Android Wear: Smartwatch-Durchbruch dank Google-Starthilfe?

Nachdem letztes Jahr Google mit Android Wear den Durchbruch im Wearable-Markt nicht schaffen konnte, könnte 2015 nun das Jahr der Smartwatch werden – Apple sei dank. // von Daniel Kuhn

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Smartwatches und Wearable Devices gelten schon seit einiger Zeit als das nächste große Ding in der Technikwelt – bis heute konnte allerdings keines dieser Geräte auf dem Markt signifikante Erfolge feiern. Nachdem bisher jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kochte, hat Google im vergangenen Jahr mit Android Wear ein Betriebssystem speziell für Wearable Devices vorgestellt, mit dem Google der noch jungen Gerätekategorie helfen wollte, in der breiten Masse anzukommen. Die hat Google bislang aber nicht geschafft und noch immer sind Wearables nur eine Nische. Jetzt könnte aber neuen Schwung in den Wearable-Markt kommen, bringt mit Apple ein weiterer Big-Player eine Smartwatch auf den Markt.


Warum ist das wichtig? Wearable Devices wie Smartwatches konnten sich bisher nicht am Markt etablieren. Auch Googles Wearable-Betriebsystem Android Wear konnte dies nicht ändern.

  • Android Wear ist eine Android-Version, die speziell für Wearable Devices wie Smartwatches optimiert ist. Diese kann frei von Hardware-Herstellern verwendet werden.

  • Auch wenn Android Wear schon seit fast einem Jahr auf dem Markt ist, haben Smartwatches und Wearables den Durchbruch nicht geschafft.

  • Neben Android Wear betritt nun auch Apple den Wearable-Markt und bringt im April mit der Apple Watch seine eigene Smartwatch an den Start. Damit könnte neuen Schwung in den Markt kommen.


Android für das Handgelenk

Smartphones gehören heute längst zur Standardausstattung, auf der Straße sieht man kaum noch Menschen, die keines besitzen. Dies lässt sich so leicht erkennen, da die meisten Nutzer damit beschäftigt sind, ständig auf das Gerät zu starren. Nachteil an diesem Verhalten: Man bekommt von seiner Umwelt nicht mehr viel mit. Diese technologischen Ablenkungen könnten ironischerweise durch Smartwatches und andere Wearable Devices wie zum Beispiel Google Glass minimiert werden. Die bisherigen Geräte von Samsung, Sony und einigen Startups wie Pebble waren allerdings nur bedingt in der Lage, dies zu leisten. Entweder waren sie im Leistungsumfang zu beschränkt, oder aber völlig überladen und generell nicht intuitiv in der Anwendung.

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Da bisher alle Hersteller mehr oder weniger an der Aufgabe gescheitert sind, für die neue Gerätekategorie einen wirklichen Mehrwert zu schaffen, hat Google sich im vergangenen Jahr der Sache angenommen. Ähnlich wie einst mit Android für Smartphones hat der Konzern aus Mountain View buchstäblich ein Ass aus dem Ärmel in Form eines Betriebssystems für Wearable Devices gezogen, das alle Hersteller übernehmen können. Somit hat Google nicht nur sichergestellt, dass das eigene Ökosystem weiter wächst, sondern auch, dass ein gewisser Qualitätsstandard bei den neuen Geräten vorhanden ist und diese reibungslos mit allen Android-Geräten kommunizieren können.

Das Fenster zum Smartphone

Die Grundidee von Android Wear, für das Google viele Ideen von Google Glass übernommen hat, ist, dass Technologie einem nicht im Weg stehen soll, sondern nur dann die Aufmerksamkeit des Nutzers fordert, wenn es nötig ist. Dementsprechend ist Android Wear als Fenster zum Smartphone zu verstehen. Neue Benachrichtigungen werden am Handgelenk angezeigt und man kann darauf entscheiden, ob sie wichtig genug sind, um das Smartphone aus der Tasche zu ziehen und zu reagieren, oder ob sie warten können.

Google setzt bei Android Wear verstärkt auf Google Now, den kontextsensitiven Assistenten, der auch auf Smartphones eine immer wichtigere Rolle spielt. Aber auch Apps wie Google Maps können zur Information herangezogen werden. Zudem gibt es für App-Entwickler die Möglichkeit ihre Anwendungen auch für Android Wear zu optimieren.

Mit Android Wear zum Durchbruch?

Als erste Hardwarepartner konnte Google zum Start von Android Wear Motorola und LG überzeugen, eine Smartwatch mit dem Betriebsystem auf den Markt zu bringen. Dazu haben mittlerweile auch ASUS, Samsung und Sony eigene Smartwatches mit Android Wear auf den Markt gebracht. Mit der Unterstützung von Seiten der Hardwarehersteller standen die Anzeichen somit endlich darauf, dass der lang erwartete Durchbruch der Wearable Devices bevorstehen könnte.

Dieser ist jedoch bislang noch nicht eingetreten und Smartwatches sind noch lange von der Beliebtheit der Smartphones entfernt – trotz der Bemühung von Google, Samsung und Co. Aus diesem Grund blicken zurzeit alle nach Cupertino und warten auf den Start der Apple Watch. Mit dieser möchte das kalifornische Unternehmen, das bereits mit dem iPhone und iPad dem Smartphone- und Tabletmarkt zum Durchbruch verholfen hat, nun auch den Wearables zum Erfolg verhelfen. Bis dies aber passiert, müssen sich die Android-Verfechter und Hardwarehersteller noch ein wenig gedulden, soll die Apple Watch erst im April auf den Markt kommen. Spätestens dann aber wird sich zeigen, ob Apple den Wearables zum Durchbruch verhelfen kann und ob auch die Android Wear-Smartwatches davon profitieren können. Vielleicht wird dann 2015 das Jahr der Smartwatch.

Zuletzt aktualisiert am 04.02.2015 von Lukas Menzel

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Daniel Kuhn

Daniel Kuhn

ist Wahl-Berliner mit Leib und Seele und arbeitet von dort aus seit 2010 als Tech-Redakteur. Anfangs noch vollkommen Googles Android OS verfallen, geht der Quereinsteiger und notorische Autodidakt immer stärker den Fragen nach, was wir mit den schicken Mobile-Geräten warum anstellen und wie sicher unsere Daten eigentlich sind. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.

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