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	<title>Kommentare zu: Feudalherren, Irokesen und kein Gespräch</title>
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	<description>Netzpiloten surfen oberhalb der Wolkendecke. Seit 1998 entdecken wir mit Euch, dass das Web mehr zu bieten hat als bedruckte Seiten hinter Glas.</description>
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		<title>Von: Wittkewitz</title>
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		<dc:creator>Wittkewitz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 12:49:56 +0000</pubDate>
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		<description>Eine deutlich substanzielle Formulierung zum Begriff &quot;digitaler Feudalismus&quot;, der auch wirklich auf den Begriff historisch korrekt eingeht, findet sich übrigens in einem Beitrag von Don Alphonso vom Sommer 2009 als Amazon die Orwell-Lektüre vom Kindle verb(r)annte...

http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/07/19/digitale-buecherverbrennung-und-feudalismus-bei-amazon.aspx</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eine deutlich substanzielle Formulierung zum Begriff &#8220;digitaler Feudalismus&#8221;, der auch wirklich auf den Begriff historisch korrekt eingeht, findet sich übrigens in einem Beitrag von Don Alphonso vom Sommer 2009 als Amazon die Orwell-Lektüre vom Kindle verb(r)annte&#8230;</p>
<p><a href="http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/07/19/digitale-buecherverbrennung-und-feudalismus-bei-amazon.aspx" rel="nofollow" target="_blank" class="liexternal">http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/07/19/digitale-buecherverbrennung-und-feudalismus-bei-amazon.aspx</a></p>
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		<title>Von: Sascha Lobo</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2010/02/08/feudalherren-irokesen-und-kein-gesprach/comment-page-1/#comment-68847</link>
		<dc:creator>Sascha Lobo</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 09:57:03 +0000</pubDate>
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		<description>Ich möchte zugeben, dass mein Auftritt zu den, nun, weniger guten in meinem Bühnengesamtwerk gehört, wenn man versteht, was ich meine (ich habe mich deshalb auch entschlossen, das  Honorar wikileaks.org zu spenden). Ich möchte das nicht groß mit Ausreden verschleiern, kann es aber, wenn von Interesse, erklären. 

Es lag an einer Mischung aus zu wenig Beschäftigung mit dem Vortrag / der Situation einerseits und der mit mir nur begrenz kompatiblen Art der Veranstaltung andererseits, bzw. der Vorbereitung seitens der Veranstalter. Ich habe kurz vor der Veranstaltung (nämlich bei der Ankunft) festgestellt, dass das Briefing nur ganz bedingt mit dem Titel und damit der Erwartungshaltung des Publikums zu tun hatte. Das erste Briefing aus dem Herbst lautete nämlich: &quot;Das Panel, für das wir Sie einladen möchten, trägt den Titel &quot;Die Zukunft des Internets&quot;. In dieser Session geht es um die sozialen und kulturellen Auswirkungen des Internets.&quot;

Das wurde dann nocheinmal verfeinert wie folgt:
&quot;Wir sind an einem Moment, an dem wir einige Überlegungen über die soziale Medien in Zeiten der Krise anstellen sollten. Angesichts der Auswirkungen der jüngsten Ereignisse, in denen Social-Networking die traditionelle Berichterstattung verdrängt hat, lohnt es sich, die &quot;radikale&quot; Rolle von Werkzeugen wie Twitter als &quot;revolutionäres&quot; Medium näher zu betrachten. […] Haben wir es mit einer neuen Kraft, einen neuen sozialen Mechanismus für den Informationsaustausch, mit einer neuen Wahrheit zu tun? Oder lauschen wir einem neuen Sirenengesang, einer vagen, kontingenten Realität, die mehr auf Vermutung gestützt ist denn auf  harte Fakten?&quot;

Und jetzt meine erste Dummheit: die über fünfzig Mails des Vorbereitungsteams habe ich irgendwann nicht mehr verfolgt. Und deshalb nicht mitbekommen, dass die Session sich zwischendurch gewandelt hat und den Titel Liquid Democracy bekommen hat. Meine zweite Dummheit war, unsouverän auf diese Information, die ich gestern eine Stunde vor Start bekommen habe, zu reagieren - nämlich durch hektischen Aktionismus. Die vorher einigermaßen passende und funktionierende Präsentation habe ich versucht, irgendwie in eine sinnvolle Richtung zu biegen. 

