Björn Rohles

Björn RohlesBjörn Rohles ist Medienwissenschaftler und arbeitet als Projektmanager für das Netz. Natürlich hat er sein eigenes Blog jorni.de, in dem er seine Gedanken und Entdeckungen zu digitalem Papier bringt.

Linktipp: Twitter zwitschert per SMS auf dein Handy

Björn Rohles: Letztes Jahr hat Twitter, der noch immer wachsende Microblogging-Spezialist, damit aufgehört, SMS außerhalb der Vereinigten, Kanada (und mit Einschränkungen) dem Vereinigten Königreich zu senden – zu teuer. Jetzt sind die kurzen Nachrichten von Twitter zurück: Twe2 bietet an, Direktnachrichten, @-Replies und Suchen per SMS aufs eigene Handy zu versenden – auch in Deutschland. Einziger Wermutstropfen: Am Ende der Nachricht gibt es in den restlichen Zeichen Werbung. [via readwriteweb] twe2 [MEHR]

Facebook: Nutzungsbedingungen gegen Alzheimer

Björn Rohles: facebook-logoEs ist schon etwas länger her, dass Facebook seine Nutzungsbedingungen das letzte Mal erneuert hat, und ebenso unbemerkt ist es im Web geblieben. Bis am Sonntag The Consumerist über eine kleine, aber wichtige Änderung postete: Facebook vergisst nun nichts mehr. Vorher stand schön deutlich dabei, dass Facebook alle Daten (mit Ausnahme von Kopien im Archiv) lösche, sobald ein Nutzer seinen Account löscht. Jetzt steht da einfach nichts mehr zum Thema. Was du einmal Facebook gabst, ward auf ewig ihr Besitz. Data is the new money. [via debug] [MEHR]

twestival: Charity meets Twitter

Björn Rohles: Twitter tritt in die Fußstapfen von Bob Geldofs Live-Aid-Event. Heute Abend lädt die Seite twestival.com Twitter-Communitys in über 175 Städten auf der ganzen Welt ein, um Geld für die Wohltätigkeitsorganisation charity: water zu sammeln und die Gesichter hinter den Avataren zusammenzuführen. Charity: Water bekämpft die Trinkwasserarmut in den ärmsten Ländern der Welt. Aus Deutschland sind Hamburg, Bremen, München, Frankfurt, Hannover, Karlsruhe, Mannheim und Würzburg am Start, Berlin wurde gelöscht. Weiß jemand warum? [MEHR]

Paypal-Studie: Deutsche verhältnismäßig sicher im Netz unterwegs

Björn Rohles: Das Internet-Bezahlunternehmen PayPal hat in einer Studie die Internet-Sicherheit der Bevölkerung von sechs Ländern im Vergleich untersucht. Die Länder waren neben den USA und Kanada die vier größten europäischen Nationen Frankreich, Spanien, Großbritannien und Deutschland. Einige zentrale Ergebnisse für Deutschland gibt es hier zusammengesucht, die komplette Studie ist als kostenfreien PDF-Download verfügbar.
  • Deutsche gehen sehr sicher mit ihren Passwörtern um: sie ändern ihre Passwörter verhältnismäßig häufig, wählen am häufigsten sichere Passwörter aus (27 %), geben sie im internationalen Vergleich am seltensten an enge Verwandte weiter (28 %) und schreiben sie sich kaum auf (18 %).
  • Anders sieht es jedoch auch, wenn es um die Frage geht, wie unbekümmert mit der Preisgabe persönlicher Informationen wie Adressen und Telefonnummern auf sozialen Netzwerken umgegangen wird. Hier belegen wir mit 40 % (Telefonnummern) und 30 % (Adresse) den internationalen Spitzenplatz.
  • Diebstahl von Online-Identitäten konzentriert sich noch immer auf den englischsprachigen Raum. In Deutschland haben nur 3 % damit Erfahrungen gemacht, weitere 10 % kennen jemanden, der schon einmal Opfer von ID-Theft wurde. Ähnlich sieht es beim Phishing aus.
Das alles sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Bezug auf Internetsicherheit noch viel Aufklärungsarbeit notwendig ist. Denn eine Spitzenplatzierung von Deutschland mit gerade einmal 27 % für sichere Passwörter ist nicht gerade rosig. [via heise] [MEHR]

