amazee: Projektverwaltung goes Gesellschaft

Der Sommer steht vor der Tür, und jeder Verein organisiert ein Fest. Das Semester hat begonnen, und zehntausende Studentenvereinigungen stellen Veranstaltungen auf die Beine. Immer mehr Privatleute engagieren sich für höhere Ziele. Und so werden immer wieder neue E-Mail-Verteiler angelegt, die irgendjemand pflegen muss. Irgendwann blickt keiner mehr durch, wer nun gerade den letzten Stand der Planung im Blick hat. Das muss doch irgendwie einfacher gehen. Genau in diese Lücke stößt amazee, der Dienst mit der Büroklammer-Optik. Das Versprechen lautet: Social Collaboration für alle.

Wie funktioniert amazee?

Die Anmeldung läuft standardmäßig ab: Daten eingeben, E-Mails abrufen, Passwort aus dem Spam-Ordner fischen. Anschließend kann man das erste Projekt anlegen. Ein Assistent führt in fünf Schritten durch den Prozess. Man kann einstellen, ob das Projekt öffentlich oder privat ist und wer daran teilnehmen darf. Zu diesem Assistenten kommt man auch immer wieder zurück, um nachträglich Änderungen vorzunehmen.Screenshot eines Projekts bei amazee

Ein „Projekt“ enthält so ziemlich alles, was man braucht: Auf einer Magazinseite lassen sich durch Drag & Drop kinderleicht Blogs, Texte und Galerien anlegen. Es gibt Foren, Wikis, Aufgaben, Umfragen und Dateien. Aufgaben können an bestimmte Gruppenmitglieder delegiert werden.

Für wen ist amazee gedacht?

Im Unterschied zu Social Networking Plattformen wie Facebook und MySpace geht es amazee weniger um die Vernetzung von Mitgliedern über Profile (obwohl das auch geht), sondern primär um Social Collaboration: Die Mitglieder arbeiten in einem oder mehreren Projekten zusammen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Dabei legt amazee den Schwerpunkt auf öffentliche Projekte, denen sich jeder Interessierte anschließen kann. Private Projekte für eine geschlossene Gruppe sind aber ebenso problemlos möglich. Da Unternehmen eher auf eigene Projekt-Management-Lösungen setzen, richtet sich amazee vorrangig an Privatmenschen oder Vereine. Kleinere Projekte wie etwa eine Feier lassen sich so komfortabel organisieren.

Blogpiloten-Urteil

Amazee befindet sich noch im Alpha-Status: unter der Oberfläche wird also noch gehörig gewerkelt. Dennoch lief das System im Test stabil und verhielt sich wie erwartet. Eine komfortable Möglichkeit, noch nicht registrierte Mitglieder in einem Schritt direkt zu einem Projekt einzuladen, wurde vermisst: bisher sind zwei Schritte notwendig. Abgesehen davon ist das System jedoch vollständig. Trotz Alpha-Status hat amazee schon heute das Potenzial, die Zusammenarbeit in privaten Projekten spürbar zu vereinfachen. Goodbye, umständliche E-Mail-Verteiler!


Screenshot by ”Amazee Group”


Schlagwörter: , , , ,
Björn Rohles

Björn Rohles

ist Medienwissenschaftler und beobachtet als Autor („Grundkurs Gutes Webdesign“) und Berater den digitalen Wandel. Seine Themenschwerpunkte sind User Experience, anwenderfreundliches Design und digitale Strategien. Er schreibt regelmäßig für Fachmedien wie das t3n Magazin, die Netzpiloten oder Screenguide.

More Posts - Website - Twitter - Facebook - Google Plus