Björn Rohles

Björn RohlesBjörn Rohles ist Medienwissenschaftler und beobachtet als Autor und Berater den digitalen Wandel. Er schreibt regelmäßig für Fachmedien wie das t3n Magazin, die Netzpiloten oder Screenguide. Man findet ihn unter jorni.de.

Björn RohlesWaiting: barrierefreies Musikvideo

Das ist ja mal eine coole Idee, die ich da bei Einfach für Alle gefunden hab: ein barrierefreies Musikvideo von Max Heidenfelder. Der Song wird durch verschiedene Stilmittel visualisiert, um ihn für Gehörlose nachvollziehbar zu machen. Neben den Musikern, die Textzeilen in Gebärdensprache formulieren, gibt es Visualisierungen der Instrumente (Soundbars oben) und des Rhythmus (graue Punkte unten). Für die Techies: das Video entstand mit der Canon 7D, also einer digitalen Spiegelreflex. “Waiting” full accessible music video (official music video for Breitenbach) / barrierefreies Musikvideo from max heidenfelder on Vimeo.

Björn RohlesHörtipp: Daft Punks Soundtrack zu Tron Legacy

Wer ähnlich wie ich “Tron” als einen seiner liebsten Filme bezeichnet (was die meisten technikverliebten Kinder der 80er tun werden…), ist bestimmt schon ganz gespannt auf den neuen “Tron Legacy“. Daft Punk steuern den Soundtrack bei, den man bei Disney anhören kann – zumindest, sofern man schmerzfrei mit der Seite klar kommt. Ansonsten gibt es sie leichter anhörbar bei The End 107.7. Nach der ganzen Aufregung muss ich sagen, dass ich etwas mehr Daft Punk im Soundtrack erhofft hätte – das ist gute Soundtrack-Arbeit, aber mir fehlt das Besondere der Gruppe. Vielleicht war aber auch nichts anderes zu erwarten. [via Stereogum]

Björn RohlesPatent Absurdity: Doku zu Software-Patenten

Es gibt Themen im Netz, die sind immer irgendwie präsent und trotzdem schwer zu fassen. Software-Patente gehören dazu. Vor einigen Wochen ist ein englischsprachiger Dokumentarfilm angetreten, das Thema auch Laien näher zu bringen: “Patent Absurdity“, veröffentlicht unter CC BY-ND. Wie jeder gute Dokumentarfilm versucht “Patent Absurdity” nicht, Neutralität vorzugaukeln – hier ist klar, dass man auf Seite der Patente-Gegner ist. Aber worum geht es eigentlich? Ich habe mir für euch den Film angeschaut und meine Eindrücke aufgeschrieben. [Mehr]

Björn RohlesBrave New 1984

Es sind die zwei Bücher, die so ziemlich jeder gelesen haben wird, der irgendwann mal irgendwas mit Anglistik zu tun haben wird: „1984“ und „Brave New World“. Schöne Stücke, beide. Beides Dystopien, die von einer dunklen Zukunft ausgehen, in der Mensch Sein ungleich schwer geworden ist. Doch trotz dieser Gemeinsamkeiten sind es zwei Werke, die man kaum gegeneinander ausspielen kann.



Wenn ihr Angst vorm großen Bruder habt…

Genau das ist jedoch der Eindruck, den man bekommen kann, schaut man sich die politische Diskussion an. Die Überwachungskritiker warnen, dass „1984“ im Jahr 2010 viel näher ist als es 1984 war, wenn Online-Durchsuchung, SWIFT-Abkommen und die sich am Horizont aufbrauende Vorratsdatenspeicherung 2.0 den Bürger gläsern machen. Dem widersprechen die anderen, wie der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU), das wolle ja niemand. [Mehr]

Björn RohlesCrowdsourcing-Doku: Ridley Scott, YouTube und du

Sind zwar noch 11 Tage Zeit, aber Vormerken und Ideen Sammeln geht schon jetzt: Am 24. Juli 2010 läuft “Life in a Day“, das Projekt von YouTube und Ridley Scott. Einen Tag lang hat die ganze YouTube-Welt Zeit, Videosequenzen aus dem eigenen Leben einzustellen. Regisseur Kevin MacDonald sichtet und kategorisiert das Material, Ridley Scott (Regisseur von “Alien” und “Blade Runner”, Produzent von “Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford”) produziert. Uraufführung des Dokumentarfilms ist im Januar 2011 beim Sundance Filme Festival, anschließend gibt’s ihn auf YouTube zu sehen. [via Fünf Filmfreunde]

