"Leipzig liest" ist Europas größtes Lese-Festival. Blogger dürfen da nicht fehlen. Wer nicht glauben mag, dass man aus Blogs öffentlich vorlesen darf, wurde am Donnerstag eines Besseren belehrt. Wir präsentieren: Einmal rund ums Blog:
Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer und Kollege Julius Endert präsentierten am Donnerstag in Leipzig die zweite "Mal eben ums Blog"-Lesung. Neben Knüwer selbst lasen in dem bunten Text-Potpourri fünf weitere Blogger Texte aus ihren "Online-Journalen". Mal nachdenkliche, mal kritische und zumeist doch recht lustige Einträge aus den vergangenen Jahren. Deutsche Blog-Geschichten. Deutsche Blog-Literatur, wenn man es so nennen mag; dürfen kann man es, denn verstecken braucht keiner der Vorleser seine Texte.
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Katharina Borchert, besser bekannt als "Lyssa", bloggt wie alle Teilnehmer der Lesung bereits seit Jahren. Die Chefin des kommenden West Eins las über einen Arztbesuch und ihre Unsportlichkeit:
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Madame Modeste ist melancholisch, liest sich trotz Zugverspätung allerdings souverän durch den Abend und begeisterte mit einer verspielten Geschichte und einer wunderbaren politischen Beobachtung:
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Don Dahlmann ist ein Lebemann. Grob gesehen. Einer mit viel Charme. Einer der Männer, auf die 90 Prozent der Geschlechtsgenossen neidisch sind. Weil er gebildeter ist, besser aussieht und auch noch besser schreiben kann:
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Felix Schwenzel ist Deuschlands schillernster Blogger. Er motzt gern, aber stets auf eine Art, die man ihm nicht übel nehmen kann. Dazu hat er Humor, doch finden auch Nachdenklicheres Eingang in seine Texte:
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Thomas Knüwer einzig als Journalisten zu bezeichnen wird ihm nicht gerecht. Ihn als Blogger zu bezeichnen aber auch nicht. Und bloggender Journalist klingt albern. Was er ist? Ein guter Erzähler, der moderne Fabeln erzählt. Ein Funken davon ist immer wahr:
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Don Alphonso ist einer der umstrittensten Blogger Deutschlands - und einer, der selten ein Blatt vor den Mund nimmt. Seine Geschichten in der Blogbar durchleuchten die Webszene, die in seinem privaten Blog sind zumeist Erinnerungen und Beobachtungen:
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Foto: Daniel Große
Bloglesungen sind nicht so absurd, wie man erst vermuten mag, denn in Weblogs können auch
vorlesbare Geschichten stehen. Deswegen: Nehmen Sie sich doch einmal die Zeit und besuchen Sie
eine Lesung. Denn Blogger lesen nicht nur für Blogger ...
Über den Autor
Thomas Gigoldist Journalist und Berufsblogger. Blogger ist Gigold bereits seit den letzten Dezembertagen des Jahres 2000, seit 2005 verdient er sein Geld mit Blogs und arbeitete u.a. für BMW, Auto.de und die Leipziger Messe. Selbst bloggt Gigold unter
medienrauschen.de über Medienthemen.
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[...] So, ihr ungeduldigen. Habe einige Fotos von gestern abend zu flickr gestellt. Getagged mit “malebenumsblog“, wie das Henning vorschlagen getan tat. Das Gruppenfoto muss ich aus lizenztechnischen Gründen noch zurückhalten, das wurde exklusiv vermarktet, hüstel. Ach – was red ich – schaut einfach bei Thomas und den Blogpiloten vorbei, der hat alles schon schön aufgeschrieben, der olle Fleißpelz. [...]
[...] Wie machen sie’s bei so viel Lesenden mit einer Zugabe, begann man sich zu fragen. Das könnte sich peinlich hinziehen. Die Lösung: Es gab keine, denn man soll schließlich aufhören, wenn es am schönsten ist. Mehr Bilder und Links zur Lesung gibt’s auch bei den Blogpiloten. [...]