Die bessere Reaktion wäre wahrscheinlich gewesen, die Präsentation einfach so zu halten, wie ich sie geplant hätte, um anschließend ein Gefühl von &quot;Thema verfehlt, aber netter Vortrag&quot; beim Publikum zu erzeugen. Stattdessen habe ich mich für die Variante &quot;Worst of both worlds&quot; entschieden. 

Ups, jetzt habe ich diesen langen Sermon geschrieben, der ja doch eher wie eine Entschuldigung als eine Erklärung daher kommt - egal, vielleicht hilft es jemandem, meinen gestrigen Auftritt nicht als Mißachtung betrachten, sondern als Fehlleistung meinerseits. Sorry dafür gegenüber Publikum, Veranstaltern und Mitvortragenden.

Angemerkt sei noch: Hätte ich bei der Anfrage im Oktober gewusst, dass es um Liquid Democracy geht, hätte ich nicht zugesagt; ich habe davon (noch) zu wenig Ahnung, um zu einer Diskussion substanziell beitragen zu können.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich möchte zugeben, dass mein Auftritt zu den, nun, weniger guten in meinem Bühnengesamtwerk gehört, wenn man versteht, was ich meine (ich habe mich deshalb auch entschlossen, das  Honorar wikileaks.org zu spenden). Ich möchte das nicht groß mit Ausreden verschleiern, kann es aber, wenn von Interesse, erklären. </p>
<p>Es lag an einer Mischung aus zu wenig Beschäftigung mit dem Vortrag / der Situation einerseits und der mit mir nur begrenz kompatiblen Art der Veranstaltung andererseits, bzw. der Vorbereitung seitens der Veranstalter. Ich habe kurz vor der Veranstaltung (nämlich bei der Ankunft) festgestellt, dass das Briefing nur ganz bedingt mit dem Titel und damit der Erwartungshaltung des Publikums zu tun hatte. Das erste Briefing aus dem Herbst lautete nämlich: &#8220;Das Panel, für das wir Sie einladen möchten, trägt den Titel &#8220;Die Zukunft des Internets&#8221;. In dieser Session geht es um die sozialen und kulturellen Auswirkungen des Internets.&#8221;</p>
<p>Das wurde dann nocheinmal verfeinert wie folgt:<br />
&#8220;Wir sind an einem Moment, an dem wir einige Überlegungen über die soziale Medien in Zeiten der Krise anstellen sollten. Angesichts der Auswirkungen der jüngsten Ereignisse, in denen Social-Networking die traditionelle Berichterstattung verdrängt hat, lohnt es sich, die &#8220;radikale&#8221; Rolle von Werkzeugen wie Twitter als &#8220;revolutionäres&#8221; Medium näher zu betrachten. […] Haben wir es mit einer neuen Kraft, einen neuen sozialen Mechanismus für den Informationsaustausch, mit einer neuen Wahrheit zu tun? Oder lauschen wir einem neuen Sirenengesang, einer vagen, kontingenten Realität, die mehr auf Vermutung gestützt ist denn auf  harte Fakten?&#8221;</p>
<p>Und jetzt meine erste Dummheit: die über fünfzig Mails des Vorbereitungsteams habe ich irgendwann nicht mehr verfolgt. Und deshalb nicht mitbekommen, dass die Session sich zwischendurch gewandelt hat und den Titel Liquid Democracy bekommen hat. Meine zweite Dummheit war, unsouverän auf diese Information, die ich gestern eine Stunde vor Start bekommen habe, zu reagieren &#8211; nämlich durch hektischen Aktionismus. Die vorher einigermaßen passende und funktionierende Präsentation habe ich versucht, irgendwie in eine sinnvolle Richtung zu biegen. </p>
<p>Die bessere Reaktion wäre wahrscheinlich gewesen, die Präsentation einfach so zu halten, wie ich sie geplant hätte, um anschließend ein Gefühl von &#8220;Thema verfehlt, aber netter Vortrag&#8221; beim Publikum zu erzeugen. Stattdessen habe ich mich für die Variante &#8220;Worst of both worlds&#8221; entschieden. </p>
<p>Ups, jetzt habe ich diesen langen Sermon geschrieben, der ja doch eher wie eine Entschuldigung als eine Erklärung daher kommt &#8211; egal, vielleicht hilft es jemandem, meinen gestrigen Auftritt nicht als Mißachtung betrachten, sondern als Fehlleistung meinerseits. Sorry dafür gegenüber Publikum, Veranstaltern und Mitvortragenden.</p>
<p>Angemerkt sei noch: Hätte ich bei der Anfrage im Oktober gewusst, dass es um Liquid Democracy geht, hätte ich nicht zugesagt; ich habe davon (noch) zu wenig Ahnung, um zu einer Diskussion substanziell beitragen zu können.</p>
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		<title>Von: Anja Krieger</title>
		<link>http://www.netzpiloten.de/2010/02/08/feudalherren-irokesen-und-kein-gesprach/comment-page-1/#comment-68832</link>
		<dc:creator>Anja Krieger</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 09:21:51 +0000</pubDate>
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		<description>Dass es gar nicht um das ging, was im Bereich Liquid Democracy gerade zum Beispiel in Deutschland passiert, hat mich auch enttäuscht.