Björn RohlesLinktipp: Point-Magazin über Selbstinszenierung

Selbstinszenierung: Das Bild, das andere von mir haben, in meiner Hand Man findet ja immer wieder Perlen an den deutschen Hochschulen. Meine neueste Entdeckung darunter: das Point-Magazin der HDM Stuttgart, zuerst gefunden bei den Designern in Action. Diesmal geht es um Selbstinszenierung. Die Selbstdarstellungen von Politikern werden angesprochen, das Internet wird in Form einer Kritik an Google und den Inszenierungen sogenannter “Blogger-Stars” behandelt. Wirklich neue Erkenntnisse oder interessante Gesprächspartner fehlen, aber als Grundlage eignen sich die Texte gut. Witzig außerdem: das fiktive Interview mit Facebooks Like-Button auf Seite 27. Sehr schön ist die visuelle Gestaltung mit vielen Bildern, Collagen und interessanten Effekten wie beispielsweise die Kopierer-Ästhetik bei den Politiker-Bildern. So richtig cool wäre es jetzt natürlich, wenn die Inhalte auch außerhalb des umständlichen PDF-Formats verfügbar wären, vielleicht gar über RSS. Bildnachweis: “Self Portrait of a self portrait of a self portrait of a self portrait” von Mrs Logic, Flickr CC BY

Björn RohlesTipps für den Social Commerce Einstieg

Nachdem wir vor ein paar Wochen schon Social Commerce definiert und die beiden größten Player Etsy und DaWanda verglichen haben, geht’s jetzt ans Eingemachte. Wir machen unseren eigenen Shop. Ein paar Empfehlungen gegen Stolpersteine – und wenn ihr eigene Empfehlungen habt, meldet euch in den Kommentaren!

Ideen sind das A, gute Präsentation ist das O

Ganz am Anfang steht eine simple Frage: Was verkaufe ich eigentlich? Ein paar Dinge fallen direkt schon mal raus, wenn man die Nutzungsbedingungen anschaut, mit denen viele Social-Commerce-Plattformen aufwarten. Meistens dürfen nur selbstgemachte oder alte Dinge verkauft werden. Als nächste Empfehlung gilt: Erst mal gucken, was man am besten kann und was einem selbst gefällt. Was würde ich kaufen, was würden meine Freunde kaufen? Wird etwas Ähnliches schon verkauft, und wenn ja, zu welchen Preisen und mit welchem Erfolg? Wie kann ich mich davon unterscheiden? Und wenn ihr eine eigene Idee habt, die noch von niemandem realisiert wurde, dann überlegt euch gut, was daran das Besondere ist, das ihr unbedingt hervorheben solltet.

Social Commerce heißt auch, die Produktvielfalt mit dem Erscheinungsbild in Einklang zu bringen

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Björn RohlesEtsy vs. DaWanda: Kampf der Titanen

Etsy und DaWanda – die beiden Anbieter stehen für Social Commerce: Während andere nur hier und da Elemente in ihre Shops einfügen, setzen sie voll auf die Kraft des sozialen Kaufens und Verkaufens. Das Konzept ist schnell erklärt: DaWanda und Etsy wollen dem Handwerker oder der Bastlerin von nebenan ihren eigenen Shop geben. Zugelassen sind ausschließlich selbstgemachte Produkte, Materialien oder Dinge aus der guten alten Zeit. Finanzieren tut sich dieser Service zum einen durch die Einstellgebühr: Jeder Verkäufer muss pro eingestelltem Artikel einen Betrag bezahlen. Etsy verlangt derzeit 20 (US-)Cents, DaWanda setzt auf ein abgestuftes System zwischen 10 und 30 (Euro-)Cents. Zum anderen gibt es eine Verkaufsprovision: 3,5 % des Verkaufspreises gehen an Etsy, DaWanda verlangt 5 %. Wer sein Produkt gerne auf der Startseite anpreisen möchte, findet dafür verschiedene weitere Preismodelle.

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Björn RohlesVon ebay zu Dawanda: Was ist Social Commerce?

Denken wir einmal zurück. Wer sich noch an die Zeiten des Tante-Emma-Ladens erinnern kann – oder jemanden kennt, der das tut – kennt seine Rolle: Nicht nur Versorgung mit wichtigen Lebensmitteln war seine Aufgabe, sondern auch und gerade Treffpunkt und Kommunikationsgelegenheit. Produkte wurden empfohlen oder bekamen ihr Fett ab. Tante Emma durfte dabei ruhig zuhören, um zukünftig bessere Brötchen backen zu können.

Dann kamen die großen Kaufstadts, und alles wurde anders. Rückfragen beschränkten sich auf ein schnödes „War der Einkauf okay?“ beim Bezahlen. Und Gespräche über Produkte verlagerten sich nach außen, weg vom Laden selbst. Mit dem Siegeszug des weltweiten Netzes war das nicht anders. E-Commerce war das große Thema, ein großes Warenangebot war gefragt. [Mehr]

Björn RohlesZootool: Inspiration im Netz mit dem Nashorn

Süße Tiere sind nicht gerade die Optik, die man von Web-2.0-Diensten erwartet – und so wird man dann doch ein wenig stutzig, wenn einem auf Zootool ein gezeichnetes Nashorn begrüßt. Noch stutziger macht einen dann, worum es eigentlich geht: Bookmarks anlegen, verwalten und mit anderen teilen. Feels like a lot of years ago.
Dafür gibt es doch Delicious und Mister Wong, könnte man einwenden. Richtig. Aber: Zootool hat sich eine Lücke gesucht: Inspirationen für alle, die visuell arbeiten. So zeigt sich der Dienst mit dem Nashorn in einer schmucken Optik mit großen Screenshots der gespeicherten Beiträge. Und mit sehr viel feineren Optionen, wenn sogar einzelne Bilder und Videos gespeichert werden können. [Mehr]

