Über's Wochenende habe ich mit nachdenklicher Beigeisterung drei Beiträge gelesen: Zum einen bei Johnny auf Spreeblick: "Das Internet hat mein Leben zerstört!", bei Klaus Eck im PR-Blogger "Social Media Overload" und den Text von Alex Rühle auf Süddeutsche.de mit dem Titel "Verblöden wir?".
Die drei Texte habe ich mit meinen Stundenten im Blockseminar "Zukunft der Medien" an der TU Chemnitz behandelt und die Teilnehmer dazu einen Blogbeitrag schreiben lassen. Ein Studierender hat dazu folgens Youtube-Video gefunden und in seinen Beitrag eingebaut. Fand ich ganz passend zum Thema der Texte:
Heute morgen habe ich bei Rivva dann noch den Link auf eine Story bei ReadWriteWeb entdeckt, die sich mit der "Misere" des Bloggens und Social Media widmet. Autor Richard MacManus stellt fest, dass sich die Blogosphäre in den letzten Monaten gewandelt hat. Statt zu bloggen, wird getwittert. Statt von Blog zu Blog gelinkt, wird auf Friendfeed und Co. aggregiert und vernetzt. Statt Bloggen als lebendige Diskurskultur mit Gemeinschaftsgefühlt zu betreiben, switchen Blogger zum reinen Publizieren, die Konkurrenz im Kopf und im Nacken.
Die Gründe in den Augen von MacManus:
"What it boils down to is that new media is becoming more like old media - e.g. pro blogs run adverts and pay their writers. At the same time of course, old media is implementing social software such as blogs, widgets and more. [...] But there are disconnects between the new and old media worlds - and social media is the cause."
Was soll man nun davon halten? Stimmt die Beobachtung, dass klassische massenmediale Anbieter in den LongTail drängen, sich dort zu etablieren beginnen und sich gleichzeitig die A-List-Gemeinde des Social Web in Richtung "Masse" bewegt und somit der Looooooooooooong Tail abgeschnitten und erstickt wird? Was meint Ihr?
Über den Autor Steffen Büffel ist freiberuflich als Medien- & Verlagsberater, Trainer und Medienwissenschaftler tätig. Schwerpunkte: Crossmedia, Social Media und E-Learning. Seine Blogheimat ist der media-ocean. Außerdem ist er einer der Gründer der hardbloggingscientists.
Irgendwie finde ich das Video ja sogar doppelt passend, denn im Web 1.0 – damals, vor vier, fünf Jahren – da war dieses Video nur ein kleines, vlt. 150×150 großes animiertes .gif-Bildchen. Im Web 2.0 muss es plötzlich ein Video sein ;-)
Aber ist der (gibt es auch die?) A-Blogger das Maß aller Dinge? Wenn Aussagen über die Art und Weise wie gebloggt wird getroffen werden, dann nennt man die “üblichen Verdächtigen”. Aber vielleicht haben Blogs eine ganz andere Funktion. Genügt es vielleicht wenn ein Blog seine kleine soziale Gruppe erreicht…
Und Twitter: Nun, ich nutze Twitter relativ oft. Aber schaue ich in meine Statistik, dann leiden meine Blogbeiträge darunter nicht (quantitativ. Qualitativ mögen es meine LeserInnen beurteilen).
Gedanken zu Netz-Themen und dem digitalen Wandel von Jörg Wittkewitz
"Buchstaben ohne Grenzen"
Es lässt sich leicht in die Welt hinein rufen. Dass die Welt auch zurückruft, ist nicht selbstverständlich. Das Gesagte muss einen Sinn ergeben. Das leuchtet schnell ein. Aber im Internet erscheint der Sinn häufig außerhalb eines Gedankens zu stecken.
The European möchte als Meinungs- und Debattenmagazin wichtige gesellschaftliche Fragen ansprechen sowie Diskurse anstoßen. Dazu gehören auch Themen des Netzes und des digitalen Wandels. Die Kolumnen zu diesen Themen werden wir in unserem Magazin mit freundlicher Genehmigung crossposten.
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