[...] Gestern erlebte ich meine erste Bloglesung. Es lasen in Leipzig Don Dahlmann, Felix Schwenzel, Katharina “Lyssa” Borchert, Don Alphonso, Thomas Knüwer und Madame Modeste. Die Links zu den gelesenen Geschichten und die Bilder der Lesung findet man bei Thomas Gigold. Was mir von Anfang an klar war: Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der einen Blog schreibt, die darin enthaltenen Geschichten auch vorlesen kann, ist äußerst gering. Das ist ja bei den meisten Autoren so. Bei einigen Bloggern war allerdings die Vortragefähigkeit äußerst gering ausgeprägt. Es wäre vermutlich um einiges lustiger geworden, wenn beispielsweise Felix Schwenzel seine Texte nicht gelesen hätte (was er nicht konnte, weil er, wie er im zweiten Teil selbst bemerkte, keinerlei Interpunktion las), sondern einfach frei Anekdoten erzählt hätte. Madame Modeste war ähnlich schwer zu folgen, weil sie ihre quasiliterarischen Texte, ebenso interpunktionslos vor sich hin säuselte. Positiv hervorzuheben (von der Leseleistung) war Thomas Knüwer, der sich immerhin Mühe gab und seine Novela-ähnliche Geschichte mit verteilten Rollen las. Die anderen drei lasen zwar eher unterbetont, aber doch relativ routiniert. [...]
@Klingsor: Meine Rede…
“Ein Produktionsassistent vom Hörfunk hat mir mal erzählt, die meisten Autoren sollten ihre eigenen Texte nicht selbst vorlesen. Habe ich mir gestern auch manchmal gedacht. Guter Inhalt, teilweise holpriger Vortrag. Leute, könnt ihr nicht ein bisschen üben vorher?”
[...] » Wenn aus Bloggen Literatur wird, Blogpiloten.de – Weblog Update Weekly [...]
[...] Bei den Blogpiloten heißt es: Wenn aus Bloggen Literatur wird. Eine Lesung in Leipzig. Über die auch das Literatur-Café berichtet. Unter den Zuhörern war auch der Klingshor. Es war seine erste Bloglesung und so mosert er sich in seinem Blog munter einen runter. Ein anderer Blogger dachte während der Lesung eher an Buchstabensuppe. Weblogs [...]
[...] Bei den Blogpiloten gibt’s die Links zu allen gelesenen Texten, mehr Berichte bei der Heldenstadt. [...]
“Wenn aus Bloggen Literatur wird. Eine Lesung in Leipzig.”
Aus Blog-Beiträgen wird durchs gute alte Retro-Vorlesen erst Literatur? Achso. Na denn, können wir ja das Schreiben für diese flüchtige Form einstellen und lieber nur noch auf Slams und in Buchhandlungen auftreten.
Nein, Herr Kaliban, Literatur wird nicht erst durch Vorlesen Literatur. Aber Blogs werden eben in den seltensten Fällen als Literatur verstanden (und sind es zugegeben auch selten). Der Titel des Eintrages aber bezog sich in der Tat darauf, dass man als Besucher der Lesung Weblogs vielleicht das erste mal als Literatur wahrgenommen hat, während man eigentlich ja eher davon ausgeht, dass es sich dabei um Tagebücher handelt. Die andere Seite ist, das ich nicht jeden Eintrag von Herrn Knüwer, Don Alphonso oder Felix Schwenzel als Literatur bezeichnen würde (im engeren Sinne), sie aber Texte gelesen haben, die aus ihren Blogs kommen und die man mühelos als Literatur bezeichnen kann …
Es ging also weniger um das *werden* eines Textes zur Literatur als um die *Wahrnehmung* dessen als Literatur, was ich mit meiner Überschrift meinte.
[...] Wenn aus Bloggen Literatur wird « Blogpiloten.de – Weblog Update Weekly [...]
So sehen die also alle aus :) Schade, dass ich da nicht dabei war.
->Wenn aus Bloggen Literatur wird. Das ist ein wirklich interessantes und vor allem Großes Thema. Ich finde solche Informationen immer wieder gut um sich etwas weiterzubilden :)