (Foto: Roger Barnett im Flickr-Profil von Joi Ito) [MEHR]

Fraunhofer-Studie: Soziale Netzwerke mit enormen Datensicherheitslücken

Björn Rohles: Das Fraunhofer-Institut hat eine Studie zum Thema Datensicherheit in sozialen Netzwerken (PDF-Format) verfasst und dabei eklatante Lücken aufgezeigt. Die Forscher haben sich als normale Nutzer bei den Netzwerken LinkedIn, XING, MySpace, Facebook, StudiVZ, wer-kennt-wen und lokalisten angemeldet und anschließend versucht, über spezielle Suchmaschinen auch auf angeblich geschützte oder gar gelöschte Daten zuzugreifen. Die Bewertungskriterien wurden in elf Kategorien wie z. B. "Einsatz von Verschlüsselung" und "Zugriffsprotokollierung" aufgeteilt. Wenig erfreuliches Ergebnis: Facebook ist mit vier nicht, vier teilweise und gerade einmal drei erfüllten Kriterien tatsächlich Spitzenreiter. Die Ergebnisse sind in der Studie detailliert aufgeführt, sowohl in vergleichenden Tabellen als auch in Einzelbeschreibungen aller getesteten Netzwerke. Facebook-Homepage Facebook, der "Testsieger" Sehr schön: wer sich für die Ergebnisse an sich nicht interessiert, bekommt in einem separaten, gut lesbaren Kapitel praktische Hinweise für jedes getestete Netzwerk, mit denen er seine Privatssphäre besser schützen kann. Dieses Kapitel sei daher jedem Social-Networker ans Herz gelegt. [via heise] [MEHR]