Apple: Wie ein Australier zu Apples größtem Ärgernis wurde

Bei der gestrigen Präsentation der neuen iPhones gab es keine großen Überraschungen. Dafür kann Apple sich bei Sonny Dickson bedanken, der bereits seit Monaten Informationen und Bilder leakt.

Sonny Dickson

Ein bisschen überspitzt könnte man sagen, dass Sonny Dickson für Apple die gleiche Rolle einnimmt, wie Edward Snowden für die NSA. Der australische Blogger hat in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder neue Informationen und Fotos zu den neuen iPhones vorgestellt, dass Apple auf dem gestrigen Event keinerlei Überraschungsmoment mehr aufbringen konnte. Doch wie kommt der Tech-Blogger immer wieder an die wohlgehüteten Geheimnisse?


  • Die beiden neuen iPhones 5S und 5C bieten wenig Überraschendes.
  • Informationen und Bilder wurden schon seit Wochen von Sonny Dickson geleakt.
  • Apple hat kaum Möglichkeiten das Leck zu dichten und den Schaden zu begrenzen.

In der heutigen Technikwelt gehören Leaks von unveröffentlichten Geräten zum Alltag. Auch wenn die Hersteller versuchen ihre Entwicklungsarbeit weitestgehend geheim zu halten, gibt es heutzutage eigentlich kein Smartphone mehr, das vor der Präsentation nicht schon durch die einschlägigen Medien geisterte. Die Quellen für diese Leaks sind meist unterschiedlicher Herkunft. Manchmal sind es Mitarbeiter der Zulieferbetriebe, manchmal Mitarbeiter von Mobilfunkunternehmen und manchmal schlicht Blogger mit unheimlich guten Kontakten. Zu letzterer Kategorie gehört auch der Australier Sonny Dickson, der Apple das Leben in letzter Zeit mit einer noch nie dagewesenen Menge an Leaks unheimlich schwer gemacht hat.

Angefangen hat Dickson mit seinem eigenen Reparaturservice für Smartphones, wodurch er bereits erste Kontakte zu chinesischen Zulieferbetrieben knüpfen konnte. Diese Kontakte hat er immer weiter ausgebaut und es auf diesem Weg geschafft, auch an die Bauteile der eigentlich noch geheimen neuen iPhones zu gelangen. Diese behielt er aber nicht für sich sondern teilte sie großzügig mit dem Rest der technikbegeisterten Welt.

Wieso ist Apple aber nicht in der Lage, etwas gegen diesen konstanten Leak zu unternehmen? In der Vergangenheit war das iPhone eines der bestgehütesten Tech-Geheimnisse, das höchstens durch unachtsame Mitarbeiter in Biergärten vergessen wurde. Zum einen hat das Interesse an dem Prestige-Smartphone stetig zugenommen, zum anderen hat sich Apple zunehmend von Samsung als Hauptzulieferer für iPhone-Komponenten gelöst um von dem größten Konkurrenten weniger anhängig zu sein.

Dieser Schritt bedeutet allerdings, dass statt einem großen Konzern nun viele kleinere für die Fertigung der Bauteile zuständig sind, was wiederum die Anzahl der möglichen Lecks erhöht und es für Apple somit nahezu unmöglich macht, alles zu kontrollieren. Aber auch der besagte koreanische Konzern Samsung ist inzwischen Opfer von Dickson Leaks geworden. Im Vorfeld zur IFA hatte Dickson Fotos des Displays vom Samsung Galaxy Note 3 veröffentlicht, als das Design des neuen Smartphones noch gar nicht bekannt war.

Dickson bekommt die Bauteile aber nicht etwa in Form kostenloser Samples zugeschickt, sondern muss dafür bezahlen. Geld scheint für den Australier aber kein Problem darzustellen, auch wenn er über das Thema nicht gerne spricht. Seine Webseite, sowie YouTube-Kanal und sein Reparaturservice scheinen genug Geld zu generieren, dass er nur zu gerne für Statussymbole ausgibt, wie sein Instagram-Profil verrät.

Auf die Frage vom deutschen Ableger des Wall Street Journal, ob er sich vorstellen könne, jemals für Apple direkt zu arbeiten hält er sich bedeckt, gegenüber BGR gab er dagegen zu Protokoll, dass er plane seine eigene Elektronik-Firma zu gründen. Dabei wolle er chinesische OEM-Produkte unter seinem eigenen Label nach Australien holen. Nähere Details wollte er aber nicht verraten, nur so viel dass es etwas Großes werden wird. Ob er seine Leaks dann allerdings an den Nagel hängt und Apple dann endlich wieder ruhig schlafen können wird, darf allerdings angezweifelt werden.


Teaser & Image by Sonny Dickson

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Daniel Kuhn

Daniel Kuhn

ist Wahl-Berliner mit Leib und Seele und arbeitet von dort aus seit 2010 als Tech-Redakteur. Anfangs noch vollkommen Googles Android OS verfallen, geht der Quereinsteiger und notorische Autodidakt immer stärker den Fragen nach, was wir mit den schicken Mobile-Geräten warum anstellen und wie sicher unsere Daten eigentlich sind. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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