Der Social-Bookmarking-Dienst Delicious ist seit einigen Tagen in neuer Version verfügbar. In den letzten Tagen hat Blogpilot Björn Rohles den Dienst auf Herz und Nieren untersucht und herausgearbeitet, was die neuen Funktionen bringen.
Doch Delicious ist nicht alleine auf seinem Gebiet: Mister Wong, mit ähnlichen Funktionen, aber auf deutsche Nutzer spezialisiert, ist ein großer Konkurrent. Wer von beiden hat die Nase vorn?
Wie funktioniert Social Bookmarking?
Bei beiden Diensten ist die Anmeldung schnell erledigt. Anschließend lassen sich beliebige Lesezeichen (= Bookmarks) einfügen und mittels Schlagwörtern (= Tags) thematisch zuordnen. Das funktioniert entweder über die Webseite direkt oder über eine der Toolbars für verschiedenste Browser. Anschließend kann man sie von jedem beliebigen Rechner aus erreichen und ist nicht auf einen bestimmten Computer angewiesen.
Delicious zeigt sich in seinem neuen Design extrem aufgeräumt und komfortabel. Über drei Buttons kann ausgewählt werden, wie viele Details zu den einzelnen Links angezeigt werden sollen. Rechts kann man sich seine Schlagwörter auswählen und die zugehörigen Links erreichen. Zudem kann man die Bookmarks von Freunden abonnieren oder automatische Updates für bestimmte Schlagwörter erhalten. Alternativ kann man auch einfach beliebte oder kürzlich hinzugefügte Bookmarks durchsuchen.
Mister Wong ist optisch ausgefallener: Bookmarks werden mit einer kleinen Voransicht dargestellt. In Punkto Übersichtlichkeit steht der Dienst leicht hinter der extrem aufgeräumten Oberfläche von Delicious zurück. Doch gibt es einige Funktionen, die der Konkurrent nicht bietet. Ein Magazinbereich stellt prominente Nutzer vor. In Gruppen können Links getauscht werden. Zudem gibt es eine einfache Funktion, um Links per E-Mail oder systemeigener Nachricht an Freunde zu empfehlen. Insgesamt betont Mister Wong den sozialen Aspekt von Social Bookmarking stärker als Delicious.
An wen richtet sich Social Bookmarking?
Social Bookmarking richtet sich an alle, die an verschiedenen Rechnern arbeiten müssen. Man kann jederzeit auf die eigenen Lesezeichen zugreifen und von überall Lesezeichen hinzufügen. Nicht zuletzt können über Social-Bookmarking-Dienste neue, interessante Seiten gefunden werden.
Blogpiloten-Urteil
Ein direkter Vergleich der beiden Dienste fällt schwer: Mister Wong ist mit seinen interessanten Netzwerkfunktionen und seiner Spezialisierung auf deutsche Nutzer mit Sicherheit im Vorteil. Für Delicious hingegen spricht, dass es im englischsprachigen Raum extrem verbreitet ist.
Zusammenfassend kann man festhalten, dass jeder die Entscheidung für sich selbst treffen sollte. Wem es rein um den Zugriff auf eigene Lesezeichen geht, wird von beiden Diensten bedient. Wer jedoch zusätzlich über soziale Netzwerke nach neuen Links suchen möchte, hat die Qual der Wahl: wer vorrangig im deutschen Netz unterwegs ist, findet in Mister Wong einen Spezialisten; wer eher im englischsprachigen Web surft und englischsprachige Kontakte hat, wird an Delicious kaum vorbeikommen.
Über den Autor
Björn Rohles ist Medienwissenschaftler und arbeitet als Projektmanager für das Netz. Natürlich hat er sein eigenes Blog jorni.de, in dem er seine Gedanken und Entdeckungen zu digitalem Papier bringt.










