Warten auf Godot?

Wie man sein Blog bekannt macht? Dafür gibt es kein Patent-Rezept.
Aber ein paar gute Tipps. Wir haben einige zusammengetragen:

Als die Blogszene in Deutschland Ende 2000 noch aus nur zwei Dutzend Weblogs bestand, begrüßte man Neulinge noch mit einem freundlichen „Hallo“. Jeder konnte sich gewiss sein: Die Blogwelt wird auf mich aufmerksam – wenn ich will. Heute ist das ungleich schwerer. Zwar gibt es mehr Blogs denn je, die freundliche Worte der Begrüßung verbreiten könnten, die wenigsten allerdings machen dies.
Zeit also für die Frage: Wie mache ich mein Blog bekannt?

Schreibe regelmäßig, und gib nicht auf!
Ja, wenn es doch so schön bliebe: Fängt man mit dem eigenen Weblog an, gibt es eine Euphorie: „Hallo Welt, hier bin ich!“ Doch bald kommt der Alltag wieder, und die Lust etwas ins Blog zu schreiben, schwindet.
Doch: Ein Blog ist erst ein Blog, wenn es ab und an mit neuen Gedanken befüllt wird.
Niemand schreibt vor, wie oft man das eigene Blog füttern soll. Doch Blogs sind wie Tamagotchi: Sie sterben schnell.
So also muss es sein – vor allem, wenn man sich mit dem eigenen Weblog profilieren will -: Schreibe regelmäßig.

Sei nicht langweilig!
Man muss unterscheiden, zwischen Tagebuch-Blogs und Themen-Blogs. Schreibst Du ein Themen-Weblog, so sei ein Kenner dessen, über das Du schreibst. Habe eine Meinung und äußere diese. Nicht zu iedem. Nicht zu allem. Sondern zu dem, was dich interessiert.
Blog sind keine journalistische, meinungsfreie Zone. Sie sind ein meinungsbeeinflusstes Medium, ein Diskussionsherd. Nutze es, sei meinungsfreudig und mutig.

Habe ein Gesicht!
Werde Jemand für Deine Leser. Das bedeutet nicht unbedingt, dass man ein Bild von Dir auf Deinem Weblog finden muss, aber durchaus ein paar Zeilen über Dich. Ein Leser möchte wissen, wer Du bist.
Und es bedeutet: Gib Deinem Weblog ein Gesicht. Und damit ist nicht das Standard-Template von WordPress gemeint.
Weblogs sind so individuell wie ihre Autoren. Gönne Deinem Weblog also auch eine entsprechende Aufmachung.
Und wenn es ein fertiges Template ist: Such nicht die „meist genutzten“, sondern das andere Ende dieser Skala.

Mehr: Ben Yoskovitz, Darren Rowse, Ralf Graf

Volle RSS-Feeds!
Ja, ein kontroverses Thema. Zwei Fronten mit verständlichen Argumenten treffen beim Thema „Vollfeed“ aufeinander. Und trotzdem sollte für Weblogs gelten: Stelle Deine Artikel vollständig als RSS-Feed zur Verfügung.
Oder bekommst Du auch nur die Schlagzeilen Deiner Tageszeitung und musst für jeden Artikel zum Briefkasten laufen?

Mehr: Robert Basic, Vladimir Simovic, René Kriest

Rede mit Anderen!
Blogs leben von der Verbindung untereinander. Und da es schnell langweilig wird, wenn nur Blogs miteinander reden, sollten Blogger auch miteinander reden: Hinterlasse (sinnvolle) Kommentare auf anderen Blogs wenn Dich ein Thema interessiert. Dort darfst Du durchaus auch einen direkten Link hinterlassen, wenn Du Dich in einem eigenen Blog-Eintrag mit dem gleichen Thema beschäfftigt hast.
Antworte Deinen Lesern auf Kommentare, die sie Dir hinterlassen. Und behandele Deine Leser so, wie Du behandelt werden möchtest. Zeige Verständnis, sei nett und respektiere Blogger, Leser und all die Anderen …

Und wenn Du magst: Gehe raus.
Halte Augen und Ohren offen, denn oft finden hier und da Bloggertreffen statt. Dort lernst Du all die kennen, von denen und über die Du sonst nur liest. Und sie lernen Dich kennen.

Mehr: Trackbacks und Pingbacks, Netiquette, Johnny Haeusler (Satire)

Nimm an Wettbewerben teil!
Das Phänomen des Blog-Karneval greift auch in Deutschland um sich. Bei einem Blog-Karneval versucht man, möglichst viele Artikel und Stimmen zu einem bestimmten Thema zu bekommen. Zwei aktuelle Beispiele sind der 3. Business Blog Karneval und der WordPress Karneval.

Beteilige Dich an solchen Aktionen. Wenn Du etwas dazu beitragen kannst. So hast Du die Möglichkeit auf Dich, Dein Blog und Dein Know-How aufmerksam zu machen.

Gib etwas (zurück)!
Du hast ein eigenes Template entwickelt? Ein PlugIn für das Weblog-System programmiert? Eine gute Artikel-Serie geschrieben? Dann lasse Deine Leser daran teilhaben.
Fasse die Artikel-Serie zu einem PDF zusammen, veröffentliche das PlugIn oder Template und stelle die Sachen zum Download zur Verfügung. Oder fasse interessante Artikel zu übersichtlicheren Listen zusammen. Kurz: Schaffe Übersichtlichkeit und Reize.

… und vergiss bei Downloads nicht, Deine URL im Template, PlugIn oder eBook zu hinterlassen.

Blogs brauchen Pflege. Zuwendung. Und Zeit.
Die Aufgabe ist: Seinen eigenen Weg, das eigene Thema und die eigene Stimme zu finden. Nicht das zu machen, was 100 andere machen. Der Rest kommt dann eigentlich von allein …

Und zum Schluss noch zwei plus vierundfünfzig kleine Tipps von Seth Godin:
Schreibe auf Englisch!
Noch besser: Schreibe auf Chinesisch ;-)
How to get Traffic to your Blog

Thomas Gigold

Thomas Gigold

ist Journalist und Berufsblogger. Blogger ist Gigold bereits seit den letzten Dezembertagen des Jahres 2000, seit 2005 verdient er sein Geld mit Blogs und arbeitete u.a. für BMW, Auto.de und die Leipziger Messe. Selbst bloggt Gigold unter medienrauschen.de über Medienthemen. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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