Björn Rohles

Björn RohlesBjörn Rohles ist Medienwissenschaftler und arbeitet als Projektmanager für das Netz. Natürlich hat er sein eigenes Blog jorni.de, in dem er seine Gedanken und Entdeckungen zu digitalem Papier bringt.

Cuil gegen Google: das Duell der Suchmaschinen

Björn Rohles: Cuils LogoSeit Jahren schon dominiert Google die Suche im Web. Seit Sonntag Abend hat sich nun ein neuer Konkurrent in die Reihe der Herausforderer gestellt: Cuil. Der Neuling behauptet, mit 120 Milliarden den größten Index aller Suchmaschinen vorweisen zu können. Google schweigt über die Größe seines Indexes, kennt aber angeblich eine Billion (in Zahlen: 1.000.000.000.000) URLs mit unterschiedlichen Inhalten. Reine Zahlenspiele helfen den Nutzern jedoch nur bedingt weiter: was für ihn zählt, ist die Relevanz der Ergebnisse. Auch hier behauptet Cuil, die Nase vorn zu haben. Ein Beitrag über Cuil in Techcrunch erklärt, wie das funktionieren soll: Man indiziere nicht nur die reinen Schlagwörter, sondern beziehe auch das Verhältnis der Wörter zueinander ein. Dementsprechend organisiere man die Webseiten in Kategorien. So ergäben sich Sinnketten wie "Frankreich - Käse - Wein". Was ist von diesen Aussagen zu halten? Wie funktioniert Cuil? Cuil präsentiert sich im schlichten Look mit einem zentralen Eingabefeld auf schwarzem Grund. Suchergebnisse werden in zwei oder drei Spalten mit Bild präsentiert. Über die Optionen lässt sich eine sichere Suche (Pornografie und andere unerwünschte Ergebnisse werden ausgelassen) und eine Tippfehlerkorrektur an- und abschalten. Sollte ein Begriff mehrere Bedeutungen haben, werden sie in unterschiedlichen Tabs dargestellt. Screenshot der Oberfläche von Cuil Bei allgemeinen Suchbegriffen wie "Hund" oder "Auto" spielt Cuil eine weitere Stärke aus: unter "Explore by Category" kann man die Cuil-Kategorien durchsuchen. Der Test: Cuil gegen Google Es ist äußerst schwierig, zwei Suchmaschinen mit überschaubarem Aufwand zu untersuchen - besonders, wenn man nicht auf die hinter den Ergebnisse stehende Technologie Zugriff hat. Ein solcher Test kann daher nicht mehr als grobe Anhaltspunkte liefern. Im Folgenden wurde nach einigen speziellen und einigen allgemeinen Suchbegriffen gesucht und die Ergebnisse verglichen. Im Gegensatz zum ähnlich angelegten Techcrunch-Test wurde dabei auf deutsche Begriffe gesetzt. Namentlich kamen folgende Begriffe zum Einsatz: "Hund", "Meilenstein" und "Arbeit" (allgemein) sowie "Blogpiloten" und "Hermeneutik" (speziell). Explore by Category von CuilAllgemeine Begriffe: In Punkto Anzahl der Suchergebnisse geht die allgemeine Runde 3:0 an Google: der etablierte Suchdienst hat die Nase einfach vorn ("Hund": 39.000.000 gegenüber 8.800.000, "Meilenstein": 2.350.000 gegenüber 200.000, "Arbeit": 95.300.000 gegenüber 23.400.000). Relevanz ist schwer zu messen, doch scheint auch hier Google einen Vorsprung zu haben: Google verweist bei "Hund" auf Wikipedia und spezialisierte Hunde-Seiten, Cuil listet auf der ersten Ergebnisseite keine einzige deutsche Quelle auf - dafür auf der zweiten allerdings mehrmals Informationen zu einer Band namens "Der Hund am Strand". Dafür punktet der Dienst allerdings mit seiner "Explore by Category"-Funktion und listet übersichtlich deutsche Physiker mit dem Namen "Hund" auf. Ähnliches bei "Meilenstein": Google hat Wikipedia und URLs, die das Wort enthalten; Cuil dagegen Pressemitteilungen. Unter den Kategorien führt es die besten Alben von Emmylou Harris als Meilensteine auf - nicht jedoch die anderer Musiker. Und "Arbeit" lieferte bei Cuil auf der ersten Trefferseite Informationen zum Nazi-Spruch am Eingang der KZs. Doch liefert Cuil nicht nur alle Ergebnisse auf einmal - die Ergebnisse lassen sich über die Tabs einschränken, wenn ein Begriff mehrere Bedeutungen hat. Im Falle von "Hund" waren diese Bedeutungen noch lückenhaft: "Urlaub mit Hund", "Bob Hund" sowie "Wild und Hund" wurden angeboten. Im Falle von "Arbeit" erschlossen sich über die Tabs weitere Bedeutungen des Wortes.Tabs bei Cuil Spezielle Begriffe: Auch hier liegt Google vorne, was die Anzahl der Treffer angeht. In Bezug auf die Relevanz geht es diesmal enger zu: beide Dienste finden unseren Blog unter "Blogpiloten". Google gibt jedoch eine aussagekräftigere Beschreibung, während Cuil oft nur das Schlagwort "Blogpiloten" bei verschiedenen Diensten listet. "Hermeneutik" liefert eine Wikipedia-Definition an erster Stelle bei Google, jedoch vorrangig Buchtitel bei Cuil. An wen richtet sich Cuil? Der Test macht deutlich: Cuil ist für deutsche Suchbegriffe zur Zeit noch kaum zu gebrauchen. Allerdings sollte fairerweise gesagt werden, dass der Dienst auch noch keine deutsche Seite hat und sich somit folglich vorrangig an den englischsprachigen Raum richtet. Einen Test mit englischen Begriffen hat Techcrunch vorgelegt, doch auch hier lag Google am Ende knapp vorne. Blogpiloten-Urteil Dennoch: Cuil ist ein hochinteressanter Dienst. Denn es gilt zwei Dinge zu bedenken:
  1. Cuil ist in englischer Oberfläche und unter amerikanischer Domain: nicht verwunderlich also, dass deutsche Begriffe (noch) keine guten Ergebnisse liefern.
  2. Cuil ist Sonntag Abend gestartet, Google hat jedoch schon mehrere Jahre an seiner Suchengine arbeiten können.
Außerdem sollte bedacht werden, dass Cuil einige hochinteressante Features bietet: über Tabs lassen sich unterschiedlichste Bedeutungen mit einem Klick aufrufen, um die Ergebnisse einzuschränken. Die Kategorien liefern Zusatzinformationen und erlauben die weitere Navigation. So könnte man sich, wie die PC-Welt im Test vormacht, über den Begriff "Caesar" zum römischen Imperator "Julius Caesar" (und nicht etwa dem Caesar-Salat) und von dort aus zur römischen Adelsfamilie "Julius" vorklicken. Cuil könnte also die Möglichkeit bieten, nach Begriffen zu suchen, die man nur mittels einer Assoziation benennen kann, indem man die vielen Ergebnisse vom Anfang immer stärker einschränkt. Dass derartige Features noch nicht bis ins letzte Detail ausgereift sind, sollte man einem Dienst nach so kurzer Bestehenszeit noch zugestehen. [MEHR]

