Björn Rohles

Björn RohlesBjörn Rohles ist Medienwissenschaftler und beobachtet als Autor und Berater den digitalen Wandel. Er schreibt regelmäßig für Fachmedien wie das t3n Magazin, die Netzpiloten oder Screenguide. Man findet ihn unter jorni.de.

Björn RohlesLesetipps für den 13. Juli

Die Blogpiloten stoßen bei ihren Streifzügen durch’s Netz auf jede Menge spannende Links. Einige besonders lesenswerte stellen wir hier vor.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten “vorgeblättert” START.

Björn RohlesNetzsperren: Appell des AK Zensur an Horst Köhler

Der AK Zensur hat sich in einem offenen Brief an den Bundespräsidenten gewandt und bittet ihn, die vom Bundestag beschlossenen Netzsperren nicht zu unterschreiben. Als Begründung werden eine Reihe verfassungsrechtlicher Bedenken angegeben. So sei der Bund nicht mit der Gesetzgebung in diesem Fall betraut, das Verfahren weise zudem eine Reihe von formalen Mängel auf. Zudem sprächen eine ganze Reihe inhaltlicher Bedenken dafür, dass das Gesetz verfassungswidrig sei. Die Begründung ist im Einzelnen im offenen Brief des AK Zensur einsehbar. Ob der Appell Erfolg zeigen wird, scheint angesichts der bisherigen Reaktionen aus der Politik unsicher. Jedoch wäre es mehr als wünschenswert, wenn der Bundespräsident angesichts der verhärteten Fronten und der gewaltigen Enttäuschung über die Diskussion seine integrative Funktion wahrnehmen und sich zu einer wichtigen Frage unserer Zeit zu Wort melden würde.

Björn RohlesARD Netzrauschen: Online-Wahlkampf im TV

netzrauschen Dass das Netz im Wahlkampf angekommen ist, dürfte nichts Neues sein. Die ARD springt nun auf den Zug auf und hat das neue Format “Netzrauschen” entwickelt. Dort will man in den Wochen vor der Bundestagswahl den Wahlkampf im Internet auf die TV-Bildschirme bringen und dabei auch mit Bloggern diskutieren. Den Piloten gibt’s schon mal vorab: SPD-Wahlkampfmanager Kajo Wasserhövel erzählt von der Onlinekampagne der SPD, den Internetsperren und der Piratenpartei. Der Pilot ist gelungen, was auf ein schönes neues Format im TV hoffen lässt, das lange schmerzlich vermisst wurde und den Menschen endlich nahebringen könnte, dass das Internet auch in der Politik ein wichtiges Thema ist.

Björn RohlesFlickr spricht jetzt Twitter

Immer wieder schön, wenn Web 2.0-Dienste die Sprachen anderer Web 2.0-Dienste lernen. Seit heute kann die beliebte Fotocommunity Flickr Links zu Bildern direkt in den Microblogging-Platzhirsch Twitter schicken. Das geht über die “Bloggen!”-Funktion für bereits veröffentlichte Bilder oder über eine spezielle E-Mail-Adresse, die Bilder automatisch sowohl auf Flickr als auch auf Twitter postet. Bilder von Flickr zu tweeten geht kinderleicht über die Bloggen-Funktion [via Flickr Blog]

Björn RohlesStudiVZ: ein Edelprofil für die Freibeuter

Geht es nach den StudiVZ-Nutzern, sind die deutschen Piraten schon in der politischen Landschaft angekommen Die Piratenpartei Deutschland segelt ins StudiVZ. Nachdem das beliebte Studentennetzwerk bereits seit geraumer Zeit auf Wahlkampf macht und sich lange geweigert hat, den Piraten ein Edelprofil zu spendieren, gibt es nun doch eins. Grund dafür ist zum einen, wie schon bei der Aufnahme in den Kreis von Wahlgetwitter, der Übertritt des SPD-Manns Jörg Tauss zur jungen Partei. Zum anderen muss aber auch die Umfrage genannt werden, bei der von 35.000 Usern über 80% für eine Aufnahme stimmten. Das Profil soll noch heute angelegt werden. MeinVZ ist demnach natürlich auch dabei. Update: Hier sind die Links für das Piratenpartei-Profil bei StudiVZ und MeinVZ.

Björn RohlesAhoi: Die Piraten jetzt bei Wahlgetwitter

Über das Wahlgetwitter haben wir ja schon gebloggt, doch nachdem mit dem Parteiwechsel von Jörg Tauss die Piratenpartei nun im Bundestag vertreten ist, wird sie nun auch dort geführt. Wer in Zukunft die Hashtags #piraten+ (für Zustimmung) und #piraten- (für Ablehnung) verwendet, kann die politische Stimmung im Web mitgestalten. Analog natürlich auch für alle anderen Parteien, die schon länger mit dabei sind. Die Piratenpartei wird nun bei Wahlgetwitter gelistet Ein Interview mit Sebastian Bartsch von den Piraten gibt es übrigens auch.

