Das Fraunhofer-Institut hat eine Studie zum Thema Datensicherheit in sozialen Netzwerken (PDF-Format) verfasst und dabei eklatante Lücken aufgezeigt. Die Forscher haben sich als normale Nutzer bei den Netzwerken LinkedIn, XING, MySpace, Facebook, StudiVZ, wer-kennt-wen und lokalisten angemeldet und anschließend versucht, über spezielle Suchmaschinen auch auf angeblich geschützte oder gar gelöschte Daten zuzugreifen. Die Bewertungskriterien wurden in elf Kategorien wie z. B. "Einsatz von Verschlüsselung" und "Zugriffsprotokollierung" aufgeteilt. Wenig erfreuliches Ergebnis: Facebook ist mit vier nicht, vier teilweise und gerade einmal drei erfüllten Kriterien tatsächlich Spitzenreiter. Die Ergebnisse sind in der Studie detailliert aufgeführt, sowohl in vergleichenden Tabellen als auch in Einzelbeschreibungen aller getesteten Netzwerke. Facebook-Homepage Facebook, der "Testsieger" Sehr schön: wer sich für die Ergebnisse an sich nicht interessiert, bekommt in einem separaten, gut lesbaren Kapitel praktische Hinweise für jedes getestete Netzwerk, mit denen er seine Privatssphäre besser schützen kann. Dieses Kapitel sei daher jedem Social-Networker ans Herz gelegt. [via heise]

Über den Autor
Björn Rohles studiert Medienwissenschaft an der Universität Trier und der Université Lumière Lyon II. Er philosophiert gerne über alles, was ästhetisch ist und streift täglich durchs Web 2.0. Außerdem bloggt er über Design, Musik, Medien und Fotografie auf seiner Seite jorni.de.
Björn Rohles | Social Media | 26.09.08, 14:52
 
 

6 Kommentare zu “Fraunhofer-Studie: Soziale Netzwerke mit enormen Datensicherheitslücken”
 
21:01 | Sep 26' 2008| Diablo schreibt:

Wer in Social Networks seine echten Daten eingibt, der ist selbst schuld. Wie viele Personalabteilungen wohl schon auf die Idee kommen, sich im Web über ihre Mitarbeiter zu informieren?

Als nächstes landen die Bilder der letzten Party auf dem Schreibtisch vom Chef.

 
09:29 | Sep 27' 2008| Frühstückslektüre « Sprechblase schreibt:

[...] Fraunhofer-Studie: Soziale Netzwerke mit enormen Datensicherheitslücken – Blogpiloten: “Die Forscher haben sich als normale Nutzer bei den Netzwerken LinkedIn, XING, MySpace, Facebook, StudiVZ, wer-kennt-wen und lokalisten angemeldet und anschließend versucht, über spezielle Suchmaschinen auch auf angeblich geschützte oder gar gelöschte Daten zuzugreifen.” [...]

 
13:10 | Sep 27' 2008| Privatsphäre in sozialen Netzen « Erich sieht schreibt:

[...] Update 2008-09-27: Einige Blogreaktionen gibt es inzwischen auch, etwa bei Bräkling.de (sorry für die Linking Policy, die hat die Zentrale verbrochen), bei den Blogpiloten und in DOBSZAY’s Ansichten und Einsichten. Die vielen Hinweise auf die Golem- und Heise-Artikel und Weiterverbreitungen der Pressemitteilung zähle ich nicht einzeln auf, das kann Google besser. [...]

 
12:07 | Sep 29' 2008| Sicher in Social Networks « Interactive - Das Hotwire-Blog schreibt:

[...] 29. September 2008 um 12:06 · Gespeichert unter Beobachtungen and Getagged: Download, Fraunhofer, Sicherheit, SocialNetworks, Tipps Wie die Blogpiloten (via heise) berichten, hat sich das Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) eines brandheißen Themas angenommen, nämlich Sicherheit in Social Networks. Denn wer sich bei Facebook, XING, StudiVZ und Co. bewegt, läuft schnell Gefahr, zuviel Informationen preiszugeben. Nicht nur über sich selbst, sondern auch ggf. über den Arbeitgeber, der damit alles andere als glücklich sein dürfte. Auch sind offensichtlich viele Social Networks auch technisch nicht sicher, so werden zum Teil Passwörter beim Login im Klartext übertragen. [...]

 
12:13 | Sep 29' 2008| Sicher in Social Networks | Open Source PR schreibt:

[...] Wie die Blogpiloten (via heise) berichten, hat sich das Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) der Sicherheit in Social Networks angenommen. Beunruhigend sind die Erkenntnisse über Facebook, XING, StudiVZ, Lokalisten und Co. durchaus. Denn neben Verhaltenstipps und sorgfältiger Auswahl der Informationen, die man so online stellt, gibt es wohl auch technische Sicherheitsdefiziten. So werden zum Teil Passwörter beim Login im Klartext übertragen. Damit sind schon Zugriffe über das WLAN des Kaffee-Dealers um die Ecke hochriskant. [...]

 
15:37 | Sep 29' 2008| Björn schreibt:

@Diablo: Ich stimme insofern mit dir überein, dass ich auch zu großer Vorsicht raten würde, was man alles in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Doch: “Echte” Daten müssen es schon sein, wenn man soziale Netzwerke wie XING überhaupt sinnvoll nutzen möchte – mit Fake-Einträgen wird man hier entweder gar nicht erst gefunden oder sehr uninteressant, wenn die Wahrheit ans Licht kommt.
Viel wichtiger ist meiner Meinung nach jedoch, dass eine größere Sicherheit durchaus möglich wäre. Die Studie hat doch gezeigt, dass einzelne Punkte in einzelnen Netzwerken durchaus gut gelöst sind. Keines der Netzwerke ist jedoch in allen Punkten vorbildlich. Wir brauchen also ein Netzwerk, dass sich an den Pluspunkten der anderen Netzwerke orientiert.

 
 
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