Deutsche Creative Commons in neuer Version

Björn Rohles: Logo der Creative CommonsGestern wurden die deutschen Creative Commons auf die Version 3.0 aktualisiert. Mit der neuen Version wird aktuellen Entwicklungen in der Gesetzgebung Rechnung getragen. In der Pressemitteilung werden die Änderungen ausführlich vorgestellt, hier eine kurze Version ohne juristische Gewähr:
  • Verzicht auf Sui-Generis-Datenbankrechte, damit die Lizenzbestimmungen nicht durch Datenbankaufnahme umgangen werden können,
  • Aufnahme der Möglichkeit, die Nutzung im Voraus für noch nicht bekannte Nutzungsformen zu ermöglichen,
  • Behandlung von gesetzlichen Vergütungsansprüchen und Zwangslizensierungen,
  • größere Freiheiten in der Variante "Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen" (abgekürzt BY-SA),
  • Ausweitung der Lizenzen auf Inhalte, die nicht alle Voraussetzungen eines “Werkes” im Sinne des deutschen Urheberrechtsgesetzes erfüllen,
  • Anpassungen von Sprache und Begrifflichkeiten.
Was sind die Creative Commons? Die Creative Commons sind verschiedene Lizenzmodelle, die es Kreativen ermöglichen sollen, frei über die Verwendung ihrer Werke zu bestimmen. Die Modelle sind Kombinationen der folgenden Merkmale:
  • Namensnennung: der Urheber des Werks muss genannt werden
  • Keine Bearbeitung: das Werk darf nicht bearbeitet werden
  • Nicht kommerziell: das Werk darf nicht in einem kommerziellen Rahmen genutzt werden
  • Weitergabe unter gleichen Bedingungen: alle Bearbeitungen müssen unter der gleichen Lizenz wiederveröffentlicht werden wie das ursprüngliche Werk
Damit bilden die Creative Commons eine hervorragende Möglichkeit, eigene Werke zu veröffentlichen. Der Kreative kann frei über die Verwendung bestimmen; der Interessierte kann entscheiden, ob er das Werk unter den gewählten Bedingungen verwenden darf oder mit dem Kreativen Rücksprache halten muss. [MEHR]

Gadgets für das mobile Web

Björn Rohles: Im Grunde genommen sind Web-Nerds ständig verliebt. Es gibt immer ein neues Gadget, mit dem man noch praktischer im Web surfen kann. Wer kann, hält die neuesten Teile ständig in den Händen, den anderen bleibt nichts anderes übrig, als von ihnen zu schwärmen. In den letzten Tagen und Wochen gab es einige interessante Beiträge, die sich aktuellen Gadgets widmen. Eine besonders lesenswerte Auswahl hat Blogpilot Björn Rohles zusammengestellt. [MEHR]

Mehr Umsatz für Online-Händler mit Nischen-Shops

Björn Rohles: Gastbeitrag von Albert Warnecke, dem Macher von Shoptrex. In seinem Text stellt er die Idee seines neuartigen Shops auf Basis von Nutzer-Empfehlungen vor. Nachlassende Werbewirkungen, starke Preiskämpfe und hohe Vergleichbarkeit sind Probleme, mit denen gerade der Internethandel kämpft. Insbesondere Shops mit einem spezialisierten Angebot haben es nicht leicht, wahrgenommen zu werden. Google-Adwords wird von den Großen mit ihren Spezialisten-Teams dominiert, Ebay presst die Händler mit immer neuen Gebühren aus und auch im Affiliate-Marketing haben es Online-Händler schwer. [MEHR]

Twhirl integriert identi.ca

Björn Rohles: Logo von TwhirlVor kurzem gab identi.ca, der Micro-Blogging-Dienst auf Open Source-Basis, bekannt, dass man nun mit der Twitter-API kompatibel sei. Nun gibt es die erste Anwendung, die darauf zugreift: Twhirl. Damit unterstützt der Client nach Friendfeed, Twitter und Seesmic schon den vierten Dienst und entwickelt sich immer mehr zum Allround-Werkzeug im Social Web. Twhirl basiert auf der Laufzeitumgebung Adobe Air und läuft daher auf Windows und MacOS gleichermaßen. An der Linux-Version wird derzeit gearbeitet. Einziger Wermutstropfen: bisher öffnet Twhirl für jeden Account ein eigenes Fenster. Sarah Perez hat im ReadWriteWeb-Interview mit den Twhirl-Machern jedoch herausgefunden, dass sich das bald ändern wird. Einen ausführlichen Test von identi.ca kann man in diesem Blog nachlesen. [via ReadWriteWeb] [MEHR]

identi.ca nutzt Twitter-API

Björn Rohles: Nachdem wir erst gestern den Blogpiloten-Test von identi.ca, einem Twitter-Klon auf Open Source-Basis, veröffentlicht haben, gibt es schon Neues zu vermelden: wie das ReadWriteWeb schreibt, ist identi.ca jetzt mit der Twitter-API kompatibel. In der Praxis bedeutet das, dass jede Anwendung, die sich mit Twitter vernetzen kann, auch auf identi.ca zugreifen kann. Man muss einfach nur eine andere URL eingeben. Für den Dienst bedeutet diese Neuerung einen großen Schritt nach vorne: nicht nur wird den Nutzern ein Umstieg enorm erleichtert, sondern mit einem Schlag steht eine Vielzahl an etablierter Software zur Verfügung. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Twitter-Clients auch identi.ca anbieten werden. [MEHR]