Jahresrückblick 2008: Web und Fernsehen

Björn Rohles: Weihnachten 2008. Wie jedes Jahr schneit es in Deutschland. Die weihnachtlich gestimmten Familien versammeln sich vor den heimischen Fernsehgeräten und betrachten das eigens für mehr oder weniger auf sie zugeschnittene Zielgruppen-Programm. Im Internet herrscht indes gähnende Leere. Vergessen sind die Tage, als die ominösen Blogpiloten arrogant den Tod des Fernsehens hinausposaunten. Das Leitmedium hat die besinnlichen Tage fest im Griff. Aber dennoch: das vergangene Jahr hat gezeigt, wie gut sich Internet und Fernsehen vertragen können – und dass WebTV nicht einfach TV im Web ist. [MEHR]

Qipit: Kopiergerät trifft Document Sharing

Björn Rohles: Logo qipitEs ist ein Allgemeinplatz: die Welt wird zunehmend digital. Zu blöd, dass man manche Dinge immer noch mit der Hand aufschreibt. Zumindest einige von uns. Dabei können solche Notizen so einfach verloren gehen: das Haus brennt ab, man lässt den Block igendwo liegen usw. Wie schön wäre es, sie auch digital zu haben… Glücklicherweise hat der halbwegs moderne Mensch von heute immer eine Digitalkamera in irgendeiner Form dabei. Qipit macht sich das zu Nutze: Fotos von Dokumenten können hochgeladen werden, anschließend macht qipit den Rest. Es analysiert die Dateien, schneidet unnötige Ränder ab, begradigt die Dokumente und setzt sie als einfache Schwarz-Weiß-Umsetzung zum tonerschonenden Ausdrucken oder Faxen um. Eine sehr spezielle Aufgabe mit einem begrenzten Einsatzgebiet. Aber taugt qipit auf diesem begrenzten Gebiet? [MEHR]

Peoplebrowsr: Wegweiser durch den Twitter-Dschungel?

Björn Rohles: Logo PeoplebrowsrTwitter, je nach Ansicht universalste Kommunikations- und News-Allzweckwaffe oder unsäglicher Zeiträuber, ist vieles – aber nicht gerade praktisch. Ein Beispiel: mal schnell nachgucken, wer meinem Lieblingszwitscherer x (Namen bitte nach eigenem Interesse einfügen) noch so alles folgt. Also anmelden, "View All" klicken, "following_me" klicken, scrollen, aussuchen, "follow" klicken. Nun noch einmal die gleiche Prozedur, um mal schnell nachzugucken, wer meinem Zweitlieblingsfollower y so alles folgt. Also wie ein Wahnsinniger auf den Zurück-Button klicken; dann wieder von vorne: "View all", "following_me", scrollen… Anschließend dasselbe auf Flickr? Nope, keine Lust/Zeit/Nerven. Das muss doch einfacher gehen. Peoplebrowsr möchte das Web-2.0-Gezwitschere (und noch einiges mehr) vereinfachen. An einer Stelle einloggen und mit einem Klick folgen, was die Freunde (und alle anderen) gerade so treiben. Dazu werden andere Dienste integriert, um das Web-2.0-Erlebnis perfekt zu machen. Umfangreiche Funktionen sind auch an Bord. Mit solchen Ansprüchen trat Peoplebrowsr  bei der Techcrunch50 an. Nun kann man das selbst ernannte Social Media Visual Dashboard in der Alpha Version testen. [MEHR]

24 Stunden Live TV Blogging aus Deutschland

Björn Rohles: Wall of Clocks Blog around the Clock: nächsten Samstag bloggt die deutsche Blogosphäre über das hiesige TV-Programm (Bild: rustman, Flickr Creative Commons) Kommenden Samstag, 14.12.2008, um 18 Uhr startet er: der erste 24 Stunden Live TV Blogging Marathon Deutschlands. Die Macher von nomnomnom starten mit dem "A-Team" und bloggen sich dann einen ganzen Tag lang mehr oder weniger wach durch das deutsche Fernsehprogramm. Mit dabei sind illustre Gäste der deutschen Blogosphäre, und selbstverständlich darf sich der geneigte Leser zuschalten. Der genaue Programmablauf folgt noch. [MEHR]

