Googles Devise bei der Suche war stets, möglichst nicht von Hand in den Suchprozess einzugreifen. Stattdessen sollten die besten Informationen gefunden werden, indem anhand der Zahl und Qualität der Verlinkungen die relevantesten Ergebnisse herausgefiltert wurden. Einen radikal anderen Ansatz verfolgt dagegen Googles jüngstes Projekt Knol, das gestern im Google-Blog angekündigt wurde. Bei Knol sollen Artikel wie in einem Lexikon einzelne Themen erklären: Hier sollen ausdrücklich die Autoren der Artikel als Autorität in ihrem jeweiligen Spezialgebiet im Mittelpunkt stehen. Im Gegensatz zur Wikipedia sollen die Artikel sich aber nicht durch die Zusammenarbeit vieler Autoren immer weiter verbessern. Stattdessen tritt der einzelne Autor als Experte auf und haftet sozusagen mit seinem guten Namen. Jeder Artikel - im Google-Sprech "Wissenseinheit" oder "knol" genannt - soll von anderen Nutzern bewertet und kommentiert werden. Google selbst greift nicht redigierend ein. Screenshot von Google Knol Screenshot von Google Knol (Bildquelle: Google) Die Knol-Artikel sollen, so die Ankündigung, nicht bei Google eingeschlossen bleiben, sondern auch anderen Suchmaschinen zugänglich und somit möglichst weit verbreitet werden. Entschließt sich ein Autor, Werbeschaltungen im Artikel zu akzeptieren, so wird er am Umsatz beteiligt: Auch finanziell soll somit ein Anreiz geschaffen werden, hochwertige und relevante Inhalte zu schaffen. Bislang ist Knol nicht öffentlich verfügbar. Wie sich das Projekt im Vergleich zur Wikipedia und der handverlesenen Suchmaschine Mahalo entwickelt, dürfte aber durchaus spannend werden.

Über den Autor
Peter Bihr (Projektleitung) hilft als Gründer der Agentur Third Wave Unternehmen, ihre Strategien erfolgreich ins Netz zu übertragen. Über Social Media und digitale Kultur schreibt und twittert Peter auch privat unter TheWavingCat.com.
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Peter Bihr | Firma 2.0 | 14.12.07, 19:31
 
 

3 Kommentare zu “Autorität zeigen mit Google Knol”
 
23:07 | Dez 14' 2007| Martin (Linkerhand) schreibt:

Haha, mit Wikipedia hat das Ganze wenig zu tun. Ich sage nur “clickfish.com”, ältere Internet-Semester wissen Bescheid

 
08:44 | Dez 15' 2007| Patrick schreibt:

Weniger Wikipedia als Squidoo.

 
09:19 | Dez 25' 2007| 8 Dinge die Google 2008 tun wird schreibt:

[...] Der zentrale Aspekt ist, dass Google davon Weg will nur Informationen dritter auszuwerten und weiterzuverarbeiten. Eigene Inhalte müssen her. Sei es in Form privater Daten (E-Mails, Kalender, usw.) oder öffentlicher Artikel (Google Notes, Knol). Denn nur mit einzigartigen Inhalten kann Google sich auch langfristig dagegen absichern nicht irgendwann technologisch überrollt zu werden (etwa von einer überlegenen Suchtechnologie). [...]

 
 
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