Björn RohlesErfolgreich durch die Prüfung mit Cobocards

logo_cobocardsWer vor einer wichtigen Prüfung steht, stellt sich häufig die Frage, wie er all die wichtigen Vokabeln, das Faktenwissen oder Jahreszahlen rechtzeitig in seinen Kopf bekommt. Viele greifen dabei auf die bewährte Methode der Lernkarten zurück. Die Frage auf der einen, die Antwort auf der anderen Seite. Das System eignet sich somit sowohl zum Selbstlernen als auch zur Kontrolle. Cobocards ist ein Dienst, der das bewährte Prinzip ins Netz überträgt und um einige Funktionen ergänzt. Die grafische Oberfläche ist gelungen, aber wie zeigt sich Cobocards hinter den Kulissen? [Mehr]

Björn RohlesGrundgesetz lesen

Artikel 1 (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt. (3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht. Artikel 5 (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. In welche Richtung bewegen sich Deutschlands Zensurpläne?Artikel 8 (1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln. Artikel 10 (1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich. Artikel 19 (1) Soweit nach diesem Grundgesetz ein Grundrecht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes eingeschränkt werden kann, muß das Gesetz allgemein und nicht nur für den Einzelfall gelten. Außerdem muß das Gesetz das Grundrecht unter Angabe des Artikels nennen. (2) In keinem Falle darf ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt angetastet werden. Alle Infos zur Aktion “Grundgesetz lesen” gibt’s drüben bei Mogis.

Björn RohlesElektronischer Polizeistaat: Realität oder heiße Luft?

Glaubt man dem 2008er Electronic Police State Report der amerikanischen Firma Cryptohippie, so bewegen sich totalitäre und demokratische Staaten aufeinander zu, wenn es um elektronische Überwachung und Spionage geht. Die Studie wertet 17 Kriterien auf einer Skala von 1 (gut) bis 5 (schlecht) aus, darunter Vorratsdatenspeicherung, die Trennung zwischen Polizei und Geheimdienst, die Häufigkeit, mit der man seinen Ausweis zeigen muss und die Strenge der Kontrollen an den Grenzen. Die Daten stammen von unterschiedlichen unabhängigen Organisationen. Gesetzliche Zensur des Internets und legitimierte Polizeiarbeit würden nicht gewertet werden, so der Report. Die Karte der gefährdeten Länder laut dem Report: Deutschland ist unter den Top 10. Gleichzeitig verschweigt der Report seine Kriterien. [Mehr]

Björn RohlesInterview: StudiVZ und die Piratenpartei

Als wir vor einigen Tagen von der Öffnung StudiVZs für den Wahlkampf berichteten, haben wir es bereits angedeutet: In der Beschränkung auf im Bundestag vertretene Parteien liegt Sprengstoff. Und so ist es auch gekommen: Mit der Löschung eines Profils der Piratenpartei hat StudiVZ gemäß der eigenen AGBs reagiert. Obwohl AGB-konform, stellt der Schritt doch einige Fragen in den Raum, die es zu beantworten gibt. Wir haben Sebastian Bartsch, Mitglied der Piratenpartei und Profilersteller, zu diesem Thema und den Zielen seiner Partei befragt. Sebastian ist 21 Jahre alt, kommt aus dem Raum München und ist seit gut einem halben Jahr aktiv bei der Piratenpartei. [Mehr]

Björn RohlesLinktipps: Wahlgetwitter und Netzzensur-Petition

Twitter hat sich als schnelle Informationsmaschine im Netz rasant durchgesetzt und wird nun als Echtzeit-Stimmungsbarometer zur Wahl eingesetzt. Das Wahlgetwitter funktioniert über spezielle Hashtags: #CDU+ für Zustimmung, #CDU- für Ablehnung. Bestnoten erhalten bisher die Grünen, die CDU/CSU scheint im Twitter-Netz derzeit nicht sehr beliebt zu sein. screenshot-wahlgetwitter Wem die Netzzensur gegen den Strich geht, kann seinen Unmut in einer eigens eingerichteten Online-Petition gegen Netzzensur beim Bundestag zum Ausdruck bringen. Sollten sich 50000 Mitzeichner finden, ist der öffentliche Sitzungsausschuss verpflichtet, den Petenten anzuhören.