10 Apps zum Staunen: Die Apponomy treibt bunte Blüten

Wer nicht weiß, welche App er seinem Smartphone als Nächstes antun will, der sollte sich diese Liste zu Gemüte führen. Manchmal, so scheint es, ist der Hype um Apps vorüber. Von den Millionen Anwendungen, die in den App Stores von Apple und Google schlummern, schaffen es nur wenige auf die Homescreens der Nutzer. Doch in der App-Flut gibt es immer wieder Perlen, die man übersieht – diese zehn Applikationen zu Beispiel.

Man nennt sie Zombie-Apps: Apps, die es zwar zum Download in den Stores von Google und Apple gibt, die es aber nie in einer der Toplisten schaffen. Ganze 83 Prozent aller Applikationen sind laut Studie der Analyse-Firma adjust solche Zombie-Apps, die nie den Durchbruch geschafft haben. Dabei gibt es so viele Apps, die vor Ideenreichtum nur so sprühen und es sich in Nischenmärkten bequem gemacht haben, ohne jemals in den Charts ganz nach oben gespült worden zu sein.

1. Instapray (gratis für iPhone und Android)

Mit Instapray gibt es tatsächlich eine mobile Community, deren User sich gegenseitig Gebete (bis dato mehr als 30 Millionen) zuschicken. Ähnlich wie bei Twitter oder Instagram kann man andere Nutzer per @-Mention taggen oder Gebete mit Hashtags versehen. Wer gerade eine persönliche Krise oder einen Schicksalsschlag erlitten hat, kann die Instapray-Community darum bitten, dass man in deren Gebete eingeschlossen wird. Niemand Geringerer als der libertäre Risikokapitalgeber Peter Thiel hat in die App investiert, die den Betreibern zufolge User in 195 Ländern hat und demzufolge nicht allein auf Christen beschränkt ist.

2. pplkpr (gratis für iPhone)

Haben Self-Tracker bis dato nur ihren eigenen Körper unter Überwachung gestellt, soll man künftig auch gleich seinen kompletten Bekanntenkreis mit Algorithmen optimieren: Die kostenlose Smartphone-App pplkpr, deren seltsamer Name kurz für “people keeper” steht, will analysieren, welche anderen Menschen dem Nutzer guttun. Im Zusammenspiel mit einer Smartwatch will die App die physischen und emotionalen Reaktionen (v.a. die Herzfrequenz) messen, wenn man andere Menschen trifft, und daraus ableiten, welche dieser Menschen sich positiv oder negativ auf den eigenen Gefühlszustand auswirken. pplkpr kann dann anschließend die falschen Freunde aus dem Adressbuch löschen oder ihnen die Facebook-Freundschaft kündigen.

3. Cyber Dust (gratis für iPhone, Android und Windows Phone)

Funktionen in Chat-Apps, die Daten wieder löschen (über den Ephemeral-Trend habe ich bereits hier geschrieben), sind spätestens seit dem Erfolg von Snapchat gefragt. Die Smartphone-App Cyber Dust hat das Zerstören von Messages zur obersten Priorität gemacht. Dem Macher Marc Cuban, US-Milliardär und Inhaber der Dallas Mavericks, zufolge werden die Nachrichten weder auf den Servern der Firma noch auf den Geräten der User gespeichert und Länge des gesendeten Textes nach 20 bis 100 Sekunden gelöscht. Auf Android-Smartphones wird außerdem die Screenshot-Funktion unterdrückt, werden auf einem iPhone Screenshots gemacht, wird der andere User darüber informiert.

4. Oscar Health (für iPhone, Android)

Das New Yorker Versicherungs-Start-up Oscar mit 150 Mio. US-Dollar Risikokapital im Rücken (u.a. von Founders Fund, Koshla Ventures, Thrive Capital) tritt dem Nutzer in erster Linie via Smartphone-App entgegen, über die man ihn etwa mit Ärzten vermittelt. Das Besondere ist aber, dass die User mit Geld belohnt werden, wenn sie Gesundheitsdaten bekannt geben. Sie können die App etwa mit einem eigenen Fitness-Armband verbinden und Gutschriften erhalten, wenn sie bestimmte Ziele pro Tag (etwa eine vorgegebene Strecke zu Fuß zurücklegen) erreichen.