Björn RohlesOpen-Source-Film: “Den Film weiterleben lassen”

Freie Filme für freie Menschen – so könnte man den Grundgedanken des Open-Source-Film formulieren. Der erste deutsche Open-Source-Film ist das Road-Movie “Route 66″ (2004) aus dem Hause VEB-Film, das mit seiner Anspielung auf die “Volkseigenen Betriebe” den Gedanken der Open-Source bereits im Namen trägt. Wir sprechen mit Stefan Kluge, Regisseur  und Betreiber des Labels VEB-Films, über seinen Werdegang und den Open-Source-Film. Das Interview steht natürlich unter einer CC BY-SA Lizenz.


Blogpiloten: Du bist eigentlich Informatiker. Wie bist du zum Film gekommen?


Stefan Kluge: Das war eher Zufall. Ich habe schon immer gerne fotografiert und Computerspiele gemacht, dann aber Informatik studiert. Nach dem Studium bin ich in die Staaten gegangen und habe mir dort ein Auto gekauft. Das war ein spektakulärer Oldtimer, ein riesiges schweres Eisenschwein. Und das musste ich wieder zurückbringen, als ich die Staaten verlassen habe – an den, bei dem ich es gekauft hatte. Ich habe zwei Freunde aus Deutschland gebeten, rüberzukommen und den Rückweg zu filmen. Da haben wir dann “Route 66″ draus gemacht, mit dem ich in den Film reingestolpert bin. Der Film kam beim Release gut an, und ich bin dabei geblieben.

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Björn RohlesIn der Höhle des Löwen? Chat mit der GEZ

Alles neu macht der Februar. Der gewählte Zeitpunkt klingt etwas ungewöhnlich (Projekt nicht rechtzeitig zum Jahresende fertig?), doch nun ist sie da: Die neue Image-Kampagne der GEZ, mit neuem Logo und einem offenen Auftreten den Fragen aus der Bevölkerung gegenüber. Das dazugehörige Forum bot – wenn auch nett gedacht – bisher wenig Anlaß zu positiven Berichten. Doch ist das Forum nur einer der Bestandteile der neuen Kampagne: Antworten soll man in den Experten-Chats mit Mitarbeitern der GEZ erhalten. Der erste Expertenabend war gestern – und wusste durchaus angenehm zu überraschen. [Mehr]

Björn RohlesGEZ-Forum: Das Schweigen der (GEZ-)Lämmer

Manchmal ist es Zeit für eine Erneuerung von Grund auf. Das jedenfalls ist der Eindruck, den man von den neuen Wegen erhält, die die GEZ nun beschreiten möchte. Dabei geht es jedoch nicht nur um das neue Logo, das nun in runden Formen einen wesentlich freundlicheren Eindruck macht, sondern vor allem um eine neue Image-Offensive. Ein zentraler Bestandteil dabei ist das hauseigene Forum, in dem man sich mit der Öffentlichkeit austauschen möchte. Im Interview mit Michael Friedrichs erläutert GEZ-Chef Hans Buchholz, man wolle damit “kritischen Austausch und die Diskussionen über die GEZ und die Rundfunkgebühren” vorrangig mit einer jungen und internetaffinen Zielgruppe ermöglichen. Gute drei Wochen ist das nun her. Zeit also für eine Analyse des Forums: Erreicht es seine hochgesteckten Ziele? [Mehr]

Björn RohlesOpen Source Filme: Freie Werke fürs Auge

Das Netz ändert unser Leben, und es ändert auch unsere Kunst. Ein Beispiel dafür ist der Open Source Film, der den Ansatz der Open Source Software auf die Herstellung und Distribution von Filmen überträgt. Open Source Filme stehen unter einer freien Lizenz, etwa unter Creative Commons. Die Rohmaterialien der Filme können von jedem heruntergeladen werden. Die Dateien müssen dabei in einem Format zur Verfügung gestellt werden, das eine Bearbeitung mit freier Software erlaubt. Somit wird es möglich, dass jeder die Werke bearbeiten und neue Versionen zur Verfügung stellen kann. Die bisher erschienenen Filme kann man IMHO in drei Kategorien einteilen.
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Björn RohlesFlickr Commons: Bilder der alten Zeiten

flickr commons Beispiel
Dass man bei Flickr gute Fotografien unter einer Creative-Commons-Lizenz finden kann, dürfte mittlerweile so ziemlich jeder wissen. Etwas anders sieht es leider immer noch mit den Commons aus: Obwohl bereits seit einer gefühlten Ewigkeit online, finden sie in der Blogosphäre nicht die Aufmerksamkeit, die ihnen gebühren würde. Grund genug, ein paar besonders feine Sammlungen hervorzuheben. [Mehr]