Über Queer-Feminismus, Geschlecht im Netz und feministische Netzkultur haben wir auf der re:publica10 mit Svenja Schröder vom maedchenblog gesprochen. Es gäbe jetzt schon sehr verschiedene Netzfeministen, sagt Svenja, doch "die Szene muss noch viel, viel diverser werden". Der Queer-Feminismus, für den sie steht, geht nicht von einem Mann/Frau-Dualismus aus, sondern strebt eine geschlechtsneutrale Debatte an. Dort sollen nicht nur Frauen, sondern auch zum Beispiel männliche Feministen und trans-identitäre Menschen Platz finden. Es gäbe zwar Schwerpunkt-Themen, wie häusliche Gewalt oder die schlechtere Bezahlung von Frauen, sagt Svenja, grundsätzlich sei Netzfeminismus aber thematisch offen: "Es gibt auch zu nahezu allen Themen Sexismus". Zur Geschlechterdebatte in der Piratenpartei sagt sie: "Die Piratenpartei sollte das als Chance begreifen, dass Feministen sich beschweren. Weil sie würden sich nie bei einer Partei beschweren, die sie nicht selber für interessant hielten".
Über den Autor
Anja Kriegerist Kulturwissenschaftlerin, freie Journalistin und
Texterin und lebt in Berlin. Sie arbeitet über Netzkultur, digitale
Medien und Netzbewegungen in Berlin. Für die Fachbuchplattform PaperC
betreut sie Blog, Text und Social Media. Ihre Beiträge finden sich auf
anjakrieger.com.