Das Scheitern der Corporate Social Networks

Björn Rohles: Corporate Social Networks, also soziale Netzwerke von Unternehmen, sind teuer. So weit nichts Neues. Doch das ReadWriteWeb kommt in einem aktuellen Beitrag über Corporate Social Networks zu einem noch schlimmeren Schluss: Sie sind reine Geldverschwendung. [MEHR]

Twitter-Lesung in Berlin

Björn Rohles: Nach dem erfolgreichen Start der Twitkrit, der Sammlung für die besten Tweets in Twitter (ein Interview mit den Twitkrit-Machern gibt es in diesem Blog), wagen die Twitter-Kritiker nun das nächste Experiment: eine Twitter-Lesung. Am 26. Juli werden die Twitteraturkritiker ihre Werke in der Berliner Kulturbrauerei präsentieren. [via Twitkrit] Logo der Twitter-Lesung [MEHR]

10 Fragen und Antworten zum Thema Filesharing

Björn Rohles: Rechtsanwalt Christian Weber klärt auf: Was ist erlaubt, was ist strafbar? [MEHR]

Twitter + Summize = komfortable Suche

Björn Rohles: Twitter, der beliebteste MicroBlogging-Dienst im Web, hat die Twitter-Suchmaschine Summize gekauft. Dadurch gibt es nun eine Twitter-Suche mit umfangreichen Möglichkeiten: neben der einfachen Suche gibt es weitere Optionen unter "Advanced", mit denen man etwa nach Tweets bestimmter Personen oder emotionalen Attributen suchen kann. Der Vorteil dieser Optionen ist, dass man nicht mit den bekannten Twitter-Operatoren arbeiten muss, sondern über ein Interface geht. Dadurch wird die Suche für Einsteiger enorm erleichtert. Screenshot von Twitter Search [via Twitter Blog und TechCrunch] [MEHR]

Linktipp: ScrnShots, das Flickr für Screenshots

Björn Rohles: Über die Vorteile von Flickr muss man wenig Worte verlieren. Obwohl sich dort auch Screenshots verbreiten lassen, ist der Dienst auf Fotografien ausgerichtet. ScrnShots ist auf die Verbreitung von Screenshots spezialisiert, die in einer Community diskutiert werden können. Ein eigenes Desktop-Programm für Mac und PC erleichtert die Erstellung von Screenshots. Zudem gibt es verschiedene Möglichkeiten, Screenshots von ScrnShots in die eigene Website zu integrieren. ScrnShots dürfte vor allem für Webdesigner interessant sein, die dort ihre Entwürfe mit anderen und/oder ihren Kunden diskutieren könnten. Zudem lassen sich über Tags Screenshots zu spezifischen Themen finden, so dass der Dienst als Inspirationsquelle wichtig werden könnte. [via Techcrunch] Screenshot aus dem Angebot von ScrnShots [MEHR]

Telewebber: Das Beste beider Welten?

