- Diversität: Gruppen mit verschiedenen Meinungen treffen im Schnitt weisere Entscheidungen.
- Unabhängigkeit: Die Meinungen der einzelnen Mitglieder dürfen nicht gegenseitig beeinflusst sein.
- Dezentralisierung: Macht darf nicht an einer zentralen Stelle oder gar in einer Person gebündelt sein.
- Aggregation: Das ist die kniffligste Voraussetzung. Wie kommt man von mehreren Einzelmeinungen zu einer ausgewogenen Gesamtmeinung? Im Idealfall solle es einen unabhängigen Beobachter geben, der darin geschult wurde, unterschiedliche Meinungen zu integrieren.
- Crowds sollten innerhalb definierter Grenzen arbeiten.
- Manche Entscheidungen eignen sich nicht für demokratische Abstimmungen und Wisdom of the Crowds.
- Individualität und Meinungsvielfalt sollte gefördert werden.
- Crowds sind gut darin, Produkte zu bewerten. Die Entwicklung eines Projektes sieht Catone eher in den Händen von Mitarbeitern.
Diskussion und Kritik
Der Titel von Kathy Sierras Beitrag sagt schon, was sie anmerken möchte: "The Dumbness of Crowds". Gruppen führen zu angepassteren, langweiligeren Ergebnissen. Oder zu Chaos. Viele Kundenmeinungen zu einem Buch geben gut die durchschnittliche Meinung wieder. Das bedeute aber nicht, dass ein Buch auch gut wird, wenn es von vielen Individuen gleichzeitig geschrieben wird. Wisdom of the Crowds bietet sich in dieser Lesart für einige Bereiche hervorragend an - für andere aber überhaupt nicht.
Philipp Winn geht in seinem Beitrag für das blogcritics magazine sogar noch weiter. Wenn die Hälfte der Nutzer einem Buch einen Stern gibt und die andere Hälfte fünf - ist es dann ein 3-Sterne-Buch? Oder ist es einfach nur ein Buch, das für manche Nutzer extrem wertvoll ist, für andere aber überhaupt nicht? Seine Ansicht: das Problem von social-news-Seiten wie digg liegt darin, dass zu viel Wert gelegt wird auf das "social", aber zu wenig auf die "news".
Was sagt die Wissenschaft?
Auch die Wissenschaft beschäftigt sich umfassend mit dem Thema "Wisdom of the Crowds". So etwa Eric von Hippel, der in einem frei verfügbaren Buch die Möglichkeiten einer Demokratisierung von Innovation untersucht. Oder Thomas W. Malone und Mark Klein, die sich in einem PDF-Artikel fragen, wie man mit Wisdom of the Crowds die Klimaprobleme lösen könnte.
Über den Autor
Björn Rohles ist Medienwissenschaftler und arbeitet als Projektmanager für das Netz. Natürlich hat er sein eigenes Blog jorni.de, in dem er seine Gedanken und Entdeckungen zu digitalem Papier bringt.










