Arne Bense

Arne BenseArne Bense promoviert bei Prof. Dr. Bernd Enders (systematische Musikwissenschaft) an der Universität Osnabrück und ist dort seit kurzer Zeit Mitglied der Forschungsstelle Musik- und Medientechnologie (FMT). Er ist Mitbegründer des Tonstudios und Labels Sample Park, sein Blog heißt www.therestlessmachine.de

#CTM11: Live ist tot, es lebe die Liveness!?

Arne Bense:

Das mit der Transmediale (#TM11) verschwesterte und zeitgleich statt findende Festival Club Transmediale (#CTM11, 1. - 6.2.2011) in Berlin ist in diesem Jahr der Frage der “liveness” nachgegangen, vor allem mit einem zweitägigen Symposium zu Beginn des Festivals (1. - 2.2.) im HAU1, am Donnerstag dann mit Vorlesungen und einer Diskussion im Haus der Kulturen der Welt, gemeinsam mit der Transmediale. Die Frage, was eigentlich "live" ist, gehört zu den wichtigsten Fragen der "digital culture" (imho), entsprechend vielfältig und kontrovers ist der Begriff dann auch diskutiert worden. Während etwa für Wolfgang Ernst, Professor für Medientheorien an der Berliner HU und Eröffnungsredner des Symposiums, “live” mit den digitalen Medien endet, stellte gleich die erste anschließende Diskussionsrunde eine Renaissance des “live”, gerade durch die Verbreitung digitaler Medientechnologie, fest.

Dieser Text wird sich hauptsächlich mit der Frage der Live-Musik und auditiver Medienkultur befassen, da mich einerseits die Frage der Laptop-Konzertsituation und des Computers als Musikinstrument persönlich beschäftigt und andererseits ein Blogeintrag über ein einwöchiges Festival eine gewisse Reduktion vorschreibt, wenn nicht einfach nur aus jedem Dorf ein Hund präsentiert werden soll. Verweise auf andere, artverwandte Live-Kontexte können jedoch immer leicht gezogen werden...

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MeMCA 2010: Medialität und Musik

Arne Bense: Bass Vom 19.-20.2.2010 fand an der Universität Köln eine Konferenz zur Medialität der Musikwahrnehmung und Aisthesis statt. Der Begriff Medialität - man könnte vielleicht auch von Vermitteltheit sprechen - weist dabei auf mehrere Aspekte hin.
Erstens auf den grundsätzlich McLuhan'schen Gedanken, dass ein Medium eine Umgebung darstellt, die spezifische Effekte produziert. Auch bei der Medialität geht es also immer um etwas speziell Vermittelndes. Wenn man das Medium austauscht, bekommt man andere Effekte, andere Environments. Dass es ohne Medium keine Botschaft gibt, ist die zweite, letztlich ebenso deutliche wie triviale Lesart von ›Mediality‹. Medien - technologische Verbreitungsmedien oder symbolische Kommunikationsmedien - sind essentiell für Konzepte wie Information, Bedeutung oder Intention im Zusammenhang der Musikwahrnehmung. Perzeption von Musik in diesem Sinne bedeutet immer schon Medialität - Understanding Media, mit oder ohne iPod (siehe auch Rolf Großmann, "Konstruktiv(istisch)e Gedanken zur 'Medienmusik'".
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