Felix Petersen ist der Gründer der erfolgreichen Plattformen Amen und Plazes. Ich habe ihn vor einigen Tagen im Rahmen der NEXT12, zu der Berliner Startup-Szene interviewt, über die er dort mit Mike Butcher von TechCrunch, Edial Dekker von Gidsy und David Nöel von Soundcloud eine Podiumsdiskussion geführt hat. Felix beleuchtet unter anderem einmal, was die Berliner Szene heut, von der Anfangszeit unterscheidet. Und was Politiker tun können, um Innovationen zu fördern. Auf ein Wort.
Es gab dieser Tage eine Menge Gerede darüber, dass die Berliner Start-up-Szene zwar eine sehr kleine, aber dennoch sehr aufgeschlossene und inzwischen sehr aufbauende Branche geworden ist. Ist das tatsächlich der Fall? Wie macht sich das deutlich?
Ja, es ist immer noch eine sehr kleine Szene. Sie startete aber aus dem nichts. Ich glaube so in etwa 2004… und hat seitdem viele Phasen durchlebt. 1999/2000 war da nur so etwas wie eine Community, als z.B. auch die Netzpiloten starteten. Aber es war auch eine andere Ära. Sie war weniger produktorientiert. Da waren nur einige Entrepreneure von Business Schools, Geschäftsleute die ein wenig Geld mit Internet-Dingen machten, aber dann auch recht schnell mit ihren Firmen pleitegingen oder deren Geschäftsmodelle änderten und dann irgendwann verschwunden waren.
Als ich, sagen wir mal 2004 mein erstes Unternehmen in Berlin startete, war da nicht viel. Dieser Tage ist es hier sehr pulsierend, doch immer noch klein. Ich meine alle reden davon, dass Berlin, dass neue Silicon Valley ist, aber wenn du auf die Zahlen schaust, im Vergleich zu London, sind hier nicht so viele Firmen aktiv, und dennoch wächst die Zahl ständig. Ich meine hier sind inzwischen 11.000 Jobs rundum die Start-up-Szene in Berlin entstanden. Da sind über 1.000 neue Unternehmen, ich glaube überwiegend Tech-Start-ups, entstanden. Aber es gibt auch andere Branchen. Die Musik-Branche ist eine dieser. Da sind eine Menge Leute, die sich um sich herum bewegen, sich anziehen und die gleiche Idee davon haben, was für ein Unternehmen sie aufbauen und welche sie gerne erfolgreich sehen wollen. Was ich also sagen will ist, dass da heute eine mehr international-denkende Welle entstanden ist, die auch mehr produktorientiert agiert. So wie z.B. auch Amen.
[MEHR]
Tweek TV ist das TV-Pendant zu Musikdiensten wie Spotify oder Last.FM und hat in den vergangenen Wochen einen rasanten Start in der Berliner Internet-Gründerszene hingelegt. Ich habe mich einmal mit dem Founder Marcel Dües über das Start-up, die Funktionen ihres Dienstes Tweek TV, deren zukünftige Pläne und ein wenig über deren Background unterhalten. Herausgekommen ist ein interessantes Interview, in dem an manchen Stellen auch einfach mal Klartext gesprochen wurde.
J: Ok, also heute bin ich hier bei Marcel, einem der Gründer von Tweek TV. Danke, dass du heute mit uns Netzpiloten sprichst.
M: Danke dir, dass du vorbei gekommen bist.
J: Erzähl unseren Lesern doch als erst einmal, worum es bei Tweek TV geht. Welche Funktionen und Features vereint Ihr auf eurer Plattform?
M: Du möchtest etwas über die Idee hinter dem Projekt wissen?
J: Genau!
M: Also Tweek TV verbindet soziale Netzwerke mit dem TV. Was wir versuchen aufzubauen, ist eine neue Form Filme und TV-Shows zu entdecken. Wir glauben nämlich, dass es problematisch ist für viele Konsumenten gute Videoinhalte zu finden, die außerdem auch unterhaltend sind. Wir haben zum Beispiel jede Menge Freunde, die abends nach Hause kommen und sagen: „Hey, jedes Mal, wenn ich den Fernseher anmache, kommt da nur Mist. Ich zappe durch die Programme und ich bin echt enttäuscht, weil ich mich eigentlich nur zurücklehnen möchte und mich beim Fernsehen entspannen will. Aber da ist nichts“.
Auf der anderen Seite wissen wir aber auch, dass da eine Menge cooler Inhalte draußen sind, die bisher nur ziemlich schlecht zu finden sind. Nehmen wir doch einmal das Beispiel iPad. Darauf findest du auf dem Startbildschirm jede Menge App-Icons, hinter denen sich vermutlich genauso viele gute Inhalte verstecken. Dahinter steckt wiederum iTunes. In Deutschland könnte man sich darüber im Grunde sein Programm selber aussuchen. So ziemlich jeder Fernsehsender hat eine App. Aber wie kann man die Inhalte nun einfach finden? Du möchtest natürlich nicht in jede App gehen und dich fragen: „Oh, was für Shows könnten hier sein? Mh.. nee. Ich guck mal in die nächste App“.
Was wir also versuchen, ist ein Discovery-Layout anzubieten. Dein persönlicher TV-Guide, so zusagen. Du öffnest ihn, wenn du fernsehen möchtest. Auf dem iPad ist das dann quasi dasselbe. Du schaltest es ein. Du siehst was gerade erreichbar ist und was deine Freunde gerade sehen oder was sie mögen. Wir geben dir dann eine Empfehlung dieser ganzen Inhalte und kreieren somit diesen persönlichen TV-Guide. Dann bekommst du noch einen Zugang dazu und kannst dir die Inhalte per Click direkt anschauen. Du bekommst also neben den Empfehlungen auch einen direkten Anschluss zu den Inhalten und den Quellen.