Wikipedia investiert in Nutzerfreundlichkeit

Björn Rohles: Wikipedia-LogoWikipedia soll einfacher werden. Die beliebte Web-2.0-Enzyklopädie möchte eine Großspende der Stanton Foundation über 890.000 $ ausschließlich in die Vereinfachung des Benutzerinterfaces investieren. Hintergrund ist, dass die Enzyklopädie zwar häufig genutzt werde, aber nur ein geringer Teil der Nutzer auch aktiv an Beiträgen mitschreibe. Ein Grund könnten die vielen Regeln und technischen Voraussetzungen sein, die zum Verfassen eigener Beiträge notwendig seien. Dadurch könnten technisch weniger affine Menschen von einer Mitarbeit abgeschreckt werden. Bearbeiten-Ansicht in Wikipedia Wikipedias Bearbeiten-Ansicht: auf dem Weg zu größerer Nutzerfreundlichkeit? Das Projekt startet Januar 2009 und soll drei Programmierer, einen Userinterface-Spezialisten und einen Projektmanager finanzieren, die sich ausschließlich mit Verbesserungen der Usability auseinandersetzen werden. Bestandteil des Projekts sind neben technischen Verbesserungen auch ausgedehnte Tests mit Nutzern, um Zugangsbarrieren ausfindig zu machen.[via heise] [MEHR]

Reise-Community Tripwolf integriert Hotelsuche

Björn Rohles: Tripwolf, eine auf das Reisen spezialisierte Social Community (ausführlicher Test an anderer Stelle in diesem Blog), hat eine Hotelsuche in die Liste seiner Features integriert. Neben Infos überr die Hotels, die von Nutzer angelegt werden, erlaubt der Dienst auch die Suche nach dem günstigsten Preis. Dabei greift die Funktion auf die Datenbestände von 30 Hotel-Suchmaschinen zu. Per Link wird der Nutzer dann direkt zur Buchungsseite weitergeleitet. Zur Zeit sind Buchungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch nicht möglich.Screenshot Tripwolf Hotelsuche Das Feature stellt eine sinnvolle Erweiterung des Angebots dar. Es bietet eine gute Übersicht über das Hotel, integriert eine Preisauskunft und die Erfahrungsberichte anderer Nutzer. Tripwolf wird so mehr und mehr zu einer zentralen Anlaufstelle mit Informationen über verschiedene Reiseziele. [MEHR]

Linktipps: 10 semantische Web Apps

Björn Rohles: Das Readwriteweb hat 10 Semantic-Web-Apps aufgetrieben, die man im Auge behalten sollte. Naturgemäß funktionieren die meisten vorrangig im amerikanischen Umfeld, aber sie zeigen schön, was das Web 3.0 einmal bringen könnte.
  1. BooRah kümmert sich um Reviews von Restaurants und analysiert dazu die Sprache von Food-Blogs, um Kritik und Lob herauszufiltern.
  2. Swotti macht dasselbe für Produktreviews und zeigt die Ergebnisse schön übersichtlich mit Sternchen an. Screenshot Swotti
  3. Dapper MashUps versucht, Werbung im Netz durch das Web 3.0 zu verbessern, indem es sie in semantisch richtige Zusammenhänge setzt.
  4. Inform setzt automatisch Links auf Beiträge im firmeneigenen Archiv.
  5. Siri versucht, den (menschlichen) persönlichen Assistenten durch Web 3.0 zu ersetzen, und soll sogar lernen können.
  6. Evri ist eine semantische Suchmaschine und zeigt die Beziehungen eines Suchbegriffs zu anderen Begriffen. Screenshot Evri
  7. UpTake möchte die Planung eines Urlaubs erleichtern.
  8. iMindi ist ein MindMapping-Tool, das eine globale Abbildung von kognitiven Vorgängen plant.
  9. Juice ist ein Firefox-Plugin, das semantische Suche im Browser integriert.
  10. Faviki ist ein Social-Bookmarking-Tool, das Tags auf Basis semantischer Analysen vorschlägt.
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Pew Studie unterstreicht: Digital Natives kommen besser mit Technik-Fehlern klar