5. Willow (gratis für iPhone)

Wem das Bilder-Durchblättern bei der Dating-App zu oberflächlich ist, der kann einmal Willow ausprobieren. Statt Fotos zeigt die App die Fragen der anderen Nutzer an, etwa “Wer sind deine persönlichen Helden?”, “Wo siehst du dich in fünf Jahren?” oder “Willst du Kinder bekommen?” Über diese Fragen und die Antworten, die man schicken kann, sollen Menschen zueinanderfinden. Sie können in privaten Chats weiterflirten, sich Fotos zur Ansicht freigeben und sich anschließend ein Offline-Treffen ausmachen. Im deutschsprachigen Raum gibt es derzeit allerdings nur wenige Nutzer, und zum Einloggen benötigt man einen Facebook-Account.

6. RunPee (gratis für iPhone, Android, 99 Cent für Windows Phone)

Die App RunPee verrät dem Nutzer, wann er während eines Films aufs Klo gehen kann und möglichst wenig verpasst. Eine Datenbank will dabei wissen, wann die richtige Zeit gekommen ist, um eine Pinkelpause von drei bis fünf Minuten einzulegen. Hat man den Film gefunden, startet man den Timer am Smartphone und wird dann zum passenden Zeitpunkt alarmiert. Die App ist vor allem für den Kinobesuch gedacht, das kleine Team hat etwa bereits den neuen Blockbuster “50 Shades of Grey” getaggt, neue Streifen kommen wöchentlich dazu.

7. Marco Polo (99 Cent für iPhone)

Der wohl witzigste Weg, sein verlegtes iPhone wiederzufinden: Ist die kostenpflichtige App Marco Polo installiert und hat man ihr den Zugriff aufs Mikrofon erlaubt, muss man nur mehr “Marco!” in den Raum rufen, und das Smartphone antwortet mit einem lauten “Polo!”. Der Nutzer kann auch bestimmen, in welcher Stimme bzw. welcher Tonalität die App antwortet, die übrigens auch im Schlaf- oder Silent-Modus funktioniert.

8. NASA Klingeltöne (gratis für Android)

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat kürzlich historische Tonaufnahmen zum Download freigegeben, darunter die weltbekannten Sager „Houston, we have a problem“, „One small step for a man“ oder „The Eagle has landed“. Mit Hilfe der kostenlosen Android-App kann man sich diese und andere Aufnahmen als Klingel- oder SMS-Ton installieren. iPhone-Nutzer laden sich die Sounddateien hier und folgen diesen Instruktionen.

9. Dull (gratis für iPhone)

Wer manchmal schwer gelangweilt ist, installiert sich die Gratis-App Dull. Diese verspricht, jederzeit unterhaltsamen Content (Videos, Zitate, Bilder, News, Animated GIFs) anzeigen zu können. Der Nutzer kann dabei entscheiden, aus welchen Quellen (reddit, Flickr, YouTube, Instagram, Soundcloud, Vice News, Medium, Vine, etc.) er bekommen will. Die richtig guten Inhalte kann man auf Wunsch auch in Social Networks sharen oder sich per “favo”-Funktion merken.

10. Tworlds (gratis für iPhone)

Gibt es jemanden auf diesen Planeten, der gerade genau das selbe tut wich ich? Wer sich diese Frage stellt, kann sich Tworlds kostenlos am iPhone installieren. Nach dem Login via Facebook oder Twitter sucht man sich seine aktuelle Aktivität aus (z.B. #work, #party, #eat, etc.) aus, macht ein Foto der Situation, und Tworlds (kurz für “two worlds”) sucht dann einen zweiten User, der das gerade ebenfalls gemacht hat. So erhält man manchmal ganz witzige Einblicke in die Welt eines anderen Users.


Image (adapted) „09_2013_47“ by We have moved! Please visit /highwaysengland (CC BY 2.0)


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Jakob Steinschaden

Jakob Steinschaden

ist seit 2006 publizistisch auf Papier und Pixel tätig. Er arbeitet in Österreich als Journalist und hat die beiden Sachbücher "Phänomen Facebook - Wie eine Webseite unser Leben auf den Kopf stellt" (2010) und "Digitaler Frühling - Wer das Netz hat, hat die Macht?" (2012) veröffentlicht. In seinem Blog “Jakkse.com” und in Vorträgen schreibt und spricht er gerne über die Menschen und ihr Internet – von Social Media über Mobile Business und Netzpolitik bis zu Start-ups.

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