Die Unvereinbarkeit der Teilnehmer fand ich auf der anderen Seite interessant. Sascha Lobo als Social-Media-Optimist aus dem Marketingland, Matteo Pasquinelli als mahnender Intellektueller mit zugespitzer &quot;Digital Feudalism&quot;-Dystopie und Steve Lambert als ulkiger Interventionist mit Zen-Einschlag - das war insofern eine spannende Kombination, als dass man als Zuschauer zu spüren bekam, wie sehr sich die &quot;Netzmenschen&quot; in Typen und Lager aufgespalten haben, in selbstbezügliche Welten, die Probleme haben, noch miteinander zu kommunizieren.

Den &quot;Digital Feudalism&quot; hab ich etwas anders verstanden (kein Wunder bei Matteos doch sehr abstraktem Vortrag): Kapital konzentriert sich im Netz bei &quot;Feudalherren&quot; wie Google, Facebook, Twitter et cetera. Diese Firmen stellen die Orte her, auf denen kreative, vermeintlich freie Dinge passieren. In Wirklichkeit zahlen aber alle &quot;Miete&quot; an diese Services, da sie ja z.B. akzeptieren, dass hier Werbung stattfindet.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dass es gar nicht um das ging, was im Bereich Liquid Democracy gerade zum Beispiel in Deutschland passiert, hat mich auch enttäuscht.</p>
<p>Die Unvereinbarkeit der Teilnehmer fand ich auf der anderen Seite interessant. Sascha Lobo als Social-Media-Optimist aus dem Marketingland, Matteo Pasquinelli als mahnender Intellektueller mit zugespitzer &#8220;Digital Feudalism&#8221;-Dystopie und Steve Lambert als ulkiger Interventionist mit Zen-Einschlag &#8211; das war insofern eine spannende Kombination, als dass man als Zuschauer zu spüren bekam, wie sehr sich die &#8220;Netzmenschen&#8221; in Typen und Lager aufgespalten haben, in selbstbezügliche Welten, die Probleme haben, noch miteinander zu kommunizieren.</p>
<p>Den &#8220;Digital Feudalism&#8221; hab ich etwas anders verstanden (kein Wunder bei Matteos doch sehr abstraktem Vortrag): Kapital konzentriert sich im Netz bei &#8220;Feudalherren&#8221; wie Google, Facebook, Twitter et cetera. Diese Firmen stellen die Orte her, auf denen kreative, vermeintlich freie Dinge passieren. In Wirklichkeit zahlen aber alle &#8220;Miete&#8221; an diese Services, da sie ja z.B. akzeptieren, dass hier Werbung stattfindet.</p>
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