Björn Rohles: Logo von TelewebberWer den Blogpiloten in den letzten Wochen gefolgt ist, konnte den Eindruck gewinnen: du bist entweder mehr Fernsehen oder mehr Web. Beides geht nicht, oder? Doch, dachten sich wohl die Macher von telewebber.de, dem Dienst, der das Beste aus beiden Welten vereinen will, eben Tele und Web. Blogpilot Björn Rohles hat überprüft, ob diese Liaison gut geht. Wie funktioniert telewebber.de? Telewebber kommt mit überraschend wenig Bedienelementen aus: Nach der Anmeldung kann man die Sendung wählen, die man gerade schaut. Dabei ist die Auswahl noch auf die großen Sender beschränkt, was aber gewiss nur vorübergehend der Fall sein wird. Anschließend gelangt man in einen Chat-Raum. Dort kann man dann alles machen, was man auch an privaten Fernsehabenden mit Freunden machen würde: über den Inhalt reden, virtuelle Getränke bereitstellen oder sich mit lustigen Spielchen wie Werbung-Raten vergnügen. Mittels drei Buttons kann man auf die Sendung emotional reagieren ("Applaus", "Witzig" und "Buh!") und die Reaktionen auf einer Sendung als Grafik anschauen. Screenshot aus dem Angebot von Telewebber Neben den kommunikativen Seiten gibt es noch einige weitere hilfreiche Features. So kann sich der Nutzer an eine gewünschte Sendung erinnern lassen oder über verschiedene Statistiken erfahren, was er am meisten geschaut hat. Telewebber vernetzt sich auf Wunsch mit Twitter, um den Freunden mitzuteilen, dass man dort gerade aktiv ist. Außerdem gibt es ein Punktesystem, das sich nach der Aktivität bemisst. Das Erscheinungsbild lässt sich über vorgegebene Designs oder eigene Einstellungen anpassen. An wen richtet sich Telewebber? Telewebber ist vollends auf Unterhaltung und Kommunikation ausgelegt. Chats, Bewertungen und kleine Spielchen für zwischendurch prädestinieren den Dienst für Abende, die man gezwungenermaßen alleine vorm TV verbringt, aber eigentlich lieber mit anderen teilen möchte. Telewebber macht das möglich - wenn auch nur virtuell. Blogpiloten-Urteil Telewebber setzt auf das Beste beider Welten: die Unterhaltung im Fernsehen und die Kommunikation im Web. Das Interface verhält sich erwartungsgemäß, auch unerfahrene Nutzer finden sich schnell zurecht. Witzige Features wie die Spielchen für zwischendurch bieten einen echten Mehrwert für einsame Fernsehabende. Vermisst wurde eine größere Auswahl an Sendern und eine Empfehlungsfunktion, über die man seine Freunde mittels eines Klicks auf gute Sendungen aufmerksam machen könnte. Zudem wären Beschreibungen zu Sendungen hilfreich, die in Web 2.0-Manier die Nutzer selbst liefern könnten. Spaß macht Telewebber aber auch heute schon. [MEHR]

Jogli oder die Suche nach neuer Musik

Björn Rohles: Logo von JogliIn den letzten Jahren hat sich YouTube zu einer riesigen Musiksammlung entwickelt. Es gibt Millionen von Live-Versionen oder offiziellen Videos verschiedener Künstler. Suchen kann man mittels Künstler- oder Titelname. So richtig komfortabel ist das aber nicht. Eine Lücke, die Jogli füllen möchte: als selbst ernannte Musiksuchmaschine bietet es eine Datenbank mit über 12 Millionen Alben, die man sich kostenlos streamen kann - basierend auf geeigneten YouTube-Einträgen. Wie funktioniert Jogli? Um Alben anzuhören, gibt man einfach den Namen des Künstlers in das große Suchfeld ein und wählt das gewünschte Album aus. Nach einem Klick auf "Play" durchforstet Jogli das YouTube-Archiv und beginnt mit dem Streamen der einzelnen Songs. Häufig handelt es sich um Live-Versionen der Stücke, die jemand online gestellt hat. Jogli kann die Lyrics zum Song anzeigen und nach alternativen Versionen des Songs suchen, sollte die gewählte Version nicht gefallen. Zudem gibt es kurze Reviews zum Album, die der Fachpresse entnommen sind. Am rechten Seitenrand werden ähnliche Alben empfohlen, so dass neue Musik entdeckt werden kann. Screenshot beim Hören eines Albums in Jogli Wer sich anmeldet, kann eigene Playlists anlegen und mit anderen Nutzern teilen. Außerdem lassen sich Alben in einer Musikbibliothek sammeln, damit man sie später schneller findet. An wen richtet sich Jogli? Jogli ist ein hervorragendes Werkzeug, um neue Musik kennenzulernen. Wer sich für ein bestimmtes Album interessiert, kann hier kostenlos und völlig legal reinhören. Es gibt allerdings einige Einschränkungen, die in der Natur der Sache begründet liegen:
  1. Auf YouTube gibt es von vielen Songs ausschließlich Live-Versionen. Man sollte also nicht damit rechnen, die Studio-Versionen zu hören.
  2. Es kann vorkommen, dass nicht alle Songs eines Albums verfügbar sind. In diesem Fall werden die Songs zwar angezeigt, aber nicht gestreamt.
  3. Je unbekannter ein Künstler ist, umso unwahrscheinlicher ist es, ihn in Jogli zu finden. Die Auswahl ist allerdings auch abseits des Pop-Mainstreams enorm, da YouTube von Hörern mit verschiedenen Vorlieben genutzt wird.
Blogpiloten-Urteil Jogli hat alle Voraussetzungen, um im Web 2.0 zu einem großen Erfolg zu werden: die Bedienung ist kinderleicht und erfordert keine Anmeldung. Wer sich dennoch anmeldet, bekommt eine Auswahl an sinnvollen Funktionen geliefert. Das Angebot an Musik ist groß und gut strukturiert. Zusammenfassend gilt: wer ein Album probehören möchte, sollte Jogli unbedingt ausprobieren. [MEHR]