[MEHR]In unserer Startup-Interview-Reihe geht es heute um Couture Society, einer Plattform, die sich darauf versteht Mode zu demokratisieren. Was das genau bedeutet, erzählt uns Alexander Schimkat, einer der Gründer von Couture Society. Interessante Einblicke in die Modewelt, in den Wirtschaftsstandort Deutschland sowie zum Background der Gründer erwarten euch.
Ich treffe heute Alexander Schimkat, einen der Gründer von Couture Society. Eine Pre-Order-Plattform für Haute Couture. Hey Alex! Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.
Hallo. Sehr gern!
Ja, Alex. Erzähle uns doch erstmal ein wenig über Couture Society. Wie funktioniert eure Plattform? Ihr habt z.B. auf eurer Webseite betont, dass Ihr die Mode demokratisieren wollt. Wie kann man sich das denn vorstellen?
Der Demokratisierungsgedanke entspringt eigentlich im Wesentlichen dem Punkt, dass in der Regel sehr sehr viele Teile, die im Rahmen einer Modenschau gezeigt werden, nicht produziert werden. Sprich es gibt zwar eine große Aufmerksamkeit in den Medien und damit auch bei den Endkonsumenten, also den Modeliebhabern, aber diese Leute haben oftmals nicht die Chance diese Klamotten zu kaufen, weil es eben Risikoaverse Händler gibt, die bestimmte Nachfragen im regionalen Kontext berücksichtigen und die in der Regel dann Sachen ordern bei den Designer, die leichter über die Ladentische gehen. Das führt natürlich dazu, dass es gewisse Bevormundung gibt, ein Diktat des Geschmacks des Händels im Endeffekt, und genau hier wollten wir modeaffinen Menschen, die Möglichkeit geben selbst zu entscheiden was sie in Zukunft tragen wollen. Sprich wir sammeln die Orders nach so einer Fashion-Show von den Leuten ein und geben diese dann gesammelt an die Designer weiter.
EyeEm ist zu einer der TopTen-Apps seit 2011 geworden. Die Foto-Sharing-App wurde von Florian Meissner und drei weiteren Entwicklern programmiert. Die Idee dazu kam ihm, als seine SLR-Cam in der New Yorker U-Bahn gestohlen wurde und er daraufhin nur noch Bilder mit seinem Smartphone schoss.
Jennifer: Heute treffe ich Florian in der EyeEM-Firmenzentrale. Er ist einer der Gründer der App. Danke, dass du uns Netzpiloten heute empfängst.
Florian: Hi Jennifer. Gerne doch.
Jennifer: Florian, erzähl mir doch einmal, wie es zur Zusammenarbeit von dir und deinen drei Kollegen kam und was der ausschlaggebende Punkt war dieses Projekt zu entwickeln. Ferner, was ist eigentlich genau dein Background?
Florian: Das ist eine komische Geschichte. Aber ich fang mal an das zu erzählen. Also mein Background liegt eigentlich in der kommerziellen Fotografie und als ich meinen Studienabschluss erhielt ging ich nach New York um für ein Magazin zu arbeiten. Dort wurde mir dann in der ersten Woche mein komplettes Kamera-Equipment in der U-Bahn gestohlen. Das war wie ein Schlag ins Gesicht, der mir von der Stadt zur Begrüßung gegeben wurde, da ich so gut wie kein Geld hatte um mir eine neue Ausrüstung zu kaufen. Ein Freund hat mir dann ein iPhone 3G gegeben, womit ich erst einmal meine Fotos geschossen habe. Ich war total aufgeregt in New York zu sein. Das war immer mein größter Traum. Ich hatte so viele Projekt-Ideen die ich umsetzen wollte und nun endete ich mit einer heruntergekommenen iPhone-Kamera. Und wenn ich heruntergekommen sage, dann übertreibe ich nicht.
[MEHR]Readmill ist zunächst ein Reader für ebooks, aber auch eine Art soziales Netzwerk rund um das Thema eBook, das nicht auf Empfehlungen sondern dem tatsächlichen Gebrauch, also dem realen Lesevorgang basiert. Das Thema Quantified Self lässt grüßen, hier geht es aber eben nicht um das Einchecken in Kneipen und Büros sondern um das Einchecken in eBooks...
Jennifer: Ich spreche heute mit Henrik Berggren, einem der Gründer der Social reading Plattform Readmill, die vor zwei Wochen gestartet ist. Henrik, danke, dass Du Zeit für uns gefunden hast.
Henrik: Kein Problem, mach' ich doch gern.
J: Erzähl uns doch bitte etwas über Dich und den anderen Gründer von Readmill. Ihr habt vorher für das bekannte Berliner Startup SoundCloud gearbeitet?
H: Ja, das ist richtig, Ich habe Readmill zusammen mit einem meiner besten Freunde gegründet, David [David Kjelkerud]. Wir sind übrigens auch aus Schweden und gingen zur selben Schule wie Eric und Alex, die Gründer von SoundCloud. Daher kennen wir sie schon lange und kamen im Jahr 2008 zu einem sehr frühen Zeitpunkt zu ihrem Projekt. Ich arbeitete dort für fast ein Jahr als Plattform- und Partner-Entwickler. Ich habe Engineering and Entrepreneurship am Royal Institute of Technology in Stockholm studiert und war schon lange mit Computern per Du. Meinen ersten Rechner bekam ich mit 11 Jahren und habe seither weiter gemacht. Ich habe mich dann auch für Computer-Kultur und solche Sachen interessiert, für das Web erst recht. Ich bin wirklich leidenschaftlich, was das Web angeht.
[MEHR]