Vor ein paar Wochen haben wir auf die große deutsche Twitter-Umfrage hingewiesen, jetzt sind die Ergebnisse online. Die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammengestellt:
- Twitter kann noch lange nicht als Massenmedium bezeichnet werden, da sich ein klares Bild des typischen Nutzers zeigt: er ist 32 Jahre alt und hat Abitur (78%). Und ja, ein "er" ist er auch, der Frauenanteil liegt nur bei 25,7%. Einen eigenen Blog betreiben 2/3 der Twitter-Nutzer, meist über Technik, Web 2.0 und Privates.
- Twitter-Nutzer arbeiten zu über der Hälfte in der Medien- und Marketingbranche, ein Viertel sind Unternehmer oder Führungskräfte.
- Die oft gerühmte Schnelligkeit von Twitter zeigte sich schon im Datensatz: über zwei Drittel der 2779 ausgewerteten Teilnehmer nahmen innerhalb der ersten 24 Stunden nach Freischaltung der Umfrage daran teil.
- Twitter-Nutzerinnen scheinen mehr Wert auf Anonymität zu legen als ihre männlichen Kollegen: sie nutzen nur zu 14% ihren wirklichen Namen als Accountname (Männer: 21%). Zudem sind ihre Nachrichten häufiger geschützt (12% gegenüber 5%). Die Autoren der Studie vermuten, dass dies in der Themenwahl begründet sein könnte, da Frauen häufiger über private Themen wählen.
- Getwittert wird vorrangig über Desktop-Applikationen oder mobil. 62% der Nutzer geben an, wenigstens "hin und wieder" mobil zu twittern.
- Twitter ist ein aktives Medium: 98% geben an, aktiv Tweets zu senden, lediglich 2% sind nur zum Lesen dabei.
- Den Angaben zufolge ist es den Twitterern nicht wichtig, wie viele Follower sie haben – hier warnen die Autoren allerdings davor, dass die Antworten auf soziale Erwünschtheit zurückzuführen sein könnten.
Über den Autor
Björn Rohles ist Medienwissenschaftler und arbeitet als Projektmanager für das Netz. Natürlich hat er sein eigenes Blog jorni.de, in dem er seine Gedanken und Entdeckungen zu digitalem Papier bringt.










