Ich kannte Robin Meyer-Lucht nicht persönlich. Er hatte carta.info aus dem Boden gestampft und dort habe ich ihn überhaupt zum ersten Mal wahrgenommen. Als Autor. Und als Macher. Viele seiner Texte habe ich kritisiert. Einige gemocht. In den Kommentaren zu seinen Artikeln war er oft besser als im Text selbst. Matthias Schwenk hat mir mal erzählt, dass er unheimlich pingelig war mit den Texten, die bei carta erscheinen sollten. Der Lohn war Anerkennung, Reputation, Neid und eben der Grimme-Preis.

Ich habe carta manchmal gehasst, manchmal gemocht. Aber eines muss ich aus Sicht eines Online-Journalisten sagen: Er hat einen Stein in die deutsche Online-Landschaft gerollt. Rodin sagte immer, er sähe schon im Steinbruch die Figur, die im Stein hocken würde, er würde sie nur befreien mit seiner Arbeit. Die Figur, die ich in carta sah, war ein andere. Jemand wird sie herausmeißeln. Aber Meyer-Lucht bleibt das Verdienst, wenigstens diesen dicken Brocken aus dem Steinbruch in unsere Welt gerollt zu haben.

Vor einigen Tagen ist er verstorben. Er möge seinen Frieden finden, wo auch immer er jetzt Texte redigiert.



Über den Autor
Jörg Wittkewitz   ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)
Jörg Wittkewitz | Social Media | 21.09.11, 12:58
 
 

1 Kommentar zu “Nachruf auf Robin Meyer-Lucht”
 
09:32 | Sep 22' 2011| jorni schreibt:

Ein herber Verlust, gerade durch die vielen Denkanregungen, die Robin mir gegeben hat. RIP RML.

 
 
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