Heute morgen bin ich auf ein Video aufmerksam geworden, das ganz schön das aktuelle Problem der Bildung und Ausbildung Jugendlicher veranschaulicht. Zwar am Beispiel der USA, aber in weiten Teilen, denke ich, übertragbar auf Deutschland und andere Länder. Es entsteht und besteht bereits eine große Kluft zwischen der Art und Weise wie Jugendliche mit Blogs, Podcasts, Wikis, Online-Communities etc. umgehen, und dem Wissen, das Lehrkräfte in diesen Bereichen mitbringen. Aber jetzt erstmal: Einschalten, mitlesen, nachdenken!
Das 4-Minuten Video erinnert inhaltlich in Teilen an das Video "Did you Know?" von Karl Fisch. Im Prinzip wird die Abschlusspointe von Karls Video aufgegriffen und an Hand der Schülerinnen und Schüler im Video nochmal betont: Wer bitte schön unterstützt die Art von Lernen, die Jugendliche aufgrund ihrer Mediennutzung bereits früh in die Schule mitbringen? Wie sollen Jugendliche denn sozial kompetent mit den neuen Medien umgehen, wenn Lehrer immer noch viel zu wenig wissen über das Internet? Schulen sind am Netz, okay - rein technisch. Aber wo sind die Menschen, die Schülern und Lehrern helfen die Technik zu bedienen und für sinnvolle Aufgaben einzusetzen?
Wer kennt spannende Beispiele aus Schulen, die hier neue Wege gehen und nicht warten, bis die Politik und die Lehrerausbildung die Lücke erkannt haben? Sachdienliche Hinweise bitte in die Comments! Abschließend noch ein weiteres Video-Fundstück, das thematisch gut passt (wenngleich es weniger um neue Medien geht):
Über den Autor Steffen Büffel ist freiberuflich als Medien- & Verlagsberater, Trainer und Medienwissenschaftler tätig. Schwerpunkte: Crossmedia, Social Media und E-Learning. Seine Blogheimat ist der media-ocean. Außerdem ist er einer der Gründer der hardbloggingscientists.
Ich besuche im Moment selbst noch eine Schule. Eine, die mich auf ein Leben als Kaufmann und die Wirtschaftsrealität vorbereiten soll. Aber, ich kann nicht glauben, da so Wirtschaft aussieht. Auswendiglernen von Standard-Erklärungen auf Standardfragen, die wohl jeder Mitarbeiter einfach schnell nachschlagen würde. Das Problem: Wir lernen nicht wirklich, wie man genau das macht. Wir werden nur mit Fakten gefüttert, aber nicht gelehrt, wie man sich seine eigene Nahrung sucht.
Das Ende vom Lied wird für mich und meine Altergruppe (ich bin jetzt 17) sein, dass wir nach Bürojobs suchen werden, in denen wir nach irgendwelchen vorgegebenen Schematas arbeiten, die heute schon bessere Computersysteme problemlos beherschen.
Ich wäre gerne noch mal Grundschüler, damit ich gleich richtig lernen kann, den dirkten Weg zum Gymnasium wählen kann, damit ich irgendwann nicht ein deprimierter Kaufmann werde, der nur weiß, wie man Geschäftsvorfälle bucht, aber keine Ahnung hat, wie man mit unfreundlichen Kunden umgeht oder Problemlösungen entwickelt.
[...] Bei den Blogpiloten habe ich ein nettes Video gefunden, das kurz und prägnant die Distanz zwischen Schülern und Lehrern bezüglich des Umgangs mit der digitalen Welt thematisiert. An sich ist dem nicht viel hinzuzufügen, abgesehen vielleicht von einem Link zu DigitalNatives. [...]
[...] Da stolpere ich totmüde von der Arbeit zum allabendlichen Netzcheck an meinen Laptop und was sehen meine Augen? Schon wieder ein Video, dass ich im Blog vorstellen möchte… Genannt “A Vision of K-12 Students Today” wird hier von B. Nesbitt im Stil von Karl Fisch und Scott McLeod, die im Juni 2007 mit ihrem Video “Did you Know 2.0” für Aufmerksamkeit sorgten, auf ein immer offensichtlicher werdendes Problem hingewiesen: unter Jugendlichen ist die Nutzung vieler web 2.0 Tools zur Organisation ihrer Freizeit und der Kommunikation im Freundeskreis bereits relativ weit verbreitet, während die Mehrheit ihrer Lehrer diesbezüglich weitestgehend im Dunkel tappt. Dies hat zur Folge, dass ein großer und vor allem extrem zukunftsweisender Bereich der potentiellen Learningtools im heutigen Bildungs- und Lernsystem, der noch dazu von vielen Jugendlichen ohne große Einlernzeit benutzt werden könnte, bisher weitestgehend außen vorbleibt. [...]
Ein sehr gutes Video – und gut, dass es hier gepostet wurde! Auch bei uns werden die Kinder bzw. Jugendlichen kaum auf das vorbereitet, was einmal auf sie zukommen wird.
@faulit: Zurück in die Grundschule ist keine Lösung! Du musst selber ran und Dir den Umgang mit Social Software antrainieren. Mach Dich nicht abhängig von Anderen, such Dir lieber Gleichgesinnte im Netz – dafür gibt es ja das Web 2.0!
Ja, man kommt ja um das “klassische Bildungssystem” nicht herum und es ist ja nicht alles schlecht, was dort abgeht… Aber die Zukunft ist nunmal eher im bereich selbstbestimmtes Lernen zu suchen, da es schon jetzt Berufe und Berufsfelder gibt, für die die Ausbilundgstätten (noch) gar nicht vorbereitet sind.
Sich Social Software selbst anzueignen ist am Anfang sicherlich trotz aller Einfachheit sperrig, aber erstes muss man ja nicht alles auf einen Schlag hinbekommen und zweitens gibt es ja Seiten wie die Blogpiloten ;-) und andere hilfreiche Seiten, Foren, Communities, die einem dabei weiterhelfen.
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