Björn Rohles: Das renommierte amerikanische Pew Internet and American Life Project hat in einer neuen Studie untersucht, wie amerikanische Nutzer reagieren, wenn ihre geliebten Technikspielzeuge versagen. Neben einigen allgemeinen Statistiken, die Auskunft über die Quote von technischen Fehlern und beliebteste Reaktionen geben, wurden auch die Gefühle der Nutzer bei der Lösung des Problems untersucht. Das wenig überraschende Ergebnis: Mit zunehmendem Alter scheint die Erfolgsquote im Umgang mit technischen Problemen stark abzunehmen. So gaben in der Gruppe der 18- bis 29-jährigen nur 33% an, im Laufe des Prozesses der Problemlösung verwirrt gewesen zu sein, 84% zeigten sich jedoch zufrieden. In den älteren Gruppen nehmen die Zahlen für Verwirrung konstant zu und die Zahlen für Zufriedenheit rapide ab, bis sie in der Gruppe ab 65 Jahren fast ausgeglichen sind (59% und 61%). Da ausschließlich moderne Kommunikationstechnologien wie Internet und Handy untersucht wurden, lassen die Zahlen zwei Schlüsse zu: Zum ersten unterstreichen sie die digitale Spaltung der Bevölkerung in Digital Natives und Digital Immigrants, zum zweiten legen sie die Interpretation nahe, dass die Benutzeroberflächen noch immer nicht einfach genug gestaltet sind. Hersteller sollten verstärkt darüber nachdenken, wie sie gerade für ihre älteren Kunden die Bedienung ihrer Produkte im Fehlerfall intuitiver gestalten können. [via readwriteweb] [MEHR]

YouTube führt gesponsorte Videos ein

Björn Rohles: YouTube-LogoGestern hat Google verkündet, dass YouTube-Videos nun – gegen Bares – promotet werden können. Diese gesponsorten Videos sollen sich ähnlich verhalten wie die schon bekannte AdWords-Werbung auf der Suchseite von Google. Der amerikanische Blog Techcrunch hat schon erste Fallstricke gefunden: hier wurde bei einer Suche nach "Sports" ein Video beworben (aussagekräftiger Titel: "Sexy Webcam Girl Hot Babe Big Boobs Huge Tits Nude Ass Gorgeous Butt Glamour Model"), das nur entfernt etwas mit Sport zu tun hat. Googles Interesse daran, YouTube profitabel zu machen, mag verständlich sein. Aus Nutzersicht jedoch bleibt zu hoffen, dass YouTubes Features nicht zu ähnlichen Schwachmaschinensuchsinnoptimierungen führt wie auf der beliebten Suchmaschine. [MEHR]

Linktipp: “Interview” mit einem Spammer

Björn Rohles: Oliver Gassner hatte neulich einen Spammer im Skype-Chat und hat das Interview auf seinem Blog veröffentlicht. Vorausgegangen war eine Kontaktaufnahme durch den Spammer, der nach Kollaborateuren suchte. Er rechtfertigt sein Tun als eine Art Rache gegenüber den alten Kolonialmächten aus Europa und scheint nicht sehr beunruhigt darüber, dass Interpol hinter ihm her ist. Falls seine Aussagen der Wahrheit entsprechen, bietet das Interview einen interessanten Einblick in ein globales Phänomen. [via KoopTech in Twitter] [MEHR]

Aufruf: Studie über Foren- und Blogbetreiber

Björn Rohles: Screenshot der BefragungIhr betreibt ein Forum oder einen Blog? Wenn ja, dann solltet ihr euch 5-10 Minuten Zeit nehmen, um an einer aktuellen Studie der Fachhochschule Köln teilzunehmen. Untersucht werden die Intentionen und Meinungen von Forum- und Blogbetreibern in Bezug auf ihren Umgang mit Unternehmen. Wer möchte, kann seine E-Mail-Adresse angeben, um die Ergebnisse zugeschickt zu bekommen. [via designtagebuch] [MEHR]