Anja Krieger ist freie Journalistin und Texterin mit Schwerpunkt Netzkultur und Technologie. Nach ihrem Studium der Kulturwissenschaften in Frankfurt (Oder), Berkeley und Salamanca war sie für den Hörbuch-Verlag DAV und die Online-Kulturplattform "Perlentaucher" tätig. Seit 2009 arbeitet sie als freie Journalistin. Ihre Beiträge finden sich auf anjakrieger.com.
Video-Interview mit Nishant Shah vom Center for Internet and Society in Bangalore, Indien. Themen sind der Kontext von Webtechnologien und dem alltäglichen Leben der Menschen überall auf der Welt – vor allem bezogen auf den Begriff digital natives, den Shah eher kritisch neu interpretiert:
Sami Ben Gharbia ist tunesischer Blogger, lebt in Holland und arbeitet für globalvoicesonline.org. Dort kümmert er sich um diejenigen Blogger in der Welt, die Repressalien ausgesetzt sind. Wie kann man sie unterstützen und stärken? Im Netzpiloten-Interview erklärt seine Arbeit und die schwierige Situation der Blogger außerhalb der demokratischen Gesellschaften.
Sokari Ekine im Netzpiloten-Interview. Sie beschäftigt sich mit mobilem Aktivismus, den Menschenrechten und Bloggen in und über Afrika.
Sokari Ekine is interested in seeking out ways to encourage more Africans to blog and creating a community of grassroots African bloggers as a way/space for Africans to exchange ideas and strategies for effecting change in their communities, share experiences and tell their own stories in their own words.
Über Queer-Feminismus, Geschlecht im Netz und feministische Netzkultur haben wir auf der re:publica10 mit Svenja Schröder vom maedchenblog gesprochen. Es gäbe jetzt schon sehr verschiedene Netzfeministen, sagt Svenja, doch “die Szene muss noch viel, viel diverser werden”. Der Queer-Feminismus, für den sie steht, geht nicht von einem Mann/Frau-Dualismus aus, sondern strebt eine geschlechtsneutrale Debatte an. Dort sollen nicht nur Frauen, sondern auch zum Beispiel männliche Feministen und trans-identitäre Menschen Platz finden. Es gäbe zwar Schwerpunkt-Themen, wie häusliche Gewalt oder die schlechtere Bezahlung von Frauen, sagt Svenja, grundsätzlich sei Netzfeminismus aber thematisch offen: “Es gibt auch zu nahezu allen Themen Sexismus”. Zur Geschlechterdebatte in der Piratenpartei sagt sie: “Die Piratenpartei sollte das als Chance begreifen, dass Feministen sich beschweren. Weil sie würden sich nie bei einer Partei beschweren, die sie nicht selber für interessant hielten”.
Eine “Fuck Google!”-Woche hat das Free Art and Technology (F.A.T.) Lab auf der Transmediale ausgerufen. Mit Aktionen, Browser-Plugins und subversiven Anwendungen will das internationale Künstlerkollektiv die Aufmerksamkeit für die Allgegenwärtigkeit und Marktmacht des Internet-Konzerns schärfen. [Mehr]
Dienstag, 2.2.2010
Charlemagne Palestine sitzt im Glockenturm des Carillon vor dem Haus der Kulturen der Welt. Draußen fegt ein Schneesturm durch die Dunkelheit. Wir stapfen durch den frischen Pulverschnee, bleiben vor dem Kanzerlinnenamt stehen und schauen rüber zum Turm. Normalerweise stellt ihn die schwangere Auster in den Schatten. Doch heute ist die Nacht des Glockenturms, alle werden sich an ihn erinnern. [Mehr]
“A Tool to Deceive and Slaughter” heißt der schwarze Würfel, den Caleb Larsen gerade für über sechstausend Dollar über eBay verkauft hat. Dabei hat der schwarze Acryl-Kubus nur eine Funktion: Sich selbst wieder über eBay zu versteigern, sobald ihn der Besitzer ans Netz angeschlossen hat. Letzte Woche stellte Wired Larsens Aktion vor. Jetzt ist der Würfel verkauft und auf dem Weg zum Höchstbietenden. Larsens absurde Kunstauktion experimentiert mit Verlangen, Besitz und Marktwert – und mit sich selbst. [Mehr]
Sabria David betreibt die Bonner “Zweiraumagentur” Text-Raum und hat zusammen mit zwei Kollegen das “Slow Media”-Manifest verfasst. Hier erklärt sie, was das für sie bedeutet. Natürlich schön slow. [Mehr]
Christian Heller aka @plomlompom erklärt die Singularität und was sie bedeuten könnte, zum Beispiel “das Sonnensystem in einen gigantischen Computer umzuwandeln, derartiges”. [Mehr]
„Jeder bereitet sich auf die Arbeit vor, aber bereitet Arbeit auf irgendwen vor?“ Schon beim Motto des Palomar5–Projekts muss man um die Ecke denken und kommt doch nicht an. So ging es wohl auch den 30 Teilnehmern des sechswöchigen Innovations–Camps in Berlin. Aus hunderten Bewerbern hatten die Organisatoren ein buntes Grüppchen Twenty–Somethings aus aller Welt zusammengestellt. Ihre Aufgabe: Neue Arbeitsumwelten zu entwerfen, „die den Fähigkeiten und Bedürfnissen einer digitalen Generation entsprechen“. Doch radikal neue Ansätze zur Zukunft der Arbeitens entstanden hier am Ende nicht. Die digitalen Blumenkinder hatten das Projekt in den Dienst eines größeren Traums gestellt. Das war enttäuschend, aber auch schön. [Mehr]
Wie sieht Arbeit in Zukunft aus? Vielleicht wie Coworking: Gemeinsam werden Büros angemietet und flexibel genutzt. „Neue Orte für neues Arbeiten“ für Freiberufler und alle, die mobil sind, nicht an die Küchenwand starren oder einer festen Bürogemeinschaft beitreten wollen. Das Netz macht’s möglich – weltweit. [Mehr]
„Open Everything“ heißt die erweiterte Version der Open Source-Bewegung. Das Konzept: Nicht nur Fotos, Texte, Programmcodes oder Filme können per Creative Commons lizensiert werden, sondern auch Werke aus anderen Bereichen, zum Beispiel aus Kunst oder Design. Michelle Thorne, Mitarbeiterin bei Creative Commons International in Berlin, stellt Creative Commons und Open Everything auf dem atoms&bits-Camp vor. [Mehr]
Um eine „neue Kultur des Selbermachens“ und darum, wie man per Netztechnologien die Gesellschaft verändern kann, geht es dieses Wochenende auf dem atoms&bits-Camp. „Web Hippies“ nennt Jay Cousins die Teilnehmer liebevoll. Der britische Erfinder ist selber einer und probiert auf dem Festival mit Teilnehmern einen der Ansätze aus, das „Bausteln“: Aus vermeintlichem Müll, den Teilen einer alten Waschmaschine, entstehen in zwei Tagen neue Produkte – „Upcycling“ statt Recycling. [Mehr]