Baut Google doch die iPhone-Alternative?

Björn Rohles: Und sie brodelt wieder, die Gerüchteküche: Entwickelt Google ein eigenes Mobiltelefon, liebevoll "gPhone" genannt? Schon vor einigen Monaten gab es Vermutungen, dass Google an der Entwicklung eines Konkurrenten zu Apples iPhone arbeite, bis der Konzern mit dem Gerücht aufräumte: man arbeite nicht an einem Telefon, sondern an dem freien mobilen Betriebssystem Android. Mit Googles Marktposition und der Unterstützung seiner Partner in der Open Handset Alliance könnte Android bei Fertigstellung eine rosige Zukunft blühen. Michael Arrington von Techcrunch fragt nun, ob es nicht doch ein eigenes Telefon von Google geben wird. Grund für die Spekulation ist ein Interview mit den drei Google-Machern, in dem es heißt: "The trio of Google execs also used the opportunity to talk about the inroads the company is making with its own branded mobile phone as a replacement for the iPhone". Das Interview ist allerdings nicht im Wortlaut gegeben, und auf den Punkt wird nicht näher eingegangen. Nach gegenwärtiger Informationslage dürfte es also noch zu früh sein, um zu entscheiden, was an den Gerüchten dran ist. [MEHR]

Kostenloses E-Book zum Thema Social Media Optimization

Björn Rohles: Search Engine Optimization (SEO) und Search Engine Marketing (SEM) sind in der Web-Welt bereits altbekannte Begriffe. Mark Ralea hat nun ein kostenloses E-Book veröffentlicht, das sich mit einer neuen Form des Online-Marketings beschäftigt: der Social Media Optimization, kurz SMO. Sein Schwerpunkt liegt auf dem deutschen Raum. Ziel der SMO ist es, mittels sozialer Netzwerke wie XING oder Social-Bookmarking-Dienste wie del.icio.us ein Produkt oder die eigene Homepage zu vermarkten. Dass dabei andere Aspekte zu berücksichtigen sind als in der eher technisch ausgerichteten SEO liegt auf der Hand. Ralea weist daher beispielsweise zu Recht darauf hin, dass ein Dialog mit den Kunden oder Nutzern für die SMO unerlässlich ist - gerade auch, wenn negative Kritik kommen sollte. SMO ist schon heute ein wichtiger Teil einer vielseitigen Marketing-Strategie: zahlreiche Kunden informieren sich in Foren oder sozialen Netzen, bevor sie ein bestimmtes Produkt kaufen. Auch eigene Homepages oder Blogs lassen sich nur mittels eines überlegten Umgangs mit den Besuchern langfristig vermarkten. Die Bedeutung von SMO wird dabei in näherer Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit noch größer werden. [MEHR]